Ich will ein weniges aus dem Leben Benno Stehkragens erzählen, des
kleinen Buchhalters, der über zwanzig Jahre tagsüber den Drehstuhl
hinter dem zweiten Pult im Couponbureau der Industriebank zu Frankfurt
am Main, Bahnhofsplatz drei, drückte. Es war ein ziemlich hoch
geschraubter Drehstuhl, denn der ganze Benno Stehkragen maß kaum einen
Meter zwölf, und wenn er auf seinem Platze thronte, so baumelten
zwischen dem Pult zwei krumme Beinchen und bildeten eine Null. Über dem
Pult schaute ein schwarzhaariges Wuschelköpfchen hervor, das dicht
zwischen den Schultern saß, das aber ebenso flink drehbar war wie der
Stuhl. Eine große Brille vorsintflutlichen Formats saß auf Bennos etwas
aufgestülpter Nase, und die Brillenschienen endigten hinter großen,
abstehenden Ohren, die die Fähigkeit besaßen zu wackeln, ohne daß die
Stirne Falten zog. Durch die Brillengläser aber zwinkerten zwei braune,
kluge Äuglein, stillvergnügt und voll gutmütiger Selbstironie.
Ich habe gesagt, der ganze Benno Stehkragen maß nur kaum einen Meter
zwölf. Er wäre gewiß mindestens dreißig Zentimeter länger gewesen, hätte
es ein Mittel gegeben, den Buckel, der seinen Rücken verunstaltete,
auszubügeln.
Aber dieser Buckel saß ebenso pflichtgetreu auf Bennos Rücken wie Benno
selbst auf seinem Drehstuhl. Und der einzige Unterschied war, daß Benno
des Abends mit dem Glockenschlag Sechs sich von seinem Drehstuhl
trennte, um seinem Junggesellenzimmerchen jenseits des Maines
zuzuwandeln, während der Buckel auf Bennos Kehrseite ununterbrochen
Geschäftsstunde hielt und selbst die höchsten Feiertage ignorierte. Nur
war er an diesen Feiertagen von einem säuberlich gebürsteten schwarzen
Gehrock umhüllt, indes er Werktags hinter einem nicht immer ganz
sauberen braunen, karierten Rock kauerte. Das Alter dieses Rockes zu
bestimmen, sei Geschichtsforschern überlassen. Wir wollen uns mehr mit
dem Innern als dem wenig verlockenden Äußern Benno Stehkragens befassen.
Wir wissen, daß auch Napoleon der Erste ein klein gewachsenes Menschlein
war, das überdies an Epilepsie litt, und daß es dennoch auf seiner
kurzen Lebensreise von Korsika bis Sankt Helena ganz Europa umstülpte.
Es wäre also durchaus glaubhaft, würde ich auch von _unserem_ kleinen
Mann die verblüffendsten Heldentaten erzählen. Allein die Wahrheitsliebe
hindert mich daran. Keinen Roman mit glühenden Liebesabenteuern, voll
von wundersamen Begebenheiten, sollt Ihr vernehmen. Nur kleine Episoden
kann ich Euch vermelden. Episoden von einem Menschen, dessen ganzes
Leben nur eine Episode war. Dessen Erscheinen in dieser Welt keine Lücke
ausfüllte, und dessen Scheiden keine Lücke hinterließ.
»Die Naturgeschichte wollt' einen Witz machen, und da erschuf sie
_mich_,« sagte Benno von sich selbst. Und wehmütig fügte er hinzu: »Ich
hätt' der Naturgeschichte bessere Witze zugetraut!«
Wann und wo hätte auch Benno Heldentaten vollbringen sollen?
Auf seinem Drehstuhl.
Mein Gott, drehte er ihn nach rechts, so sah er die beiden
Schalterfenster, die zum Gang hinausführten, und hinter jedem
Schalterfenster saß ein Beamter, rechnend, schreibend gleich ihm oder im
Flüstertone die Kundschaft abfertigend. Drehte er den Stuhl nach links,
so sah er eine Reihe Fensterscheiben, hinter denen melancholisch ein
dunkler Hof brütete.
Die Fensterwand entlang standen Pulte, und hinter jedem Pult hockte ein
Beamter oder eine Beamtin, mechanisch arbeitend. Am Ende der Wand, ein
wenig erhöht, residierte Herr Wittmann, der Bureauchef, ein noch
jugendlicher Herr, der Typ eines zielbewußten Strebers, schneidig und
grob.
»Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu,« hatte Benno
einmal mit Bezug auf Herrn Wittmann zitiert. »Manchmal gibt er ihm auch
nur das Mundwerk dazu. Aber er hat eine Zukunft, der Herr Wittmann. In
zehn Jahren ist er Prokurist. Die unleserliche Handschrift hat er jetzt
schon. Nun ja: ein schwarzer Zylinder, ein schwarzer Frack und ein
schwarzes Herz, damit kann man's weit bringen auf der Welt!«
Es kam öfters zu Zusammenstößen zwischen Benno und dem Bureauchef.
»Herr Stehkragen!« schnarrte dann plötzlich eine scharfe Stimme, »Herr
Stehkragen, kommen Sie mal her!«
Und alle Köpfe blickten von den Schreibarbeiten auf und drehten sich
nach Benno und wußten: Jetzt gibt's wieder ein Donnerwetter.
Nur Benno selbst schien nichts Schlimmes zu argwöhnen, kletterte
gemächlich von seinem Drehstuhl, dachte sich: Du sollst dem Ochsen, der
da drischt, nicht das Maul verbinden, und watschelte zu dem
Allgewaltigen.
»Herr Wittmann?« frug er freundlich und mit einer Harmlosigkeit, die
selbst einen General bei einer Besichtigung entwaffnet hätte, »Herr
Wittmann, ich glaub', Sie haben gerufen?«
»Und _ich_ glaub', Sie haben schon wieder mal an alles mögliche gedacht,
nur nicht an Ihre Arbeit!« fuhr ihn Wittmann an. Und indem er ihm eine
Faktura unter die Nase hielt, schrie er: »Haben _Sie_ das geschrieben?«
»Wenn Se das Blatt so hoch halten, kann ich nix gucken!« entgegnete
Benno seelenruhig, nahm die Faktura, rückte die vorsintflutliche Brille
zurecht und prüfte langsam das Schriftstück.
»Ich frage Sie, ob Sie das geschrieben haben?« herrschte ihn der
Bureauchef ungeduldig an.
»Meine Handschrift is es!« erklärte Benno, und es zuckte um seine
Mundwinkel wie amüsiertes Lächeln.
»So! Also Ihre Handschrift ist es! Und Ihre Nachlässigkeit und
Schlamperei ist es _auch_! Aber das geht nicht so weiter mit Ihnen! Ich
hab's satt! Satt hab' ich's!«
Gut, dachte sich Benno. Er hat's satt. Mahlzeit!
»Genug hab' ich von Ihnen! Noch heute spreche ich mit der Direktion.
Beim nächsten Fehler werden Sie entlassen! Das gebe ich Ihnen
schriftlich!«
Ich glaub's auch mündlich, dachte sich Benno.
Und weiter dachte er sich: Weshalb schimpft er eigentlich so? Nun ja,
er is die Primadonna von dem Couponbureau. Er muß seine Stimm' üben. Und
immer schreit er dasselbe. Er hat'n Grammophon verschluckt. Hinauswerfen?
Mich? Schön! Fall' ich auf die Füß', so tut mir's nicht weh; und fall'
ich auf den Buckel, so feder' ich wie e Sprungfedermatratz'. Mein Gott,
die Welt is groß, und überall in der Welt gibt's Drehstühl'. Und auf
jedem Drehstuhl braucht merr eine menschliche Maschin', die ihr Leben um
hundertachtzig Mark den Monat verkauft. Schön! Weshalb schmeißt er
nicht?
Das alles _dachte_ Benno nur. Das Reden war seine schwache Seite, und so
flink er denken konnte, so schwerfällig sprach er.
Gerade weil er so behende dachte, so intensiv schlagfertig war,
stolperte er beim Sprechen über seine eigenen Gedanken. Er war
mißtrauisch gegen alle Menschen, die perfekt reden konnten, und wenn er
beispielsweise einen Parlamentsbericht las, sagte er sich: Ein
hochinteressanter männlicher Kaffeeklatsch. Gute Reden, schlechte
Gesetze. Wie man nur so spaltenlange Überzeugungen haben kann! Ein
Glück, daß der liebe Gott kein Abgeordneter is: er wär _heut'_ noch
nicht mit den zehn Geboten fertig! Und der arme Moses hätt' für die
Gesetzestafeln ein ganzes Armeekorps Steinträger gebraucht!
Während Benno Stehkragen dachte, schimpfte Herr Wittmann weiter.
Benno wartete geduldig, bis ihm der Atem ausging, nickte zustimmend mit
dem Kopf, watschelte an sein Pult zurück, tunkte seine Feder ein und
schrieb weiter, als sei nichts geschehen.
»Fräulein Antonie Hochberg, hier. 50 Coupons 3% Preußische
Staatsanleihe per 1. Oktober à M. 15.-- macht M. 750.--, 20 Coupons per
15. November ...«
Und zwischendurch dachte er: Das Fräulein Hochberg hat Geld. Alles im
Schweiße ihres Angesichts geerbt. Dafür wohnt se auf der Bockenheimer
Landstraß' und hat zwei Diener und eine Zofe, die ihr das falsche Haar
frisiert, und spritzt sich mit Parfüm ein, daß merr's Geld nicht so
riecht. Und se is dick wie ein Eichbaum und setzt auch jedes Jahr 'n
neuen Ring an, und hat 'n Logenplatz im Opernhaus, und der arme Richard
Strauß muß ihr jede neue Oper von sich vorspielen lassen und kann sich
nicht wehren. Und se hat ein Perlenhalsband, das ausguckt, als wär's von
Taubeneiern, und es tut ihr leid, daß es kein Hundehalsband is, weil
dann die Steuermarke dran baumelte. Und Ohren hat se und ein Gehirn hat
se auch, -- aber die Ohren sind mehr wert, weil da Boutons drin sind.
Und se zählt zu den Spitzen der Gesellschaft, die so spitzig sind, daß
ich lieber nicht damit in Berührung komm'. -- Ob se mich wohl
hinausschmeißen werden?
Aber sie warfen ihn nicht hinaus. Denn die Direktion wußte, daß sie an
Benno Stehkragen einen pflichtgetreuen Beamten besaß, der pünktlich und
gewissenhaft funktionierte und zum Hause gehörte wie die Ventilation
oder die Wasserleitung.
Sie wußte, daß er in den langen, langen Jahren seiner Anstellung niemals
selbsttätig Gehaltsaufbesserung verlangt hatte, daß er zu den Beamten
zählte, die, wenn ihnen der Arzt vierzehn Tage Schonung verordnet hat,
bereits am siebenten Tage wieder im Bureau erscheinen -- aus purer
Angst, es könnte etwa in ihrer Abwesenheit das Tintenfaß an einen
anderen Platz gestellt werden oder zu den Mitteilungen an Fräulein
Antonie Hochberg ein großer Briefbogen statt des kleinen Memorandums
verwandt werden oder die Welt durch ein ähnliches Unglück aus dem
Gleichgewicht kommen.
Wer Benno deshalb für kleinlich gehalten hätte, hätte ihm unrecht getan.
Benno war einfach einer jener Pflichtmenschen der alten Schule, die
ihrem Chef jedes Endchen Bindfaden sammeln und einen verlegten Bleistift
lieber aus der eigenen Tasche ersetzen, ehe sie einen neuen fordern.
Pflichtmenschen, die das ganze Jahr über auf die Firma schimpfen, und
für die die Firma doch eine Art Heiligtum ist, ohne das sie nicht leben
können, und für das sie Jugend und Arbeitskraft dahingeben.
Eigentlich gab es ja überhaupt zwei Benno Stehkragen.
Der äußerliche, körperliche Benno trug einen schäbigen, braunen,
karierten Rock -- der innere Benno, die Seele Bennos, trug das
herrlichste Gewand, das es gibt: sie ging splitternackt.
Der körperliche Benno war ein buckliges, übertragenes Brillenmännchen --
die Seele Bennos war ein Kind, ein harmloses Kind, das sich über Dinge
wundern konnte, die jedem Erwachsenen selbstverständlich erschienen, und
andererseits Dinge begriff, für die die Erwachsenen längst das
Begriffsvermögen im Lebensgedränge verloren haben; ein Kind, das lieben
konnte, grenzenlos, unenttäuscht, wie es nur Kindern gegeben ist.
Nein, Heldentaten vollbrachte Benno Stehkragen nicht.
Sein Dasein spielte sich in gar engen Grenzen ab, und wenn er an den
billigen Volkstagen den Zoologischen Garten besuchte, dachte er sich
jedesmal: Is nicht das ganze Leben ein Zoologischer Garten? Die Löwen
sind eingesperrt, und die Flöh' hüpfen frei 'erum.
Und sah er bei der Fütterung der Tiere zu, so lächelte er: Eben kriegen
se ihren Gehalt!
Und er sann weiter: Das Couponbureau ist mein Käfig. Und der Wittmann is
mein Wärter. Wenn ich nur emal das Schildchen an dem Käfig gucken
könnt', wie ich auf lateinisch heiß', und ob ich eigentlich 'n Löwe bin
oder 'n Aff'?
Klein, klein war Bennos Käfig.
Aber Benno besaß den Schlüssel zu einem Luftschloß, schöner als alle
Paläste dieser Welt, zu einem Schloß, in dessen unermeßlichen Gärten die
Blumen das ganze Jahr blühen, und dieser Schlüssel war das goldene
Wörtchen: _Wenn_.
_Wenn_ ich der Kaiser von China wär', dachte Benno Stehkragen und malte
sich aus, was er alsdann tun würde. Es gibt weder in der Geschichte
Chinas noch in der Geschichte eines anderen Volkes so übermenschliche
Heldentaten, wie sie Benno der Erste, Kaiser von China, vollbrachte.
Sein Volk verhimmelte ihn, und als er starb, gab es in ganz China kein
trockenes Taschentuch. Zehntausend Jungfrauen, gekleidet in weiße Seide,
den Meter zu zehn Mark fünfzig, folgten seinem Leichenzug, und sein
Leibelefant legte sich auf sein Grab und nahm keine Nahrung mehr, bis er
verendete. Und der Oberpriester des Konfutse hielt eine Leichenrede,
eine Leichenrede -- geplatzt wär' der Wittmann, wenn er sie gehört
hätt'!
Oder er dachte: _Wenn_ ich jetzt einen Onkel in Amerika hätt' -- und er
wär' neunzig Jahre alt -- und er hätt' sich zehn Milliarden Dollars
Erspartes von seinem Gehalt zurückgelegt -- und es tät' ihn der Schlag
treffen -- und ich wär' sein Universalerbe -- dann ...
Und Benno baute von den ersparten zehn Milliarden Dollars ein
Luftschloß, geräumiger als sämtliche Wolkenkratzer Neuyorks und
Chikagos.
Und in allen Räumlichkeiten wohnten glückliche, zufriedene Menschen, und
der Liftboy hätte mit keinem Vanderbilt getauscht.
Denn dies war das Übereinstimmende an fast allen Phantasien Bennos: sie
liefen darauf hinaus, die Menschen glücklich zu machen. Sie begannen
schier alle mit dem kleinen Bächlein Benno und mündeten in das große
Meer Menschheit.
Er schwelgte in einer Utopie von Menschheitsbeglückung.
Aber das goldene Schlüsselchen »Wenn« öffnete ihm nicht nur die Portale
der Zukunft, es erschloß ihm auch die Pforten der Vergangenheit.
Und er träumte: _Wenn_ ich jetzt der Bürgermeister von Gomorrha wär' --
und es fing' an, Schwefel zu regnen -- und Pech zu schneien -- und
Phosphor zu hageln -- und ich hätt' keinen Regenschirm bei mir -- und
die Feuerwehrspritz' wär' gerad' kaputt -- dann ...
Oder: _Wenn_ ich jetzt der Columbus wär' -- und ich wär auf'm Meer mit
mei'm Dampfschiff fehlgegangen -- und ich käm' plötzlich an ein Festland
-- und da tät' ein Wegweiser stehen mit der Aufschrift »Amerika« -- und
es tät' der Häuptling aus'm Kaktusstrauch hervorbrechen -- und tät'
sagen, auf indianerisch: »Schlecht sehen Se aus, Herr Columbus« --
dann ...
Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft umfaßten Bennos Träume.
Im ganzen schönen Frankfurter Palmengarten wachsen keine so herrliche
Blumen, wie sie unter Bennos Wuschelhaar gediehen, und im Musikpavillon
bringt selbst der treffliche Kapellmeister Kämpfert keine so köstlichen
Harmonien hervor, wie sie in Bennos Gedankengängen sproßten.
Denn in diesen Träumen sangen die Engel, bliesen die pausbäckigen
Posaunenchöre des Himmels, und in der Mitte stand Benno Stehkragen als
Musikdirektor, mit einem großen Tintenbleistift als Dirigentenstab, und
nur von Zeit zu Zeit klopfte er ab: »'n Augenblick! Bitte, 'n
Augenblick! Ich muß nur mein' Taktstock neu spitzen!«
Ich habe geschildert, was Benno Stehkragen erblickte, wenn er von seinem
Drehstuhl nach rechts, nach links schaute. Aber der Mensch schaut nicht
nur seitwärts, er sieht auch geradeaus, und besonders Benno liebte es,
geradeaus zu blicken. Im Leben allgemein, und von seinem Drehstuhl im
besonderen. Denn ihm gegenüber, auf der anderen Seite des Pultes saß
etwas recht Sehenswertes: das blondköpfige Fräulein Böhle.
Vor zwei Jahren etwa war Fräulein Böhle in die Industriebank
eingetreten, direkt von der Handelsschule. Sie hatte sich in der
Direktion mit einem schmeichelhaften Empfehlungsschreiben, ausgestellt
von einem auswärtigen Geschäftsfreunde des Hauses, eingefunden. Aber ein
besseres Empfehlungsschreiben war ihr frisches Wesen, ihre lebhafte
Schlankheit, ihre vergnügte Sicherheit in Worten und Auftreten.
Das hübsche Mädchen redete mit dem gestrengen Direktor Hermann in einer
drolligen Natürlichkeit und Ungezwungenheit, als spräche sie mit einem
Gleichgestellten, und nicht mit dem Mann, bei dessen Erscheinen in den
Bureaus auf allen Gesichtern eine Art Leichenstarre eintrat.
Und gerade diese Tapferkeit hatte dem Direktor gefallen.
»Sie haben zwar noch nicht praktisch in einem Geschäft gearbeitet,
sondern nur die Handelsschule besucht, auf die ich nicht viel Wert lege,
aber wir könnten's ja mal probieren. Meinen Sie nicht, Kollege Birron?«
Und der zitterige Direktor Birron, der stets meinte, was Hermann meinte,
nickte mit dem Glatzkopf und sagte: »Schon recht.«
Er wußte gar nicht, um was es sich handelte.
»Wieviel Salär beanspruchen Sie?« frug Direktor Hermann das Fräulein,
das inzwischen die Zimmereinrichtung neugierig betrachtet hatte.
Fräulein Böhle war auf diese Frage nicht gefaßt gewesen, sie hatte
überhaupt nicht geglaubt, so schnell angestellt zu werden.