Bevor Christus seinen Jüngern den Befehl erteilte, hinzugehe

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1914 erschienenen

Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.

Dies gilt insbesondere für eine Reihe von Orts- und Eigennamen in

unterschiedlichen sowie in heute unüblichen Schreibweisen, welche

nur dann harmonisiert wurden, wenn eine Variante im Text mehrmals

auftritt, die andere dagegen nicht mehr als einmal. Offensichtliche

typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Namen werden oft gesperrt gedruckt, allerdings nicht durchgehend.

Dies wurde in der vorliegenden Fassung nicht vereinheitlicht.

Die von der Normalschrift abweichenden Schriftschnitte wurden

in der vorliegenden Fassung mit den nachfolgenden Sonderzeichen

gekennzeichnet:

fett: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

Das Caret-Symbol (^) kennzeichnet einen hochgestellten

Einzelbuchstaben.

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Die Christliche Taufe.

[Illustration: Der göttliche Lehrer.]

Die

Christliche Taufe

im Lichte der hl. Schrift

und der Geschichte von der Zeit ihrer Entstehung

bis auf die Gegenwart.

Von

J. Seefried.

[Illustration]

„Ein Herr, ein Glaube,

eine Taufe“ Eph. 4, 5.

[Illustration]

Internationale Traktatgesellschaft in Hamburg

Basel Gland Budapest Watford Christiania Stockholm Helsingfors

Riga S. Petersburg Konstantinopel New York Washington ~D. C.~

College View Nashville Mountain View Port Hope Tacubaya

São Bernardo Buenos Aires Santiago Kapstadt Lucknow

Shanghai Tokio Soeul Warburton Cooranbong.

-- 1914. --

Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort.

Welche hohe Bedeutung und große Tragweite Jesus der christlichen

Taufe beilegte, geht klar aus den Worten hervor, die der erhabene

Stifter derselben zu Johannes sprach, als er von ihm getauft zu werden

wünschte und sich dieser weigerte, nämlich: „Also gebühret es uns, alle

Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Und daß dieselbe zur Seligkeit für den

einzelnen Menschen notwendig sei, sagt unser Herr und Heiland selbst:

„Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden.“ Mark. 16, 16.

Vorliegende Abhandlung entstand in den knapp zugemessenen Stunden,

welche der Verfasser nicht gerade für seine Berufspflichten verwenden

mußte. Sie hat nicht die Aufgabe, einer neuen Auffassung von der

christlichen Taufe Bahn zu brechen oder des Verfassers persönliche

Ansicht und Ideen in die Öffentlichkeit zu bringen, sondern vielmehr

zu zeigen, welche Neuerungen und Änderungen an der Taufe seit Ablauf

des apostolischen Zeitalters im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen

wurden, so daß dieselbe, wie sie in gegenwärtiger Zeit vollzogen wird,

durchaus keine Ähnlichkeit mehr mit der von Christo befohlenen und den

Aposteln ausgeübten Taufe hat, besonders was die Form anbetrifft. Durch

diese unberechtigten Eingriffe sterblicher Menschen in die vollkommenen

Verordnungen Christi ging die wahre Bedeutung der christlichen Taufe

verloren, und mit Frevlerhand wischte man den Glanz des Göttlichen

davon ab.

Die Hauptabsicht des Verfassers ging vor allem dahin, die Wahrheit,

wie sie uns in den Evangelien und den Briefen der Apostel über diesen

wichtigen Punkt gegeben ist, zum Ausdruck zu bringen. Und da ja die

hl. Schrift die einzige Autorität in Sachen der christlichen Religion

ist, hat er versucht, seine Ausführungen durch biblische Zeugnisse

zu begründen. Außerdem hielt er es für sachgemäß, häufige Zitate der

bedeutendsten Kirchenväter, Historiker und Theologen beizufügen, um der

behandelten Frage einen geschichtlichen Halt zu geben.

Während des Studiums der zahlreichen einschlägigen Werke, das der

Verfasser zum Behuf seiner Arbeit machte, konnte er wahrnehmen,

wie umfangreich dieses Thema ist. Doch war er genötigt, in seiner

Ausführung nur auf das Allerwichtigste einzugehen, um dieselbe in einer

gedrängten Form darzubieten.

Er übergibt nun dies Werk dem „Herzog unserer Seligkeit“ mit der

innigen Bitte, daß sein Segen es auf seinem Gang in die Welt begleiten

möge.

=Der Verfasser.=

Inhaltsverzeichnis.

[Illustration]

Seite

Einleitung 11

Alttestamentliche Vorbilder der Taufe 17

Die Entstehung und Einsetzung der christlichen Taufe 22

Der Zweck und die Bedeutung der Taufe 27

Die Vorbedingungen der Taufe 31

Die Art und Weise der Taufe 56

Ununterbrochene Spuren der Taufpraxis durch Untertauchung 75

Die dreimalige Untertauchung 104

Die Begießung und Besprengung 116

Eine Menge unbiblischer Gebräuche bei der Taufe 142

Die gänzliche Entkleidung bei der Taufe 156

Materien, in und mit welchen getauft wurde 159

Die stellvertretende Taufe der Lebenden für die Toten 163

Ist außer dem Glauben auch noch die Taufe zur Seligkeit

notwendig? 170

Macht die Geistestaufe die Wassertaufe überflüssig? 173

Die Kindertaufe 176

Haben die Apostel Säuglinge getauft? 178

Beschneidung und Taufe 192

Das Dogma vom vorhandenen Glauben und dem hl. Geist in den

Kindern und der Wiedergeburt durch die Taufe 196

Die Entstehung und Geschichte der Kindertaufe 208

Die Konfirmation 227

Verzeichnis der Illustrationen.

[Illustration]

Seite

Der göttliche Lehrer Titelbild

Vorbild und Wesen 19

Gehet hin in alle Welt! 23

Johannes, der Bußprediger und Täufer 33

Die Pfingstpredigt 37

Christus und Nikodemus 41

Paulus und Silas im Hause des Kerkermeisters 45

Johannes tauft Jesum im Jordan 61

Philippus tauft den Kämmerer 67

Inneres des Baptisteriums von San Giovanni im Lateran 79

Ruine einer Taufkapelle zu Salona 83

Ein Taufbecken aus neuerer Zeit 87

Der Ottobrunnen in Pyritz 91

Ein Taufbassin aus dem Anfang des 17. Jahrh. in Rynsburg

bei Leyden 97

Eine Taufszene in Afrika 101

Der Teich Bethesda 119

Ein römisches Privathaus mit einem Badebassin im Hof 127

Israels Durchgang durchs Rote Meer 131

Die Krankenbegießung 137

Die stellvertretende Taufe der Lebenden für die Toten 167

Jesus segnet die Kinder 181

Einleitung.

Der Gründer der wahren christlichen Religion und ihr Eckstein ist

Christus. Er, der die „Wahrheit“ selber ist (Joh. 14, 6), war der

Schöpfer all der dazu nötigen Einrichtungen. Als der von Gott gesandte

Lehrer (Joh. 3, 2) war er der unfehlbare Stifter der göttlichen Lehr-

und Glaubenssätze. Er war der Verordner alles dessen, was der Mensch

zu glauben und zu befolgen hat, um ein Kind Gottes zu sein und selig

zu werden. Und damit der Mensch in dieser Hinsicht nicht im Dunkeln

und in banger Ungewißheit gelassen werden sollte, ließ es der allweise

Gott durch Männer, die er durch seinen Geist erleuchtete, in das Buch

der Bücher aufzeichnen, damit die Bibel für all die Jahrtausende

den nachfolgenden Geschlechtern als Richtschnur und Grundlage ihres

Glaubens dienen sollte. Eine Lehre oder ein Glaube, der auf einer

anderen Basis aufgebaut wird, ist irdisch und menschlich und ist mit

Recht zu verwerfen. Christus selbst benutzte dieses göttliche Buch,

als er hier auf Erden wandelte, um all die spitzfindigen Fragen, die

von seiten der Pharisäer und Schriftgelehrten an ihn gestellt wurden,

zu beantworten. Daraus zeigte er den suchenden Seelen den Weg des

Lebens. Mit diesem Wort, dem Schwert des Geistes, kämpfte er gegen den

größten Erzfeind aller Wahrheit -- Satanas -- und behielt den Sieg.

Matth. 4, 1-11. Für all seine Lehren berief er sich immer wieder auf

das A. Testament. Er war sich voll und ganz bewußt, daß es sich hier

um heilige Güter handle, die den Menschen verloren gegangen waren,

und daß es seine Aufgabe sei, sie ihnen wiederzubringen und weiter zu

entfalten. Er kam, um ihnen eine tiefere Erkenntnis und ein besseres

Verständnis von dem zu geben, „+was Gott geredet+ durch seine

Knechte, die Propheten“. So hören wir ihn immer wieder mit der tiefsten

Ehrfurcht und mit heiligem Ernst sagen: „Also hat Mose geredet“; „so

stehet es geschrieben im Gesetz, in den Propheten und in den Psalmen“;

„also sagt Joel“; „so weissagt der Prophet Jesaja, ein Jeremia und

ein Daniel“; „also spricht David durch den Geist“ und schließlich:

„wer an mich glaubt, +wie die Schrift sagt+, von des Leibe werden

Ströme des lebendigen Wassers fließen“. Bei Jesus galt keine Ansicht

und Meinung der Menschen; ihm war nur heilig, wahr und echt, „was Gott

geredet hat“. Sein tägliches, inbrünstiges Gebet zu seinem himmlischen

Vater für seine Nachfolger war: „Heilige sie in deiner Wahrheit; dein

Wort ist die Wahrheit.“ Joh. 17, 17.

Nachdem Christus sein Werk auf Erden vollbracht hatte, übertrug er das

Lehramt, die Verkündigung des Evangeliums, seinen zwölf Jüngern.[1] Sie

waren ja diejenigen, die den Herrn seit der Taufe überall begleiteten

und seine eigenen Worte vernommen hatten. Christus war ihr Lehrer,

der sie unterrichtete und ausbildete, um seine Boten zu sein. Sie

waren die Träger und die +reinsten Quellen der Christuslehre+.

Ihr Predigt- und Lehrbuch waren die Bücher des A. Testaments. Es war

in jenen Tagen in der christlichen Urgemeinde ein Glaube, der sich

auf Gottes Wort gründete und der die Kraft hatte, die Bekenner aufs

innigste zu verbinden. Ein Arm der rettenden Erbarmung umschlang sie.

An einem Busen ruhten sie alle. Eine Straße pilgerten sie; einer Heimat

eilten sie rastlos zu, um ewig bei dem Herrn zu sein. In einem Buche

forschten und suchten sie täglich, um mit Gott und seinem Heilsplan,

mit der Lehre Jesu, besser bekannt zu werden, um darnach zu tun

und selig zu werden. Sie versammelten sich oft, aber nicht, um über

Geheimnisse zu brüten, die keiner zu ergründen vermag, weil der Herr

sie verborgen hält, sondern sie redeten von himmlischen Dingen, die

für ihr Seelenheil einen praktischen Wert hatten. Man betete, aber

keine erlernten Gebetsformen, -- hier sprach die Inbrunst des Herzens.

Da wurde keine Kritik am Worte Gottes geübt; da war kein Zank über

Glaubenssachen, keine Mutmaßung, keine spitzfindige Untersuchung.

Für sie war die Bibel ein göttliches Buch, ewig und vollkommen, wie

Gott selber ist, sie allein war die Richtschnur und Grundlage ihres

Glaubens. Die Apostel beteten zu Gott für die Gemeindeglieder, daß er

sie in diesem Glauben erhalten möge; die Gläubigen beteten wiederum für

die Apostel, daß er seinen Knechten Freudigkeit gebe, zu reden sein

Wort. Apg. 4, 29. -- Dies ist der Geist, der die erste Christengemeinde

beseelte.

Die erste Wendung in der Einheit der Gläubigen kam, als die Menge der

Bekehrten immer mehr wuchs. Da nicht nur Juden sondern auch Heiden in

die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wurden, entstand zunächst

die Frage, ob auch die Heiden sich nach dem mosaischen Gesetze

beschneiden lassen müßten, um als wirkliche Bekenner Christi angesehen

zu werden. Diese Frage wurde auf dem Apostelkonzil zu Jerusalem ums

Jahr 52 dahin entschieden, daß die Beschneidung bekehrter Heiden

nicht nötig sei, um zum Leibe Christi zu gehören. Apg. 15. Als aber

das Evangelium zu Völkern mit ganz verschiedener Erkenntnis, andern

Neigungen und Sitten drang und allenthalben christliche Gemeinden

entstanden, da mußten die Apostel doppelte Sorgfalt darauf verwenden,

daß die Reinheit des Christenglaubens, die Gebräuche beim Gottesdienst,

die Begriffe und Vorstellungen der Person Jesu, vom Abendmahl und

von der Taufe keine Abweichungen erlitten. Paulus, sowie auch die

übrigen Apostel haben mit aller Kraft ihres ethischen Geistes auch

dafür gekämpft. Wohl regte sich trotz aller Wachsamkeit treuer Hirten

schon „das Geheimnis der Bosheit“ in den Tagen des Apostels Paulus.

2. Thess. 2, 7. Ein Hymenäus und Alexander stellten schon damals

falsche Lehrbegriffe mit solchem Erfolg auf, daß sie „wie der Krebs“

um sich fraßen. 1. Tim. 1, 3-7. 19. 20; 2. Tim. 2, 16-18. Aber diese

Keime späteren Abfalls wurden in ihrer Entfaltung noch durch das

kräftige Auftreten erleuchteter Apostel niedergehalten. Die christliche

Urgemeinde stieß solche störende Elemente noch ab, schloß ihre

offenbaren Anhänger noch aus ihrer Mitte; sie konnte „die Bösen“ damals

noch nicht tragen. Offb. 2, 2; 2. Joh. 9. 10. Die Lehre blieb deshalb

während der apostolischen Zeit innerhalb der christlichen Urgemeinde

eine biblische, reine und einheitliche.

Aber wie anders ist nach diesem bald alles geworden! Im Geiste schaute

schon der Apostel Paulus die Zeit, wo Spaltungen, verderbliche

Irrlehren die Gemeinde Gottes durchseuchen würden. Deshalb mahnte er

bei seinem Abschied zu Milet: „Denn das weiß ich, daß nach meinem

Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die der Herde nicht

verschonen werden. Aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da

verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen.“ Apg. 20, 29. 30.

Schon am Ende des 2. Jahrh., in den Tagen Tertullians, fing die

sogenannte Überlieferung an, eine Rolle zu spielen, Neuerungen

entstanden, neue Namen und Lehrgebräuche tauchten auf. Demgemäß

berichtet auch Redenbacher: „Es taten sich auch im 2. und 3. Jahrh.

mancherlei Irrtümer auf; es kamen die Gnostiker auf, welche mit dem

schlichten Christenglauben nicht zufrieden waren, sondern noch eine

viel höhere und tiefere Erkenntnis haben wollten.“[2] Die darauf

folgende Erhebung der Großkirche und Anerkennung von seiten der

Staatsmacht brachte eine Flut von Verderbnis. Das Heidentum hielt

seinen siegreichen Einzug in die Großkirche, und Götzendienst

und Aberglaube traten an die Stelle der Einfalt und Einheit des

Urchristentums. -- Da war fürwahr die verabscheuungswürdige Zeit

gekommen, die Paulus schon ankündigte: die Zeit, da sie die heilsame

Lehre nicht mehr leiden wollten, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten

eine Lehre schufen, nach der ihnen die Ohren juckten und sich von der

biblischen Wahrheit zu menschlichen Fabeln kehrten. 2. Tim. 1, 3. 4.

Mit Schauder liest man die Geschichte späterer Jahrhunderte, die Taten

der herrschenden Ungerechtigkeit, der blutigen Grausamkeit, wo man das

Schwert des Christen gegen Christen führte, der verschwenderischen

Prunksucht, der ekelhaften Wollust, welche von den Häuptern einer

gefallenen Großkirche ohne Scham und Scheu vollzogen wurden. Kaiser,

Könige, Fürsten und viele ehrwürdige weise Glieder der Kirche eiferten

dagegen, um diesem Unwesen und dieser Gottlosigkeit Schranken zu

setzen, aber -- vergebens! Mancher fromme Diener des Herrn, welcher

aus Gottes Wort die Erkenntnis des Besseren erworben hatte, wurde für

seine Kühnheit, mit der er die Laster der Priester oder den Mißbrauch

der Kirche strafte, in den Kerker geworfen, des Christennamens unwürdig

erklärt und aus dem Schoß der Kirche gestoßen. Man hat solche, weil

sie die biblische Wahrheit und die Tugend predigten, für Ketzer

erklärt und des Todes würdig gefunden. So wurde z. B. auf der Synode

zu Toulouse im Jahre 1299, Kanon 14, beschlossen: „Die Laien dürfen

die Bücher des A. und N. Testamentes nicht besitzen.“[3] Man nahm dem

Volke die Bibel -- die Grundlage des Christentums -- und gab ihm dafür

erdichtete Überlieferung und menschliche Satzungen. Päpste, Kardinäle,

Bischöfe und Priester gaben sich alle erdenkliche Mühe, um „in den

Gläubigen einen +heilsamen Schauder vor solch giftigem Lesen der

Bibel+ zu erwecken“.[4] „Hier und dort drangen die Inquisitoren

unversehens in die Häuser ein; alle irgend Verdächtigen wurden

ergriffen, in scheußliche Kerker geworfen, durch die schauderhaftesten

Torturen zum Geständnis der Ketzerei gezwungen und dann zum Gerichte

des Feuertodes verurteilt.“ „Zahllos loderten die Scheiterhaufen, und

die Exekution ging immer mit großer Feierlichkeit im Beisein hoher

Herren und ungeheurer Volksmassen vor sich. Der Widerrufenden wartete

lebenslängliche Haft.“[5]

Das waren die Mittel, die man anwandte, um all den Irrlehren, den

Neuerungen und den unbiblischen Lehr- und Glaubenssätzen -- zu denen

auch die falsche Lehre betreffs der Taufe zu rechnen ist -- ihre

Geltung in der Kirche zu verschaffen.

Der Kampf zwischen Wahrheit und Irrtum besteht ja, seit die Sünde

in der Welt ist, und er wird von Tag zu Tag größer. In unserer

gegenwärtigen Zeit genügt es nicht, nur die Wahrheit zu lehren, nein,

man muß auch den Irrtum zeigen und bekämpfen, besonders da, wo er im

Gewande der Wahrheit einherschleicht. Zeigen muß man die Entstellung

der Wahrheit und den Ursprung solcher Entstellung nachweisen. Das

soll nun die Aufgabe der nachfolgenden Darstellung mit Bezug auf die

christliche Taufe sein.

Möge uns der Herr bei der näheren Betrachtung dieser Frage mit

seiner göttlichen Weisheit zur Seite stehen und uns seinen hl. Geist

verleihen, der uns in „+alle+ Wahrheit leite“.

Alttestamentliche Vorbilder der Taufe.

Bevor die Taufe in der Christenheit als neutestamentliche Verordnung

zur Anwendung kam, wurde dieselbe schon im A. Testament

durch mancherlei Waschungen vorgebildet.

So z. B. mußte sich der Aussätzige in reinem Wasser baden. „Der

Gereinigte aber soll“, so lautete des Herrn Befehl, „seine Kleider

waschen.... und sich +mit Wasser baden+, so ist er rein.“[6]

Auch bei sonstigen Verunreinigungen, wie sie uns in 3. Mose 15; 17,

15. 16; 22, 6 und 4. Mose 19, 19 beschrieben werden, war Waschung

und Baden vorgeschrieben. Am besten wird uns aber die Taufe durch

die Priesterweihe vorgebildet und veranschaulicht. Gott gebot Mose:

„Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts

führen und +mit Wasser waschen+.“[7] So wie wir als Priester

des N. Bundes (1. Petri 2, 5. 9) durch die Taufe in die Gemeinde des

Herrn aufgenommen werden (1. Kor. 12, 13; Gal. 3, 28), so mußte der

Einzuweihende, ehe er in das Heiligtum zugelassen werden durfte,

vor der Tür der Stiftshütte erscheinen, wo dann die Waschung an ihm

vollzogen wurde. Nach der Waschung wurden die Priester mit Öl gesalbt.

Auch diese Handlung war eine vorbildliche, und sie bezeichnet so

recht die Erteilung des hl. Geistes nach der Taufe im N. Testament.[8]

Und wie im N. Bunde nur gläubige und getaufte Glieder am Abendmahl

teilnehmen dürfen, so konnte der Priester des A. Bundes erst dann

sich dem Tische der Schaubrote nahen und davon genießen, wenn er der

Verordnung der Waschung nachgekommen war. Der Gewaschene oder dem Herrn

Geweihte sollte von nun ab ein anderer, ein höherer Mensch sein. Er

mußte neue Kleider anlegen (2. Mose 40, 13; 3. Mose 8, 7) zum Zeichen,

daß er auch seiner Denkart nach ein +neuer Mensch+ geworden sei.

Um den neutestamentlichen Ausdruck zu gebrauchen, mußte er von nun an

„in einem neuen Leben wandeln“.[9] Er mußte sich mit all seinen Gaben

dem Dienste des Herrn weihen. Das Weltliche und Irdische, der Reiz und

Tand dieser Welt durfte in seinem Herzen keinen Raum finden, er sollte

vielmehr für diese Dinge tot und empfindungslos sein. Sein Dichten und

Trachten mußte höher und idealer, nämlich auf das gerichtet sein, „was

droben ist, da Christus ist, nicht nach dem, das auf Erden ist“.[10]

Diese verschiedenen Waschungen nennt Paulus in Ebr. 9, 10 „mancherlei

Taufen, die bis auf die Zeit einer besseren Verfassung“ bestanden,[11]

d. h. bis Christus kommen und an Stelle der Schatten und Vorbilder das

Wesen, das Wahrhaftige, setzen würde. Durch das Ritualgesetz konnte

nur eine fleischliche, äußerliche und sinnbildliche Reinigung und

Heiligkeit bewirkt werden. Das Sinnbildliche war notwendig, um den

Menschen an daß Wahrhaftige zu erinnern, an sich konnte es das nicht

wirklich mitteilen, denn es war ja nur ein Schatten, ein schwacher

Schimmer und Abglanz der vollkommenen Offenbarung des Wesens und

der wirklichen Dinge.[12] Daher heißt es in Ebr. 10, 9: „Da sprach er

[Jesus]: „Siehe, ich komme, zu tun, Gott, deinen Willen.“ Da hebet er

das erste [den Schatten, die Vorbilder] auf, daß er das andre [das

Wesen und das Wahrhaftige] einsetze.“

[Illustration: Vorbild und Wesen.]

Die Arche in der Flut und Israels Durchgang durchs Rote Meer als

Vorbilder der Taufe.

Petrus kommt in 1. Petri 3, 20. 21 auf die Sintflut zu sprechen und

bezeichnet die Arche in der Flut als ein Vorbild der Taufe. Die

Langmut Gottes wartete hundertundzwanzig Jahre, während Noah die Arche

baute, „in welche eingehend wenige, das ist acht Seelen durch Wasser

hindurchgerettet wurden“. Durch die Arche wurden Noah und die Seinen

sicher durch das Wasser hindurchgetragen. Sie war somit das Mittel,

wodurch Noah gerettet wurde, „welches Gegenbild auch euch jetzt

errettet, das ist die Taufe“.[13]

Ein weiteres Vorbild der neutestamentlichen Taufe wird uns in dem

Durchgang Israels durchs Rote Meer gegeben. Paulus schreibt: „Ich

will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind

alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und

sind alle auf Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer.“[14] Mose

streckte auf Gottes Geheiß seinen Stab aus, und das Wasser türmte sich

zur Rechten und zur Linken wie eine Mauer auf und bildete somit ein

tiefes Grab; über ihnen die Wolke als Decke.[15] Auf diese Weise waren

die Israeliten im Meer und in der Wolke gänzlich begraben, welches ja

den vollen Sinn von Taufen, d. h. Untertauchen gibt.

Die Entstehung und Einsetzung der christlichen Taufe.

Unter den alltäglichen Übungen des Lebens verlieren manche ehrwürdigen

Stiftungen und religiösen Gebräuche nicht selten ihre hohe und

heilige Bedeutung. Die Gewohnheit wischt sehr oft den Glanz des

Göttlichen von ihnen ab und macht das Heilige gemein. Ja, man ist

in unserer Zeit sogar sehr geneigt, mit leichtsinnigem Scherz die

göttlichen Verordnungen zu entweihen und alle feierlichen Handlungen,

die auf Christum hinweisen, entbehrlich zu finden. Verleitet durch

einen falsch verstandenen Begriff von „Aufklärung“ oder durch den

abergläubischen Mißbrauch der Masse, die zuletzt unter Religiosität

nur noch gewissenhafte Übungen äußerlicher Gebräuche versteht, zum

Unwillen gereizt, glaubt sich mancher berechtigt, auf alle göttlichen

An- und Verordnungen mit Geringschätzung herabblicken zu können und

dieselben zu einem „menschlichen Machwerk“ zu stempeln. Es ist deshalb

gut, daß wir aus einst ehrwürdigen, nun aber gleichgültig gewordenen

Verordnungen der Kirche Christi köstliche Erinnerungen erwecken, damit

wir nicht daß Himmlische gefühllos und kalt zu einer gemeinen oder wohl

gar lästigen bürgerlichen Verpflichtung hinabsinken lassen, sondern uns

die religiösen Handlungen mehr als eine tote und leere Zeremonie sind.

[Illustration: Gehet hin in alle Welt!]

Daher ist es vor allem nötig, uns darüber klar zu werden, woher

die christliche Taufe stammt, ob Gott oder sterbliche Menschen sie

einsetzten. Um dies festzustellen, müssen wir zur Bibel greifen, in

der uns der allweise Gott durch ihm geweihte Männer diese wichtigen

Verordnungen als ewige Denkmäler aufzeichnen ließ. In ihr finden

wir den gewissen Grund wahrer Lehre, und nach den in ihr von Gott

niedergelegten Bestimmungen müssen wir ihm dienen und ihn verehren.[16]

Sie allein ist unser Leitstern, der uns durch den Wirrwarr menschlicher

Überlieferungen hindurchhilft.

Bevor Christus seinen Jüngern den Befehl erteilte, hinzugehen, um aller

Welt das Evangelium zu predigen und die an ihn gläubig gewordenen

Seelen zu taufen, war die Taufe bereits in Anwendung gebracht worden.

Sie war von Gott Johannes, dem Vorläufer Christi, als ein Teil des

großen Werkes, zu welchem er vom Herrn berufen war, anbefohlen. Wenn

dieser von Gott sprach, so bezeichnete er ihn als den, der ihn sandte

zu predigen Buße und „zu taufen im Wasser“.[17] Auch Christus hatte

nach Antritt seines Lehramtes seine kleine Jüngerschar angeleitet,

diejenigen, die seinen Predigten lauschten, ihre Sünden bekannten und

ihn im Glauben annahmen, zu taufen.[18] Aber die bestimmte Einsetzung

der christlichen Taufe geschah von seiten Christi, und zwar +nach

seiner Auferstehung+ von den Toten. Kurz vor seiner Himmelfahrt

versammelte er seine Jünger, die Pfeiler der neutestamentlichen

Gemeinde, und gab ihnen den feierlichen Auftrag: „Gehet hin in alle

Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und

getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird

verdammt werden.“[19] Noch genauer gibt uns Matthäus das Wort: „Gehet

hin,“ heißt es da, „und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen

des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes, und lehret sie halten

alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle

Tage bis an der Welt Ende.“[20]

Von dieser Zeit an blieb die Taufe eine der wichtigsten Handlungen der

Christenheit. Ganze Scharen traten in die Ströme, um von geweihten

Händen die Christenweihe zu erhalten.[21] Sogar Könige stiegen von

ihren Thronen, um die Taufe, das äußere Zeichen des Bundes, zu

empfangen. Jesu Geist beseelte Völker und Fürsten, und der Glaube an

ihn, an sein herrliches Evangelium und an seine Lehren verbreitete sich

wie ein Lauffeuer über die entferntesten Länder des Erdballs.

Der Zweck und die Bedeutung der Taufe.

Nach den Schreibern des N. Testaments erfüllt die Taufe einen ganz

bestimmten Zweck, und klar reden sie bei verschiedenen Anlässen von

der hohen Bedeutung derselben. Doch verwandelte man sie später durch

die Vorstellung von der Natur und der Wirksamkeit der Taufe in ein

abergläubisches Zaubermittel. So ist nach +Cyrill von Jerusalem+

(gest. 386) die Taufe „das Lösegeld der Gefangenen, der Ablaß der

Missetaten, der Tod der Sünde, die Wiedergeburt der Seelen, das

glänzende Kleid, das heilige, unverbrüchliche Siegel, der Wagen zum

Himmel, die Freude des Paradieses, die Erwerbung des Reiches, die Gabe

der Kindschaft“.[22] +Basilius der Große+ (gest. 379) bedient

sich derselben Bilder und Ausdrücke.[23] Und +Gregor von Nazianz+

(gest. 390) nennt die Taufe eine „Erleuchtung, eine Flut, wodurch die

Sünde vertilgt wird, eine Teilnahme am Lichte, eine Verscheuchung

der Finsternis, eine Vollendung des Verstandes, einen Schlüssel zum

Himmel“.[24] Diese geschmückte und übertriebene Schilderung von den

Vorzügen und Wirkungen der Taufe zeigt, daß dieselbe als einzige

Grundbedingung zur Seligkeit gemacht wurde. Sie wurde als „Sakrament“

im höchsten Grade überschätzt, welches, wie wir noch sehen werden, der

Bibel völlig fremd ist.

Andere kirchliche Parteien wiederum legten der Taufe gar keinen Wert

bei, hielten dieselbe als eine nur äußere Form, und es wäre ganz

gleichgültig, in welcher Weise sie vollzogen und ob sie überhaupt

befolgt werde oder nicht. Sie betrachten diese Einrichtung als ein

lästiges Joch und behalten sich das Recht vor, dieselbe nach Gutdünken

zu ändern. Sie brauchen ein System, das ihnen die Auserwählung,

Begnadigung und Seligkeit leicht und bequem gewährt; haben sie diese,

so machen ihnen biblische Forderungen keine Sorgen. Wir sehen somit,

daß der Taufe in beiden Lagern ein Platz angewiesen wurde, den sie

weder von Jesu noch den Aposteln erhielt. Es ist deshalb von großer

Wichtigkeit, den Zweck ihrer Stiftung sowie ihre Bedeutung im Lichte

der hl. Schrift zu betrachten.

Durch die Taufe bezweckt Gott zunächst, sich mit seinem Volk eng zu

verbinden. Sie bedeutet „nicht das Abtun des Unflats am Fleisch“,

sondern wir schließen durch sie den „Bund eines guten Gewissens mit

Gott“.[25] Wir haben in der Taufe „Christum angezogen“ und sind durch

diesen Akt erbberechtigt. „Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja

Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“[26] Wir erklären durch

sie öffentlich, daß wir von nun an Christo nachfolgen, ihm allein

gehorchen und ein Christo ähnliches Leben führen wollen. Durch die

Taufe werden wir auch in die Gemeinde aufgenommen. Sie bezweckt somit

auch die Vereinigung der Gläubigen und ihr harmonisches Zusammenwirken.

Die Getauften gehören nun dem Leibe Christi an, sie sind Brüder

geworden, alle Unterschiede des Lebens haben für sie aufgehört. „Denn

wir sind durch einen Geist alle +zu einem Leibe+ getauft, wir

seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle +zu

einem Geist+ getränket.“[27]

Die hohe Bedeutung der Taufe wird uns durch Paulus in Röm. 6, 3-5

klar veranschaulicht, indem er schreibt: „Wisset ihr nicht, daß alle,

die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß,

gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit

des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir

aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch

seiner Auferstehung gleich sein.“ Und in Kol. 2, 12 lesen wir: „Indem

daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe; in welchem ihr auch seid

auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferweckt

hat von den Toten.“ Die Taufe bedeutet nach dieser Darstellung das

+Begräbnis+ und die +Auferstehung+ Christi. In der rechten

Taufhandlung sieht jedermann in dem Begraben des Täuflings unter

dem Wasser das Begräbnis Christi, und in dessen Emporheben aus dem

Wassergrab die Auferstehung Christi. Wir geben uns in der Taufe Christo

hin, wobei die Wirkung seines Todes und seiner Auferstehung auf uns

übergeht, wie dies in dieser Handlung ja so sinnreich ausgedrückt ist.

Für uns bedeutet sie ein Ablegen des alten Lebens, das Kreuzigen oder

Sterben des alten Menschen und das Nehmen des Lebens des Heilandes, in

welchem wir auferstehen, um hinfort in einem neuen Leben zu wandeln.

Erfahrungsgemäß konnte deshalb Paulus sagen: „Ich bin mit Christo

gekreuziget. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebet

in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben

des Sohns Gottes, der mich geliebet hat und sich selbst für mich

dargegeben.“[28] Und ermahnend schreibt der Apostel an die Kolosser:

„Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da

Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das

droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben,

und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott.“[29] „Darum, ist

jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen,

siehe, es ist alles neu worden.“[30]

Leider hat man diese Handlung durch die spätere Einführung der

Besprengung ihrer Bedeutung völlig beraubt und auf diese Weise das

göttliche Andenken an die Auferstehung Christi vernichtet.

[Illustration]

Die Vorbedingungen der Taufe.

Sahen wir im vorhergehenden, von wem und zu welcher Zeit die

christliche Taufe eingesetzt wurde, so wollen wir in diesem Abschnitt

zeigen, welches die Vorbedingungen waren, die man an solche Personen

stellte, die da wünschten, getauft zu werden.

Zur Zeit Christi und der Apostel.

Hierbei wird es am besten sein, wenn wir alle Stellen des N.

Testaments, die uns von einer Taufe berichten, einer genauen

Untersuchung unterziehen. Die erste dieser Stellen wäre in Matth. 3, wo

uns eine genaue Beschreibung von der Taufe des Johannes gegeben wird.

Da lesen wir: „Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in

der Wüste des jüdischen Landes und sprach: Tut Buße, das Himmelreich

ist nahe herbeikommen! Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und

das ganze jüdische Land und alle Länder an dem Jordan und ließen sich

taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.“[31] Johannes war

ein Bote des Herrn, der dem Lamm Gottes den Weg bereiten sollte.[32]

Er hatte die Aufgabe zu predigen und zu taufen.[33] Es ist aber

beachtenswert, daß er von seinen Taufbewerbern +vor ihrer Taufe+

etwas ganz Bestimmtes verlangte, nämlich „Buße“ (Sinnesänderung).

„Johannes sagte dem Volk,“ so berichtet uns Paulus, „daß sie sollten

+glauben+ an den, der nach ihm komme, das ist an Jesum, daß der

Christus sei.“[34] Also Glaube an Christum und sein Evangelium sowie

„rechtschaffene Frucht der Buße“ (Matth. 3, 8), d. h. lebendige,

untrügliche Beweise wirklicher Sinnesänderung mußten der Taufe stets

vorangehen. Johannes wies die Pharisäer und Sadduzäer von sich und

taufte sie nicht, weil sie „Gottes Rat verachteten“ und diesen

göttlichen Anforderungen nicht nachkamen.[35] Johannes taufte also

niemand (ausgenommen Christum) als nur reuige und bußfertige Sünder.

Demgemäß bemerkt ~Dr.~ +Erskine+: „Die Taufe Johannes wurde

die +Taufe der Buße+ und die Taufe zur Buße genannt, weil er

von allen, die er zur Taufe ließ, ein Bekenntnis der Buße verlangte

und sie zu einem Leben ermahnte, welches die Wahrheit ihrer Buße

beurkundete.“[36]

Ferner bemerkt +Scott+ zu dieser Stelle: „Erwachsene Juden,

welche Buße und Neigung bekannten, Untertanen des Reiches des Messias

werden zu wollen, waren, soweit wir urteilen können, allein die

Personen, welche Johannes zur Taufe zuließ.“[37] Und +Origenes+,

der alexandrinische Kirchenlehrer in der ersten Hälfte des 3. Jahrh.,

sagt: „Es ist sehr nötig zu bemerken, daß sowohl Matthäus als Markus

sagen, das ganze jüdische Land und die von Jerusalem „+bekannten ihre

Sünden+“ und wurden darauf getauft. Matthäus aber erwähnt noch der

Pharisäer und Sadduzäer, die zu seiner Taufe kamen, aber nicht ihre

Sünden bekannten und deshalb von Johannes Schlangen und Otterngezüchte

genannt wurden.“

[Illustration: Johannes, der Bußprediger und Täufer.]

In demselben Kapitel, Matth. 3, 13-17, wird uns von der Taufe Jesu

erzählt, wie er aus Galiläa an den Jordan zu Johannes kam und sich

von ihm taufen ließ. Hier war kein Unterricht, keine Belehrung und

Predigt notwendig und keine Buße erforderlich. Hier hatte es

Johannes mit keinem Sünder zu tun, es war der Herr der Herrlichkeit,

das heilige, unschuldige und unbefleckte Gotteslamm selber. Als der

Stifter der heiligen Taufe stieg er selbst in den Strom und ließ sich

in seine Fluten senken, um allen seinen Nachfolgern ein Beispiel des

Gehorsams zu geben. Als das Haupt seines Leibes und Vorbild seines

Volkes rief er allen zu: „Also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu

erfüllen“ (Matth. 3, 15); ja, es gebühret uns allen ohne Ausnahme, in

Gottes Geboten und Ordnungen zu wandeln.

Bei seiner Taufe, mit himmlischer Kraft und dem Geiste Gottes erfüllt,

trat Jesus das große, vom Vater ihm aufgetragene Werk an. Er kam,

um das Verlorene zu suchen und selig zu machen.[38] Er kam, um der

gottentfremdeten Menschheit den Willen des Vaters zu offenbaren und

ihnen zu sagen, was sie zu tun hätten, um gerettet und Kinder des

Allerhöchsten zu werden.[39] Er fing an, das Evangelium vom Reich

zu predigen und sprach: „Tut +Buße+ und +glaubt+ an das

Evangelium.“[40] Wer nicht „+von neuem geboren+“ wird, der

kann das Reich Gottes nicht sehen.[41] Welches Herz sich nun dieser

Botschaft öffnete, Buße tat, seine Sünden bekannte und Jesum im Glauben

aufnahm, wurde von den Jüngern des Heilands getauft.[42] Das beweist,

daß auch Jesus „Glaube“ und „Buße“ +vor+ der Taufe forderte.

Die nächste Stelle wäre die in Matth. 28, 19. 20. Sie berichtet uns,

wie Jesus seine Apostel vor der Himmelfahrt auf einem Berge Galiläas

versammelte und ihnen den wichtigen Befehl gab, zu predigen und zu

taufen. Aber der unfehlbare Gesetzgeber vergaß bei dieser Gelegenheit

nicht, seinen Jüngern auch zugleich die Personen zu bezeichnen, an

denen sie die heilige Verordnung vollziehen sollten. „Gehet hin,“ rief

er in der Stunde seiner Verherrlichung den Aposteln zu, „gehet hin und

lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes

und des hl. Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen

habe.“ „Wer da +glaubet+ und +getauft+ wird, der wird selig werden; wer

aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.“[43] Die Worte unseres

Meisters sind so einfach und klar, daß sie nicht mißverstanden werden

können. Den Menschen muß also nach Jesu Anordnung zuerst das Evangelium

gepredigt werden, sie müssen zuvor belehrt werden, unter welchen

Bedingungen sie Jünger Jesu werden können.[44] Wenn sie dann aufrichtig

glauben, so sollen sie als Siegel die Taufe empfangen. „Das Evangelium

hören, hilft nicht,“ sagt +Goßner+, „wenn zum Hören nicht der Glaube

hinzukommt, wenn das Gehörte nicht im Glauben mit Zuversicht aufgefaßt

und durch den Gehorsam des Glaubens angeeignet wird. Wer es aber so

auffaßt und annimmt, als wäre es vom Himmel gefallen, -- wer es so tief

in sein Herz fallen läßt und festhält als den größten Schatz, für den

er alles hingibt, -- der soll getauft werden.“[45]

Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, berichtet uns von der

Ausbreitung des ewigen Evangeliums nach der Himmelfahrt des Heilandes

und der Gründung von christlichen Gemeinden unter Juden und Heiden.

Er erzählt uns von vielen Taufhandlungen, welche die Apostel und

andere Diener des Herrn im Auftrage ihres Meisters ausführten.[46] Er

begleitete Paulus von Troas aus auf seiner zweiten Missionsreise, wo

er Augenzeuge von Taufen an Neubekehrten sein durfte.[47] Der Gedanke,

der ihn bei der Abfassung dieses Geschichtswerkes beseelte, war, der

Nachwelt einen „gewissen Grund“ (Bericht) von dem Anfang und der

Ausbreitung des Christentums zu geben.[48]

[Illustration: Die Pfingstpredigt.]

Sehr auffallend ist es aber, mit welcher besonderen Genauigkeit er

die Anforderung der Apostel, welche dieselben an ihre Taufkandidaten

stellten, schildert. Das erste Beispiel davon finden wir in Apg. 2. Am

Tage der Pfingsten, als die zwölf Apostel nach des Herrn Verheißung

(Apg. 1, 8) die „Kraft des hl. Geistes“ empfingen, trat Petrus als

der erste unter den Aposteln und der, welchen Christus selbst mit der

Gründung seiner Gemeinde beauftragt hatte (Matth. 16, 18. 19; Joh.

21, 15-17), auf und predigte „Jesum von Nazareth, den Mann von Gott“,

der sich durch viel Taten und Wunder unter Israel erwies. Er zeigte

ihnen, wie die Propheten von ihm weissagten, daß er kommen und sterben

sollte, und wie Gott ihn am dritten Tage von den Toten auferweckt habe

und er schließlich zur Rechten Gottes erhöhet sei. Petrus schloß dann

seine kraftvolle Rede mit den Worten: „So wisse nun das ganze Haus

Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem

Herrn und Christ gemacht hat.“[49] Von dieser furchtbaren Schuld und

Sünde überführt, daß sie als das hochbegnadigte und auserwählte Volk,

ihren ihnen von Gott gesandten König verworfen und gekreuzigt hatten,

entrang sich ihren Herzen die Frage: „Ihr Männer, lieben Brüder, was

sollen wir tun?“ Petrus antwortete ihnen: „+Tut Buße+, und lasse

sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der

Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des hl. Geistes.“ Apg. 2, 38.

Alle nun, die dieser Aufforderung des Apostels nachkamen, d. h. die

Buße taten und das Wort gerne annahmen, wurden getauft und der Gemeinde

hinzugetan.[50]

Stadtpfarrer +Bossert+ bemerkt noch zu dieser Stelle (Apg. 2, 38):

„Petrus forderte: Tut Buße und lasset euch taufen auf den Namen des

Herrn Jesu Christi, in demselben Sinne, wie die Apostel sonst Buße und

Glauben als die Heilsbedingungen hinstellten. Die Taufe erscheint hier

als der Akt, mit welchem der Glaube in die Erscheinung tritt, nicht

aber als eine Zeremonie, welche den Glauben überflüssig macht oder den

Glauben ersetzen könnte, wo er fehlt. Aus diesen Bedingungen, welche

die Apostel stellten, ergibt sich, daß sie die Taufe zunächst nur an

Erwachsenen vornahmen, an die Kindertaufe noch gar nicht dachten, und

daß unter den Kindern der Zuhörer, für welche die Verheißung nach Apg.

2, 39 bestimmt ist, nicht unmündige Kinder zu verstehen sind, sondern

die künftige Generation, welche zur Teilnahme am messianischen Heile

ebenso berufen werden wird wie die Fernwohnenden.“[51]

In Apg. 8, 5-13 haben wir einen weiteren Beweis, daß niemand getauft

wurde, der nicht zuvor der Bedingung des Herrn nachkam: „Wer da

glaubet.“ Philippus, einer der sieben Almosenpfleger der Gemeinde zu

Jerusalem, kam durch die Verfolgung in eine Stadt in Samarien und

begann, ihnen Christum zu predigen. „Das Volk aber hörte einmütiglich

und fleißig zu, was Philippus sagte, und sahen die Zeichen, die er

tat. Da sie aber des Philippus Predigten +glaubten+ von dem Reich

Gottes und von dem Namen Jesu Christi, ließen sich taufen beide,

Männer und Weiber. Da ward auch der Simon +gläubig+ und ließ sich

taufen.“

[Illustration: Christus und Nikodemus.]

Ferner ersehen wir aus Apg. 8, 26-40, wie Philippus auf göttliches

Geheiß hin dem Kämmerer und Würdenträger der äthiopischen Königin

Kandaze das Evangelium von Jesu predigte. Der Kämmerer wurde davon

ergriffen und überzeugt und erklärte sich willig, dem Heiland in der

Taufe zu folgen. Allein Philippus forderte +zuvor+ ein offenes

Bekenntnis von ihm, indem er ihn fragte: „Glaubest du von ganzem

Herzen?“ „Ich +glaube+,“ antwortete der überzeugte Eunuch, „daß

Jesus Christus Gottes Sohn ist.“ „Und er hieß den Wagen halten, und

stiegen hinab in das Wasser beide, Philippus und der Kämmerer, und er

taufte ihn.“

Das Gleiche finden wir auch in Apg. 9, 1-19, wo uns die Bekehrung Pauli

geschildert wird. Auch er mußte zuvor an Christum gläubig werden, ehe

er getauft werden konnte.

In Apg. 10 lesen wir von Kornelius, wie er von Herzen verlangte, des

Herrn Willen zu erfahren, um ihm völlig dienen zu können. Durch die

Erscheinung eines Engels wurde er beauftragt, nach Petrus, dem Apostel,

zu senden, der ihm zeigen würde, was er zu tun hätte. „Petrus kam,“ so

sagt die göttliche Urkunde, „und fand ihrer viel, die zusammenkommen

waren.“ Vers 27. Er predigte ihnen dasselbe wie der Menge auf dem

Pfingstfest in Jerusalem. „Von diesem Jesu“, sprach er, „zeugen alle

Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung

der Sünden empfahen sollen.“ Vers 43. Kornelius und alle, die der

Botschaft Petri lauschten, glaubten an diesen sündenvergebenden Heiland

und nahmen ihn in ihre Herzen auf. Als Beweis dafür fiel der hl. Geist

auf sie, worauf Petrus den Befehl gab, daß man sie taufen sollte.[52]

Etwa 18 Jahre nach der Himmelfahrt des Herrn finden wir Paulus als das

„auserwählte Rüstzeug“ auf seiner zweiten Missionsreise, begleitet

von Silas, Lukas und Timotheus. Durch ein nächtliches Gesicht in Troas

erhielt Paulus den Ruf von Gott, nach Europa hinüberzugehen. Er ging

nach Philippi und begann hier, das Evangelium zu predigen. Die ersten

Bekehrten waren hier die Lydia, der der Herr das Herz öffnete, sowie

ihr ganzes Haus, welche daraufhin getauft wurden.[53]

In demselben Kapitel wird uns berichtet, daß Paulus durch die Heilung

einer Wahrsagerin in den Kerker geworfen wurde. Durch die wunderbare

Errettung wurde der Kerkermeister aufs tiefste erschüttert. Er

war überzeugt, daß diese Menschen (Paulus und Silas) Knechte des

Allerhöchsten seien. Zitternd fiel er zu ihren Füßen nieder und fragte:

„Liebe Herrn, was soll ich tun, daß ich selig werde?“ Sie sprachen:

„+Glaube+ an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus

selig! Und sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause

waren.“ Nach diesem lesen wir: „Und er ließ sich taufen und alle die

Seinen alsobald und freute sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott

gläubig worden war.“[54]

Von Philippi setzte Paulus seine Missionsreise weiter über Thessalonich

und Athen nach Korinth fort, wo er ein Jahr und sechs Monate verweilte.

In dieser bedeutendsten Handelsstadt Griechenlands, die den Weltverkehr

zwischen dem Orient und dem Westen vermittelte, hatte Paulus die beste

Gelegenheit, die Botschaft von dem Gekreuzigten zu verkündigen. „Der

Synagogenvorsteher Krispus, mit seinem ganzen Hause und viele von den

Korinthern, welche hörten, +glaubten+ und wurden getauft.“[55]

Trotz großem Widerstand erblühte in kurzer Zeit eine große und

lebendige Christengemeinde, eine Gemeinde reich an Gaben des hl.

Geistes.[56]

[Illustration: Paulus und Silas im Hause des Kerkermeisters.]

Die letzte Stelle, welche für unsere Untersuchung ein wichtiges Zeugnis

enthält, ist die in Apg. 19, 1-7. Hier wird uns erzählt, daß Paulus

auf seiner dritten Missionsreise im Jahre 54 nach Ephesus kam, wo er

etliche „Jünger“ fand, welche außer der Taufe des Johannes nochmals auf

den Namen des Herrn getauft wurden. Also stellte auch Paulus an seine

Täuflinge dieselbe Bedingung wie die andern Apostel des Herrn, nämlich

Glaube und Sinnesänderung.

Hierzu bemerkt +Heitmüller+: „Es bedarf ja kaum der Bemerkung,

daß Paulus den Glauben bei dem Taufakt als vorhanden voraussetzt.

Nur wer glaubte, ließ sich taufen.“[57] Und +Mosheim+, aus der

apostolischen Zeit berichtend, schreibt: „Es wurden keine anderen

getauft als diejenigen, welche vorher in den Hauptwahrheiten der

Religion sorgfältig waren unterwiesen worden und untrügliche Zeugnisse

ihrer redlichen und heiligen Gemütsfassung abgelegt hatten.“[58] Ebenso

bezeugt dies der Geschichtschreiber +Gottfried Arnold+: „Gleicher

Gestalt ging es bei der Taufe auch so ziemlich zu, daß man dem

äußerlichen Werke nichts zuschrieb, und glaubte, es könnten alle Wasser

keine einzige Sünde abwaschen, daher man die Neubekehrten +zuvor

gründlich unterrichtete+ und sie von dem äußerlichen Werk, dafür

die Vernunft zu fallen pflegt, auf eine +gründliche Veränderung des

Lebens+ und inwendige +Wiedergeburt+ weise.“[59]

Aus diesen vielen bestimmten biblischen Zeugnissen ersehen wir

die unumstößliche Tatsache, daß während den Tagen Christi und der

apostolischen Zeit die Taufe nie an unmündigen Kindern, die noch

jedes Selbstbewußtsein entbehren, vollzogen wurde, sondern nur

solche Personen getauft wurden, die +vorher+ Christum und sein

Evangelium im Glauben in ihren Herzen aufnahmen, die „Buße taten“,

ihre „Sünden bekannten“ und die versprachen, Gott im Geist und in der

Wahrheit zu dienen.

Das Zeugnis einiger unparteiischer Bibelforscher.

Wir lassen hier noch einige unparteiische Bibelforscher zu Worte

kommen, die das bestätigen, was wir eben oben ausführten. Zuerst

+Hieronymus+ (gest. 420), einer der gelehrtesten der lateinischen

Kirchenväter. Er bemerkt in seinem Kommentar zu Matth. 28, 16-20: „Erst

lehren sie alle Völker; dann tauchen sie die Belehrten ins Wasser

ein, denn es ist unstatthaft, daß der Leib das Sakrament der Taufe

empfange, wenn nicht die Seele vorher den wahren Glauben empfangen hat.

Die Reihenfolge ist wichtig. Er befahl den Aposteln, daß sie zuerst

alle Nationen unterrichten sollten und sie dann mit dem Sakrament des

Glaubens taufen.“

Ebenso auch der berühmte und ehrwürdige +Johannes Goßner+. Er

sagt: „Der Glaube wird von dem Heilande der Taufe vorangestellt,

weil seine Augen zuerst nach dem Glauben sahen und die, so getauft

werden, vor allem an ihn glauben müssen; denn des Glaubens Siegel soll

die Taufe sein, wie Abraham die Beschneidung empfing zum Siegel des

Glaubens, den er schon vor der Beschneidung hatte. Darum darf sich kein

Maulchrist auf seine Taufe verlassen ohne Glauben.“[60]

Ferner ~Dr.~ +Olshausen+: „Das Bekenntnis ist als Bedingung

der Taufe zu denken. Wo daher das Bekenntnis fehlte, da fiel auch die

Taufe aus.“[61]

Und Stadtpfarrer +Bossert+ bezeugt: „Es ergibt sich, daß die Taufe

in der Urgemeinde nur an solchen Personen vorgenommen wurde, welche

zur Überzeugung geführt waren, daß Jesus der Messias ist, und welche

bereit waren, alles auf sich zu nehmen, was für die Führung des Lebens

sich aus diesem Glauben ergab.“[62] Und +Ernst Teichmann+ führt

aus: „Die Taufe setzt den Glauben voraus. Wäre nicht zuerst der Glaube

an Christum Jesum in dem Menschen vorhanden gewesen, so könnte die

Taufe überhaupt nicht stattgefunden haben. Nur weil der Mensch gläubig

geworden ist, wird er getauft und damit in die christliche Gemeinde

aufgenommen.“[63]

Die Christliche Taufe im Lichte der hl. Schrift und der Geschichte von der Zeit ihrer Entstehung bis auf die Gegenwart · 第 1 / 13 段