für die mathematische Darstellung der Wirklichkeit. Dissertation
Erlangen 1915 und Zeitschrift für Philosophie und philosophische
Kritik, Bd. 161, Barth 1917. -- Die physikalischen Voraussetzungen
der Wahrscheinlichkeitsrechnung, Naturwiss. 8, 3, S. 46-55. --
Philosophische Kritik der Wahrscheinlichkeitsrechnung, Naturwiss. 8, 8,
S. 146-153, Springer 1920, -- Über die physikalischen Voraussetzungen
der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Zeitschrift für Physik 1920, Bd. 2.
Heft 2, S. 150-171.
Die gleiche Arbeitsrichtung verfolgen die wissenschaftstheoretischen
Arbeiten von ~Kurt Lewin~: Die Verwandtschaftsbegriffe in Biologie
und Physik und die Darstellung vollständiger Stammbäume, Bornträger,
Berlin 1920, und: Der Ordnungstypus der genetischen Reihen in Physik,
organismischer Biologie und Entwicklungsgeschichte, Bornträger, Berlin
1920.
Über die erkenntnistheoretische Bedeutung der Relativitätstheorie liegt
neuerdings eine Arbeit von ~Ernst Cassirer~ vor (Zur ~Einstein~schen
Relativitätstheorie, erkenntnistheoretische Betrachtungen, Berlin
1920, B. ~Cassirer~), in der zum ersten Male von einem hervorragenden
Vertreter der neukantischen Richtung eine Auseinandersetzung mit der
allgemeinen Relativitätstheorie versucht wird. Die Arbeit will für
die Diskussion zwischen Physikern und Philosophen eine Grundlage
geben. In der Tat erscheint von neukantischer Seite niemand zur
Einleitung der Diskussion berufener als ~Cassirer~, dessen kritische
Auflösung physikalischer Begriffe von jeher eine Richtung einschlug,
die der Relativitätstheorie nicht fremd ist. Besonders gilt das
für den Substanzbegriff. (Vgl. E. ~Cassirer~, Substanzbegriff und
Funktionsbegriff, Berlin 1910. B. ~Cassirer~). Leider war es mir nicht
möglich, auf ~Cassirers~ Arbeit einzugehen, da ich sie erst nach
Drucklegung meiner Schrift lesen konnte.
[21] S. 73. ~Hermann Weyl~, Raum-Zeit-Materie. Verlag von Julius
Springer 1918, S. 227. ~Arthur Haas~, Die Physik als geometrische
Notwendigkeit. Naturwiss. 8, 7, S. 121-140. Springer 1920.
[22] S. 73 ~Hermann Weyl~, Gravitation und Elektrizität. Sitz.-Ber. der
Berliner Akademie. 1918, S. 465-480.
[23] S. 75. Vgl z. B. Kritik der reinen Vernunft. 2. Aufl. S. 228.
„Ein Philosoph wurde gefragt: Wieviel wiegt der Rauch? Er antwortete:
Ziehe von dem Gewichte des verbrannten Holzes das Gewicht der übrig
bleibenden Asche ab, so hast du das Gewicht des Rauches. Er setzte
also als unwidersprechlich voraus, daß selbst im Feuer die Materie
(Substanz) nicht vergehe, sondern nur die Form derselben eine
Abänderung erleide.“ Dieses Beispiel ist zwar chemisch falsch, zeigt
aber deutlich, wie konkret sich ~Kant~ die Substanz als wägbare Materie
vorstellt.
[24] S. 78. In diesem Sinne muß ich die in meinen früheren Arbeiten
(vgl. Anm. 20) aufgestellte Behauptung, daß dieses Prinzip durch
Erfahrungen nicht widerlegt werden könne, jetzt berichtigen. Eine
Widerlegung in dem Sinne einer begrifflichen Verallgemeinerung ist
nach dem Verfahren der stetigen Erweiterung allerdings möglich; aber
natürlich hat eine so primitive Prüfung keinen Sinn, wie sie durch
Auszählen einfacher Wahrscheinlichkeitsverteilungen gelegentlich
versucht wird.
[25] S. 79. Vgl. hierzu meine in Anmerkung 20 genannte erste Arbeit, S.
229.
[26] S. 80. Vgl. die in Anmerkung 10 genannte Arbeit, S. 323.
[27] S. 82. Es ist auffallend, daß ~Schlick~, der den Begriff der
eindeutigen Zuordnung in den Mittelpunkt seiner Untersuchungen stellt
und um den Nachweis der Bedeutung dieses Begriffs ein großes Verdienst
hat, die Möglichkeit einer solchen Verallgemeinerung gar nicht gesehen
hat. Ihm ist es selbstverständlich, daß die Zuordnung eindeutig sein
muß; er hält es für eine notwendige menschliche Veranlagung, auf
diese Weise zu erkennen, und meint, daß die Erkenntnis vor einem non
possumus stände, wenn sie einmal mit der eindeutigen Zuordnung nicht
mehr weiter käme (Anmerkung 10, S. 344). Aber etwas anderes hatte
~Kant~ auch nicht behauptet, als er seine Kategorien aufstellte. Es
ist bezeichnend für ~Schlicks~ psychologisierende Methode, daß er
den richtigen Teil der ~Kant~ischen Lehre, nämlich die konstitutive
Bedeutung der Zuordnungsprinzipien, mit vielen Beweisen zu widerlegen
glaubt und den fehlerhaften Teil übernimmt, ohne es zu bemerken;
die Charakterisierung der Erkenntnis als eindeutige Zuordnung
ist ~Schlicks~ Analyse der Vernunft, und die Eindeutigkeit sein
synthetisches Urteil apriori.
[28] S. 91. ~Helge Holst~, Die kausale Relativitätsforderung und
~Einsteins~ Relativitätstheorie, Det Kgl. Danske Vidensk. Selskab
Math.-fys. Medd. II, 11, Kopenhagen, 1919.