Max Perthes.
Als er fertig war, fiel ihm ein, daß der Brief sie nicht rechtzeitig
erreichen könnte. Nicht einmal als Eilbrief. Sollte er telegraphieren?
Marga konnte erschrecken. Er lief von der Post nach dem Bahnhof. Dort
ergatterte er einen grünen Radler. Der mußte die Botschaft geradeswegs
und so schnell wie möglich nach der Mühle bringen. Perthes war nicht
eher beruhigt, als bis der junge Mann mit seinem grünen Käppi um die
nächste Ecke geflitzt war. Es war schon viel zu viel Zeit versäumt,
viel zu viel.
Sich die Stunden bis zur eigenen Fahrt nach der Mühle zu vertreiben,
kostete ihn eine unglaubliche Anstrengung.
Er nahm sich vor, sein Mittagessen im Café Wagner länger auszudehnen
als sonst. Die Folge war, daß er eine Viertelstunde eher fertig war,
als gewöhnlich. Dann wollte er in seiner Behausung mindestens eine
Stunde schlafen. Noch keine halbe Stunde war vergangen, so sprang
er von seinem Schaukelstuhl auf und streckte den Kopf zum Fenster
hinaus. Es war ein bedeckter, aber angenehmer Sommertag. Es lohnte
sich immerhin, zu Fuß nach der Mühle zu gehen. Nein! Das dehnte sich
so widerlich lang. Also mit dem Lokalzug. Aber da mußte er noch
anderthalb Stunden warten. Genau so war's mit dem Vergnügungsdampfer.
Und der blieb überdies mit Vorliebe in der starken Strömung hinter
der Brücke, dem sogenannten „Teufelswirbel”, stecken. An einen Nachen
war erst recht nicht zu denken. Das Rudern dauerte gegen den Strom
eine halbe Ewigkeit. Blieb -- das Rad. Das war nicht mehr recht fair,
aber praktisch. Er entsann sich eines medizinischen Kollegen von der
Augenklinik, der ihm ein Fahrrad pumpen konnte. Obwohl es noch nicht
drei Uhr war, machte er sich zu diesem Bekannten auf den Weg. Natürlich
war der noch bei Tisch. Aber das Rad war da, und nach einer Bestellung
seines Namens durch die Hauswirtin konnte er riskieren, es zu nehmen.
Jedenfalls nahm er es. Daß er so von allen ihm zu Gebote stehenden
Fuhrwerken -- Autodroschken ungerechnet -- das geschwindeste gewählt,
war der reine Zufall. Wenn er zufuhr, konnte er in zwanzig Minuten auf
der Sägemühle sein. Und er fuhr zu.
Er sah nicht rechts noch links. Er wäre um halb vier Uhr an Ort und
Stelle gewesen, wenn er nicht ganz unerwartet von einer Stimme hinter
sich angerufen worden wäre.
„Holla, Doktor! Sie sind wohl Rennfahrer, was?” klang es ihm boshaft
nach.
Verdutzt drehte er sich um. Er hatte gar nicht bemerkt, daß er an einer
gleichfalls radelnden jungen Dame vorbeigesaust war.
An der Stimme hatte er Fräulein Hupfeld erkannt.
Wenn er nicht schon zurückgeschaut, und wenn es sich nicht um die
Tochter seines präsumtiven Chefs gehandelt hätte -- er wäre schlankweg
weitergefahren. So machte er eine Volte und wartete, bis Fräulein
Exzellenz in sehr gehaltenem Tempo sich näherte. Sie sah schick
aus in dem leichten, lichtbraunen Kostüm mit der gleichfarbenen
Mütze, die ein heller, bauschiger Autoschal mit flotter Schleife
unter dem Kinn festhielt. Die kecke Stupsnase und ein paar seltsam
flackernde, graubraune, intensive Augen blickten aus dem flatternden
Musselin hervor. Frei und ungezwungen, nur die eine Hand am Griff der
Lenkstange, saß sie auf dem Rad. Die länglichen, schmalen Füße in
braunen Lackhalbschuhen regierten spielend die Pedale.
„Sie sind also auch noch so stillos, zu radeln?”
„Ich bin immer mein eigener Stil,” gab Perthes mit hochtrabender Kürze
zurück.
„Hübsch. Das könnte beinahe ~ich~ gesagt haben!” Alice war jetzt neben
ihm. „Wissen Sie, das wievielte Mal es ist, daß Sie mich nicht grüßen,
Doktor Perthes?”
„Nein, gnädiges Fräulein. Jedenfalls bedaure ich --”
„Das erstemal vor einigen Wochen. Da rannten Sie mit einem Armvoll
Rosen an mir vorbei, als hätten Sie mich noch nie gekannt.” Sie reichte
ihm mit handkußheischender, ungezwungener Bewegung die Hand von Rad zu
Rad, während sie ihn mit einem herausfordernden Blick von Kopf zu Fuß
oder vielmehr, wie dies ihre Gewohnheit war, von Fuß zu Kopf musterte.
Perthes begnügte sich mit einem flüchtigen Händedruck. Nichts kam ihm
ungelegener als dies Zusammentreffen, und er gab sich keine Mühe, sein
Mißbehagen zu verbergen.
Alice, die seinen Widerstand sofort heraus hatte, fuhr noch langsamer
und zwang ihn, mit ihr gleiches Tempo zu halten.
„Das zweitemal, wo Sie mich schnitten,” fuhr sie mit gemächlicher
Harmlosigkeit fort, „gingen Sie mit einem blonden Herrn, der ungemein
jovial und lustig aussah, im Geschwindschritt über die Brücke nach der
Altstadt. Papa und ich fuhren im Automobil an Ihnen vorbei. Das war vor
fünf, sechs Tagen.”
„Aber Sie führen ja geradezu Buch über meine Unterlassungssünden!”
„Das drittemal heute, Doktor. Ist das etwa Absicht -- Herr Perthes?”
Sie sah ihn nicht an, aber rundete auf eine maliziöse Art ihre
spitzbübischen Lippen.
„Gnädiges Fräulein,” wehrte sich Perthes, „ich bitte tausendmal um
Vergebung! Ich bin völlig unschuldig! Denn --”
„Na -- ob Sie so sehr unschuldig sind,” bemerkte Alice mit einem
vieldeutigen Seitenblick, „ist 'ne Frage für sich! Wo wollen Sie denn
eigentlich hin?”
„Ich fahre spazieren,” erwiderte Perthes hastig.
„Spazieren?” wiederholte sie ungläubig-gedehnt. „Das trifft sich ja
famos. Ich fahre nach dem Stift. Wir wohnen jetzt ein paar Wochen
draußen. So ab und zu wohnt sich's ganz nett in dem alten Rumpelkasten.
Sie kennen doch Stift Nieburg?”
„Vom Vorbeigehen -- natürlich.” Das Stift lag einige hundert Schritte
von der Sägemühle entfernt auf halber Bergeshöhe; ein schloßartiges
Gebäude aus dem achtzehnten Jahrhundert mit einer hochgetürmten
Kapelle, mitten in altem Park, das Flußtal beherrschend. Exzellenz
Hupfeld hatte sich diesen prächtigen Sitz, ein früheres adliges
Fräuleinstift, als Sommerresidenz gekauft. „Es muß sich dort nicht
schlecht hausen lassen. Das denke ich mir,” setzte Perthes hinzu, um
das Gespräch nicht unhöflich stocken zu lassen.
„Gott, Papa hat nu mal die schnurrige Vorliebe für olle Kamellen!
Ich mach' mir nicht viel draus. Das Romantische ist nicht mein Fall.
Aber Sie, Doktor -- Sie sehen so'n bißchen nach Räuberromantik aus.
Die Kapelle ist ganz niedlich. Und im Saal hängen über wurmstichigen
Möbeln, die wertvoll sein sollen, greulich öde Ahnenbilder. Wenn
Sie Lust haben, kommen Sie 'n bißchen mit rauf! Ich bin bis Abend
mutterseelenallein. Schloßbesichtigung gratis!” Sie zwinkerte halb
listig, halb spöttisch mit ihren Augen, die ihre Farbe wechseln zu
können schienen, indem sie bald grünlich, bald golden aufschimmerten
oder ihr undurchdringliches Graubraun bewahrten.
„Sehr liebenswürdig! Aber zu meinem Bedauern -- heute geht's nicht.
Wirklich nicht! Ich muß nachher noch arbeiten!” Perthes war nicht für
Ausrede und Verstellung gemacht. Man sah ihm an, daß er flunkerte. Er
errötete sogar ein wenig. Ihr sagen, wohin er wollte, konnte er nicht.
In ihrer Gegenwart von Marga oder auch nur von etwas zu reden, das mit
ihr im Zusammenhang stand, widerstrebte ihm. Er wäre ihrer Einladung
auch nicht gefolgt, wenn er gekonnt hätte. Alice Hupfelds freie und
saloppe Art, die immer der Gipfel des Modernen sein sollte, entsprach
seinem Geschmack heute weniger denn je. Vielleicht daß sie ihn auch
verwirrte. Ihre spottsüchtige Koketterie zwang ihn zu einer ständigen
Kriegsbereitschaft, die ihm heute besonders beschwerlich wurde.
Sie dachte nicht daran, ihn zu entlassen. Je deutlicher seine Ungeduld
wurde, um so weniger. Dieses schwarzbärtige Mannkind, das sie in
Perthes sah, reizte sie, je spröder er sich gab, nur um so stärker.
Seine Gewandtheit, sein Temperament und seine Kraft, die sie vom
Sportplatz kannte, imponierten ihr. Sein Aussehen, das dunkelgebräunte
Gesicht mit den ungebärdig über die Stirn fallenden, buschigen Haaren,
den großen, oft unvermittelt aufglühenden Augen, hatte für sie etwas
Exotisches, das sie anzog, während seine innere Unberührtheit und
Ungelenkigkeit, die mit der äußeren Geschicklichkeit kontrastierte, sie
lächerte und zu spöttischer Überlegenheit herausforderte.
„Ich glaube, Sie sind ein wenig prüde, Doktor Perthes,” sagte sie nach
einer Weile wie in Gedanken vor sich hin.
„Ich? Wieso? Wie meinen Sie das?” fragte Perthes zerstreut.
„Ich denke mir's eben. Vielleicht steckt hinter Ihnen ein ganz
ehrsamer, biederer Philister -- wie?” Ihre Augen begegneten mit voller
Angriffslust den seinen, und ihr Mund verzog sich, als unterdrücke sie
ein boshaftes Lachen.
„Schon möglich!” gab Perthes achselzuckend zurück. Seine
Unbehaglichkeit wuchs mit jeder Umdrehung des mühsam zurückgehaltenen
Rades. Welche Tücke hatte ihm gerade jetzt dieses verteufelte Mädel
zuführen müssen, das sichtlich sein Vergnügen daran fand, eine Stimmung
auszunutzen, die ihn wehrlos machte?
„Mit wem verkehren Sie denn hier in der Hauptsache?” forschte sie
unvermittelt weiter. Es war eine Liebhaberei von ihr, Fragen scheinbar
zusammenhangslos aneinanderzureihen, die sie dann plötzlich zu einer
unvermuteten Schlinge zusammenzog.
„Ich habe sehr wenig Verkehr, Fräulein Hupfeld. Vorzugsweise bin ich in
Gesellschaft meiner Bazillen,” scherzte er grimmig.
„Da haben Sie ja ausgesuchte Gesellschaft!” lachte Alice.
Es war ein helles, kurzes, aufreizendes Lachen, bei dem er nervös die
Hände um die Lenkstange preßte, als wollte er sie zerbiegen. Wußte sie,
daß er bei Richthoffs aus und ein ging? Wollte sie ihn aushorchen?
Spottete sie über seinen Verkehr?
Zum Glück trennten sich jetzt die Wege. Der zum Stift Nieburg führte
seitwärts bergan. Die Landstraße lief nach der Sägemühle geradeaus
weiter.
Alice sprang leichtfüßig vom Rad.
Perthes tat dasselbe, um sich zu verabschieden.
„Werden Sie denn bei Papa als Assistent eintreten?” warf sie nüchtern
hin.
„Wohl möglich!”
„Na -- dann werd' ich Sie mal ein bißchen in Erziehung nehmen, Doktor
Perthes!”
„Scheint Ihnen das nötig?”
„Oh -- dringend! Ich werde Sie zum Beispiel lehren, daß man junge Damen
seiner Bekanntschaft nicht übersieht. Dann werd' ich Ihnen beibringen,
daß man einer jungen Dame, die ihr Rad bergan schieben muß,” -- sie
deutete auf den etwas steilen Weg, der zum Stiftstor führte -- „seine
Dienste anbietet!”
„Da scheint die Assistenz bei Ihrem Herrn Vater mit gewissen
Nebendiensten verbunden zu sein!” entfuhr es Perthes wütend. Sein Unmut
darüber, daß er aufgehalten und absichtlich mißhandelt wurde, riß ihn
zu dieser groben, patzigen Unhöflichkeit fort.
Er hatte sich Alice gegenüber nur eine Blöße gegeben. Sie warf den
schleierumbauschten Kopf in den Nacken zurück. Eine Strähne ihres
rötlichen, ungebärdigen Haares schlüpfte unter der Mütze hervor.
Ihre Lippen spitzten sich und bebten leise, während die kecken,
spitzbübisch-kecken Augen ihn wie zuerst von Fuß zu Kopf musterten und
sich dann ohne Scheu in die seinen hefteten.
„Ich wollte sagen --” verbesserte sich Perthes mit einer
Unbeholfenheit, die nichts verbesserte.
„Nicht nötig!” schnitt sie ihm das Wort ab. „Ich werde mich für Ihre
Grobheiten schon schadlos halten, Doktor!” Sie gab ihm die Hand, als
wäre nichts geschehen. Und er wagte diesmal nicht, diese schmale,
schmiegsame Hand ohne einen flüchtigen Handkuß zu lassen.
Ihre Augen zuckten triumphierend. Sie nickte ihm zu, als wollte sie
sagen: Ich fange schon an, mich schadlos zu halten! Und ohne ihn weiter
zu beachten, stieg sie, das Rad neben sich herschiebend, zum Stift
hinauf. --
Perthes schwang sich wieder auf den Sitz. Er fuhr in schnellem Tempo
der Mühle zu, deren Dach unweit zwischen den hohen Gartenbäumen
durchschimmerte. Seine Uhr zeigte vier. Es war also noch immer
reichlich viel früher, als er sich angemeldet hatte. Aber er hätte
ohne dieses Zusammentreffen auf offener Straße eine halbe Stunde
eher da sein können. Warum hatte sich dieses tolle Mädel wie ein
fratzenschneidender Kobold in seine ernste, zielsichere Stimmung
gedrängt? Er wütete innerlich gegen sie und ihre forschen Allüren, ihre
spottlüsterne, herausfordernde Überlegenheit. Diese ganze gelenkige
Mischung von Harmlosigkeit und Bosheit war ihm verhaßt. Ohne Zweifel!
Und um ihr pfiffiges Schelmengesicht zu vertreiben, rief er sich Marga
ins Gedächtnis. Es hielt schwerer, als er gedacht. Fräulein Exzellenz
war hartnäckig, auch noch in seiner Vorstellung.
Perthes war froh, als er die Sägemühle erreichte, die heute wie
verschlafen hinter ihrem sonnenlosen Garten lag. Ein Pfauenschrei vom
Geflügelhof war der einzige Laut, der ihn bei der Einfahrt empfing.
Er sprang ab und schob sein Rad in den Gitterstand, der für diesen
Zweck links vom Tor angebracht war. Er war trotz des Schattens heiß
geworden und trocknete sich die Stirn. Ein Blick in den Garten
überzeugte ihn, daß da die Gesuchten nicht zu finden waren. Er trat ins
Haus und fragte die Wirtsfrau, die neben dem Büfett döste, nach den
jungen Damen. Sie glaubte, die beiden Fräuleins hätten einen Ausflug
gemacht. Ja, natürlich; jetzt, während sie sich die Augen rieb, fiel es
ihr „für gewiß” ein: sie waren schon am Vormittag weg und wollten erst
zum Abend zurückkommen.
Damit hatte Perthes auch nicht einen Augenblick gerechnet.
Wahrhaftig! Als er sich im öden, plakatreichen Gastzimmer umblickte, wo
nur die Fuhrleute oder die Bauern aus der Umgebung ihr Glas Bier oder
ihren Schnaps zu trinken pflegten, sah er seinen eiligen Kartenbrief
friedvoll am Spiegel stecken. Marga hatte ihn also nicht einmal mehr
erhalten. Trotz des grünen Radlers! Heute, ausgemacht heute mußten die
beiden eine Tour machen! Wo das Wetter nicht einmal danach war! Ganz
verzweifelt knickte er auf einer der rohgezimmerten Bänke zusammen.
Wohin die Damen gegangen wären, forschte er kleinlaut. Das wußte
die gute Wirtsfrau auch nicht. Vielleicht hatten sie's ihrem Mann
gesagt, aber der war in der Stadt. Also ihnen entgegenfahren konnte
Perthes auch nicht. Es blieb gar nichts anderes übrig: wenn er nicht
unverrichteter Dinge heimkehren wollte, mußte er bis gegen Abend
warten. Eine Geduldsprobe, die zweite schon an diesem Nachmittag, die
wie Rauhreif auf sein Ungestüm fiel ...
Er bestellte sich Kaffee. Trostlos ging er in den Garten und setzte
sich an den Tisch im Haselgebüsch, wo sein erster mißlungener Besuch
auf der Mühle angefangen hatte.
Kein Spaziergänger ließ sich heute ringsum blicken.
Es gab so Tage, erklärte die Wirtin, als sie ihm selber den Kaffee
brachte, da blieben sie wie auf Verabredung alle weg. Dabei war es doch
nicht einmal übles Wetter. Im Gegenteil. Sehr angenehm zum Gehen. An
Regentagen kamen sie manchmal in hellen Haufen. Es war sogar möglich,
daß heute, mit dem Lokalzug um fünf Uhr, noch so viele kämen, daß man
nicht Hände genug hatte, sie zu bedienen.
So philosophierte die junge, jetzt munter gewordene Frau, und Perthes
hörte gottergeben zu.
Oder er hörte vielmehr nicht zu, sondern sah unglücklich zwischen den
Büschen durch, in den Garten. Wie trübselig der aussah mit seinen
leeren, buntgedeckten Tischen! Wie jämmerlich der dumme Springbrunnen
in der Mitte, den er noch nie beachtet, in sein dürftiges Bassin
plätscherte! Und draußen kroch der Fluß in grauer Greisenhaftigkeit;
drüben, am anderen Ufer, schwammen Feld und Wald langweilig ineinander.
Das war ja, um selber trübselig zu werden! Und das sollte womöglich
stundenlang dauern? Wie gemacht für ihn, um sich zu vergrübeln!
Stand er vielleicht im Begriff, eine Dummheit zu machen? Die Dummheit
seines Lebens, die alle früheren übertraf? Oder -- wie? -- wenn Marga
ihn nicht anhörte? Wenn, ja wenn -- das war das Tollste, darauf war er
noch gar nicht gekommen, und das war so unmöglich gar nicht! -- wenn
er sich nur eingebildet hatte, daß sie ihn liebe? Wenn sie überrascht
war von dem, was er ihr sagen wollte? Und ihn abwies? Aber das war ja
verrückt!
Gepeinigt stand er auf und ging mit langen Schritten in dem leeren
Garten zwischen den Tischen auf und ab, um den blödsinnig plätschernden
Springbrunnen herum und noch einmal herum. Gewiß, das war unsinnig!
Und doch plagte ihn diese jüngste Ausgeburt seiner Phantasie mit allen
Teufeleien, deren sie fähig war. Wie ein dummer Junge stand er jetzt da
und starrte kleinmütig über den Lattenzaun des Gartens weg in den Fluß.
Warum sollte sie auch die Sache nur in Erwägung ziehen? Was konnte er
ihr überhaupt bieten? Wie sollte er sich verständlich machen und die
Geschichte anfassen? Am Ende hatte es gar keinen Zweck ... Im Nu war
Max Perthes aus dem Gleise geworfen, wenn sich etwas nicht so gerade
und einfach anließ, wie er es vor sich sah. Es blieb dabei: er konnte
immer noch erst springen, aber nicht gehen ...
Der Lokalzug brachte diesmal nicht den von der kundigen Wirtin als
möglich prophezeiten Andrang. Der Garten blieb leer. Zwei, drei
Einspänner, alte Herren mit Perücken, mit Mänteln mitten im Sommer und
Stöcken mit Elfenbeinkrücken, tranken, weil sie nun einmal täglich
kamen, ihre Tasse Kaffee und lasen ihre Zeitung. Das war alles.
Und doch hellte sich der Himmel gegen Abend auf. Die Sonne drängte
sich, etwas blaß und schüchtern freilich, durch die weißgrauen Wolken.
Und den Fluß herunter kam ein Boot mit rotbemützten Studenten gezogen,
deren Gesang halb wehmütig, halb heiter übers Wasser klang. Sie sangen
von der Saale im Tale und den Burgen auf den Bergen. Erinnerungen an
seine eigene Studentenzeit am fröhlichen Rhein erwachten in Perthes.
Sie und der verhallende Gesang und das zage Sonnenlicht erzeugten eine
ruhigere Stimmung in ihm. Die zerfahrenen, unmännlichen Zweifel wichen
allmählich einer tapferen, fast heiteren Zuversicht. Das Unmögliche
und Unerreichbare einer Liebe, die es nirgends, für ihn jedenfalls
nirgends, gab, lag hinter ihm mit der Unreife und Halbheit, der
rastlosen Jagd von Extrem zu Extrem; das Wirkliche und Faßbare war vor
ihm. Das wollte er als Mann ergreifen und festhalten. So konnte er
Marga entgegentreten, mit ihr sprechen.
Drüben, am anderen Ufer, stieß jetzt das Fährboot ab.
Perthes sah zu, wie es erst gegen die Strömung arbeitete und sich dann
in der Mitte des Flusses von den Wellen aufnehmen ließ. Der breite
Rücken des Schiffers hatte ihm die Insassen verdeckt. Jetzt erkannte
er sie und richtete sich auf. Er ging aus dem Garten und stieg die
Böschung hinunter, nach dem Steg ...
„Du, ich glaube -- wahrhaftig! -- Doktor Perthes erwartet uns drüben!”
konstatierte Elli mit halblauter Überraschung.
Marga, die die Hand ins Wasser getaucht hatte, um die frische, ziehende
Kühle zu spüren, hob sie langsam heraus. Sie war selbst verwundert,
_wie_ langsam. Und war auch verwundert, wie wenig verwundert sie war.
All die letzten Tage war sie so tieftraurig, so in sich zerrissen,
so bitter-wortkarg gewesen. Elli hatte sich gar nicht mehr mit ihr
zu helfen gewußt und schließlich, aus reiner Verzweiflung, einen
Tagesausflug vorgeschlagen -- trotz des mäßigen Wetters. Weit über
die Berge waren sie durch die einsamen Wälder nach einer Schloßruine
über dem Flußtal gewandert. Marga blieb bis über Mittag so trüb und
verschlossen, als sie nur je gewesen. Erst am Nachmittag kam plötzlich,
ihr selbst unerwartet und unverständlich, eine Fröhlichkeit über
sie, wie lange nicht. Grundlos, gegenstandslos -- eine von jenen
unbegreiflichen Offenbarungen des Gefühls, die sinnlos erscheinen und
doch mit geheimnisvoller Ahnung mitten im Unglück eine glücklichere
Zukunft vorauszukünden scheinen. Und diese frohe Aufwallung, die Elli
jubelnd begrüßte und miterlebte, hielt vor. Auf dem Hinweg hatte
Elli vergebens versucht, der Schwester die Herrlichkeit der alten
Buchen, der aus der Ferne ins Walddüster lachenden Kornfelder, des
in der Tiefe zwischen Felsen aufschäumenden Flusses nahezubringen;
auf dem Heimweg war es Marga, die beschrieb. Eins von den Bildern,
die ihr inneres Gesicht sah: es war ihr, als schritten sie unter
goldwolkigem Sommerhimmel talab über einen unabsehbaren Hang von
blauen Glockenblumen, die im Winde wunderbar läuteten, mit zarten,
dünnen, verheißungsvollen Stimmchen. Und wie sie an den Fluß kamen und
übersetzten, hörte sie noch immer auf das seltsame, lockende, feine
Klingen im Winde. Wie natürlich war es, daß er da drüben stand am Ufer,
jenseit des Blumenhanges und des Wassers, das ihn silbern besäumte!
Sein gemessen-ernster Gruß, der jetzt ihr Ohr traf, erschreckte sie
nicht. Sie lächelte, als müßte es so sein. Die eine Hand gab sie
Elli; die andere ergriff er und half ihr aussteigen, während Elli dem
Fährmann seinen Groschen gab.
„Sie sind ja gar nicht ein bißchen erstaunt und ungehalten, mich hier
zu treffen!” meinte Perthes.
Marga erwiderte nichts. Wie sie von ihm sich die Böschung hinaufführen
ließ, klangen ihr die Glockenblumen von drüben nach; ihre zarten,
dünnen Stimmen wuchsen, und ihr Geläute schwoll so mächtig, daß es sie
betäubte.
Erst als sie im Garten standen, verstummte das Getön, und sie ließ
seinen Arm los.
„Sie müssen nicht denken, ich hätte Ihr Verbot, zur Mühle zu kommen,
leichtsinnig vergessen, Fräulein Marga!” begann Perthes wieder. „Der
Brief, mit dem ich mich anmeldete und um eine Unterredung bat, steckt
in der Wirtsstube drinnen seit Stunden am Spiegel. Es hängt auch jetzt
noch ganz von Ihnen ab, ob Sie mich einen Augenblick hören wollen!” Er
sah Marga forschend an. „Unter vier Augen,” setzte er hinzu und sah
hinter sich.
Aber Elli war verschwunden. Wie von der Erde verschluckt. Sie
versicherte später, sie habe stets einen „feinen Merks” für gewisse
Situationen gehabt. Einen sehr feinen sogar ...
Marga antwortete nicht auf Perthes' Frage. Ihr war zumute, als spänne
das Bild ihrer Phantasie sich selbsttätig weiter; als sei all das
Traum und nicht Wirklichkeit. Sie ließ sich von ihm an den Tisch im
Haselgesträuch leiten und setzte sich zu ihm, wie er es wollte.
„Vor ein paar Wochen,” hob Perthes, durch ihr Schweigen befangen, an,
„hatte ich daran gedacht, von hier für immer fortzugehen. Wissen Sie:
damals, als ich die törichte Geschichte mit Hilde König ausgeschwärmt
hatte. Und als Sie, Fräulein Marga, mich vorigen Dienstag auf Wochen
hinaus fortschickten, dachte ich wieder, es würde wohl das Beste
sein. Ich hatte Lust, wie ich Ihnen schon früher einmal erzählte,
die Bakteriologie wieder an den Nagel zu hängen und zur Chirurgie
zurückzukehren. Erinnern Sie sich noch, Fräulein Marga?”
Sie nickte mechanisch mit dem Kopf. Sie verstand nur halb, was er sagte.
„Nun erhielt ich heute ein unerwartetes Anerbieten, hier bei Geheimrat
Hupfeld als Assistent einzutreten,” fuhr er mutiger fort. „Ehe ich
mich entscheide, möchte ich hören, was Sie darüber denken.”
„Aber davon versteh' ich ja gar nichts!” erwiderte Marga leise. Sie
nahm zerstreut ihren weißen englischen Strohhut ab und legte ihn neben
sich auf den Stuhl. Verträumt strich sie das Haar über ihrer Schläfe
zurecht.
„Zu verstehen brauchen Sie da weiter nichts, Fräulein Marga. Sie sollen
mir nur sagen, ob Sie wünschen, daß -- daß ich -- nun, daß ich eben
hierbleibe. Das hängt nämlich von Ihnen ab. Nur von Ihnen,” wiederholte
er gepreßt.
„Von -- mir?” stammelte Marga. Sie hatte bisher die Augen blicklos ins
Weite gerichtet. Jetzt suchten sie ihn mit einem unbeschreiblichen
Ausdruck von Besorgnis und Verwirrung, als könnten sie ergründen, wohin
er mit diesem vieldeutigen Wort zielte. Ob er scherzte; ob er sie
quälen wollte, mit ihr spielen, oder ob ...
„Ich rede in vollem Ernst, Fräulein Marga!” beteuerte Perthes, der
ihren Blick richtig deutete. „Ich habe mich die letzten Tage, während
ich fernblieb, gründlich vorgenommen. Ich wäre nicht wieder zu Ihnen
gekommen, wahrhaftig nicht, wenn ich mir nicht ein Recht dafür hätte
zusprechen können. Ich nehme die Stellung nur an, wenn Sie, Fräulein
Marga, mir erlauben, wie bisher zu Ihnen zu kommen. Auch auf die
Sägemühle. Und ich muß sogar noch weitergehende Bedingungen machen:
wenn Sie versuchen, mehr für mich zu sein als eine Freundin! Wenn Sie
--” Die Erregung nahm ihm die Stimme, und er faßte nach ihren Händen,
die vor ihm auf dem Tisch lagen. „Wenn Sie --”
Marga zog sie mit einem leisen Aufschrei zurück. Sie warf sich gegen
die Lehne ihres Stuhles. Bei seiner Berührung war sie plötzlich aus
ihrer traumhaften Betäubung erwacht. Eine jähe Röte schoß in ihre
Wangen und wechselte augenblicklich mit tiefer Blässe.
„Nein, nein, nein!” stieß sie entsetzt hervor. Sie krampfte ihre Hände
vor der Brust ineinander. Das sollte Wirklichkeit sein? Das durfte ja
nicht Wirklichkeit sein. Niemals! „Nein! Nein! Nein!” wiederholte sie
noch einmal mit äußerster Anstrengung und hob die Hände gegen ihn,
als wollte sie so das Unmögliche und Unerlaubte von sich wegzwingen.
Ihre Augen hatten einen beinahe irren Ausdruck angenommen. Sie wollte
aufspringen. Sie wollte fortlaufen, ihm entfliehen -- aber ihre Kraft
versagte. Die Arme fielen ihr erschöpft nieder, und die Augen schlossen
sich, wie von einem übermenschlichen Schmerz zugedrückt.
Perthes war gleichfalls erblaßt. Schweigend starrte er sie an. „Sie
wollen also nicht,” sagte er dann tonlos und bitter.
„Ich -- ich darf nicht!” stammelte Marga mit zuckenden Lippen.
„Sie dürfen nicht?” fragte er dumpf. „Und warum nicht? Weil Sie nicht
können? Weil Sie mir nicht mehr geben können als Freundschaft? Darum?”
Marga schüttelte gequält den bleichen, blonden Kopf.
„Oh, Sie trauen mir nicht! Sie können nicht glauben, daß ich weiß, was
ich will! Was ich tue! Ich habe Ihnen keine hohen Liebesbeteuerungen
vordeklamiert! Ich will nicht, daß Sie auch nur eine unwahre Silbe von
mir hören! Nur versuchen sollten Sie's mit mir! Ehrlich versuchen, bis
Sie sich überzeugt haben, daß ich's ehrlich meine!” Seine Worte brachen
jetzt ungestüm und drängend aus ihm hervor. Er verkannte sich nicht.
Er wußte, wie er an Reife hinter ihr zurückstand. Aber er wußte auch,
daß er sie und nur sie brauchte! Und er wiederholte ihr mit seiner
leidenschaftlichen Beredsamkeit alles, was in diesen Tagen in ihm
vorgegangen war, mit rückhaltloser, nichts verbergender Offenheit.
Während er noch sprach, sank Margas Kopf vornüber auf den Tisch, auf
ihre Arme. Und mit einem Mal schüttelte das Schluchzen wie ein Schauer
ihren Leib.
Erschrocken hielt Perthes inne.
„Ich darf ja nicht! Ich bin ja blind! Ich darf ja nicht!” ging es
wie der Schrei eines auf den Tod Getroffenen durch den abendlichen,
einsamen Garten.
Jetzt hatte Perthes verstanden.
Er reckte sich. Auch über ihn lief es wie ein Zittern. Es war sein
Herz, das groß und übermächtig und warm in ihm aufpochte, als wollte es
die kräftige Brust sprengen. Es war _gut_, was er wollte! Und es war
_Schönheit_, die seine Seele weitete! Mochte das Gefühl nun Mitleid
sein, unsägliches Mitleid oder brüderliche Freundschaft oder Liebe: er
mußte ihre Hände ergreifen, stark und zwingend. Er mußte sie an sich
ziehen --
Und Margas Kraft war zu Ende. Willenlos fiel ihr Kopf an seine Brust,
und ihr tränenüberströmtes Gesicht verbarg sich dort. Um schwach zu
sein, einen Augenblick schwach wie ein Weib, das liebt -- und kostete
ihre Schwäche sie ihre Seligkeit ...
Als Elli mit dem „feinen Merks” eine halbe Stunde später vernehmlich
„Pardon!” rief, ehe sie an den Tisch hinter den Haselbüschen trat,
fand sie die beiden Hand in Hand, und Marga lehnte an Perthes'
Schulter. Elli war natürlich furchtbar überrascht. Aber genau genommen
hatte sie gewußt, daß es so kommen würde. Fast hätte sie „immer”
dazugesetzt, wie Schwester Käthe.
8
Kissingen, den .. Juli 19..
Meine liebe kleine Elli!
Nur durch eine Ansichtskarte habt Ihr uns bisher Eure Übersiedlung nach
der Sägemühle gemeldet. Papa ist schon ganz ungehalten, daß er keinen
Brief bekommen hat, und ich habe große Mühe, Euch gegen seine empörten
Ausfälle, wie undankbare, mißratene Kinder er habe, in Schutz zu
nehmen. Also schreibt ihm nur gleich nach Empfang meines Briefes, sonst
wird er ernstlich böse.
Es ist hier im lieblichen Frankenlande wunderbar schön. Die Natur
bietet viel. Aber noch mehr das großartige, wirklich internationale
Badeleben. Wenn man den rechten Blick für Menschen hat, kann man hier
seine Studien machen. Es ist doch kein bloßes Vorurteil, das Wort:
Reisen bildet! Ich habe hier, in den paar Wochen, mehr beobachtet und
gelernt als zu Hause in einem halben Jahr. Die „große Welt”, die uns
auf Schritt und Tritt umgibt, ist zuerst verwirrend und blendend; aber
allmählich gewöhnt man sich daran. Toiletten sieht man -- im Bad,
am Brunnen, bei den Konzerten --, Du kannst Dir keine Vorstellung
machen, Kleinchen, _wie_ tipp-topp! Man will sich ganz klein vorkommen,
aber dann sagt man sich: Wahre Bildung ist doch vornehmer als dieser
hohle Luxus! Und man sucht in dem Gewühl von Menschen nach solchen,
die wirklich fein -- ich meine, geistig und seelisch bedeutend
sind. Wie schnell kommt da die Erfahrung, daß solche Menschen recht
nahe beisammen sind und gar nicht aussehen wie diese prunkenden
Weltmenschen. Ich schreibe regelmäßig und viel in mein Tagebuch und
wundre mich oft selbst, natürlich ohne Hochmut, wie reif und mit mir
selber fertig ich in den letzten Jahren geworden bin. Wenn Du artig
bist, Kleinchen, sollst Du im Herbst -- versteht sich mit Auswahl --
daraus vorgelesen bekommen.
Was treibt Ihr denn auf der Mühle?
Gewiß macht Ihr schöne Ausflüge über die Berge, handarbeitet im Garten,
liegt in der Hängematte im Wald und lest viel. Meine Gedanken sind
oft und in schwesterlicher Liebe bei Euch. Lest nur, bitte, bitte, ja
keine Bücher, die noch nichts für Euch sind! Das kann so viel Unheil
anrichten. Denkt Euch: Lizzie, die doch älter ist als Ihr, hat kürzlich
ein Buch von Zola (!) gelesen, das sie ganz krank und verzweifelt
gemacht hat. Ich habe ihr kräftig den Kopf zurecht gesetzt, sie
will mir das Buch einmal schicken, und ich werde mich, ihr zuliebe,
gründlich mit ihm auseinandersetzen, um ihr zu helfen, denn allein
findet sie ja doch nicht heraus. Ich bin ganz traurig über sie.
Sage, bitte, Marga, ich hätte hier noch einmal unser letztes Gespräch
auf dem Weinberg durchgedacht und wäre zum gleichen Resultat gekommen
wie damals. Vielleicht hat sie inzwischen mich auch besser verstanden
und eingesehen, wie gut ich's mit ihr meine. Ich bin ihr gar nicht
böse, daß sie's nicht gleich konnte!
Papa kam eben in mein Zimmer und wetterte über die „vermaledeite
Briefschreiberei”. Ich will also schließen. Es ist gar nicht immer
so leicht mit ihm, weil er in beständigem Krieg mit dem Badearzt und
allen Verordnungen lebt. Doch wenn man ihn zu nehmen weiß, läßt er sich
meistens zu seinem Besten überzeugen. In acht bis vierzehn Tagen soll's
nach Tirol oder nach Bayern gehen. Wie ich mich darauf freue, könnt Ihr
euch denken!
Mit herzlichen Grüßen, auch für Marga, und einem Kuß für Dich, liebe
Elli, bin ich