Karl Ettlinger

Ich will ein weniges aus dem Leben Benno Stehkragens erzählen, des

kleinen Buchhalters, der über zwanzig Jahre tagsüber den Drehstuhl

hinter dem zweiten Pult im Couponbureau der Industriebank zu Frankfurt

am Main, Bahnhofsplatz drei, drückte. Es war ein ziemlich hoch

geschraubter Drehstuhl, denn der ganze Benno Stehkragen maß kaum einen

Meter zwölf, und wenn er auf seinem Platze thronte, so baumelten

zwischen dem Pult zwei krumme Beinchen und bildeten eine Null. Über dem

Pult schaute ein schwarzhaariges Wuschelköpfchen hervor, das dicht

zwischen den Schultern saß, das aber ebenso flink drehbar war wie der

Stuhl. Eine große Brille vorsintflutlichen Formats saß auf Bennos etwas

aufgestülpter Nase, und die Brillenschienen endigten hinter großen,

abstehenden Ohren, die die Fähigkeit besaßen zu wackeln, ohne daß die

Stirne Falten zog. Durch die Brillengläser aber zwinkerten zwei braune,

kluge Äuglein, stillvergnügt und voll gutmütiger Selbstironie.

Ich habe gesagt, der ganze Benno Stehkragen maß nur kaum einen Meter

zwölf. Er wäre gewiß mindestens dreißig Zentimeter länger gewesen, hätte

es ein Mittel gegeben, den Buckel, der seinen Rücken verunstaltete,

auszubügeln.

Aber dieser Buckel saß ebenso pflichtgetreu auf Bennos Rücken wie Benno

selbst auf seinem Drehstuhl. Und der einzige Unterschied war, daß Benno

des Abends mit dem Glockenschlag Sechs sich von seinem Drehstuhl

trennte, um seinem Junggesellenzimmerchen jenseits des Maines

zuzuwandeln, während der Buckel auf Bennos Kehrseite ununterbrochen

Geschäftsstunde hielt und selbst die höchsten Feiertage ignorierte. Nur

war er an diesen Feiertagen von einem säuberlich gebürsteten schwarzen

Gehrock umhüllt, indes er Werktags hinter einem nicht immer ganz

sauberen braunen, karierten Rock kauerte. Das Alter dieses Rockes zu

bestimmen, sei Geschichtsforschern überlassen. Wir wollen uns mehr mit

dem Innern als dem wenig verlockenden Äußern Benno Stehkragens befassen.

Wir wissen, daß auch Napoleon der Erste ein klein gewachsenes Menschlein

war, das überdies an Epilepsie litt, und daß es dennoch auf seiner

kurzen Lebensreise von Korsika bis Sankt Helena ganz Europa umstülpte.

Es wäre also durchaus glaubhaft, würde ich auch von _unserem_ kleinen

Mann die verblüffendsten Heldentaten erzählen. Allein die Wahrheitsliebe

hindert mich daran. Keinen Roman mit glühenden Liebesabenteuern, voll

von wundersamen Begebenheiten, sollt Ihr vernehmen. Nur kleine Episoden

kann ich Euch vermelden. Episoden von einem Menschen, dessen ganzes

Leben nur eine Episode war. Dessen Erscheinen in dieser Welt keine Lücke

ausfüllte, und dessen Scheiden keine Lücke hinterließ.

»Die Naturgeschichte wollt' einen Witz machen, und da erschuf sie

_mich_,« sagte Benno von sich selbst. Und wehmütig fügte er hinzu: »Ich

hätt' der Naturgeschichte bessere Witze zugetraut!«

Wann und wo hätte auch Benno Heldentaten vollbringen sollen?

Auf seinem Drehstuhl.

Mein Gott, drehte er ihn nach rechts, so sah er die beiden

Schalterfenster, die zum Gang hinausführten, und hinter jedem

Schalterfenster saß ein Beamter, rechnend, schreibend gleich ihm oder im

Flüstertone die Kundschaft abfertigend. Drehte er den Stuhl nach links,

so sah er eine Reihe Fensterscheiben, hinter denen melancholisch ein

dunkler Hof brütete.

Die Fensterwand entlang standen Pulte, und hinter jedem Pult hockte ein

Beamter oder eine Beamtin, mechanisch arbeitend. Am Ende der Wand, ein

wenig erhöht, residierte Herr Wittmann, der Bureauchef, ein noch

jugendlicher Herr, der Typ eines zielbewußten Strebers, schneidig und

grob.

»Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu,« hatte Benno

einmal mit Bezug auf Herrn Wittmann zitiert. »Manchmal gibt er ihm auch

nur das Mundwerk dazu. Aber er hat eine Zukunft, der Herr Wittmann. In

zehn Jahren ist er Prokurist. Die unleserliche Handschrift hat er jetzt

schon. Nun ja: ein schwarzer Zylinder, ein schwarzer Frack und ein

schwarzes Herz, damit kann man's weit bringen auf der Welt!«

Es kam öfters zu Zusammenstößen zwischen Benno und dem Bureauchef.

»Herr Stehkragen!« schnarrte dann plötzlich eine scharfe Stimme, »Herr

Stehkragen, kommen Sie mal her!«

Und alle Köpfe blickten von den Schreibarbeiten auf und drehten sich

nach Benno und wußten: Jetzt gibt's wieder ein Donnerwetter.

Nur Benno selbst schien nichts Schlimmes zu argwöhnen, kletterte

gemächlich von seinem Drehstuhl, dachte sich: Du sollst dem Ochsen, der

da drischt, nicht das Maul verbinden, und watschelte zu dem

Allgewaltigen.

»Herr Wittmann?« frug er freundlich und mit einer Harmlosigkeit, die

selbst einen General bei einer Besichtigung entwaffnet hätte, »Herr

Wittmann, ich glaub', Sie haben gerufen?«

»Und _ich_ glaub', Sie haben schon wieder mal an alles mögliche gedacht,

nur nicht an Ihre Arbeit!« fuhr ihn Wittmann an. Und indem er ihm eine

Faktura unter die Nase hielt, schrie er: »Haben _Sie_ das geschrieben?«

»Wenn Se das Blatt so hoch halten, kann ich nix gucken!« entgegnete

Benno seelenruhig, nahm die Faktura, rückte die vorsintflutliche Brille

zurecht und prüfte langsam das Schriftstück.

»Ich frage Sie, ob Sie das geschrieben haben?« herrschte ihn der

Bureauchef ungeduldig an.

»Meine Handschrift is es!« erklärte Benno, und es zuckte um seine

Mundwinkel wie amüsiertes Lächeln.

»So! Also Ihre Handschrift ist es! Und Ihre Nachlässigkeit und

Schlamperei ist es _auch_! Aber das geht nicht so weiter mit Ihnen! Ich

hab's satt! Satt hab' ich's!«

Gut, dachte sich Benno. Er hat's satt. Mahlzeit!

»Genug hab' ich von Ihnen! Noch heute spreche ich mit der Direktion.

Beim nächsten Fehler werden Sie entlassen! Das gebe ich Ihnen

schriftlich!«

Ich glaub's auch mündlich, dachte sich Benno.

Und weiter dachte er sich: Weshalb schimpft er eigentlich so? Nun ja,

er is die Primadonna von dem Couponbureau. Er muß seine Stimm' üben. Und

immer schreit er dasselbe. Er hat'n Grammophon verschluckt. Hinauswerfen?

Mich? Schön! Fall' ich auf die Füß', so tut mir's nicht weh; und fall'

ich auf den Buckel, so feder' ich wie e Sprungfedermatratz'. Mein Gott,

die Welt is groß, und überall in der Welt gibt's Drehstühl'. Und auf

jedem Drehstuhl braucht merr eine menschliche Maschin', die ihr Leben um

hundertachtzig Mark den Monat verkauft. Schön! Weshalb schmeißt er

nicht?

Das alles _dachte_ Benno nur. Das Reden war seine schwache Seite, und so

flink er denken konnte, so schwerfällig sprach er.

Gerade weil er so behende dachte, so intensiv schlagfertig war,

stolperte er beim Sprechen über seine eigenen Gedanken. Er war

mißtrauisch gegen alle Menschen, die perfekt reden konnten, und wenn er

beispielsweise einen Parlamentsbericht las, sagte er sich: Ein

hochinteressanter männlicher Kaffeeklatsch. Gute Reden, schlechte

Gesetze. Wie man nur so spaltenlange Überzeugungen haben kann! Ein

Glück, daß der liebe Gott kein Abgeordneter is: er wär _heut'_ noch

nicht mit den zehn Geboten fertig! Und der arme Moses hätt' für die

Gesetzestafeln ein ganzes Armeekorps Steinträger gebraucht!

Während Benno Stehkragen dachte, schimpfte Herr Wittmann weiter.

Benno wartete geduldig, bis ihm der Atem ausging, nickte zustimmend mit

dem Kopf, watschelte an sein Pult zurück, tunkte seine Feder ein und

schrieb weiter, als sei nichts geschehen.

»Fräulein Antonie Hochberg, hier. 50 Coupons 3% Preußische

Staatsanleihe per 1. Oktober à M. 15.-- macht M. 750.--, 20 Coupons per

15. November ...«

Und zwischendurch dachte er: Das Fräulein Hochberg hat Geld. Alles im

Schweiße ihres Angesichts geerbt. Dafür wohnt se auf der Bockenheimer

Landstraß' und hat zwei Diener und eine Zofe, die ihr das falsche Haar

frisiert, und spritzt sich mit Parfüm ein, daß merr's Geld nicht so

riecht. Und se is dick wie ein Eichbaum und setzt auch jedes Jahr 'n

neuen Ring an, und hat 'n Logenplatz im Opernhaus, und der arme Richard

Strauß muß ihr jede neue Oper von sich vorspielen lassen und kann sich

nicht wehren. Und se hat ein Perlenhalsband, das ausguckt, als wär's von

Taubeneiern, und es tut ihr leid, daß es kein Hundehalsband is, weil

dann die Steuermarke dran baumelte. Und Ohren hat se und ein Gehirn hat

se auch, -- aber die Ohren sind mehr wert, weil da Boutons drin sind.

Und se zählt zu den Spitzen der Gesellschaft, die so spitzig sind, daß

ich lieber nicht damit in Berührung komm'. -- Ob se mich wohl

hinausschmeißen werden?

Aber sie warfen ihn nicht hinaus. Denn die Direktion wußte, daß sie an

Benno Stehkragen einen pflichtgetreuen Beamten besaß, der pünktlich und

gewissenhaft funktionierte und zum Hause gehörte wie die Ventilation

oder die Wasserleitung.

Sie wußte, daß er in den langen, langen Jahren seiner Anstellung niemals

selbsttätig Gehaltsaufbesserung verlangt hatte, daß er zu den Beamten

zählte, die, wenn ihnen der Arzt vierzehn Tage Schonung verordnet hat,

bereits am siebenten Tage wieder im Bureau erscheinen -- aus purer

Angst, es könnte etwa in ihrer Abwesenheit das Tintenfaß an einen

anderen Platz gestellt werden oder zu den Mitteilungen an Fräulein

Antonie Hochberg ein großer Briefbogen statt des kleinen Memorandums

verwandt werden oder die Welt durch ein ähnliches Unglück aus dem

Gleichgewicht kommen.

Wer Benno deshalb für kleinlich gehalten hätte, hätte ihm unrecht getan.

Benno war einfach einer jener Pflichtmenschen der alten Schule, die

ihrem Chef jedes Endchen Bindfaden sammeln und einen verlegten Bleistift

lieber aus der eigenen Tasche ersetzen, ehe sie einen neuen fordern.

Pflichtmenschen, die das ganze Jahr über auf die Firma schimpfen, und

für die die Firma doch eine Art Heiligtum ist, ohne das sie nicht leben

können, und für das sie Jugend und Arbeitskraft dahingeben.

Eigentlich gab es ja überhaupt zwei Benno Stehkragen.

Der äußerliche, körperliche Benno trug einen schäbigen, braunen,

karierten Rock -- der innere Benno, die Seele Bennos, trug das

herrlichste Gewand, das es gibt: sie ging splitternackt.

Der körperliche Benno war ein buckliges, übertragenes Brillenmännchen --

die Seele Bennos war ein Kind, ein harmloses Kind, das sich über Dinge

wundern konnte, die jedem Erwachsenen selbstverständlich erschienen, und

andererseits Dinge begriff, für die die Erwachsenen längst das

Begriffsvermögen im Lebensgedränge verloren haben; ein Kind, das lieben

konnte, grenzenlos, unenttäuscht, wie es nur Kindern gegeben ist.

Nein, Heldentaten vollbrachte Benno Stehkragen nicht.

Sein Dasein spielte sich in gar engen Grenzen ab, und wenn er an den

billigen Volkstagen den Zoologischen Garten besuchte, dachte er sich

jedesmal: Is nicht das ganze Leben ein Zoologischer Garten? Die Löwen

sind eingesperrt, und die Flöh' hüpfen frei 'erum.

Und sah er bei der Fütterung der Tiere zu, so lächelte er: Eben kriegen

se ihren Gehalt!

Und er sann weiter: Das Couponbureau ist mein Käfig. Und der Wittmann is

mein Wärter. Wenn ich nur emal das Schildchen an dem Käfig gucken

könnt', wie ich auf lateinisch heiß', und ob ich eigentlich 'n Löwe bin

oder 'n Aff'?

Klein, klein war Bennos Käfig.

Aber Benno besaß den Schlüssel zu einem Luftschloß, schöner als alle

Paläste dieser Welt, zu einem Schloß, in dessen unermeßlichen Gärten die

Blumen das ganze Jahr blühen, und dieser Schlüssel war das goldene

Wörtchen: _Wenn_.

_Wenn_ ich der Kaiser von China wär', dachte Benno Stehkragen und malte

sich aus, was er alsdann tun würde. Es gibt weder in der Geschichte

Chinas noch in der Geschichte eines anderen Volkes so übermenschliche

Heldentaten, wie sie Benno der Erste, Kaiser von China, vollbrachte.

Sein Volk verhimmelte ihn, und als er starb, gab es in ganz China kein

trockenes Taschentuch. Zehntausend Jungfrauen, gekleidet in weiße Seide,

den Meter zu zehn Mark fünfzig, folgten seinem Leichenzug, und sein

Leibelefant legte sich auf sein Grab und nahm keine Nahrung mehr, bis er

verendete. Und der Oberpriester des Konfutse hielt eine Leichenrede,

eine Leichenrede -- geplatzt wär' der Wittmann, wenn er sie gehört

hätt'!

Oder er dachte: _Wenn_ ich jetzt einen Onkel in Amerika hätt' -- und er

wär' neunzig Jahre alt -- und er hätt' sich zehn Milliarden Dollars

Erspartes von seinem Gehalt zurückgelegt -- und es tät' ihn der Schlag

treffen -- und ich wär' sein Universalerbe -- dann ...

Und Benno baute von den ersparten zehn Milliarden Dollars ein

Luftschloß, geräumiger als sämtliche Wolkenkratzer Neuyorks und

Chikagos.

Und in allen Räumlichkeiten wohnten glückliche, zufriedene Menschen, und

der Liftboy hätte mit keinem Vanderbilt getauscht.

Denn dies war das Übereinstimmende an fast allen Phantasien Bennos: sie

liefen darauf hinaus, die Menschen glücklich zu machen. Sie begannen

schier alle mit dem kleinen Bächlein Benno und mündeten in das große

Meer Menschheit.

Er schwelgte in einer Utopie von Menschheitsbeglückung.

Aber das goldene Schlüsselchen »Wenn« öffnete ihm nicht nur die Portale

der Zukunft, es erschloß ihm auch die Pforten der Vergangenheit.

Und er träumte: _Wenn_ ich jetzt der Bürgermeister von Gomorrha wär' --

und es fing' an, Schwefel zu regnen -- und Pech zu schneien -- und

Phosphor zu hageln -- und ich hätt' keinen Regenschirm bei mir -- und

die Feuerwehrspritz' wär' gerad' kaputt -- dann ...

Oder: _Wenn_ ich jetzt der Columbus wär' -- und ich wär auf'm Meer mit

mei'm Dampfschiff fehlgegangen -- und ich käm' plötzlich an ein Festland

-- und da tät' ein Wegweiser stehen mit der Aufschrift »Amerika« -- und

es tät' der Häuptling aus'm Kaktusstrauch hervorbrechen -- und tät'

sagen, auf indianerisch: »Schlecht sehen Se aus, Herr Columbus« --

dann ...

Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft umfaßten Bennos Träume.

Im ganzen schönen Frankfurter Palmengarten wachsen keine so herrliche

Blumen, wie sie unter Bennos Wuschelhaar gediehen, und im Musikpavillon

bringt selbst der treffliche Kapellmeister Kämpfert keine so köstlichen

Harmonien hervor, wie sie in Bennos Gedankengängen sproßten.

Denn in diesen Träumen sangen die Engel, bliesen die pausbäckigen

Posaunenchöre des Himmels, und in der Mitte stand Benno Stehkragen als

Musikdirektor, mit einem großen Tintenbleistift als Dirigentenstab, und

nur von Zeit zu Zeit klopfte er ab: »'n Augenblick! Bitte, 'n

Augenblick! Ich muß nur mein' Taktstock neu spitzen!«

Ich habe geschildert, was Benno Stehkragen erblickte, wenn er von seinem

Drehstuhl nach rechts, nach links schaute. Aber der Mensch schaut nicht

nur seitwärts, er sieht auch geradeaus, und besonders Benno liebte es,

geradeaus zu blicken. Im Leben allgemein, und von seinem Drehstuhl im

besonderen. Denn ihm gegenüber, auf der anderen Seite des Pultes saß

etwas recht Sehenswertes: das blondköpfige Fräulein Böhle.

Vor zwei Jahren etwa war Fräulein Böhle in die Industriebank

eingetreten, direkt von der Handelsschule. Sie hatte sich in der

Direktion mit einem schmeichelhaften Empfehlungsschreiben, ausgestellt

von einem auswärtigen Geschäftsfreunde des Hauses, eingefunden. Aber ein

besseres Empfehlungsschreiben war ihr frisches Wesen, ihre lebhafte

Schlankheit, ihre vergnügte Sicherheit in Worten und Auftreten.

Das hübsche Mädchen redete mit dem gestrengen Direktor Hermann in einer

drolligen Natürlichkeit und Ungezwungenheit, als spräche sie mit einem

Gleichgestellten, und nicht mit dem Mann, bei dessen Erscheinen in den

Bureaus auf allen Gesichtern eine Art Leichenstarre eintrat.

Und gerade diese Tapferkeit hatte dem Direktor gefallen.

»Sie haben zwar noch nicht praktisch in einem Geschäft gearbeitet,

sondern nur die Handelsschule besucht, auf die ich nicht viel Wert lege,

aber wir könnten's ja mal probieren. Meinen Sie nicht, Kollege Birron?«

Und der zitterige Direktor Birron, der stets meinte, was Hermann meinte,

nickte mit dem Glatzkopf und sagte: »Schon recht.«

Er wußte gar nicht, um was es sich handelte.

»Wieviel Salär beanspruchen Sie?« frug Direktor Hermann das Fräulein,

das inzwischen die Zimmereinrichtung neugierig betrachtet hatte.

Fräulein Böhle war auf diese Frage nicht gefaßt gewesen, sie hatte

überhaupt nicht geglaubt, so schnell angestellt zu werden.

Benno Stehkragen · 第 5 / 9 题