Zu Blatt 12. $Der Rohofen.$

Von der Grube werden die Erze in Pulverform an die Schmelzhütten

abgeliefert und hier je nach ihren Bestandtheilen und ihrem durch

Proben im Probirofen ermittelten Gehalte an Silber gemischt. Eine

solche Mischung nennt der Hüttenmann eine Beschickung. Letztere wird

nun entweder im rohen Zustande (bei der Roharbeit) oder im gerösteten

(bei der Bleiarbeit) mit den nothwendigen Zuschlägen an Schmelzstoffen

über Schachtöfen bei Anwendung von Koaks und einem starken Gebläse

verschmolzen. Die in der Beschickung enthaltenen Erz- oder Metalltheile

sondern sich von den erdigen Theilen und sammeln sich im untersten

Theile des Ofens im geschmolzenen Zustande an; über ihnen befinden

sich die ebenfalls geschmolzenen oder überhaupt unhaltigen Theile der

Beschickung als Schlacken. Letztere werden von Zeit zu Zeit abgezogen,

die ersteren dagegen in längern Zeiträumen durch das sogenannte

Stichloch, eine Oeffnung, die in den untersten Theil des Ofens führt und

für gewöhnlich verschlossen gehalten wird, in eine Vertiefung abgelassen

(abgestochen). Bei der Bleiarbeit ist dieses Product silberhaltiges

Blei, dasselbe wird aus dieser Vertiefung in eiserne Formen (Pfännchen)

gegossen.

Album für Freunde des Bergbaues, enthaltend eine Folge von vierzehn bildlichen Darstellungen aus dem Berufsleben des Berg- und Hüttenmannes. · 第 16 / 18 题