Es wird unsere Aufgabe sein, in den folgenden Abschnitten di

HANDBUCH DER GESCHICHTE

DER

BUCHDRUCKERKUNST

VON

CARL B. LORCK.

ZWEITER TEIL

WIEDERERWACHEN UND NEUE BLÜTE DER KUNST

1751-1882.

[Illustration]

LEIPZIG

VERLAG VON J. J. WEBER

MDCCCLXXXIII.

[Illustration]

_VORBEMERKUNG_

_zu dem zweiten Teil._

_Indem ich den Schlussteil meines Handbuches der Geschichte der

Buchdruckerkunst etwas später und nicht unwesentlich umfangreicher,

als es in der ursprünglichen Absicht lag, der Öffentlichkeit übergebe,

geschieht es, trotz der wohlwollenden Aufnahme, welche dem ersten Bande

sowohl seitens der Presse als des Publikums zuteil wurde, nur mit

vermehrter Zaghaftigkeit._

_Seite für Seite nähert sich die Darstellung einer Periode, in welcher

jeder dem Fach angehörende Leser nicht nur zu den Zuschauenden, sondern,

durch längere oder kürzere Zeit, in mehr oder weniger hervorragender

Weise zu den Mitwirkenden gehört. Von den Leistungen dieser Periode

wird er sich selbst ein Bild gemacht haben und eine fertige Meinung

mitbringen. Über Einzelheiten wird derselbe nicht selten genauer

unterrichtet sein, als der Verfasser des Buches, und wird deshalb leicht

geneigt sein, streng über letzteren zu Gericht zu sitzen, der genötigt

war, die Leistungen der verschiedenen Völker auf dem typographischen

Gebiete als Gesamtmasse und in ihrem Verhältnis zu einander auf einem

mässigen Raume in gedrängter Übersicht vorzuführen und dem deshalb

manches weniger bedeutend erscheinen könnte, was vielleicht dem Leser

von einem nationalen, lokalen oder persönlichen Standpunkte von

grösserer Bedeutung vorkommt. So kann es leicht geschehen, dass der

Betreffende sein Ideal oder seinen Lieblings-»Meister« nicht oder nur

mit wenigen Worten erwähnt findet oder dass über einen Gegenstand,

welchen die Fachjournale die Pflicht hatten, ausführlich zu erörtern,

nur eine kurze Notiz gegeben ist. Diesen Lesern muss ich zu bedenken

geben, einerseits, dass der vorliegende Band einen Zeitraum von fast

anderthalb Jahrhunderten des mächtigsten Fortschreitens der Kunst in der

alten und neuen Welt umfasst, andererseits, dass ein geschichtliches

Handbuch weder ein technisches Lehrbuch noch ein geschäftliches

Adressbuch oder ein empfehlender Preiscourant für Fabrikanten sein kann

und darf._

_In der Innehaltung der richtigen Grenze des zu Besprechenden liegt eben

die Hauptschwierigkeit eines geschichtlichen Handbuches, welches bis auf

den heutigen Tag heranreicht. Dass indes diese Grenze überall richtig

getroffen sein sollte, darf ich nicht behaupten. Missgriffe und Fehler,

sowohl hinsichtlich des Weggelassenen als des Besprochenen, können bei

der grossen Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit des Stoffes und bei der

Unmöglichkeit, überall gleichmässig orientiert zu sein, wohl vorkommen,

nur hoffe ich, dass man ein tendenziöses Hervorheben oder Weglassen mir

nirgends wird nachsagen können._

_Über die in diesem Bande befolgte Gruppeneinteilung habe ich mich

bereits in dem Vorwort zum ersten Bande ausgesprochen. Wenn ich auch

bestrebt gewesen bin, jedem der maassgebenden Hauptländer sein Recht

werden zu lassen, so ist es doch selbstverständlich, dass Deutschland

den Anspruch auf eine etwas detailliertere Behandlung als England

und Frankreich hatte, doch hoffe ich, das erlaubte Maass zugunsten

Deutschlands nicht überschritten zu haben._

_Obwohl die Bedeutung einer Offizin für die Geschichte sich keineswegs

immer nach Zahl der Pressen oder der beschäftigten Arbeiter messen

lässt -- die berühmte Kunstdruckerei von H. Reiss in Wien arbeitete mit

»einer« Handpresse und »einem« Drucker --, so schien es doch geboten,

zur Vervollständigung eines Gesamtbildes des grossartigen Wirkens der

heutigen Presse den Umfang der grösseren Offizinen anzudeuten, obwohl

bei der Aufzählung einer Reihe von Firmen Monotonie nicht ganz zu

umgehen war. Dasselbe gilt von den statistischen Angaben über ganze

Länder oder einzelne Städte. Sie sind hauptsächlich auf Mitteilungen aus

den Jahren 1880-1882 begründet, ohne sich durchweg an ein und dasselbe

Jahr zu halten, was für den Zweck einer allgemeinen Übersicht ohne

Bedeutung war._

_Hätte ich die Gewissheit, das mir gesteckte Ziel, über welches

ebenfalls im Vorworte zum ersten Bande näheres gesagt wurde, erreicht

zu haben: »mit dem enormen aufgespeicherten Material aufzuräumen,

das Nutzlose zu beseitigen und in das zurückbleibende Wertvolle

einigermassen Ordnung und Übersichtlichkeit zu bringen«, so würde ich

mit grosser Befriedigung die Feder nach vollbrachter, jahrelanger

mühsamer Arbeit weglegen; jetzt kann ich es nur mit dem Bewusstsein

thun, dass ich ehrlich bemüht gewesen, nicht gar zu weit hinter der

Aufgabe zurückzubleiben._

_Leipzig, den 24. Oktober 1883._

_Carl B. Lorck._

[Illustration]

INHALTS-VERZEICHNIS.

Seite

EINLEITUNG.

DAS LICHT UND DIE CHEMIE ALS FÖRDERER DER TYPOGRAPHIE.

Wiederbelebung der Buchdruckerkunst. Das geistige und das

physische Licht. Photographie, Lithographie, Chemigraphie.

-- Alois Senefelder und der chemische Druck, Musiknoten-,

Landkarten-, Ölbild- und Aquarelldruck, anastatischer Druck.

Die Daguerreotypie. Die Silberphotographie, die Photographie

und die Druckkunst, das Woodbury-Verfahren, der Lichtdruck,

die Alberttypie, der photographische Lichtdruck, die

Photolithographie. -- Verschiedene Hochdruckversuche: die

Chemitypie, die Zinkhochätzung, ihre Vorzüge und Mängel, ihre

Zukunftsstellung 3-20

ERSTES BUCH.

DIE ANGLO-AMERIKANISCHE GRUPPE.

EINFÜHRUNG IN DAS ERSTE BUCH (23-28).

I. KAPITEL.

SCHRIFTGIESSEREI UND SETZMASCHINEN DER ANGLO-AMERIKANISCHEN GRUPPE.

DIE SCHRIFTGIESSEREI: W. Caslon II., J. Jackson, D. Bruce,

Mac Kellar Smiths & Jordan u. a. Die Holztypen. Der

Blindendruck. Lord Stanhopes Stereotypie. DIE GIESSMASCHINE:

Nicholson, Elihu White, D. & G. Bruce, Johnson und

Atkinson, Westcotts Giessmaschine. DIE SETZMASCHINE, frühere

Versuche: T. Alden, W. Mitchell, A. Fraser u. a. Hattersley,

Kastenbein, Mackie. Der _Matrix compositor_ und ähnliche

Apparate 29-48

II. KAPITEL.

DIE DRUCK- UND HÜLFSMASCHINEN DER ANGLO-AMERIKANISCHEN GRUPPE.

DIE HANDPRESSE. Lord Stanhope und seine Nachfolger:

Cogger, Clymer u. a. Die Auftragmaschine. Die Glätt-

und Prägmaschine: Bramah. DIE SCHNELLPRESSE: Friedrich

König in England, Bensley, John Walter, der 29. November

1814, Kränkungen Königs, seine Abreise von London,

Walters Eintreten für ihn. Die Nachfolger Königs:

Napier, Applegath & Cowper, Hoe u. a. Die Endlosen: W.

Bullock, die Walter-Maschine u. a. Die Mehrfarbe-Endlose.

Die Tretmaschine. Die Ausleger, die Anleger. DIE

SATINIERMASCHINE. DIE FEUCHTAPPARATE. DIE BRONCIERMASCHINE.

DIE FALZMASCHINE. DIVERSE HÜLFSMASCHINEN. WALZEN UND FARBE.

DIE MATERIALIENHANDLUNGEN 49-72

III. KAPITEL.

DIE TYPOGRAPHIE UND DAS BUCHGEWERBE ENGLANDS.

ENGLAND. AUFBLÜHEN DER TYPOGRAPHIE: J. Baskerville, Bowyer

Vater und Sohn, J. Nichols, Miller-Ritchie, W. Bulmer, Th.

Bensley, Hansard Vater und Sohn. DIE XYLOGRAPHIE: Thom.

Bewick. DER FARBENDRUCK: G. Baxter, W. Savage, W. Congreve.

Oxford, Cambridge, Edinburgh u. a. DIE ZEITUNGSPRESSE: Die

_Times_ und die Familie Walter; Stempel; telegraphischer

Verkehr; Inseratenwesen; Statistisches. DER ACCIDENZDRUCK.

DER BUCHHANDEL: Die illustrierten Blätter, Ch. Knight. Der

Bibeldruck. Die Bibliophilie: Lord Spencer, T. F. Dibdin. DIE

BUCHBINDERKUNST.

ASIEN: Indien, China, Japan, der Indische Archipel. --

AUSTRALIEN, die Südseeinseln. -- AFRIKA 73-114

IV. KAPITEL.

DIE TYPOGRAPHIE UND DAS BUCHGEWERBE NORDAMERIKAS.

WACHSTUM DER PRESSE. DIE ZEITUNGEN: Statistisches, der

_Herald_, Horace Greeley und die _Tribune_, G. Childs

und der _Ledger_, die Familie Harper, Frank Leslie und

die illustrierte Presse. Die Holzschneidekunst. DIE

BUCHDRUCKEREI UND DER BUCHHANDEL: Die Staatsdruckerei und der

Accidenzdruck, Organisation des Buchhandels. Grosse Druck-

und Verlagsfirmen: Appleton, Lippincott, Houghton u. a.,

Einfluss des deutschen Elements, Nachdruck deutscher Werke,

deutsche Buchhandlungen und Zeitungen. DAS PAPIER 115-136

ZWEITES BUCH.

DIE ROMANISCHE GRUPPE.

EINFÜHRUNG IN DAS ZWEITE BUCH (139-144).

V. KAPITEL.

DIE SCHRIFTGIESSEREI UND DIE MASCHINEN IN FRANKREICH.

DIE SCHRIFTGIESSEREI: Das Schriftsystem Didots, seine

Anglaise, Molé. Orientalia. Notendruck, E. Duverger, Charles

Derriey und das typographische Ornament. HOLZSCHNITT und

Hochätzung. DIE STEREOTYPIE: Daulé, Gaveaux, Jannin. DIE

MASCHINEN: Marinoni, Alauzet, Dutartre u. a. Die Utensilien.

Farbe. Papierfabrikation. DIE BUCHBINDEKUNST 145-162

VI. KAPITEL.

DER STAAT UND DIE PRESSE In FRANKREICH. DIE SCHÖPFER DER NEUERN

TYPOGRAPHIE.

DER STAAT UND DIE PRESSE unter Ludwig XVI., der Revolution,

Napoleon I., der Restauration, dem Bürgerkönigtum, Napoleon

III. DIE ÄLTEREN BUCHDRUCKEREIEN: Die Staatsdruckerei und

die Didot in ihrem Einflusse auf die Typographie, die

Familien Panckoucke, Barbou, Lottin, Treuttel & Würtz,

Berger-Levrault, Dentu, Crapelet 163-190

VII. KAPITEL.

DIE MODERNE TYPOGRAPHIE FRANKREICHS UND DAS BUCHGEWERBE.

DAS AUFLEBEN DES BUCHGEWERBES. Die Prachtwerke. Neue

Bahnen. Der _Cercle de la Librairie_. Die Fachlitteratur.

Statistisches. Die Journallitteratur. DIE MODERNE

TYPOGRAPHIE: A. Mame & Co., H. Fournier, P. Dupont, J.

Claye, N. Chaix, H. Plon u. a. DER ILLUSTRIERTE VERLAG: Ch.

Furne, J. Dubochet, J. Paulin. DIE LUXUSBÜCHER: L. Curmer,

G. Silbermann, Engelmann Vater & Sohn. DIE VERSCHIEDENEN

RICHTUNGEN DES BUCHHANDELS: Baillère, Masson, Hachette &

Co. u. a. DER ARCHAÏSTISCHE DRUCK: L. Perrin, D. Jouaust.

DIE BIBLIOGRAPHIE: Die Buchhandlungen für das Ausland.

Statistisches 191-224

VIII. KAPITEL.

DIE ZWEIGE DER ROMANISCHEN GRUPPE.

DIE NIEDERLANDE: Zurückgehen der Kunst. Der Nachdruck. Die

neuere Typographie Hollands und Belgiens. -- ITALIEN: G.

Bodoni. Langsame Fortschritte. Venedig, die Mechitaristen.

Panfilo Castaldi. Der Buchhandel, die Familie Pomba. Rom, die

Druckerei der Propaganda. Erfreuliche Aussichten. -- SPANIEN:

J. Ibarra. Madrid. Barcelona. PORTUGAL: Die Staatsdruckerei.

SÜDAMERIKA: Buenos Aires, Rio de Janeiro, Lima, Cuba, Mexiko.

-- NORDAFRIKA: Algier, Ägypten. TÜRKEI: Aufblühen und Verfall

der Kunst. Jetzige Lage 225-252

DRITTES BUCH.

DIE GERMANISCHE GRUPPE.

EINFÜHRUNG IN DAS DRITTE BUCH (253-260).

IX. KAPITEL.

ALLGEMEINER ÜBERBLICK ÜBER DAS DEUTSCHE PRESSGEWERBE.

Gedrückter Zustand des Pressgewerbes. Nachdruck und

Presspolizei. Die kaiserl. Bücherkommission. Die Presse in

den einzelnen Bundesstaaten. Die nationale Litteratur. Reform

des Buchhandels. Der Börsenverein. Die Bücherproduktion. Der

Buchdrucker-Verband und der Prinzipal-Verein. Statistisches.

Die Papierfabrikation. Die Buchbinderkunst, der Masseneinband

und die Handarbeit 261-280

X. KAPITEL.

DIE SCHRIFT UND DIE ILLUSTRATION IN DEUTSCHLAND-ÖSTERREICH.

Aufschwung der Schriftgiesserei. Ed. Hänel. Die deutsche

Druckschrift. Walbaum Vater und Sohn. Hamburg, Berlin,

Leipzig, Frankfurt a. M. Österreich. G. Haase, C. Faulmann.

Die Stereotypie, die Galvanoplastik, die Dynamo-Elektrik.

Die Giessmaschine. DIE ILLUSTRATION: Verfall im XVIII.

Jahrhundert, Wiedererwachen des Holzschnittes. Die Unger,

Gubitz, Unzelmann, Kretzschmar u. a. Österreich: Prestel,

Höfel, Knöfler u. a. Die Planotypie. Die Stigmatypie: Carl

Fasol 281-304

XI. KAPITEL.

DIE TYPOGRAPHISCHEN MASCHINEN IN DEUTSCHLAND.

Fr. König und die Schnellpresse. Die Bedeutung derselben.

Jugendgeschichte Königs. Seine Rückkehr aus England.

Etablissement König & Bauer in Oberzell. Kampf und Sieg.

Die Zweifarbenmaschine. Die Endlose. Die Maschinenfabrik

Augsburg und andere Fabriken Deutschlands. Helbig & Müller in

Wien und andere Fabrikanten Österreichs. Die lithographische

und die zinkographische Schnellpresse. Die Handpressen. Die

Satinier-Schnellpresse. Die Farbenfabrikation 305-320

XII. KAPITEL.

DAS ZENTRUM DER GERMANISCHEN GRUPPE.

J. G. I. Breitkopf, seine Reformen, der Musiknotendruck

vor Breitkopf und dessen Verbesserungen, Breitkopf &

Härtel. G. J. Göschen. Friedr. Arnold Brockhaus und seine

Nachfolger. B. G. Teubner. Karl Tauchnitz. Fr. Nies und

seine Nachfolger. B. Tauchnitz. Das Jubelfest 1840. Giesecke

& Devrient. Das Bibliographische Institut. Verschiedene

Offizinen Leipzigs. -- Dresden: Meinhold & Söhne u. a.

Halle: Waisenhausdruckerei, Schwetschke & Sohn. -- Weimar:

Hofbuchdruckerei. -- Gotha: Just. Perthes. -- Braunschweig:

Vieweg & Sohn, G. Westermann, Dr. Heinrich Meyer und das

Journal für Buchdruckerkunst 321-356

XIII. KAPITEL.

DER NORDEN DER GERMANISCHEN GRUPPE.

BERLIN: Wachsende Bedeutung. Die Familie Decker, Unger

Vater und Sohn, Gebr. Unger, Familie Spener, Reimer,

Mittler u. a. Ed. Hänel-Gronau. Die Zeitungsdruckereien.

Die Accidenzdruckereien. Die lithographischen und sonstigen

Kunstanstalten. Breslau. Frankfurt a. O. Posen. Königsberg.

Danzig. Stettin. Lübeck. Hamburg. Bremen. Hannover. Köln: Die

Offizin der »Kölnischen Zeitung« 357-382

XIV. KAPITEL.

DER SÜDEN DER GERMANISCHEN GRUPPE.

Emporwachsen Stuttgarts: Die Familie Cotta. J. B. Metzler.

Die illustrierte Litteratur. Ed. Hallberger, Gebr. Kröner u.

a. Die Xylographie. Der Buchhandel. Statistisches. Tübingen.

München: Aufschwung aller graphischen Künste: Kasp. Braun,

Fr. Hanfstängl, J. Albert, Fr. Bruckmann u. a. Nürnberg.

Regensburg. Augsburg. Rheinische Städte. Frankfurt a. M.

Mainz und das Einweihungsfest. Freiburg i. Br. Dornach: Ad.

Braun. Strassburg: Das Gutenbergdenkmal, die Bibliothek.

DIE SCHWEIZ. Lokale Schwierigkeiten. Basel: Die Familie Haas.

Zürich: Orell Füssli & Co., Kartographie. St. Gallen: Chr.

Zollikofer. Einsiedeln: Gebr. Benziger. Bern 383-412

XV. KAPITEL.

DER OSTEN DER GERMANISCHEN GRUPPE.

Presszustände in Österreich. J. T. Trattner. J. G. Trassler.

J. v. Kurzbeck. A. Schmid. Familie Gerold. J. V. Degen. A.

Auer. Die Hof- und Staatsdruckerei. W. v. Braumüller. Das

Museum und die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst.

Der Buchdrucker-Verein. Neuere Buchdruckereien Wiens. Die

Druckereien in den Provinzen. UNGARN. Druckereien in Budapest

und an anderen Orten. Statistisches aus Österreich-Ungarn 413-440

XVI. KAPITEL.

DIE ZWEIGE DER GERMANISCHEN GRUPPE.

DÄNEMARK. Fortschritte der Typographie: B. Luno, Gebr.

Thiele, C. Ferslew & Co. u. a. Die Chemitypie: C. Piil. Die

Giessmaschine: L. Brandt. Die Setzmaschine: C. Sörensen.

Die Schreibkugel: Malling Hansen. Island. Grönland.

NORWEGEN. Geistiges Leben. SCHWEDEN. Norstedt & Söner,

Central-Tryckeriet u. a. FINNLAND. RUSSLAND und POLEN. Die

Staatsdruckerei und andere Offizinen. Das Zeitungswesen.

DIE DONAULÄNDER: Serbien, Rumänien, Bulgarien. GRIECHENLAND 441-464

REGISTER.

A. Namen- und Sachregister 465-487

B. Nachweis der angeführten Quellenschriften 488-493

* * * * *

EINLEITUNG.

[Illustration]

DAS LICHT UND DIE CHEMIE

ALS FÖRDERER DER TYPOGRAPHIE

[Illustration]

DAS LICHT UND DIE CHEMIE ALS FÖRDERER DER TYPOGRAPHIE.

Wiederbelebung der Buchdruckerkunst. Das geistige und das physische

Licht. Photographie, Lithographie, Chemigraphie. -- Alois

Senefelder und der chemische Druck, Musiknoten-, Landkarten-,

Ölbild- und Aquarelldruck, anastatischer Druck. Die Daguerreotypie.

Die Silberphotographie, die Photographie und die Druckkunst,

das Woodbury-Verfahren, der Lichtdruck, die Alberttypie, der

photographische Farbendruck, die Photolithographie. -- Verschiedene

Hochdruckversuche: die Chemitypie, die Zinkhochätzung, ihre Vorzüge

und Mängel, ihre Zukunftsstellung.

[Sidenote: Wiederbelebung der Buchdruckerkunst.]

Als die Grenze des allmählichen Rückganges, teilweise der Erniedrigung

der Buchdruckerkunst, von welcher der Leser in dem ersten Teil der

Geschichte bereits Kenntnis nahm, zugleich als der Ausgangspunkt einer

neuen Entwickelung zum Besseren kann das dritte Jubeljahr der Erfindung

bezeichnet werden. Nicht lange nach diesem Zeitpunkt beginnt eine, fast

durch mehr als ein Jahrhundert sich erstreckende ununterbrochene Kette

von Verbesserungen und neuen Erfindungen auf dem Gebiete der Druckkunst,

so dass diese um die Zeit der vierten Jubelfeier, begünstigt von dem

überall aufblühenden, frischeren geistigen, politischen und gewerblichen

Leben, ihre zweite Glanzperiode antritt, inmitten welcher wir uns jetzt

noch befinden, von der festen Zuversicht durchdrungen, dass unsere

Nachkommen von einem abermaligen Herabsteigen von der erklommenen Höhe

nicht zu berichten haben werden.

In der letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts knüpften die

Verbesserungen und Erfindungen noch behutsam an das Bestehende an; von

dem Beginn unseres Jahrhunderts an ging es aber mit Sturmschritten auf

neuen Bahnen unaufhaltsam vorwärts.

[Sidenote: Die Maschinen.]

»Meister Blutlos« hatte das Scepter in die Hand genommen und je mehr wir

uns unseren Tagen nähern, um so uneingeschränkter wurde die Herrschaft

dieses Meisters, »der aus dem Gedanken des Menschen Leben trank und

Nahrung zog, die seinen eisernen Gliedmassen Kräfte verlieh, welche der

Mensch selbst nicht besitzt«.

Doch nicht genug hiermit. Der graphischen Kunst entstanden neue mächtige

Bundesgenossen in der alles belebenden Sonne und in den geheimen Kräften

der Natur, in deren nimmer rastende Werkstätte die Chemie uns einen

belehrenden Einblick eröffnet hatte.

[Sidenote: Das Licht.]

Indem Gutenbergs Kunst der Menschheit zu dem geistigen Licht der

Kenntnisse verhalf, durch welche es ihr gelang, sich die Kräfte des

physischen Lichts dienstbar zu machen, erreichte sie zugleich, dass

das letztere nunmehr seinerseits eines der wichtigsten Mittel zur

Verbreitung der geistigen Erleuchtung wurde: die Sonne selbst zeigte

sich als eine direkte Förderin der Druckkunst, wennauch zugleich als

eine gefährliche Konkurrentin, deren Macht zu weichen jedoch selbst

unserm Altmeister nicht zur Unehre gereichen würde, denn in der

Photographie mit den vielen in ihr wurzelnden Reproduktionsverfahren

liegen Kräfte, welche denen des Hercules in der Wiege gleichen. Sie

zeigen sich jetzt schon als ganz ausserordentliche, obwohl sie sich noch

in den ersten Stadien ihrer Entwickelung befinden und erst ahnen lassen,

welche Umwälzung sie der Druckkunst in der Zukunft bereiten können.

[Sidenote: Lithographie.]

[Sidenote: Chemigraphie.]

Eine junge, als Förderin der graphischen Kunst jedoch ältere Kraft denn

die ewige Sonne, wuchs in der LITHOGRAPHIE empor. Wennauch diese Kunst

heute bereits aufgehört hat, den hervorragenden Platz zu behaupten, den

sie eine zeitlang als Produzentin künstlerischer Schwarzdrucke einnahm,

so macht sie sich um so mehr im Farben- und Lichtdruck um Wissenschaft

und Kunst, Industrie und Gewerbe verdient; hat jedoch schon eine neue,

nach mehreren Richtungen hin glückliche Mitbewerberin um die Gunst des

Publikums in der CHEMIGRAPHIE gefunden, welcher, wie es scheint, eine

grosse Zukunft bevorsteht.

[Sidenote: Die typographischen Institute.]

So sehen wir heute eine Reihe von graphischen Verfahren mit der

Typographie zur Herstellung der mannigfachsten Druckwerke je nach ihrer

Eigenart einträchtig zusammen wirken. Jedes dieser Verfahren kann seine

eigentümlichen Vorzüge geltend machen und zugleich die Kräfte der

anderen benutzen. Deshalb pflegen auch die grösseren typographischen

Institute von heute gewöhnlich gleichzeitig mehrere Verfahren,

wodurch sie imstande sind, Arbeiten für die verschiedensten Zwecke

der Wissenschaft, der Bildung, des Handels, des bürgerlichen und des

staatlichen Lebens in einer Vollendung zu liefern, wie sie durch eine

einzelne dieser Künste nicht zu erreichen gewesen wäre.

[Sidenote: Zurücktreten der Person.]

Jedoch, je mächtiger die Technik vorwärts schritt, je allgemeiner

der Dampf, das Licht und die Chemie das Übergewicht erlangten,

um so mehr musste die Biographie aufhören, als Mittelpunkt der

Geschichtschreibung zu dienen, während sich in den früheren Perioden die

Teilnahme vorzugsweise auf hervorragende Männer richtete, die mit dem

historischen, zumteil auch mythischen Nimbus umgeben waren und deren

Stellung in der Geschichte der Typographie von der öffentlichen Meinung

längst bestimmt war.

Heutzutage, wo die Buchdruckerei hauptsächlich, wennauch im besten

Sinne, eine auf Grossbetrieb angelegte Fabrik geworden, ist die Maschine

und das Fabrikat in den Vordergrund getreten. Der Besitzer einer

vortrefflichen Buchdruckerei ist jetzt nicht immer ein vortrefflicher

Buchdrucker, dessen Name in der Geschichte fortleben wird, sondern oft

nur ein gut rechnender Kaufmann, der imstande war, das beste Material

anzuschaffen, und klug genug, um durch einen tüchtigen Dirigenten

und tüchtige Arbeiter das zu ersetzen, was ihm selbst fehlt. Das

Individuum tritt somit gegen die Gesamtsumme der Tüchtigkeit und

des Unternehmungsgeistes eines ganzen Volkes und -- das müssen wir

allerdings hinzusetzen -- gegen die Summe von dessen Kapital zurück.

[Sidenote: Der internationale Verkehr.]

Doch auch ganze Völker verlieren nach und nach viele ihrer

Eigentümlichkeiten und selbstverständlich sind es namentlich die

kleineren unter denselben, oder die in der Kultur zurückgebliebenen, die

sich von der Anziehungskraft der grossen Zentren beeinflusst fühlen.

Wie in der Politik, der Litteratur, der Kunst und dem Handel der

Kirchturmsausblick dem kosmopolitischen Fernblick Platz machte, so auch

in der Typographie. Je leichter der Verkehr zwischen den Nachbarländern

sich gestaltet, um so leichter und schneller eignet sich ein Volk die

Vorzüge und Erfindungen des anderen an. Diese Leichtigkeit geht so weit,

dass es, obgleich es sich oft um eine uns nahe liegende Vergangenheit

handelt, nicht mehr zu konstatieren ist, wem oder welchem Lande diese

oder jene Erfindung gehört. Der Eine wirft einen Gedanken hin; der

Andere nimmt ihn auf und arbeitet ihn weiter aus; der Dritte macht einen

unpraktischen Versuch damit; dem Vierten erst gelingt die Durchführung.

Oft geschieht diese Aneignung unwillkürlich, oft entsteht ein Gedanke

gleichzeitig bei Mehreren; die Luft ist sozusagen mit Erfindungsstoffen

geschwängert.

Unter solchen Verhältnissen wird es, je mehr wir uns der Jetztzeit

nähern, desto schwieriger, eine streng gesonderte Behandlung der

typographischen Geschichte jedes einzelnen Volkes, jeder Stadt, jeder

Firma beizubehalten, denn Eigentümlichkeiten machen sich hauptsächlich

nur in den grösseren Gruppen bemerkbar.

[Sidenote: Die Gruppenbildung.]

Von solchen bildeten sich im Laufe der Zeit drei: die

ANGLO-AMERIKANISCHE, die ROMANISCHE und die GERMANISCHE. Nicht immer

war die nationale und sprachliche Verwandtschaft der Völker für

die Gruppierung allein massgebend; öfters wirkten auch politische,

merkantile und technische Verhältnisse sehr stark mit. So sehen wir,

wie den germanischen nahe verwandte Länder, wie die Niederlande, mehr

der romanischen Gruppe in der Typographie sich zuneigen, während die,

dem Germanentum nichts weniger als freundlich gesinnten slawischen

und magyarischen Völker sich in gewerblich-technischer Hinsicht der

germanischen Gruppe anreihen. Der ferne Osten Asiens und Australien

unterliegen der Wucht der Beherrscherin des Ozeans, während der Einfluss

Frankreichs sich in den Umländern des Mittelmeeres, in den europäischen

sowohl wie in den afrikanischen und asiatischen, geltend macht.

Es wird unsere Aufgabe sein, in den folgenden Abschnitten die

eigentümliche Entwickelung, welche jede dieser Gruppen, trotz der

Amalgamierung der Völker im allgemeinen, genommen hat, zu verfolgen.

Warum wir mit der Anglo-Amerikanischen Gruppe anfangen, daran die

Romanische reihen, und mit der Germanischen schliessen, ergiebt sich aus

der Geschichte.

Bevor wir jedoch an diese Gruppen herantreten, um die Leistungen

der einzelnen zu überschauen, ist es nötig, auf das Entstehen und

Fortschreiten der erwähnten neuen Schwesterkünste der Typographie, des

STEINDRUCKS, des LICHTDRUCKS und des ZINKDRUCKS, in ihrem Zusammenhang

unter einander und mit der Typographie, einen Blick zu werfen[1], der

sich allerdings innerhalb der engsten Grenzen zu halten haben wird. Die

Reihe eröffnet dem Altersrang gemäss:

[1] Die wichtigeren Erscheinungen der einschlägigen reichen Litteratur

sind am Schlusse des Bandes zu finden.

DIE LITHOGRAPHIE.

[Sidenote: Alois Senefelder.]

»Ich wünsche, dass die Steindruckerei bald auf der ganzen Erde

verbreitet, der Menschheit durch viele vortreffliche Erzeugnisse

vielfältigen Nutzen bringen und zu ihrer grösseren Veredlung gereiche,

niemals aber zu einem bösen Zweck missbraucht werden möge. Dies gebe der

Allmächtige; dann sei gesegnet die Stunde, in der ich sie erfand.«

So spricht -- nicht unähnlich seinem grossen Vorgänger Gutenberg in

der Nachschrift zu dem Katholikon (I, S. 33) -- der Erfinder der

Lithographie ALOIS SENEFELDER in seinem berühmten Werke[2], voll des

Dankes gegen die Vorsehung, welche ihn als Werkzeug benutzt hatte, um

die Menschheit einer grossen Wohlthat teilhaft werden zu lassen.

[2] A. SENEFELDER, Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerey. Mit einer

Vorrede von Fr. v. Schlichtegroll. München 1818.

Sollte nun auch die Lithographie so wenig, wie die Typographie, von

jedem unedlen Missbrauch verschont bleiben, so wiegen trotzdem bei

beiden der »vielfältige Nutzen« und die erzielte »Veredlung der

Menschheit« so schwer, dass der Erfinder wohl ohne Bedenken die Stunde

der Erfindung segnen mochte. Jeder Deutsche kann aber ausserdem mit

Stolz dieser Stunde gedenken, denn er zählt den Erfinder auch dieser,

nach der Typographie wichtigsten der lichtbringenden Künste zu den

Seinigen.

Dass Senefelder die Ehre nicht streitig gemacht werden konnte, wie

es mit Gutenberg geschah, dafür hatte der letztere gesorgt, so dass

ersterer selbst in der Lage war, durch sein Werk über seine Kunst uns

zu teilnehmenden Begleitern durch sein wechselvolles Leben und alle

Phasen seiner Kunst zu machen. Er konnte selbst unwidersprechliches

Zeugnis ablegen, dass es kein Verfahren in der Lithographie giebt,

welches von ihm ungeahnt, ja unversucht geblieben wäre.

Durch diese lange Reihe von Versuchen dem Erfinder zu folgen, ist hier

nicht möglich; es sei nur erwähnt, dass Alois Senefelder am 6. November

1771 zu Prag geboren wurde, sich der Jurisprudenz widmen sollte, jedoch,

von unwiderstehlichem Drang geleitet, in München dem Theater als Dichter

und Darsteller zugeführt wurde; dass er, zu arm, um seine Theaterstücke

drucken zu lassen, nach vielen Experimenten, um eine billigere

Herstellung zu finden, schliesslich durch Zufall auf die Entdeckung der

Lithographie geführt wurde.

[Sidenote: Wesen der Lithographie.]

Das Gravieren in Stein, selbst das Ätzen eines solchen, so dass eine

Zeichnung auf demselben erhaben zurückblieb, war nichts Neues, und

dass die Chinesen ein lithographisches Druckverfahren hatten, wurde

bereits (I, S. 4 und 282) erwähnt. Das Charakteristische der neuen

Erfindung lag in der Entdeckung, dass eine mit fetter Kreide oder

fetter Tinte auf einem Stein von besonderer Art gemachte Zeichnung

von über ihn gegossenem Scheidewasser nicht angegriffen wird, dass

ferner die auf den Stein aufgetragene fette Farbe nur auf der

Zeichnung haften bleibt, von den geätzten, gummierten und gefeuchteten

Steinflächen jedoch abgestossen wird, schliesslich, dass es möglich

war, einen Abdruck mechanisch auf einen andern Stein zu übertragen

und, wie in der Typographie durch die Stereotypie, durch Wiederholung

hiervon neue Druckplatten in unbegrenzter Zahl herzustellen, wodurch

es der Lithographie, namentlich seit Erfindung der lithographischen

Schnellpresse, möglich geworden, der Typographie auf einzelnen Gebieten

erfolgreiche Konkurrenz zu machen.

[Sidenote: Nützlichkeit der Lithographie.]

Durch die neue Kunst konnte eine massenhafte Verbreitung von

Nachbildungen älterer und neuerer Kunstwerke in einer Schnelligkeit und

Billigkeit stattfinden, wie sie durch den Grabstichel nicht zu erreichen

war, was ausserordentlich zur Popularisierung der Kunst beitrug.

Wissenschaftliche und technische Werke liessen sich durch Beigabe

lithographischer Tafeln verständlicher machen; Nachbildungen gaben

die Miniaturen des Mittelalters in prachtvollem Gold- und Farbendruck

wieder; die Verkäuflichkeit der Zeitschriften und der Lieferungswerke

fand durch schwarze, kolorierte, später durch bunt gedruckte Bilder

einen gewaltigen Vorschub.

[Sidenote: Der Notendruck.]

Vor allem bemächtigte sich die Lithographie des musikalischen

Notendruckes. Es war dies der erste Zweig, der von Senefelder selbst

mit Erfolg betrieben wurde und ein vorteilhaftes Übereinkommen mit

dem bekannten Musikalienhändler André in Offenbach herbeiführte, das

jedoch später von Senefelder selbst, wohl ohne hinreichenden Grund,

aufgehoben wurde. Der musikalische Typendruck konnte sich von jetzt

ab nur dann bewähren, wenn der Text einen überwiegenden Teil bildete,

namentlich also bei theoretischen Werken, oder wenn die Auflage, was bei

musikalischen Werken nur selten vorkam, eine sehr grosse war. Ausserdem

liess die Lithographie eine zum Kaufen anlockende Ausschmückung zu und

jeder Walzer oder jedes sentimentale Lied erhielt ein Titelblatt mit

schwungvoll verzierten Schriften, wenn nicht gar mit einer bildlichen

Darstellung, als Helferin beim Absatz.

[Sidenote: Der Landkartendruck.]

Ein Feld, welches vom Beginn ab ebenfalls der Lithographie zufiel, war

die Herstellung von Landkarten und Plänen. Dieser Zweig nahm nach und

nach einen ausserordentlichen Aufschwung. Die Methode, durch Anwendung

verschiedener Schraffierungen und Ätzungen mit wenigen Farbensteinen

eine grosse Zahl von Farbenabstufungen hervorzubringen, ist zu hoher

Vollkommenheit gediehen. Die Schichtlegung ist viel methodischer

geworden und es gelang, ein naturgetreues, fast plastisches Bild zu

geben.

Wer es mit der Xylographie gut meinte, konnte sich nur freuen, dass

sie von einem Feld abgedrängt ward, welches sie nie mit Erfolg und

nur notgedrungen bebaut hatte. Als jedoch die Lithographie mit ihrer

leichten Herstellungsweise Miene machte, sich des ganzen Accidenzfaches

zu bemächtigen, welches die Typographie so lange mit Glück betrieben

hatte, da erhob sich ein heftiger Widerstand, der Veranlassung zu ganz

wesentlichen Fortschritten der Typographie gab. So kämpften altes und

neues Verfahren mit einander, jenes um den bis jetzt innegehabten Platz

zu behaupten, dieses um dem Gegner neues Terrain abzugewinnen, bis,

wie es so oft geschieht, wenn tüchtige Gegner ihre Kräfte gemessen und

schätzen gelernt haben, zum beiderseitigen Vorteil aus den Feinden

Verbündete wurden.

[Sidenote: Der Ölbild- und Aquarelldruck.]

Eine besonders eifrig gepflegte Art des lithographischen Verfahrens ist

der Farbendruck in den beiden Abzweigungen ÖLBILD- und AQUARELLDRUCK.

[Sidenote: Die Technik des Bilderdrucks.]

Das Verfahren bei der Herstellung beider ist in der Hauptsache dasselbe.

Zuerst wird eine Pauszeichnung gemacht, auf Stein übertragen und so oft

abgezogen als Farbensteine notwendig sind. Auf jedem der Steine werden

nun die Partien eingezeichnet, die mit gleicher Farbe gedruckt werden.

Für manche Platten genügt es, sie mit einer Asphaltlage zu überziehen,

auf der man durch Schaben und Schleifen Töne in so gleichmässiger

Abstufung erzielen kann, als wären sie mit dem Pinsel gemacht. Die

allgemeinen, leichten Töne des Bildes werden zuerst eingedruckt,

dann folgen die Steine mit den Lokalfarben und den Formendetails,

schliesslich wird das Bild mit neutralen Tönen abgestimmt. Da eine neue

Farbe die vorherige nicht verbirgt, sondern mit ihr Mischung eingeht,

so ist es klar, einerseits, dass grosses Verständnis, grosse Erfahrung

und ein feines künstlerisches Gefühl dazu gehört, die richtige Tiefe der

Töne zu treffen, andererseits, dass Nüancierungen, die nach hunderten

zählen, durch die Verschiedenheit der über einander gedruckten Farben

und die detailliertere oder leichtere Ausführung der Zeichnungen sich

erzielen lassen.

[Sidenote: Die Torchonplatte.]

Um den Eindruck des pastosen Pinselauftrags und der rauhen Malerleinwand

oder bei den Aquarellen des rauhen Papieres, dessen man sich für die

Aquarell-Zeichnungen bedient, hervorzubringen, werden die Pinselstriche

oder Unebenheiten in einen Stein graviert oder geätzt und das fertige

Bild mit diesem Stein, selbstverständlich ohne Farbenauftrag, durch die

Presse gezogen, so dass die vertieften Stellen in dem Stein nunmehr als

Erhabenheiten auf dem Bilde erscheinen.

[Sidenote: Farbensteine.]

Da zu einem gut ausgeführten Bild 20 bis 30 Farbensteine gehören, so

sind die Kosten sehr hoch und nur die grossen Auflagen, welche durch

die Schnellpresse sehr erleichtert sind, machen Preise möglich, die

wenigstens fünfundzwanzigmal geringer sind, als die für eine oft

mittelmässige Kopie. Wie weit die Chromographie es gebracht hat, beweist

die Thatsache, dass die artistischen Anstalten es auf Ausstellungen

wagen konnten, Original und Druck neben einander aufzuhängen, um zu

beweisen, dass ein Blick des Kenners dazu gehört, das Original vom Druck

zu unterscheiden, ja, dass sogar für diesen bei dem Aquarelldruck eine

Täuschung möglich war. Vortreffliche Dienste leistet der lithographische

Farbendruck bei Herstellung der Bilder für den, jetzt auf einer hohen

Stufe stehenden Anschauungsunterricht.

[Sidenote: Der anastatische Druck.]

Nicht ohne Wichtigkeit ist der ANASTATISCHE DRUCK (von dem griechischen

[Greek: anastasis], Auferstehung), namentlich um von älteren Drucken

vollkommene Facsimiles herzustellen.

Nachdem der alte Druck mit verdünnter Salpetersäure getränkt worden ist,

presst man ihn an einen Stein oder eine Metallplatte. Die Säure ätzt die

Platte mit Ausnahme der mit Schrift, die nun ein wenig erhaben dasteht,

bedeckten Stellen. Hat jedoch der alte Druck nicht mehr Fettigkeit

genug, um die Säure abzustossen, so kann man erstern erneuern, indem man

das Blatt in Weinsteinsäure legt. Hierdurch werden alle unbedruckten

Papierstellen mit kleinen Weinsteinsäure-Krystallen überzogen, welche,

wenn man mit den Schwärzewalzen über das Papier fährt, die Schwärze

abstossen, die nur von der alten Schrift angenommen wird. Das Experiment

ist jedoch, da die Möglichkeit der Vernichtung des Originals vorhanden

ist, immer bedenklich, wenn letzteres wertvoll oder gar unersetzlich ist.

Das Verfahren wurde von einem Schlesier Rud. Appel erfunden und von

Faraday nutzbar gemacht. Da eine Verfälschung von Wertpapieren durch

dasselbe leicht möglich war, stellten Appel & Glyne ein Patentpapier

her, dessen Zusätze die Benutzung zum Umdruck aus chemischen Gründen

unmöglich machten.

[Sidenote: Lithographiesteine.]

Eine Kalamität für die Lithographie ist der beginnende Mangel an gutem

Steinmaterial. Die Steine bester Qualität sind nur in den Solnhofener

Brüchen in Bayern zu finden; alle anderen Steine haben sich für bessere

Arbeiten bis jetzt nicht bewährt, obwohl kein Jahr vergeht, ohne dass

die Nachricht durch die Blätter läuft, jetzt seien wirklich gute Steine,

bald in Polen, bald in Algier, dann in Canada, dann bei Marseille,

aufgefunden. Ebensowenig haben die Versuche, die Steine durch eine

künstliche Masse zu ersetzen, Erfolg gehabt. Unter diesen Verhältnissen

steht dem Zink, welches die eigentümlichen Eigenschaften des

lithographischen Steines besitzt, dabei billig ist, sich leicht aufheben

und auf einem Cylinder zum Druck anbringen lässt, ganz abgesehen von

seiner Verwendung in der Hochätzung, eine bedeutende Zukunft in Aussicht.

DIE PHOTOGRAPHIE.

[Sidenote: _Camera obscura._]

Es war sehr erklärlich, dass die _Camera obscura_, welche das Bild der

Umgebung im kleinen auf das getreueste wiedergiebt, den Gedanken, ein

solches Bild durch Lichtwirkung zu fixieren, weckte. Bereits im Jahre

1802 hatte der bekannte englische Steingutfabrikant WEDGWOOD im Verein

mit dem Chemiker DAVY Experimente zur Herstellung von Lichtbildern auf

einem mit Höllenstein überstrichenen Papier gemacht und FOX TALBOT

verbesserte das Verfahren. In Paris hatte NICÉPHORE NIÈPCE die grosse

Lichtempfindlichkeit des Asphalt (Judenpech) entdeckt. Dieses Erdharz

hat die merkwürdige Eigenschaft, dass es, obwohl für gewöhnlich sehr

leicht löslich, dem Lichte ausgesetzt unlöslich wird. Überzieht man

nun eine Kupferplatte damit und belichtet sie unter einer Zeichnung

auf Papier, so wird der Asphalt auf allen Schattenstellen des Bildes

löslich, und zwar nur dort; wischt man nun die löslichen Stellen weg

und übergiesst die Platte mit Ätzsäure, so werden nur die blossgelegten

Stellen angegriffen und es entsteht somit eine druckbare Platte. Man

hatte es also bereits eigentlich mit der Heliographie zu thun, die, wie

aus Nièpces Hinterlassenschaft hervorgeht, von ihm erkannt, jedoch nicht

praktisch geübt worden war.

[Sidenote: L. Daguerre * 1787, [+] 12. Juli 1851.]

LOUIS DAGUERRE in Paris hatte mit Nièpce langezeit Versuche gemacht, um

auf Silberplatten, die den Dämpfen des schwarzen, leichtflüssigen Jods

ausgesetzt wurden, durch kurze Belichtung Bilder hervorzubringen; es

wollte dies jedoch nicht recht gelingen. Da führte ein reiner Zufall

zu der Entdeckung, dass die auf der Platte hervorgebrachten äusserst

schwachen Bilder in dunklem Verschluss durch Quecksilberdämpfe sich

kräftig entwickeln. Hiermit war die DAGUERREOTYPIE erfunden und wurde

dieses Wunder am 19. August 1839 in einer Sitzung der Akademie der

Wissenschaften in Paris der Welt verkündet.

Daguerres Verbesserungen ermöglichten es, die Aufnahmezeit von

zwanzig Minuten auf eine bis zwei zu verkürzen. Durch die von

Professor Petzval in Wien erfundenen und von Voigtländer ausgeführten

Portrait-Doppelobjektive wurde die Zeit auf einige Sekunden reduziert,

damit kam die Portraitaufnahme in hohen Flor und die Erfindung machte

schnell ihre Weltreise.

[Sidenote: Die Papierphotographie.]

Ein Übelstand war der Spiegelglanz der Platten, welcher den

Totaleindruck sehr beeinträchtigte. Die gar zu grosse Treue, mit

welcher jede Runzel, jeder Fleck und alles Nebensächliche in voller

Stärke wiedergegeben wurde, wirkte ebenfalls störend und eine Retouche

war unmöglich. Auch verlangte jedes Exemplar eine neue Sitzung. Die

Versuche von Talbot und NIÈPCE DE ST. VICTOR führten nun dazu, erst ein

Negativbild auf lichtempfindlichem Papier herzustellen, welches sich

leicht fixieren liess, und dann von diesem durch Lichtwirkung wieder ein

positives Bild hervorzubringen, welches in einer beliebigen Anzahl von

Exemplaren wiederholt und retouchiert werden konnte. Statt des Papieres

wurde für den Negativprozess später Glas genommen, welches mit einer

mit Jodkalium versetzten Firnislösung überzogen war, bis diese durch

Kollodium ersetzt wurde. Hiermit gelangte die Portraitphotographie

zu einer enormen Verbreitung. Auch Landschaftsbilder wurden in

überraschender Vorzüglichkeit geliefert.

Mit ihren immer grossartigeren Erfolgen dient die Photographie nicht

allein der Kunst durch getreueste Wiedergabe ihrer Erzeugnisse, sondern

auch den meisten Wissenschaften: der Feldmesskunst, der Astronomie, den

Naturwissenschaften und der Medizin; selbst das gerichtliche Verfahren

zieht von ihr Nutzen. Viele Zweige der Industrie und des Kunstgewerbes,

wie z. B. die Porzellan- und die Glasmanufaktur, haben in ihr eine

grosse Förderin.

[Sidenote: Photographie und Druckkunst.]

Was uns jedoch hier am meisten interessiert und am nächsten liegt,

ist die Ausführung des Gedankens, die Photographie in die Reihe der

eigentlichen vervielfältigenden Künste einzuführen. Das Verfahren: ein

negatives Bild in ein positives umzuändern, nimmt Zeit in Anspruch, und

die Silberkopie, deren Haltbarkeit immerhin auch zweifelhaft bleibt, ist

zu teuer, wenn es sich um Massenproduktion handelt. Man suchte deswegen

nach Auswegen, die in verschiedener Weise gefunden wurden.

[Sidenote: Tiefdruckplatten.]

FOX TALBOT entdeckte im Jahre 1852, dass der, durch eine chromsaure

Kali-Leimlösung auf einer Stahlplatte gebildete Überzug im trockenen

Zustande eine Schicht bildet, die, vom Lichte getroffen, unlöslich,

jedoch, im Dunkeln aufbewahrt, mit Wasser sich auflösen lässt. Er

belichtete nun eine solche Schicht unter einer Zeichnung oder einem

positiven Glasbilde. Hierdurch wurden die vom Licht getroffenen Stellen

der Schicht unlöslich, die durch die dunklen Partien der übergelegten

Zeichnung oder Platte geschützten Stellen behielten jedoch ihre

Auflöslichkeit. Wurden nun letztere im Dunkeln abgewaschen, so blieben

erstere als eine Zeichnung auf bräunlichem Grunde zurück. Diese wurde

nun geätzt und so entstand ein vertieftes Bild, wie es für den Stahl-

oder Kupferdruck erforderlich ist. Ein anderes Verfahren übte G.

SCAMONI, ein Deutscher aus Würzburg und Angestellter der Staatsdruckerei

in St. Petersburg, aus. Er hatte bemerkt, dass ein photographisches

Negativ ein, wennauch sehr schwaches Relief bildet, in welchem die

durchsichtigen Stellen (also die Schatten) tief erscheinen, während

die undurchsichtigen (die Lichter) hoch sind. Dieses Relief liess sich

mittels chemischer Einwirkung durch Niederschläge erhöhen. Hierdurch

gewann man ein Relief, fast so hoch, wie eine Kupferdruckplatte

tief ist. Über dieses Relief wurde galvanisch eine Tiefplatte

niedergeschlagen und man hatte somit eine druckbare Kupferplatte. Durch

die Photographie waren beliebige Vergrösserungen oder Verkleinerungen

möglich und Scamoni schaffte namentlich in letzterer Weise kleine

Wunderwerke, die bei der Wertpapier-Fabrikation unschätzbar sind.

[Sidenote: Hochdruckplatten.]

Für die Typographie musste jedoch die Herstellung von HOCHDRUCKPLATTEN

durch die Photographie noch von unendlich grösserem Werte sein. Gelang

es, dieses Problem in wirklich praktischer Weise zu lösen, so war ein

unendliches Feld für die Typographie erworben.

[Sidenote: Paul Pretzsch.]

In dieser Richtung ist namentlich PAUL PRETZSCH, ein Österreicher, von

hoher Bedeutung. Durch Belichtung der mit salpetersaurem Silber, Jodkali

und doppeltchromsaurem Kali überzogenen Platte wird in bereits erwähnter

Weise das erhabene Bild hergestellt. Nachdem es die genügende Festigkeit

erlangt hat, wird eine Guttapercha-Mater darüber gepresst und nun ist

es möglich, jenachdem das Bild ein negatives oder positives war, eine

Platte für Tief- oder Hochdruck zu bilden. Während indes die vertieften

Platten ihren Zweck vollständig erfüllten, waren die Resultate der

Hochplatten nicht vollkommen genügend. Die Vertiefungen waren, und das

ist die Klippe für alle bisher gemachten Versuche in dieser Richtung,

nicht genügend, um zu verhindern, dass die Schwärze in diese drang

und den Druck schädigte. Eine Hauptschwierigkeit ist namentlich das

Hervorbringen der Halbtöne.

[Sidenote: Das Woodbury-Verfahren.]

Ein vortreffliches Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckplatten

ist der nach dem Erfinder genannte WOODBURYDRUCK. Nachdem man durch

Belichtung in bereits geschilderter Weise ein Gelatinerelief nach einem

Negativ auf einer Stahlplatte gebildet hat, wird es mit einer Platte

von einem weichen Metall bedeckt. Beide Platten werden dann in einer

hydraulischen Presse einem starken Druck ausgesetzt. Hierdurch gewinnt

man eine druckbare Platte wie bei dem Naturselbstdruck. Der Drucker

arbeitet an einem rotierenden Tisch, auf welchem sechs kleine Pressen,

in der Art der Kopierpressen, stehen. Er tröpfelt eine warmgemachte,

halb durchsichtige Gelatineschwärze auf die Platte, bedeckt diese mit

dem Papier und bringt sie unter die Presse. Bis er mit allen sechs

Pressen durch ist, hat sich die Farbe in der ersten zu einem schwachen

Relief erhärtet, das in den dünnen Lagen weniger dunkel erscheint, als

in den dicken. Bei den in der Dicke abnehmenden Stellen der Platte

entsteht ein Übergang vom Dunkleren zum Helleren, gleich den Halbtönen

in der Photographie, und somit ein der letzteren in der Wirkung ganz

ebenbürtiges, dazu vollständig unveränderliches Bild.

In London übte die _Relief Printing Company_ das Verfahren. In

Frankreich wurde es durch Goupil & Co. in Asnières bei Paris und in

Deutschland durch Fr. Bruckmann in München zu hoher Vollkommenheit

gebracht. Da auch die Herstellung des Bildes auf Glas möglich ist,

so lassen sich prächtige Transparentbilder schaffen; auch ist die

Verwendung für die Stereoskopie und die _Laterna magica_ von Bedeutung.

[Sidenote: Der Lichtdruck.]

[Sidenote: Die Alberttypie.]

Verschieden von diesem Verfahren ist der eigentliche LICHTDRUCK. Die

Leimchromatschicht hat die Eigenschaft, dass sie in ihren belichteten

Stellen für die fette Farbe empfänglich wird. Überfährt man nun mit

einem nassen Schwamm einen belichteten Leimchromatbogen, so saugt er

das Wasser nur an den nicht belichteten Stellen auf. Färbt man ihn

dann mit fetter Schwärze ein, so bleibt diese nur an den belichteten

Stellen haften, und legt man das Papier darauf, so erhält man einen

Abdruck in unveränderlicher fetter Farbe. Dieses von POITEVIN entdeckte

Verfahren ist namentlich von J. ALBERT in München für die Praxis zur

Vollkommenheit gebracht. Albert brachte die Gelatinelösung auf Glas

und setzte die Rückseite für einige Augenblicke der Belichtung aus,

wodurch die Masse auf das festeste mit dem Glas verbunden wurde. Von der

Vorderseite wird die Schicht mit einem Negativ bedeckt und hierdurch die

Platte in schon bekannter Weise hergestellt. Zum Druck bedient man sich

der Walzen, und eine gut behandelte Platte hält bis zu 1000 Abdrücke aus.

[Sidenote: Der photographische Farbendruck.]

Die ebenfalls von Albert geübte FARBENPHOTOGRAPHIE wird durch drei

Aufnahmen, die eine durch rotes, die zweite durch blaues, die

dritte durch gelbes Glas, auf mit verschiedentlichen Substanzen

behandelten Platten erzielt. Alle übrigen Farben erhält Albert durch

Übereinanderdrucken dieser drei Platten mit drei Lasurfarben, deren Wahl

den reinen Tönen des Sonnenspektrums genau entsprechen muss.

Nächst Albert hat sich besonders OBERNETTER in München um den Lichtdruck

verdient gemacht. Ganz besonders eignet sich dieser für die Wiedergabe

von Bleistift- und Kreidezeichnungen. Will man den Lichtdruck an Glanz

der Silberphotographie ähnlich machen, so wird er mit Lack überzogen.

Mit einander verglichen, hat der Woodburydruck den Vorzug in der

Wiedergabe der dunkleren Partien, der Lichtdruck in derjenigen der

helleren.

[Sidenote: Die Photolithographie.]

Handbuch der Geschichte der Buchdruckerkunst. Zweiter Teil Wiedererwachen und neue Blüte der Kunst. 1751-1882. · 第 1 / 47 段