U-Boot-Abenteuer im Sperrgebiet
[Illustration]
Alle Rechte, auch das der Uebersetzung, vorbehalten.
Copyright 1917 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.
U-Boot-Abenteuer
im Sperrgebiet
Von
K. E. Selow-Serman
Druck und Verlag August Scherl G. m. b. H.
_Berlin_
Inhalt
Seite
Die U-Bootsfalle 7
Die Minenpest 19
Der deutsche U-Boot-Walfisch 32
Das geheimnisvolle Segelschiff 40
Zwischen den Sperrgebieten 53
Der kritische Augenblick 70
Das brennende Meer 84
Der deutsche Reservist 96
Der Konvoi 107
Die U-Bootsfalle
»Nu will ick dir aber mal wat verklaren. Hör bloß mit din dammeligen
Quatschen up, sonst hang ick di mol fif Minuten öwer Bord. Du bist ja'n
gräsigen Kirl«, schnauzt der Obermatrose Tönjes den Matrosen Lehmann aus
Berlin an, der seine erste Fahrt auf »U 217« macht; trotzdem spinnt er
ein Seemannsgarn, als hätte er jahrelang schon nichts anderes getan als im
Sperrgebiet ein Schiff nach dem anderen versenkt.
Seit einigen Tagen liegt das Boot auf der südlichen Anmarschstraße
zur Irischen See auf Lauer. Mehrere Schiffe sind ihm bereits zum Opfer
gefallen. Gegen schweren Nordwestwind war »U 217« von Helgoland
ausgelaufen und hatte seinen Weg mühsam nordwärts um Schottland herum
genommen. Oft schien es, als ob es überhaupt nicht weiterginge, so schwer
haute das kleine Fahrzeug in die See ein. Wachoffizier und Rudergänger
mußten mit Leinen festgebunden werden, um nicht durch die unablässig
über den Turm hinweg jagenden schweren Brecher über Bord gerissen zu
werden. Jeden Augenblick zitterte das ganze Boot unter dem krachenden
Aufschlagen der Tiefenruder. An einigen Stellen platzten Nieten los,
das Geländer verbog sich, ein Stück der Beplattung hatte sich bereits
losgearbeitet.
Und erst im Innern! Den Leuten war es fast unmöglich, den tollen
Bewegungen ihres Fahrzeuges zu folgen. Wieder und wieder stand der
Kommandant vor der Überlegung, zu tauchen, um dem Geschüttle und
Geschlingere durch Aufsuchen der ruhigeren Tiefe zu entgehen. Der
elektrische Antrieb aber ist kostbar. Vor einigen Tagen erst hatte
Deutschland die Gewässer rings um England als Sperrgebiet erklärt, wer
konnte wissen, welche Gegenmaßregeln die Engländer ergriffen hatten.
Jeder Augenblick konnte das Tauchen für unbestimmt lange Zeit erfordern,
da hieß es, die elektrische Kraft voll aufgespeichert zu halten.
Als hätte die deutsche Bekanntmachung die See reingefegt, so zeigt sich
kein Schiff in der weiten Nordsee. Selbst die so gewinntüchtigen Norweger
sind verschwunden; anscheinend brauchen sie noch Zeit zur Überlegung, wie
sie sich möglichst ungefährdet nach England durchschleichen können. Noch
vor wenigen Wochen -- kaum vierzehn Tage sind es -- bei der Rückkehr von
der letzten Fahrt, sah es hier etwas anders aus. Kein Tag verging, der
nicht mehrere Rauchfahnen oder die hellen Segel skandinavischer Schiffe
in Sicht brachte, -- jetzt sind selbst die Fischer verschwunden. Wie
ausgestorben liegt die See, als wenn sie ausschließlich nur den deutschen
U-Booten und den Möwen gehörte. So weit das Auge auch zu blicken vermag,
überall heben sich die schweren grünlichgläsernen Wellenberge aus der
See, weißer Gischt züngelt herauf, krachend brechen sie in das Tal hinab.
Tagelang. Immer das gleiche, eintönige und doch so gewaltige Bild. Bis
endlich »U 217« zwischen den Shetlandsinseln und der Nordküste von
Schottland steht.
Hier scheint besseres Wetter zu kommen. Zusehends verschwindet der
Gischt, der Seegang nimmt ab. Die ersten feindlichen Streitkräfte werden
gesichtet: einige Fischdampfer, die als Bewachungsfahrzeuge ihren so
unangenehmen Dienst versehen. Ein unbemerktes Vorbeikommen über Wasser ist
unmöglich. So wird hier also zum erstenmal getaucht, um das Gejagtwerden
zu vermeiden, würden die Kerle drüben doch sofort die Anwesenheit
deutscher U-Boote melden und ihnen einige Zerstörer auf den Hals hetzen.
In der Nacht wird die Straße zwischen den Orkneys und Shetlandsinseln
passiert. An Backbord tauchen in der Ferne einige Lichter, anscheinend
Leuchtfeuer, auf. Stunden später, im Grauen des anbrechenden Morgens,
liegt das Boot auf südlichem Kurs und strebt dem ihm zugewiesenen
Operationsfelde, der nördlichen Biscaya und dem Westausgang des Kanals,
zu.
Trotzdem die lange Dünung des Atlantik noch ziemlich hoch läuft, ist
hier doch ein erträgliches Fahren. Zwar ist das Deck selbst noch nicht
begehbar, auf dem Turm aber läßt es sich schon aushalten. Auch die
unangenehme Kälte ist weicheren, aus Süden wehenden Winden gewichen.
Seit die Südküste Irlands querab liegt, ist dann auch die See so ruhig
geworden, daß die dienstfreie Mannschaft sich an Oberdeck gründlich
auslüften kann.
Im Schutz des Turmes hocken sie dicht aneinandergedrängt, und Orje
Lehmann, der Berliner Flunki, wie er nach wenigen Tagen schon genannt wird,
erzählt. Wie er einen ungeheuren Cunarder nach dem andern versenkte,
einen voll beladenen Munitionsdampfer gegen den Himmel fliegen machte,
dann wieder schildert er in glühenden Farben den Untergang eines
Transportdampfers und berichtet, wie Tausende von Khakimännern im Wasser
herumkrabbelten, bis er schließlich mit einem wohlgezielten Torpedoschuß
ein englisches Großkampfschiff erledigt. Grade aber als es kieloben
wegsacken will, wird er in gröblicher Weise von Tönjes unterbrochen.
Seit zehn Minuten schon, während die Khakimänner nach Lehmanns
Schilderung in rechts abmarschierenden Sektionskolonnen den Weg nach unten
antreten, kribbelt es dem in den Fingern. Als dann aber schließlich der
englische Überdreadnought sich in seine Bestandteile auflöst, legt er
zornentbrannt los. Von allen Seiten wird der unglückliche Lehmann mit den
liebevollsten Bezeichnungen zugedeckt. Während er noch überlegt, wie er
sich am schleunigsten verdrücken könnte, kommt schon die Erlösung in
Form einer dicken Rauchwolke, die soeben vom Turm gemeldet wird. Im Westen,
eben über der Kimm, taucht die dunkle Fahne auf.
Im Nu springt die Gesellschaft, die sich im Schutze des Turmes recht wohl
gefühlt hatte, hoch und starrt nach der angegebenen Richtung. Die Gläser
des Brückenpersonals haben das Fahrzeug, dessen Masten soeben über der
Kimm erscheinen, erfaßt und lassen es nicht mehr aus dem Gesichtsfeld. Der
Wachoffizier ist auf das Brückengeländer geklettert, um einen möglichst
hoch gelegenen Ausblick zu haben.
»Melden Sie dem Kommandanten: »In West-Südwest ein Dampfer, der auf uns
zuhält. Anscheinend ein Frachtdampfer; hohe Aufbauten fehlen.«
Noch ist das letzte Wort nicht verhallt, als der Kommandant, der in seinem
Raum bereits gehört hat, daß ein Schiff in Sicht sei, aus dem Turmluk
heraufkommt.
Es ist zwei Uhr nachmittags. Die Strahlen der Februarsonne, die nahezu
über dem Dampfer steht, lassen die Umrisse des Schiffes, das sich nur
langsam über die Kimm heraufschiebt, vorläufig undeutlich erkennen.
Ein breiter Schiffsrumpf nur, mit ungewöhnlich niedrigem Schornstein und
ebenso niedrigem Mast sind auszumachen.
»Das scheint ja ein ganz besonderer Vogel zu sein«, wendet sich der
Kommandant an seinen Offizier, der bei dem schlingernden Boot einen nicht
gerade leichten Stand auf dem Geländer hat, »den wollen wir uns doch
etwas von der Seite besehen.«
Mit großer Fahrt läuft »U 217« ab, bis die Umrisse des Dampfers klar
hervortreten. Ein Tankdampfer von ungefähr 3000 Tonnen. Fast am Heck steht
der Schornstein, davor der weiße Aufbau der Brücke. Drei Viertel des
Schiffes liegen vor den Kesseln. In riesigen Tanks bergen sie das für die
englische Flotte so kostbare Heizöl.
Die Nationalität des Schiffes ist auf die fast sieben Seemeilen betragende
Entfernung noch nicht zu erkennen. Schließlich ist das aber auch ganz
gleichgiltig. Der Bursche drüben führt unbedingt Bannware an Bord und
befindet sich zudem hier im Sperrgebiet. Lange, viel zu lange für
die U-Boot-Leute, die sich mit jedem bewaffneten feindlichen Schiff
herumschlagen mußten, hat es ja gedauert, bis die deutsche Regierung
sich endlich entschloß, die ihr zu Gebote stehenden Seekriegsmittel
uneingeschränkt anzuwenden. Der Verlust dieses Schiffes muß von den
Engländern noch bitterer empfunden werden als jede andere nach ihren
Häfen bestimmte Ladung. Schon vor Beginn des Krieges ist die englische
Admiralität immer mehr zur Ölfeuerung übergegangen. Die Linienschiffe
der Queen-Elizabeth-Klasse, die neuesten Schlachtkreuzer, Dutzende von
kleinen Kreuzern und Zerstörern sind für reine Ölfeuerung eingerichtet.
Fast vierzehn Tage könnten ihre neuesten Kreuzer und Zerstörer mit dem
Brennstoff fahren, der dort herangeschleppt wird.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß er ein Geschütz führt; muß doch die
englische Admiralität trachten, sich diese Schiffsklasse, an der ohnedies
großer Mangel herrscht, möglichst zu bewahren. Also Vorsicht!
Tiefbeladen zieht der Tankdampfer ahnungslos seinen Kurs nach England
zu. Etwa sechstausend Meter noch sind die beiden Fahrzeuge voneinander
entfernt, als auf »U 217« ein Feuerstrahl aufblitzt. Weißlicher
Pulverdampf zieht seitwärts, Sekunden später schlägt direkt vor dem Bug
des Engländers die Granate ein. Eine zweite heult dicht über die Brücke
hinweg. Das genügt. Der Kapitän scheint nicht so harthörig wie so
manche seiner Landsleute zu sein. Er stoppt unverzüglich, zischend strömt
weißer Dampf aus der Vorkante des Schornsteinrandes. Zwei Boote werden
gefiert, stoßen ab und rudern hastig nordwärts der irischen Südküste
zu, die sich wie ein dunkler Strich aus der See hebt. Anscheinend von
seiner Besatzung völlig verlassen, liegt der Dampfer leicht schlingernd in
der Dünung.
In dieser Gegend aber ist äußerste Vorsicht am Platze. Zu oft schon hat
englische Hinterlist, auf die Harmlosigkeit der Deutschen rechnend, die
meuchlerischsten Überfälle gewagt. Traue einer dieser Bande!
Getaucht kommt »U 217« heran. Durch das Sehrohr wird der Bursche von
allen Seiten beäugt. Kein Geschütz ist zu sehen, kein Lebewesen scheint
an Bord; nur in tauend Meter Entfernung etwa die beiden Boote, die
schleunigst dem Land zustreben. Um das Schicksal des Schiffes scheint sich
kein Mensch drüben bekümmern zu wollen.
Zwischen der Besatzung, die sich immer weiter entfernt, und dem Schiff
taucht »U 217« auf. Eben gibt der Kommandant den Befehl: »Sprenggruppe
klarmachen«, als schmetternd an vier Stellen gleichzeitig auf dem
harmlosen Tankdampfer die Reling außenbords herunterschlägt. Unmittelbar
darauf spritzen aus den Öffnungen Feuerstrahlen auf, krachend fegen die
Granaten heran ... in Turm und Oberdeck. U-Bootsfalle.
Instinktiv fast gellt schon beim Herunterklappen der Reling der Ruf
»Schnelltauchen« in die Zentrale, und mit einem Satz springen die auf
der Brücke Befindlichen durch den Lukdeckel in das Boot ... Mit dumpfem
Schlage klappt er zu, Sekunden darauf steckt »U 217« die Nase weg. Noch
einige Treffer dröhnen gegen die gepanzerte Turmwand, dann schließt sich
das Wasser über dem Boot, zwölf Meter. In Sicherheit!
Hier können ihm die kleinkalibrigen Granaten der U-Bootsfalle nicht
mehr gefährlich werden. Tatsächlich verstummt der Lärm der berstenden
Granaten. Kaum aber ist das beruhigende Gefühl des Geborgenseins
eingetreten, als ein Krach, wie wenn ein schwerer Hammer dröhnend
gegen Eisen schlägt, und unmittelbar darauf ein zweiter an der Bordwand
erklingt. Das Licht erlischt, einzelne Leute stürzen zu Boden und werden
wirr durcheinander geschüttelt. Kommandos gellen durch die Räume, die in
tiefem Dunkel liegen. Unverzüglich aber haben die Leute sich aufgerappelt
und ihre Tauchstation eingenommen. Schon flammt auch der Schein der
Reservebeleuchtung auf.
»Beschädigungen melden!«
An einigen Stellen werden Wassereinbrüche von Schußlöchern, die durch
Granatsplitter verursacht sind, gemeldet; bedeutend unangenehmer aber sind
die Störungen, die durch die Wasserbomben entstanden sind. Die
beiden Boote müssen sofort, nachdem die Falle das Feuer eröffnete,
verabredungsgemäß umgekehrt sein und zwei Bomben geschleudert haben.
Die Akkumulatoren haben gelitten; besonders gefährlich scheint, daß die
Tiefensteuerung nicht mehr einwandfrei arbeitet. Durch Gegenmaßnahmen,
die so oft geübt sind, versucht die Besatzung das Boot unten zu halten --
umsonst. Von Sekunde zu Sekunde wächst die Gefahr .... Es heißt hinauf
um jeden Preis ... Zum Glück können die Tanks ausgeblasen werden.
In zweitausendfünfhundert Meter Entfernung von der U-Bootsfalle stößt
der Turm über die Oberfläche empor. Im gleichen Augenblick aber fegen
auch schon wieder die englischen Granaten ringsherum. Tauchen ist nicht
mehr möglich, es heißt das Artilleriegefecht aufnehmen, den Kampf bis zum
bitteren Ende auskämpfen.
Die Geschütze sind besetzt. Kaum ist die Entfernung eingestellt, als
jetzt auch von »U 217« die ersten Geschosse hinübersausen und berstend
einschlagen. Die Dieselmotoren arbeiten einwandfrei. Um sich möglichst
aus dem Bereich der feindlichen Granaten zu bringen, läuft das Boot ab und
vergrößert die Entfernung zwischen sich und dem Feinde.
Hinüber und herüber fegen die Geschosse. Der Dampfer trifft das
verhältnismäßig kleine Ziel nicht mehr, um so besser aber funken die
beiden Nummern Eins an den Geschützen in die hochragenden Bordwände
hinein. Drüben muß es schon böse aussehen.
Während an Oberdeck ununterbrochen die Verschlüsse klirren und die
Schüsse schnell aufeinander folgen, sind im Innern alle Hände fieberhaft
tätig, die Schäden nach Möglichkeit zu beseitigen; das Dringendste ist
das Dichten des Turmes, um die Zentrale, die durch Geschoßtreffer und
die Wasserbomben am schwersten gelitten hat, wieder instand zu setzen.
Tatsächlich gelingt es den vereinten Kräften auch, den Turm mit
Bordmitteln wenigstens notdürftig abzudichten. Dann werden die übrigen
Gefechtsstörungen je nach ihrer Wichtigkeit und soweit es hier eben
angängig ist, beseitigt. Glücklicherweise ist von der Mannschaft niemand
ausgefallen. Die glänzende Durchbildung der ganzen Besatzung macht sich
bei dieser Arbeit geltend. Jeder weiß, daß es ums Leben geht, daß von
der zuverlässigen Arbeit des Einzelnen das Schicksal des Bootes und damit
sein eigenes abhängt. Nirgends eine Überstürzung oder ängstliches
Hasten.
Etwa fünfzig Hektometer liegt der Tankdampfer ab, immer noch im Feuer des
Bootes, das er mit seinen Geschützen aber nicht mehr erreichen kann, als
plötzlich von Steuerbord Feuer auf »U 217« eröffnet wird. Ein neuer
Feind!
Durch den Kanonendonner herbeigelockt, kommt ein Kleiner Kreuzer heran.
Durch die beiden Schornsteine und die niedrige Form der Aufbauten entpuppt
er sich als einer der während des Krieges neu erbauten Zerstörer der
Foxglove-Klasse, ein Gegner, der deutschen U-Booten nicht ganz ungewohnt
ist. Schon mehrere dieser Gattung haben daran glauben müssen. An
Geschwindigkeit ist er den über Wasser fahrenden Booten nicht überlegen,
bedeutend gefährlicher aber ist die Zahl seiner Geschütze. Allerdings
scheint es mit seinen Schmeißbüchsen nicht weit her zu sein. Immer
näher an ihn heran rücken die Geschoßaufschläge des U-Bootes. Durch
Zickzackfahren versucht er auszuweichen ... umsonst. Schmetternd schlagen
zwei Granaten bei ihm ein. Die Sache wird brenzlich, er bringt sich aus dem
Bereich der gefährlichen Geschütze.
Mit Südkurs fährt »U 217« weiter. Allmählich kommt die U-Bootsfalle
aus Sicht. Leider kann ihr und ihrer Besatzung der so reichlich verdiente
Lohn nicht mehr werden. Eine Genugtuung aber haben die Deutschen: viel von
der kostbaren Ladung bringen die nicht heim. Ununterbrochen strömt das
Heizöl aus den zahlreichen Schußlöchern, und der Weg bis zum Hafen ist
weit.
Tiefer sinkt im Westen die Sonne. Der Foxglove-Kreuzer hat dem U-Boot
nachgedreht und kommt wieder heran. Scheint britischem Seemannsdünkel das
klägliche Ausrücken vor dem kleinen Gegner doch zu jämmerlich? Freilich,
die Deutschen sind auf der Hut. Auf siebzig Hektometer eröffnet der
Engländer das Feuer ... er trifft nicht. Nach wenigen Minuten aber sitzt
bei ihm ein deutscher Einschlag. Er hat genug. Schleunigst dreht er ab,
gibt die Verfolgung auf und kommt mit einbrechender Dunkelheit aus Sicht.
Fast sechs Stunden hat die Besatzung ununterbrochen gearbeitet, an Erholung
aber ist vorläufig nicht zu denken. Jetzt heißt es, das Boot unbelästigt
vom Gegner so weit herzurichten, daß es wieder tauchfähig wird und den
Marsch nach der Heimat, der durch die feindlichen Linien führt, antreten
kann.
Tiefdunkel liegt die Nacht über dem Meere. Weitab nordwärts wischen
Lichtstrahlen über die See, In regelmäßigem Abstand leuchten sie auf,
verschwinden. Feindesland!
Kaum zwanzig Seemeilen ab stampft das kleine deutsche Boot gegen die
lange Dünung des Ozeans an. Kein Lichtschimmer dringt nach außen,
nichts verrät, daß hier deutsche Seeleute mit zusammengebissenen Zähnen
arbeiten. Ein Wille nur beseelt sie alle: Der Morgen muß sie klar finden
zu neuem Kampf.
Die Minenpest
»=Mersey pilotboat just ahead!=«
»=Aye.=«
»=Steamer or sailorboat?=«
»=Steamer!=«
Seit neun Tagen fast hetzt der White Star-Dampfer »Cymric«,
dreizehntausend Tonnen, mit höchster Geschwindigkeit über den Atlantik.
Seit Narraganset Feuerschiff achteraus aus Sicht kam, ist die Stimmung an
Bord ziemlich unruhig geworden. Im Hafen selbst war es freilich anders.
Im Gegensatz zu früheren Friedensfahrten hatte das Löschen keine Mühe
verursacht; hatte die »Cymric« doch mangels jeder Ladung in Ballast
nach Amerika gehen müssen. Kaum aber hatte das Schiff in New York am Pier
festgemacht, als auch schon polternd der erste Eisenbahnzug heranbrauste.
Und noch waren die Stellinge nicht ausgefahren, da neigten die Nocken der
Ladebäume sich schon über die Waggons, und stählerne Läufer heißten
die Ladung.
Tag und Nacht ratterten die Dampfwinden, verschwand Kiste um Kiste in
den ungeheuren Laderäumen. Ein Heer von weißen, schwarzen und gelben
Schauerleuten wimmelte durcheinander und hastete in schwerer Arbeit, bis
die Muskelkraft verbraucht war und die nächste Schicht sie ablöste.
Viele Tausende Granaten jeder Art, von der kleinen 3,7 Zentimeter
der Maschinenkanone bis hinaus zur wuchtigen Stahllast des
38,5 Zentimeter-Schiffsgeschützes, rollten heran. Millionen Patronen
verschwanden im Innern, Gewehre, Maschinengewehre, dann wieder
Geschützrohre, Lafetten, Lederzeug, Stacheldrahtrollen, kurz Material
genug, um mehrere Armeekorps für eine große Schlacht reichlich zu
versorgen. Immer tiefer tauchte der riesige Schiffskörper in das
schmutzige Hafenwasser des Hudson, längst war die Ladelinie erreicht; noch
mehr aber wurde hineingepackt, bis die Schwimmfähigkeit diesem Beginnen
ein Ziel setzte.
Der unangenehmste Teil der Last wurde schließlich an Oberdeck verstaut:
Stahlcylinder mit hochexplosiven Sprengstoffen und Säuren, deren Dämpfe
dazu bestimmt sind, den Gegner zu töten. Jetzt erst wurde der Besatzung
klar, welch' unangenehme Fracht sie an Bord hatte. Noch aber lag die
»Cymric« sicher vertäut am Pier des befreundeten Amerikas, bestand keine
Gefahr für das Schiff. Ein Heer von Geheimpolizisten sorgte an Land durch
schärfste Überwachung dafür, daß keiner von diesen damned Germans,
denen alles zuzutrauen war, eine Höllenmaschine an Bord schmuggelte. So
ganz ohne war die Geschichte ja nicht.
Bis es so weit war. Die Luks wurden geschlossen, das Schiff machte
»Dampf auf in allen Kesseln«; Schleppdampfer kamen längsseit, die
Festmacheleinen wurden losgeworfen, und es ging den Hudson abwärts. Die
Liberty Statue blieb achteraus zurück, im beginnenden Dunkel verschwand
an Backbord Sandy Hook, bis schließlich das letzte Seezeichen, die drei
Lichter des Narraganset Feuerschiff, durch die Nacht herüberleuchteten.
Das Rennen um Tod und Leben begann. Kein Mann an Bord, dem jetzt, wo
alles von der Aufmerksamkeit der Ausguckleute und der Treffsicherheit der
Kanoniere abhing, nicht die furchtbare Gefahr klar zum Bewußtsein kam.
Kein Teufel hätte sie auf diesen unheimlichen Pott gebracht, wenn die
Heuer nicht gar so lockend wäre und die englischen Hafenbehörden jeden
ins Gefängnis steckten, der sich weigerte auf seinem Schiff zu bleiben.
Ein Glück nur, daß es beim Barkeeper in der Freizeit einen ordentlichen
Schlag Whisky gab, mit dem sich das Unbehagen, das sich von Tag zu Tag
steigerte, verscheuchen und vergessen ließ. Konnte nicht jeden Augenblick
einer dieser german Submarines, die zur Hölle gehen mochten, schon hier
auftauchen? Zuzutrauen war ihnen alles. Was die Zeitungen in London von der
Wirksamkeit der englischen Abwehr faselten, das war gut für alte Weiber,
ein englischer Seemann aber weiß selbst nur zu genau, wie es damit in
Wirklichkeit bestellt ist.
Aber es ging gut. Kein Sehrohr weit und breit, keine Blasenbahn kam auf die
»Cymric« zu, um ihr die Rippen aufzureißen. Fünf Tage lang, in denen
der englische Munitionsdampfer mit höchster Fahrt auf gradem Kurs über
den Ozean fegte.
Sperrgebiet! Nun erst wurde die Sache äußerst brenzlich. Mit dem
Flaggenschwindel, der so erfolgreich betrieben worden war, ging es hier
ebenso wenig, wie mit dem Schutzamerikaner, wenn es auch nur ein dreckiger
Neger sein mochte. Der ganze Betrieb stand im Zeichen der wahnwitzigen
Furcht vor den deutschen U-Booten, jeder Blick erinnerte daran, jeder
Befehl des Captains brachte die Gefahr erst recht zum Bewußtsein.
Seit Stunden schon fuhr die »Cymric« einen Kurs, der dem eines
flüchtigen Hasen weit mehr ähnelte, als der stolzen Fahrt eines
britischen Transatlanters. Die Boote waren ausgeschwungen, Schwimmwesten
überall zum Greifen klar, die Geschütze geladen, alle Schotten
geschlossen, der Ausguck doppelt und dreifach besetzt. Was nützte das!
Mehr und mehr arbeiteten diese verd...... Nerven, die ein englischer
Seemann früher doch höchstens dem Namen nach kannte. Unter Deck getraute
sich keiner mehr so recht, manchen Mann des Maschinenpersonals hielt nur
die Angst vor dem Krummgeschlossenwerden in Heizraum und Bunkern. Ruhe?
Kein Auge kannte sie, Übernächtig ging es wieder in den Ausguck, an die
Arbeit, auf den Posten ... ohne Unterbrechung. Kannte doch der Feind
keine Schonung, keine Erholung auch für sich selbst. Zu jeder Tages-
und Nachtzeit konnten irgendwoher, hinter einem Wellenberg die Granaten
heranfegen, der furchtbare Schaumstreifen auftauchen. Und sah man ihn, dann
war es zu spät ...
Nachts hieß es abgeblendet fahren, daß auch nicht der geringste
Lichtschein nach außen drang. Jeden Augenblick stolperte man durch
die Gänge und an Deck herum, bis dann endlich, endlich die englischen
Vorpostenlinien achteraus lagen und es durch den Nordkanal in die Irische
See ging. Tage! Jahre schien die Fahrt gedauert zu haben.
In Sicherheit!
Das Unterscheidungssignal flattert im Winde aus, als der White Star Liner
querab von der Signalstation Isle of Man steht, und der Marconi funkt
nach Liverpool die Zeit der Ankunft, um alles zum Einlaufen und Vertäuen
klarzumachen.
Früh am Morgen war die Isle of Man passiert. Der Nachmittag ist bereits
angebrochen, als vom Ausguck der Ruf ertönt: »Mersey Lotsenboot in
Sicht.«
Schon von weitem an der ungewöhnlich hohen Stange des vorderen Mastes mit
der gesetzlichen Lotsenflagge kenntlich, liegt das kleine weiße Fahrzeug
eine halbe Stunde später längsseit des gestoppten Riesen, und der Lotse
steigt an der Jakobsleiter an Deck und auf die Brücke, wo ihn der Kapitän
mit einem erleichterten Aufatmen begrüßt. Hier droht sicherlich keine
Gefahr mehr. Zwei Stunden noch und die »Cymric« liegt im Hafen von
Liverpool. Was jetzt noch kommen kann, ist nur angenehm. Er sieht sich
bereits im Kontor seiner Reederei, hört im Geiste anerkennende Worte und
steckt schmunzelnd die weißen, so schön knisternden Pfundnoten ein. Wie
weggeweht sind die furchtbaren Tage und Nächte. Der Erfolg allein ist
geblieben. Fast zwei Millionen Pfund Sterling Wert hat er sicher herüber
gebracht. Eine Woche nur, und seine Ladung fegt aus englischen Rohren gegen
die deutschen Linien im Westen, hämmert sie zusammen, reißt klaffende
Lücken, um freien Weg nach Deutschland zu schaffen.
Freilich, was der Lotse darüber zu berichten hat, ist nicht sehr
tröstlich; umso wertvoller aber ist sein Verdienst. Stunden nur noch, und
der Anker geht in den Grund, aus den geöffneten Ladeluks steigen in
die längsseit festgemachten kleinen Dampfer die Kisten mit Gewehren und
Geschützen, die Millionen von Patronen, die Granaten, die tödlichen
Säuren. Und dann trommeln sie gegen die Hindenburglinie, auf die
Siegfriedstellung, töten, zerreißen, schlagen den Siegesweg nach
Straßburg, Mainz, Köln und weiter, weiter noch bis ... ein Ruck geht
durch das ganze Schiff, daß der Kapitän aus seinen hochfliegenden
Träumen, in denen er Old England triumphierend über die Wahlstatt im
Westen schreiten sah, erwacht ... Schwärzlich gelb hebt sich am Bug eine
ungeheure Rauchwolke, wächst mit wahnwitziger Schnelligkeit empor ... ein
furchtbares Krachen ... das Vorschiff sinkt ... dumpfes Poltern ...
die Ladung geht über ... Der Himmel scheint zu bersten ... greller
Feuerschein jagt aus dem auseinanderklaffenden Vordeck ... ein brüllender
Donnerschlag ... ein Vulkan, in dessen Flammenmeer Schornsteine, Brücke,
Masten, zerfetzte Menschenleiber wirbeln ... kaum sechzig Sekunden ...
dort, wo soeben noch der Dampfer »Cymric« dem nahen Heimathafen
zujagte, rollt die leichtbewegte Irische See, zieht eine schwärzlichgelbe
Rauchwolke über das Wasser ...
Im Fahrwasser zur Merseymündung ragt ein dünnes Rohr aus der Oberfläche
hoch. Langsam pflügt es durch die See, aus deren kleinen Wellen der
Widerschein der Sonne in unzähligen goldenen Spiegeln zittert. Vor einigen
Stunden ist »U 310« aus seiner Fahrt von Deutschland hier angekommen,
um sein geheimnisvolles Gewerbe als Minenleger vor dem größten an dieser
Küste liegenden Hafen auszuüben.
Geraume Zeit schon beobachtet der Kommandant das Fahrwasser, um auch ganz
sicher zu gehen, daß seine Minen an die richtige Stelle gelegt werden.
Ein- und auslaufende kleinere Fahrzeuge gleiten vorbei, der Lotsendampfer
-- ein Bewachungsschiff ... Die Fahrstraße. Mit äußerster Kraft prescht
aus der Merseymündung einer der neuesten Zerstörer der M-Klasse vorüber.
Weißer Ölqualm stößt aus den vier Schornsteinen, mit nahezu dreißig
Knoten Geschwindigkeit rast er, wenige Seemeilen entfernt, nach See zu.
Flüchtig, kaum in Sicht gekommen, ist er auch schon wieder verschwunden.
Hinter ihm stößt das Sehrohr, das wenige Minuten eingefahren worden war,
durch die Oberfläche, dreht sich langsam, sucht, beobachtet.
Eine dicke Rauchwolke taucht im Nordwesten auf, bald darauf die Masten,
dann der Rumpf eines mächtigen Ozeandampfers, dessen dunkle Masse sich
scharf gegen den bläulichweißen Himmel abhebt. Ein Amerikafahrer! Hoch
schäumt am Vorschiff die Bugwelle, zusehends kommt er näher. Der
will nach Liverpool. Langsam zittert das graue schlanke Rohr über die
gekräuselte See, stoppt im Fahrwasser. Lautlos gleitet eine Mine aus einer
Röhre des Achterschiffes, eine zweite, eine dritte folgt. Nichts verrät
an der Oberfläche, daß die unheimlichen Gäste da sind. Sie stoßen auf
den Grund, lösen sich vom Minenstuhl, dem Anker, steigen bis auf wenige
Meter unter dem Wasserspiegel hoch.
Wieder zittert das Sehrohr über die Oberfläche, bis es wenige Seemeilen
querab hält. Näher und näher kommt der Dampfer heran ... hundert
Meter ... fünfzig ... zehn ... schnurgerade auf die Mine los ... ein
dumpfer Stoß trifft von außen heran, Sekunden darauf ein weit stärkerer
zweiter ... Munition.
»Ausblasen!« Zischend strömt die Luft in die Tanks, preßt das Wasser
heraus. Ein grauer Turm, ein Stück Vor- und Achterdeck tauchen hoch, der
Lukdeckel wird aufgestoßen, drei Gestalten springen nacheinander heraus.
Eine riesige Sprengwolke, durch die Luft wirbelnde Schiffsteile, die
klatschend hundert Meter entfernt auf die See niederschlagen. Das hat
gesessen! Ein schwer beladener Munitionsdampfer gleich durch die erste Mine
restlos beseitigt.
Während die Nordwestbrise die Rauchmasse leicht vor sich hertreibt und sie
langsam auseinanderzieht, schießen in rasender Fahrt von Land her kleinere
Fahrzeuge herbei. Zerstörer! In wenigen Minuten müssen sie heran sein.
»Schnelltauchen!« Sekunden später schließt sich das Wasser über dem
Turm, das eingefahrene Sehrohr verschwindet, und mit hoher Fahrt strebt
»U 310« nach See zu.
Etwa drei Seemeilen mögen unter Wasser zurückgelegt sein, als es leise,
wie aus weiter Ferne heranklingt. Stopp! Ausfahren ... Ein zweites Opfer.
Bis zur Brücke ist das Vorschiff des ersten Zerstörers weggerissen,
Weiße Dampfwolken strömen aus dem Maschinenoberlicht, Boote werden zu
Wasser gelassen, während die übrigen Zerstörer in wilden Zickzackkursen
um ihren schwer verletzten Kameraden herumhetzen. Bald hier, bald dort
stoßen sie auf vermeintliche Sehrohre los, grelle Feuerblitze flammen in
schneller Folge aus ihren Geschützen. Eine richtige Seeschlacht ist im
Gange -- gegen eine deutsche kleine, einsame U-Bootsmine!
Getaucht läuft »U 310« nach Nordwesten ab. Kurz vor Mitternacht wird
die Isle of Man über Wasser passiert. Vor sechs Uhr morgens schimmert
voraus durch die Dämmerung das Leuchtfeuer von Wall of Gallowar, eine
Stunde später steht das U-Boot vor der Einfahrt nach Belfast. Vorsichtig
nähert es sich dem vor der Einfahrt liegenden Feuerschiff, dessen
Besatzung eben bei der Morgentoilette ist. Hier hat anscheinend niemand
eine Ahnung von dem, was sich wenige Stunden früher vor Liverpool
ereignete. Um so besser! An dem roten Fahrzeug gleitet »U 310« in kaum
einer Seemeile Entfernung vorbei, bis dahin, wo die Fahrstraße sich zu
verengern beginnt. Dann dreht es nach See zu. Wieder gleiten lautlos die
Minen aus den Röhren, auch hier wird das Fahrwasser verseucht; nur zu bald
zeigt sich der Erfolg. Ein hoch aus dem Wasser ragender Transportdampfer,
der seine Ladung anscheinend in Belfast gelöscht hat, sackt in wenigen
Minuten weg, nur ein Stück Schornstein und die Masten tauchen über
der Oberfläche empor. Ein schwer zu beseitigendes Hindernis für die
Schiffahrt.
Wenige hundert Meter hinter ihm folgt ein Dampfer der Northern Railway
Company. Er sucht dem Kameraden, der vor ihm aus ganz unerklärlichen
Gründen wegsackte, zu Hilfe zu kommen. Eben schickt er sich an, zur
Rettung der auf ihn zuschwimmenden Leute zu stoppen, als er, quer zum
Fahrwasser treibend, in der Nähe der Brücke gegen eine Mine stößt.
Instinktiv fast reißt der Kapitän den Maschinentelegraphen auf volle
Fahrt voraus und Minuten später stößt das Vorschiff auf eine an
Steuerbord liegende Sandbank. Der Strom drückt das Achterschiff herum,
auf den Sand, gerade zur rechten Zeit, um das Fahrzeug vor dem völligen
Wegsacken zu bewahren.
Noch hat die Besatzung des Feuerschiffes die Lage nicht erfaßt, als an
der der Unfallstelle abgekehrten Seite das Sehrohr des Tauchbootes
vorbeihuscht. Kurs auf Liverpool, die Stätte des gestrigen Wirkens.
»=German Submarines in the Irish Sea. Two ships sunk on Mersey road,
two other near Bangor.=« In regelmäßigen Abschnitten geben die
Küstensignalstationen die Warnung aus, die an Bord von »U 310« schon
längst erwartet wird. Vier Schiffe sind bereits erledigt, eine schöne
Strecke für die ersten vierundzwanzig Stunden. Noch aber birgt das
Innere eine ganze Anzahl weiterer Minen, denen eine kräftige Wirksamkeit
zugedacht ist. Eine am späten Nachmittag aufgefangene Nachricht teilt mit,
daß vor Liverpool Minen gefunden sind. Dort sind die Suchboote wohl schon
emsig an der Arbeit, die zahlreichen Minen aufzufischen, die vorläufig
allerdings erst in der Phantasie der Engländer existieren. Dem aber kann
abgeholfen werden.
Eben, als die ersten Sonnenstrahlen aus dem grauen, über Land
liegenden Dunste über die See huschen, steht »U 310« wieder vor der
Merseymündung. Vierzehn Schiffe, die nach Liverpool hinein wollen, dampfen
langsam im Kreise umher, umringt von sieben Zerstörern, die sie vor
U-Bootsangriffen schützen sollen. In den Hafen können sie nicht, weil
zwischen ihnen und dem Lande ja das »große deutsche Minenfeld« liegt.
Gemütlich ist ihnen jedenfalls nicht zu Mute. Eine ganze Flotte von
Fischdampfern mit ausgebrachten Minensuchgeräten treibt sich umher, um die
Fahrstraße zu säubern. Grell leuchten zwei gestern noch nicht vorhandene
rote Bojen an den Stellen, wo die beiden Schiffe versanken. Wieder
andere Bojen sind ausgelegt, um das gesäuberte Gebiet zu bezeichnen. Den
Minensuchern nach zieht »U 310«, dreht dicht hinter ihnen und wieder
verläßt ein halbes Dutzend Minen, säuberlich in die freie Straße
gelegt, im Ablaufen nach See zu das Boot.
Geradezu drollig wirkt der Anblick der umkreisten Dampfer, deren Zahl sich
inzwischen um drei weitere erhöht hat. Drüben fürchten sie offenbar,
daß sich jeden Augenblick ein deutscher Torpedo in ihre Seite bohrt. Wenn
nur erst die Fahrstraße abgesucht wäre! Die Zerstörer bilden wohl einige
Sicherheit, erst im Hafen aber am Kai können sie sich wirklich geborgen
fühlen.
Auf dem Führerschiff der Minensucher steigt nach einer Stunde das Signal
hoch: »Einlaufen, Fahrstraße ist frei.« Einer nach dem andern setzen
die Dampfer sich nach Land zu in Bewegung, als plötzlich vor dem Bug des
zweiten Schiffes eine Sprengwolke hochgeht. Dampfpfeifen heulen, Anker
rasseln in den Grund, mit voller Wucht jagen zwei Schiffe ineinander. Nach
einigen Minuten kommen sie voneinander frei. Das eine mit eingedrücktem
Bug, das andere mit schwerer Schlagseite nach Backbord überhängend. Das
Verdeck des auf die Mine gelaufenen Dampfers taucht bereits unter Wasser,
während am Heck die Schraube frei hinausragt. Zerstörer gehen längsseit
und bergen die Besatzung. Ein fünftes Opfer der U-Bootsminen, dazu zwei
havarierte Schiffe. Ein Erfolg, mit dem »U 310« wohl zufrieden sein
kann.
Während in dunkler Nacht das deutsche Boot durch den St. Georgskanal die
Irische See verläßt und der Kommandant in sein Tagebuch die Ereignisse
der letzten Stunden einträgt, tritt der F. T.-Gast mit einem Zettel an
ihn heran.
»Herr Kapitänleutnant! Soeben aufgefangener Funkspruch von Poldhu«:
»Liverpool und Belfast wegen Minengefahr für die Schiffahrt gesperrt.«
Der deutsche U-Boot-Walfisch
Lind und warm strahlt die Frühlingssonne vom wolkenlosen Himmel herunter.
Ein leichter Südwind kräuselt die dunkelblauen Wasser der Biscaya, die so
sanft und harmlos liegt, als wollte sie von ihrem wilden Stürmen und Toben
in den Wintermonaten ausruhen.
Mit langsamer Fahrt zieht »U 285« mit Südkurs durch die spiegelglatte,
sonnenflimmernde See dahin. Die Luks sind geöffnet. Alles, was dienstfrei
ist, liegt langgestreckt auf Vor- und Achterdeck, um sich nach dem
tagelangen Unterdeckbleiben einmal wieder gründlich auszulüften. Auf der
Brücke haben Kommandant und leitender Ingenieur es sich, soweit es eben
die Platzverhältnisse gestatten, bequem gemacht. Der Koch reicht durch die
Zentrale eine Kanne duftenden Mokkas hinauf, und leichter Dampf der solange
entbehrten Zigaretten wirbelt in die klare Luft. Auf dem Verdeck liegen
drei Leute auf dem Bauch und dreschen einen handfesten Männerskat. Die mit
Recht so beliebten Zuschauer um sie herum fehlen nicht. Eine Weile vernimmt
man nichts weiter als das derbe Aufklatschen der reichlich geölten Karten
auf das stählerne Deck, bis eine ernstliche Meinungsverschiedenheit
entsteht, die sich in schwerkalibrigen Zärtlichkeiten Luft macht. Der
Streit greift auf die aus ihrem süßen Mulsch Erwachten, die sich in
der Nähe des Turmes niedergelassen haben, über und erreicht eben seinen
Höhepunkt, als der Kommandant sich vermittelnd einmischt:
»Na, Jungs, ihr seid doch nicht Passagiere erster Klasse auf einem
Reichspostdampfer, daß ihr hier so 'nen Krach schlagt, ihr vergrämt mir
ja mit eurem Palawer die Engländer.«
Als hätte es nur dieses Zauberspruchs bedurft, so glätten sich die Wogen
der Erregung, und ruhig und mit allen Schikanen klappert der Skat weiter.
Weit und breit ist in der Biscaya, in der sonst kein Schiff fahren konnte,
ohne irgendwo Rauch oder ein Segel zu sichten, nichts zu sehen.
Die zahlreichen Dampferwege, die aus allen Richtungen der Erde hier
zusammenlaufen, scheinen seit der deutschen Sperrgebietserklärung
verödet. Nicht einmal die französischen Sardinenfischer, die sonst
in ganzen Flottillen um diese Zeit hier angetroffen werden, wagen es
auszulaufen, seit hier und im Kanal zwei deutsche U-Boote je ein Dutzend
von ihnen zur Strecke gebracht haben. Die Neutralen haben endlich, bis auf
wenige Ausnahmen, das Fahren eingestellt, seit sie eingesehen haben, daß
es den Deutschen mit ihrem energischen Vorgehen bitterer Ernst ist. Und die
englischen Schiffe? Sie fahren, weil sie müssen, weil von Tag zu Tag der
Hunger furchtbarer an die Tore Englands klopft. Nicht nur Lebensmittel
fehlen, das Trommelfeuer an der Westfront frißt Stahl in unheimlichen
Mengen. Neuer Ersatz muß herangeschafft werden.
Seit dem frühen Morgen ist trotz schärfsten Ausgucks nichts gesichtet
worden. Es heißt also vor allem die Fahrstraße finden.
Mehrere Stunden schon zieht »U 285« mit halber Fahrt quer durch
die Biscaya, ohne daß sich irgendetwas ereignet. Eben will der
U-Boot-Oberbootsmannsmaat Müller triumphierend einen Grand mit vieren
ansagen, als alles wie elektrisiert hochspringt. Oben auf dem Turm nimmt
die idyllische Kaffeeszene ein jähes Ende, und der Grand mit vieren
wandert schleunigst zur Konservierung in die Hosentasche des glücklichen
Besitzers, der Nummer Eins des Bootes.
Aus südlicher Richtung dringt dumpfhallender Donner heran. In
unregelmäßiger Folge heben sich einzelne Schläge ab. Geschützfeuer!
»Hart Steuerbord, große Fahrt!«
Während »U 285« dreht und vermehrte Fahrt aufnimmt, verschwindet die
Mannschaft auf Stationen. Zwar ist noch nichts zu sehen, jeder Augenblick
aber muß den Befehl zum Tauchen bringen. Kann sich doch der Harmloseste
unter den Leuten -- und harmlose U-Bootsleute gibt es schwerlich in dieser
Gegend, -- sagen, daß irgendetwas anliegt. Drüben muß ein deutsches
U-Boot im Kampfe sein. Es heißt dem Kameraden so schnell als möglich zu
Hilfe zu kommen.
Mit äußerster Kraft prescht »U 285« auf den Geschützdonner zu,
daß die See mitunter bis auf das Deck hinaufkämmt. Ein Glück, daß die
Biscaya heute so glatt ist und die Fahrt nicht hindert. Scharf spähen die
Augen voraus ...
»Drei Strich, Steuerbord, Rauch!«
In wenigen Minuten schon sind zwei weitauseinanderstehende Masten und drei
Schornsteine zu erkennen. Wahrscheinlich ein Hilfskreuzer. Unaufhörlich
blitzt es vorn und achtern bei ihm auf. Etwa vierzig bis fünfzig
Hektometer ab von ihm spritzt das Wasser in hohen Säulen empor. Dort muß
wohl der Kamerad stehen, von dem sie nichts sehen können. Er antwortet
nicht. Ein böses Zeichen. Sollte er schon niedergekämpft sein?
Immer näher kommt »U 285«, das inzwischen halb getaucht hat, an den
feuernden Dampfer heran, dann entweicht die letzte Luft aus den Tanks, der
Turm verschwindet unter Wasser, und nur die Sehrohre noch bleiben in dem
flimmernden Sonnengeriesel der Oberfläche. An Backbordseite nähert sich
das Boot dem noch immer feuernden Feinde. Jede Einzelheit an Bord ist bei
der geringen Entfernung deutlich auszumachen. Ein großer schwarzer Dampfer
ohne Flagge mit zwei übereinanderliegenden Promenadendecks. An der Reling
ist kein Mensch zu sehen, alles ist anscheinend nach Steuerbord gestürzt,
um Zeuge der Vernichtung eines deutschen U-Bootes zu sein .... Wenige
Minuten später hebt sich an der Backbordseite mittschiffs eine Sprengwolke
aus der See und verhüllt Schornsteine und Brücke. Langsam, träge neigt
der Hilfskreuzer sich nach Backbord. Das ganze Deck ist zu übersehen.
Vier Geschützrohre, die senkrecht zum Himmel ragen, ein Gewimmel von
übereinanderstürzenden Menschen, die den Halt verlieren ... bis die
See in die Schornsteine strömt und die Masten auf die Oberfläche
aufschlagen ...
Während der Engländer die Fahrt in über tausend Meter Tiefe antritt, ist
»U 285« längst auf die Stelle zugejagt, wo die Granaten eingeschlagen
waren. Nichts! ...
Kein Mensch kümmert sich um den versinkenden Dampfer. Zunächst gilt
es die Kameraden zu retten. Auf Turm und Verdeck steht die Besatzung mit
Rettungsringen und Bootshaken, um sofort, sobald sich etwas Lebendes zeigt,
helfend eingreifen zu können. Vom beschossenen U-Boot aber ist nichts
mehr zu sehen. Sollte die Vernichtung geglückt sein? Dann müßte doch
wenigstens ein Ölfleck die Stelle des Unterganges verraten.
Unaufhörlich kreuzt »U 285« hin und her, um die verräterische glatte
Stelle, das einzige untrügliche Zeichen, daß die Kameraden den Tod
fanden, an der Oberfläche zu finden. Nichts ... Die Sache wird immer
rätselhafter. Ist das Boot heil geblieben, und daraus läßt eben das
Fehlen des Öls schließen, mußte es die Explosion des Torpedos vernommen
haben und längst aufgetaucht sein, um sich davon zu überzeugen, was
eigentlich geschehen ist.
Ein Ruf vom Vorschiff, eine nach rechts weisende Hand ... Ein dunkler
Fleck ... Blut! Wie eine purpurne Wolke liegt es im Wasser, bald hier,
bald da leuchten rubinartige Blitze unter dem feurigen Schimmer der
Abendsonne auf. Unablässig zerrt die See an den Rändern und verteilt
und vergrößert die unheimliche Stelle. Ratlos ruhen die Blicke auf
der Oberfläche, verblüffte Gesichter starren einander an. Keine
Schiffstrümmer, nichts, nicht das kleinste Anzeichen, das verriete,
welcher Art das Opfer der englischen Granaten eigentlich war. Es gibt keine
Lösung für dieses Rätsel.
Eben als »U 285« Fahrt aufnimmt und auf die Stelle zudreht, wo der
Hilfskreuzer versackt ist, wird vom Turm aus nach einigen hundert Metern
ein dunkler Körper gesichtet. Langgestreckt wiegt er in der leichten
Dünung auf und ab. Nur wenig tauchen einzelne Stellen aus dem Wasser,
leicht schäumend lecken die Wellen darüber hinweg ... das gekenterte
U-Boot? ...
»Backbord zehn!« Vorsichtig hält das Boot auf den treibenden Gegenstand
zu, dreht und stoppt dicht bei ihm.
Maßlos verblüffte Gesichter starren auf das Wasser ... fast unwirklich
scheint, was ihre Augen dort sehen ... dann ein Gelächter, ein wieherndes
Geheul, ein Springen und Tanzen, wie es in solch überschäumender
Herzlichkeit sicherlich noch nicht auf einem U-Boot, das draußen am Feinde
harten Vernichtungskrieg führt, erlebt wurde. Ein toter Walfisch!
Armes Biest! Es hat sein Leben lassen müssen, weil es sich unterfing, in
den Augen der Königlich Großbritannischen Marine einem deutschen
U-Boot ähneln zu wollen. Mußte es sich aber auch gerade im Sperrgebiet
herumtreiben, wo englische Kaltblütigkeit überall Gespenster sieht! Und
konnte doch nicht einmal den kleinsten Torpedo abfeuern. Mitten in den
dicken Speckrücken hat ein Volltreffer eine erhebliche Lücke gerissen,
aus der das warme Blut als Zeuge des englischen Waffenruhms sich ergoß.
Zu retten gibt es hier ebensowenig wie drüben, wo nur noch schwarzer Ruß
auf dem Wasser und Bootstrümmer die Stelle verraten, an der der glorreiche
Sieger mit Mann und Maus sank. --
In dunkler Nacht pendelt »U 285« auf der Dampferstraße dahin. In
hellem Schimmer glänzt ein Stern nach dem andern auf, bis die See wie mit
bläulichweißem Licht übergossen scheint. Tiefe Stille herrscht an Deck.
Die Ereignisse des Tages, der so öde begonnen hatte, um dann doch noch
einen so schönen Erfolg zu bringen, wirken bei jedem einzelnen nach. Die
rötlichen Glühpünktchen der Zigarren und Zigaretten leuchten vom Turm
und Oberdeck, die Luks sind geöffnet, leise und gleichförmig dringt das
Rattern der Motoren aus dem Achterschiff.
Ein Knistern und Sirren in der Antenne. Alle spitzen die Ohren und
lauschen. Poldhu, die englische Großstation, gibt ihren täglichen
Bericht. Kaum können sie den Augenblick erwarten, wo der F. T.-Gast,
der jetzt unten den Funkspruch abhört, an Deck kommt, um dem Kommandanten
Meldung zu machen. Nach einer halben Stunde ist es so weit. Ein halbes
Dutzend französische Dörfer, die auf keiner Karte verzeichnet sind,
wurden erobert, ein 42-Zentimeter-Geschütz erbeutet. Der Vormarsch ist
unwiderstehlich. Noch kräftiger, erheiternd fast nimmt sich die gefunkte
Flunkerei der Franzosen aus. Freilich, der Schluß beider Berichte erwähnt
starke feindliche Gegenangriffe ....
Dann kommt die Meldung der britischen Admiralität: »Einer unserer
Hilfskreuzer hat nach heftigem Gefecht heute nachmittag in der Biscaya
ein feindliches Unterseeboot vernichtet, weitere Einzelheiten fehlen
vorläufig.«
Stillvergnügte Gesichter sehen sich an, bis einer herausplatzt: »Täuw
man, min Jung! Up die Einzelheiten kannst du lang lurn! De willt wi di woll
vertellen.« --
Das geheimnisvolle Segelschiff
Noch einmal bäumt sich der »Petit Henri« auf, das schon halb
untergetauchte Vorschiff kommt hoch, als sträubte es sich, so kurz vor
dem Hafen sein Leben beschließen zu müssen, dann aber geht es um so
schneller. Mit dem Klüverbaum voraus fährt er senkrecht in die Tiefe, bis
die quirlende See sich über seinem Heck schließt.
Etwa fünfhundert Meter ab rudert die Mannschaft des versenkten
Neufundlandfahrers der Insel Oléron zu, deren niedrige Nordhuck
Chassiron mit dem scharf ausgeprägten Sattel, dem Leuchtturm und der
Küstensignalstation über die Oberfläche hinausragt. Einen Augenblick
haben die Franzosen, als ihr Schiff sich in den letzten Zuckungen
aufbäumte, zu rudern aufgehört, dann, nachdem der »Petit Henri«
ausgelitten hat, pullen sie weiter nach Land zu.
Eben will »U 135« nach Versenkung des Seglers nach See zu drehen, als
die Aufmerksamkeit der auf dem Turm Befindlichen durch lebhaftes Schreien
und Winken auf das kleine Boot, in dem ein ziemliches Durcheinander zu
herrschen scheint, gelenkt wird.
»Stopp!« gibt der Kommandant an den Steuermann, der den Befehl an
die Maschine übermittelt. Dann wendet er sich fragend zum wachhabenden
Offizier:
»Was mögen die Kerle bloß wollen, da muß etwas Besonderes los sein.«
Der wachhabende Offizier, der mit dem Glas die Vorgänge drüben verfolgt,
antwortet:
»Das Boot scheint leck zu sein, Herr Kapitänleutnant, es taucht bereits
bis zum Dollbord ein.«
»Na, fahren Sie mal ran.«
Wenige Minuten später ist »U 135« längsseit. Das kleine Fahrzeug ist
tatsächlich leck. Bis über die Knie stehen die Leute, soweit sie nicht
auf die Duchten geklettert sind, im Wasser, während ihre in Bündel
geschnürten Habseligkeiten aufgeschwommen sind und wegzutreiben versuchen.
Bald ist auch das Rätsel des unvermuteten Schiffbruchs gelöst. Etwa
zwanzig Meter ab ragt die Vorkante eines Dampfers, der anscheinend erst vor
kurzem hier das Schicksal, das heute den »Petit Henri« ereilte, geteilt
hat, eben über die Wasserfläche hinaus. Das Eisen hat das Boot, das durch
die leichte Dünung auf das Wrack gesetzt wurde, leck gestoßen. Es ist
nicht mehr weit bis zum Wegsacken. Die Wahl ist nicht groß, ein anderes
Boot ist nicht in der Nähe. So beschließt also der Kommandant, die Leute
an Bord zu nehmen, um sie bei Gelegenheit einem anderen fahrbaren Untersatz
anzuvertrauen.