Zerreißt nun beim Versuch ein Streifen an der Einspannstelle, oder ist
er von vornherein infolge eines erkennbaren Fehlers zu verwerfen, oder
liefert ein Streifen Werte, die von denen der anderen in auffälliger
Weise abweichen, so daß ein Irrtum vermutet werden kann, so kann man
unmittelbar neben dem ersten Streifen immer noch einige Ersatzstreifen
zur weiteren Prüfung herausnehmen.
Auf das Schneiden der Streifen ist große Sorgfalt zu verwenden,
da die geringste Beschädigung, namentlich an den Rändern, den
Versuch ungünstig beeinflussen kann. Hat man nur hin und wieder
Festigkeitsversuche vorzunehmen, so wird man davon absehen können,
sich eine besondere Schneidevorrichtung zu beschaffen, wenn nicht dem
Festigkeitsapparat, wie es jetzt vielfach geschieht, schon eine solche
beigegeben ist. In Ermangelung einer besonderen Vorrichtung schneidet
man mit Hilfe eines eisernen Lineals und eines scharfen Messers, wobei
man auf eine möglichst parallele Führung des letzteren bedacht sein
muß. Als Unterlage bedient man sich beim Schneiden zweckmäßig eines
Zinkbleches oder einer Glasplatte, weil weichere Materialien, wie Holz,
Pappe etc., Eindrücken des Papiers beim Schneiden zulassen und auf
diese Weise die Ränder des Streifens nach unten umgebogen werden. Hat
man indessen täglich Festigkeitsprüfungen vorzunehmen, so ist diese Art
der Probeentnahme zu umständlich und zeitraubend und man wird sich dann
zweckmäßig eine Vorrichtung beschaffen, die schneller arbeitet.[5] --
Fig. 4 zeigt die in der Versuchsanstalt in Gebrauch befindliche Scheere
zum Schneiden der Streifen.
An der Holzplatte _P_ ist ein Messer _S__{2} fest angeschraubt, während
ein zweites _S__{1}, welches in Verbindung mit _S__{2} den Schnitt des
Papiers bewirkt, mit Hilfe des Handgriffes _H_ auf- und niedergeführt
werden kann. Eine Holzleiste _Lst_ ist so angebracht, daß sie parallel
der Schneide _S__{2} liegt und von dieser in einem Abstand von 15 mm
festgestellt werden kann. Unter der Leiste _Lst_ befindet sich ein
Kasten _K_, in welchen die abgeschnittenen Streifen fallen. Auf dem
Brett _P_ ist noch eine scharf gezeichnete Linie _L_ angebracht, die
senkrecht zu _S__{2} verläuft. Sie dient als Anlegezeichen, um zunächst
den ersten Schnitt genau senkrecht zu einer Bogenkante zu führen; die
Streifen werden dann beim Anlegen der ersten Schnittkante gegen die
Leiste _Lst_ ohne weiteres parallel und von 15 mm Breite geschnitten.
Die in den Handel gebrachten Schneidevorrichtungen mit doppeltem Messer
haben sich nicht bewährt, weil beim Schneiden in den meisten Fällen
eins der Messer versagt.
[Illustration: Fig. 4.