Wilhelm Herzberg,
Professor, Vorsteher der Abteilung für Papierprüfung an der Königlichen
Versuchsanstalt zu Charlottenburg.
=Zweite, vollständig neubearbeitete Auflage.=
Mit 65 Textfiguren und 16 Tafeln.
[Illustration]
Berlin.
+Verlag von Julius Springer.+
1902.
Alle Rechte,
insbesondere das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen,
vorbehalten.
Druck von Oscar Brandstetter, Leipzig.
Vorwort zur zweiten Auflage.
Seit dem Erscheinen der ersten Auflage der „+Papierprüfung+“ ist
an vielen Stellen für die Vervollkommnung und Ausgestaltung der
Versuchsverfahren mit Erfolg gearbeitet worden. Die Fachpresse hat über
die jeweiligen Fortschritte berichtet, in der vorliegenden zweiten
Auflage sollen sie den Fachkreisen im Zusammenhang unterbreitet werden.
Bei der Bearbeitung handelte es sich nicht um eine bloße Ergänzung der
einzelnen Abschnitte der ersten Auflage; die meisten Abschnitte mußten
vielmehr gänzlich umgearbeitet, neue hinzugefügt werden. Wenn hierbei
der eine oder der andere der im Laufe der Jahre gemachten Vorschläge
nicht berücksichtigt worden ist, so geschah es im Interesse der Sache,
denn nicht immer war das Vorgeschlagene besser als das Vorhandene.
Das Interesse für die Papierprüfung und die Erkenntnis ihrer Bedeutung
für die Industrie ist in den beteiligten Kreisen von Jahr zu Jahr
gewachsen. Unmittelbar nach dem Erscheinen der ersten Auflage des
vorliegenden Werkes wurde diese ins Englische, Französische und
Italienische übersetzt, ein Beweis, daß auch das Ausland die Bedeutung
dieses Sondergebietes der Materialprüfung anerkannte und seine
Entwicklung auf der von +Hartig+ und +Hoyer+ geschaffenen Grundlage mit
Interesse verfolgte.
Die Einrichtung verschiedener Papierprüfungsstellen im In- und Auslande
ist ein weiteres Zeugnis für das Bestreben, das auf diesem Gebiet
Geschaffene für die beteiligten Kreise nutzbringend zu gestalten.
Über den Wert der Papierprüfung hat sich der Verein Deutscher
Papierfabrikanten im Jahre 1900 in einem an das Preußische
Kultusministerium gerichteten Schreiben wie folgt geäußert:
„Die Deutsche Papier-Industrie hat seit Errichtung der Königlichen
mechanisch-technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg den
Arbeiten derselben das lebhafteste Interesse entgegengebracht.
War es ihr auch im Anfang nicht immer bequem, in der zu gleicher
Zeit geschaffenen Abteilung für Papierprüfung einen strengen
Richter über sich zu haben, so hat sie doch nie mit dem Bekenntnis
zurückgehalten, daß sie in dieser Papierprüfung einen mächtigen
Faktor für die Förderung ihrer Bedeutung, ihres Wohles und ihres
Ruhmes gegenüber dem Auslande sieht.“
Diese Anerkennung wird alle diejenigen mit Genugtuung erfüllen, die
sich um die Begründung und Entwickelung der Abteilung verdient gemacht
haben, in erster Linie die Herren Geheimer Regierungsrat +Carl Hofmann+
und Geheimer Regierungsrat Professor +A. Martens+.
Meinen Kollegen, +G. Dalén+ und Dr. +Wisbar+, spreche ich auch an
dieser Stelle meinen Dank für die Unterstützung aus, die sie mir bei
Herausgabe der neuen Auflage bereitwilligst haben zu Teil werden lassen.
+Charlottenburg+, Juli 1902.
=Der Verfasser.=
Inhalt.