Gegenwärtig sind an Fracht 2400 ~t~ verladen, zu deren Verfr

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Reise

über

Indien und China nach Japan.

Tagebuch

mit Erörterungen, um zu überseeischen Reisen

und Unternehmungen anzuregen.

Von

Richard Freiherr von und zu Eisenstein

k. u. k. F.-M.-L.

Mit vier Figuren im Texte und einer Reisekarte.

Wien 1899.

Druck und Commissionsverlag von Carl Gerold's Sohn

I., Barbaragasse 2.

Seiner

kaiserlichen und königlichen Hoheit

dem

durchlauchtigsten Herrn General der Cavallerie

Erzherzog Franz Ferdinand

von Oesterreich-Este

zur Disposition des Allerhöchsten Oberbefehles,

Ritter des Ordens vom Goldenen Vliese, Grosskreuz des

St. Stephan-Ordens, Besitzer des Militär-Verdienstkreuzes,

Ehren-Grosskreuz des souveränen Johanniter-Ordens,

Ehrenmitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften

etc. etc. etc.

in tiefster Ehrfurcht und Ergebenheit allergehorsamst gewidmet

vom

Verfasser.

Inhalt.

Seite

Einleitung 1

Vorbereitung für die Reise 3

Antritt der Reise. Fahrt von Triest nach Port Said 9

Aufenthalt in Port Said 15

Fahrt von Port Said nach Aden 16

Aufenthalt in Steamer Port bei Aden 21

Fahrt von Aden nach Bombay 22

Aufenthalt in Bombay 24

Fahrt von Bombay nach Penang 45

Aufenthalt in Penang 52

Fahrt von Penang nach Singapore 55

Aufenthalt in Singapore 58

Fahrt von Singapore nach Hongkong 60

Aufenthalt in Hongkong 62

Fahrt von Hongkong nach Shanghai 66

Aufenthalt in Shanghai 68

Fahrt von Shanghai nach Kobe 72

Aufenthalt in Japan.

A. Aufenthalt in Kobe und Ausflug nach Osaka 74

B. Aufenthalt in Kioto 82

C. Die Eisenbahnfahrt von Kioto nach Yokohama 92

D. Aufenthalt in Yokohama 95

E. Aufenthalt in Tokio 101

F. Fahrt von Tokio nach Kobe 113

G. Zweiter Aufenthalt in Kobe und Ausflug nach Himeji 114

H. Fahrt von Kobe nach Shimonoseki und Schlusswort über

meinen Aufenthalt in Japan 119

Rückreise von Japan nach Oesterreich-Ungarn. Fahrt von

Shimonoseki nach Hongkong 126

Aufenthalt in Hongkong 128

Fahrt von Hongkong nach Singapore 132

Aufenthalt in Singapore 134

Fahrt von Singapore nach Colombo 138

Aufenthalt auf der Insel Ceylon.

A. In Colombo 144

B. Eisenbahnfahrt von Colombo nach und Aufenthalt in Kandy 148

C. Eisenbahnfahrt von Kandy nach Nuna oya und Aufenthalt in

Nuwera Eliya 151

D. Eisenbahnfahrt von Nuna oya nach und Aufenthalt in

Colombo 159

Fahrt von Colombo nach Port Said 163

Ankunft in Port Said und Weiterfahrt nach Marseille 168

Ankunft in Marseille und Weiterfahrt nach Wien 170

Reiseauslagen und Reisepläne 172

Kritik über die Vorbereitungen zur Reise 175

Schlusswort 177

[Illustration: Kartenskizze zu v. Eisenstein, Reise nach Japan.]

Einleitung.

Trotzdem, dass wir in einem Zeitalter leben, wo Elektricität und

Dampf auch die weitesten Entfernungen um ein Bedeutendes verringern und

ungeachtet der stetig fortschreitenden Civilisation, welche die meisten der

früher bestandenen Beschwerlichkeiten von den Reisenden ferne hält

und dieselben mit allem nur denkbaren Comfort umgibt, so klingt dennoch,

besonders in unserem schönen Oesterreich-Ungarn, das Project, eine

Weltreise zu machen, fast noch wie ein waghalsiges Unternehmen, welches nur

in der Vollkraft der Jahre und mit dem Aufwande von schier unerschwinglich

grossen Geldmitteln der Verwirklichung zugeführt werden kann.

Als in mir selbst, angeregt durch das eingehende Studium der höchst

interessanten und sehr lehrreichen Reisebeschreibung Sr. k. u. k. Hoheit

des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand, der Wunsch immer

lebhafter wurde, mir auch einmal die grosse weite Welt etwas anzusehen, so

entschloss ich mich endlich nach reiflicher Erwägung, ungeachtet meines

vorgerückten Alters, dennoch diesen meinen Herzenswunsch thatsächlich

durchzuführen.

Und wie sehr belohnten mich die Fülle von schönen, unvergesslichen

Eindrücken, sowie die Menge von werthvollen Erfahrungen, die ich auf

meiner Reise gesammelt habe, für einen Entschluss, den ich späterhin auch

keinen Augenblick zu bereuen Ursache hatte!

Da ich während meiner Reise immer mehr zur Einsicht gelangte, dass dem

intelligenten und bemittelten Theil der Bevölkerung unserer Monarchie

durch die Scheu vor weitgehenden Reisen und Unternehmungen namhafte

Vortheile entgehen, so entschloss ich mich nach meiner Rückkehr in die

Heimat, die täglichen Aufzeichnungen und Erörterungen zusammenzustellen

und meinen Landsleuten zu dem Zwecke zu übergeben, um in ihnen die Lust

zu Weltreisen zu wecken, um darzuthun, dass die Scheu vor einer Gefahr,

auf Dampfschiffen zu fahren, in der Jetztzeit ebenso unberechtigt ist, als

dieselbe vor einem halben Säculum nicht motivirt war gegen die Fahrt

auf den Eisenbahnen, um nachzuweisen, dass die Auslagen für die Reise,

speciell bei der Benützung der Dampfschiffe des Oesterreichischen Lloyd,

nicht so gross sind, als allgemein angenommen wird, und endlich um

die Aufklärung zu geben, dass Jenen, welche eine solche Reise machen,

bedeutende Vortheile in physischer und psychischer Richtung erwachsen, und

dass ihnen gegebenen Falles auch materielle Gewinne zufallen werden.

Was auch der gegenwärtigen Veröffentlichung zur Erreichung des

vorgesteckten Zieles fehlen mag, den einen Vortheil wird sie dem Leser

unbedingt bieten können, dass die Schilderungen der Erlebnisse und

Eindrücke wahrheitsgetreu sind, und dass das Streben vorherrschte, die

praktischen Reise-Erfahrungen bestens zu verwerthen.

Vorbereitung für die Reise.

Vorerst verschaffte ich mir von der commerziellen Direction der

Dampfschiffahrts-Gesellschaft des Oesterreichischen Lloyd in Triest,

sowie von der Lloydagentie in Wien, I., Freisingergasse, den Fahrplan, die

Informationen für Reisen und ein wohl veraltetes, aber noch brauchbares

illustrirtes Handbuch für die Fahrten mit unserem Lloyd.

Laut des Fahrplanes fahren am 23. jeden Monates die gewöhnlichen, nach

Japan verkehrenden Dampfschiffe von Triest ab, verweilen in Port Said,

Suez, Aden und Karachi je circa einen Tag, in Bombay sieben Tage, dann in

Colombo, Penang und Singapore je ungefähr einen Tag, ferner in Hongkong

und Shanghai je zwei bis drei Tage und landen endlich nach beiläufig zwei

Monaten in Kobe in Japan.

Auf diesen gewöhnlichen Dampfschiffen fallen die erste und zweite Classe

zusammen, wobei den Passagieren dieser vereinten Classen der Anspruch auf

eine Cabine mit zwei Betten für zwei Personen zusteht, sowie dies bei den

fremdländischen Dampfschiffen auch für Passagiere erster Classe der Fall

ist. Ferner haben die Reisenden der vereinten ersten und zweiten Classe auf

den Lloydschiffen die Berechtigung, die Salons, das ganze Schiffsdeck und

die Badecabinen zu benützen, und werden ihnen tagsüber fünf Mahlzeiten

servirt, und zwar: von 6-8 Uhr Früh Kaffee oder Thee mit Brot, um 9 Uhr

Thee, Eier, eine warme Speise und Obst, um 1 Uhr eine kalte und eine warme

Speise und Käse, um 6½ Uhr Suppe, zwei warme Gerichte, Salat, Cürrie

mit Reis, Mehlspeise, Käse, Obst und Kaffee und endlich um 9 Uhr Abends

Thee, Brot und Butter.

An Bagage ist ein Metercentner frei, für jeden weiteren Metercentner ist

für die Strecke von Triest bis Kobe 9 Goldgulden oder 10 fl. 80 kr.

ö. W. zu zahlen. Von der Bagage kommen die kleinen Gepäcksstücke in die

Cabine, die grossen dagegen gelangen in den Laderaum.

Der gewöhnliche Fahrpreis für die erste und zweite Classe von Triest

nach Kobe beträgt 425 Goldgulden oder 510 fl. ö. W. Hierbei hat der

Passagier auf der 63 Tage währenden Fahrt in der Zeit des siebentägigen

Aufenthaltes in Bombay das Schiff zu verlassen und hat seine Unterkunft und

Verpflegung auf dem Lande aus Eigenem zu bestreiten; somit hat der Reisende

56 Tage Verpflegung und Unterkunft auf dem Schiffe. Da nur für die

Beköstigung per Tag 3 Goldgulden oder 3 fl. 60 kr. ö. W. gerechnet

werden, so entfällt von dem obbezeichneten Fahrpreise von 510 fl. der

Betrag von 201 fl. 60 kr. ö. W. für die Verpflegung und der Rest von

308 fl. 40 kr. ö. W. für die Fahrt und Unterkunft.

Officiere haben nur die Hälfte des Fahrpreises zu zahlen. Dieselben

haben demnach für die Fahrt nur 154 fl. 20 kr. ö. W. und für die

Verpflegung den obgenannten Betrag von 201 fl. 60 kr. ö. W., im Ganzen

also 355 fl. 80 kr. ö. W. für die Fahrkarte erster und zweiter Classe

von Triest nach Kobe zu entrichten.

Es fahren ausserdem von Triest am 3. jeden Monates Schnelldampfer nach

Bombay, welche dort die am 23. des verflossenen Monates abgegangenen

gewöhnlichen Dampfer antreffen. Es können also nach Japan Reisende am 3.

des Monates von Triest mit dem Schnelldampfer nach Bombay fahren und von

dieser Stadt die Weiterreise nach Japan mit dem gewöhnlichen Dampfer

fortsetzen, sie haben aber dann in Bombay nur zwei bis drei Tage Aufenthalt

und es erhöht sich der Preis für die erste Classe um 150 Goldgulden oder

um 180 fl. ö. W.

Ich entschied mich für die Fahrt mit dem gewöhnlichen Dampfer und gewann

dabei den Vortheil, mich längere Zeit in Bombay aufhalten und diese so

interessante Stadt eingehend besichtigen zu können.

Was die Wahl für die Ausdehnung und für die Jahreszeit der Reise

anbelangt, so waren für mich folgende Erwägungen bestimmend. Die Dauer

der Reise bis Japan sammt den verschiedenen Aufenthalten beträgt, wie

erwähnt, ungefähr zwei Monate. Wollte ich von Japan mit dem nächsten von

dort abgehenden Lloyddampfer zurückkehren, so hätte ich in Japan nur vier

bis fünf Tage Aufenthalt gehabt. Auf der Rückreise hätte ich dann von

Colombo aus mit einem anderen Lloyddampfer über Madras nach Calcutta

hin und wieder zurück nach Colombo fahren können, und zwar mit einem

Aufenthalte von eilf Tagen in Calcutta und einem Zeitverbrauche von einem

Monate für diese Reise, natürlich vorausgesetzt, dass Abgang und Ankunft

der Zweiglinien mit der Hauptlinie normalmässig correspondiren. Die

Dauer meiner ganzen Reise hätte in diesem Falle annähernd fünf Monate

betragen. Die Erwägung aber, dass der Aufenthalt in Japan nur vier Tage

betragen würde, die dortige Bevölkerung indess in ihrem gegenwärtigen

raschen Aufschwunge jedenfalls ein sehr grosses Interesse in Anspruch

nimmt, hat mich bewogen, für meinen Séjour in Japan die Zeit von einem

Monate festzusetzen. Bei dem Umstande jedoch, dass eine Reise in den

Tropengegenden über den 1. Juli hinaus der Regenperiode halber mit

mannigfachen Beschwerlichkeiten verbunden ist, entschloss ich mich, die

Reise Colombo-Calcutta aufzugeben. Besser wäre es wohl gewesen, und ist

dies auch sehr anzuempfehlen, eine solche Reise überhaupt bereits am

23. September oder am 23. October anzutreten, um hierauf im Frühjahre

wieder zurückzukehren, ich that es aber nicht, weil ich am 2. December

1898 der Feier des Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers und Königs

beiwohnen wollte.

Ich möchte hier noch besonders hervorheben, dass wenigstens eine

theilweise Kenntniss der englischen Sprache für eine derartige

Reiseunternehmung unumgänglich nothwendig erscheint, da man sonst

ausserhalb des Schiffes von dem Verkehre mit der Aussenwelt geradezu

ausgeschlossen ist.

Zur besseren Orientirung für meine bevorstehende Reise und für die

Besichtigung der Sehenswürdigkeiten habe ich die beiden Bände des

Werkes Sr. k. u. k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Franz

Ferdinand: »Tagebuch meiner Reise um die Erde 1892/93« noch einmal zur

Hand genommen und hierin vorzüglich jene Stellen aufmerksam durchgelesen,

welche Länder und Städte schildern, die ich berühren werde.

Zur Aufklärung darüber, was auf eine solche Reise mitzunehmen ist, habe

ich an competenter Stelle Erkundigungen eingezogen und erhoben, dass

man sich nur mit Herbst- und Sommerkleidern zu versehen habe, und die

Tropenkleider später in Port Said oder in Suez, wo die betreffenden

Kaufleute auf das Schiff kommen, anzuschaffen seien. Ferner wurde ich

darauf aufmerksam gemacht, eine grössere Menge von Leibwäsche mit mir zu

nehmen, da auf dem Dampfschiffe nur gewaschen, aber nicht geglättet

wird, auch sei es für Raucher vortheilhaft, sich in genügender Menge mit

Cigarren zu versehen. Dieselben unterliegen in keinem der anzulaufenden

Orte der Verzollung. Nach diesen Angaben und nach weiteren Informationen

und Rathschlägen entschied ich mich, nachstehende Gegenstände

mitzuführen. Ich will dies als Anhaltspunkt für andere Reisende

detaillirt angeben, und werde zum Schlusse die sich aus der Reise ergebende

Kritik hierüber anfügen. So nahm ich mit:

_An Tenniskleidern, auch als Tropenkleider zu benützen:_ Ein weisses

Flanellcostume, zwei weisse Piquetcostume, zwei leichte Flanellhemden,

einen Sweater, ein Paar braune Zeuglederschuhe, eine sehr leichte Mütze,

und einen Gürtel. Auch ein Raquet führte ich mit mir.

_An Jagdkleidern:_ Ein sehr leichtes grünes Costume, ein Paar leichte

Woll- und ein Paar leichte Seidenstrümpfe, ein Paar Jagdstiefletten, und

einen Jagdhut.

_An Kleidern im Allgemeinen:_ Einen wasserdichten, ganz lichten und

leichten Mantel, einen lichten Ueberzieher, einen Frackanzug mit schwarzem

und weissem Gilet und schwarzem Beinkleid, einen langen Salonrock mit

schwarzem Gilet und Beinkleid, einen Jaquetanzug mit lichtem und dunklem

Gilet sammt gestreiftem Beinkleid, ein Smokingcostume, einen Saccoanzug,

einen etwas wärmeren Jaquetanzug für den Fall, als es im nördlichen

Theile von Japan im April noch kältere Tage geben sollte, acht

verschiedenfärbige, hauptsächlich dunkle oder schwarze und weisse

Cravatten, sechs Paar lichtere und zwei Paar schwarze Glacé-Handschuhe,

einen Cylinderhut und einen Klappcylinder, einen runden dunklen Hut, einen

grossen, aber ganz leichten weissen Filzhut und eine Reisekappe.

_An Beschuhung:_ Zwei Paar Kalbleder-, zwei Paar Lackleder- und ein

Paar Naturleder-Stiefletten, ein Paar Kalbleder- und ein Paar

Lackleder-Morgenschuhe.

Ausserdem führte ich noch einen Regenschirm und zwei Stöcke mit.

_An Wäsche:_ 20 Taghemden, darunter sechs Stück aus sehr dünnem Stoffe

mit schwarzen, goldenen und Perlen-Knopfgarnituren, vier Nachthemden,

sechs Unterbeinkleider, 24 Paar Socken, darunter 12 Paar sehr feine und

seidenartige, 20 Taschentücher, 24 Halskrägen verschiedener Façon, sammt

den dazu gehörigen Knöpfen und Cravattenhälter, drei Tricotleibchen

verschiedener Dicke, zwei Leibbinden für den Fall des Bedarfes und vier

Handtücher.

_An Toiletteartikeln:_ Die nöthigen Wasch- und Kammrequisiten, Rasirmesser

und Scheeren, mehrere Stücke Wasch- und Rasirseife, mehrere Düten

Kalodont, ein Fläschchen Glycerin, Closetpapier.

_An Medicamenten_ im Bedarfsfalle: Kalicrême, englisches Pflaster, Soda,

Fiakerpulver, Doverische Pulver, Opium, Salicyl und Chinin; sämmtliche

Medicamente waren in Glas- oder Blechbüchsen versorgt. Hierzu kamen noch

eine Flanell- und eine Leinenbinde, sowie Kautschukpapier.

Die in Murray's Beschreibung von Indien für den dortigen Aufenthalt

empfohlenen Medicamente: eine Flasche Chlorinds und zwei Schachteln

Sorkelspils, sind bei uns nicht erhältlich und werden in Indien

anzuschaffen sein.

_An Gewehren:_ Einen schön ausgestatteten und sehr guten

Mannlicher-Stutzen und ein gutes 12 ~mm~-Jagdschrotgewehr.

_An Patronen:_ 80 Stück Mannlicher-Patronen mit Expansivkugeln, 10 Stück

Patronen mit Schrot Nr. 0 und 20 Stück mit Nr. 2, 30 Stück mit Nr. 4,

30 Stück mit Nr. 6, 30 Stück mit Nr. 8, und 40 Stück mit Nr. 12.

Für den Fall, als ich für eine länger währende Jagd einen

Proviant benöthigen sollte, versorgte ich mich mit einigen Büchsen

Fleischconserven und mit einer Flasche Cognac, und für den Fall, dass ich

in Gelegenheit kommen sollte, einem mir zur Begleitung beorderten Jäger

ein Geschenk zu machen, nahm ich Cravattennadeln mit Jagdemblemen mit.

_An Bettrequisiten:_ Für die Eventualität einer weiteren Fahrt in das

Innere des Landes und einer sich hierbei ergebenden Nachtunterkunft in

kleinen Orten führte ich nach dem Rathe aus Murray's Handbuch an Bettzeug

mit: eine gesteppte und zwei Wolldecken, einen Kopfpolster, Bettwäsche und

natürlich auch eine Flasche Zacherlin.

Diese Bettsorten liess ich in eine wasserdichte, zeltartig zusammengenähte

Plache wickeln, welche einerseits das Bettzeug vor Nässe bewahrt, und

anderseits bei einem Lager unter freiem Himmel als Bettzelt verwendet

werden kann.

_An Rauchrequisiten:_ 1000 Stück Cigarren, 100 Stück Papierspitzen mit

Rohrmundstück, einige Stück Lunte für das Feuerzeug, und 50 Schachteln

schwedische Zündhölzer.

_An Büchern:_ Die beiden Bände »Tagebuch meiner Reise um die Erde« von

Sr. k. u. k. Hoheit dem Herrn Erzherzog Franz Ferdinand, beide Bände

»Autour du monde« von Baron Hübner, beide Bände »Japan« von Baron

Siebold, Murray's Handbücher »Indien« und »Japan«, das Illustrirte

Handbuch des Oesterreichischen Lloyd, den Atlas von Andrée, ein englisches

Dictionär und endlich eine grössere Anzahl belletristischer Werke.

_An Schreibmaterial:_ Eine Schreibmappe, eine grössere Quantität von

Schreib- und Briefpapier, nebst Couverts, Löschpapier, Federn, Siegellack,

Syntheticon und endlich eine Blechbüchse, in der sich ziemlich viele

Bögen durchsichtigen Papieres befanden, welche auf der einen Seite

gummirt, und auf der anderen Seite mit den Adressen jener Personen

beschrieben waren, denen ich von den verschiedenen Stationen meiner Reise

aus Ansichtskarten zu senden beabsichtigte. Ich werde auf diese Weise

in meinen Aufenthaltsorten nur die Adressen abzuschneiden, mit dem

mitgenommenen Befeuchtungsapparate zu behandeln und dieselben auf

die Adressseite der Ansichtskarten aufzukleben haben, wodurch ich der

langwierigen Arbeit des Adressschreibens enthoben werde.

Ferner versah ich mich mit einem Fernglase, einer zusammenlegbaren

Traglaterne (Excelsior lux) sammt Kerzen, einem Aneroid, Putzmitteln und

Werkzeug, das ist Hammer, Zange, Stemmeisen und Schraubenzieher, sowie mit

Visitkarten und last not least einem Reisepasse.

Um nicht zu viel Baargeld mit mir nehmen zu müssen, liess ich mir von

der Creditanstalt für Handel und Gewerbe in Wien, I., Am Hof, einen

Creditbrief ausstellen, laut welchem ich in der Chartered Banks of India,

Australia and China in Bombay, Colombo, Hongkong und Yokohama bis zum

29. Juli 1899 succesive 500 Pfund Sterling beheben konnte.

Als Packgefässe habe ich drei schwarzgelb angestrichene Holzkoffer, einen

grossen und einen kleinen Lederkoffer, einen Waterproof-Mantelsack,

eine grosse Cylinderhut- und eine kleine Kappenschachtel, eine lange

schwarzgelbe Kiste für Jagdgewehre und Patronen und einen wasserdichten

Stoff zum Einwickeln des Bettzeuges mitgenommen, und ich versah jedes

Stück mit meinem vollen Namen.

Der Vollständigkeit halber muss ich hier noch erwähnen, dass ich auch

meine verschiedenen Uniformirungsgegenstände mit mir führte.

Ungeachtet der so vielen hier angeführten und von mir auf die Reise

mitgenommenen Gegenstände überstieg die ganze Bagage keineswegs das auf

dem Schiffe jedem Passagiere zustehende Freigewicht.

An Baargeld versorgte ich mich in Wien mit 600 fl. ö. W. und 30 Pfund

Sterling. Das englische Geld zerfällt und stellt sich zu unserem Gelde in

nachstehender Weise:

1 £ (Pfund Sterling oder sovereign) = 20 shilling = 12 fl. ö. W.;

1 ~sh~ (shilling) = 12 penny = 60 kr. ö. W.;

1 ~d~ (pence) = 5 kr. ö. W.;

Silbermünzen: 1 fl. (florin) = 2 shilling = 1 fl. 20 kr. ö. W.;

Kupfermünzen: 6 penny (1 sixpence) = 30 kr. ö. W.;

3 penny (1 threepence) = 15 kr. ö. W.;

1 pence = 5 kr. ö. W.;

½ pence (halfpence) = 2½ kr. ö. W.

Am 15. Jänner erhielt ich die Nachricht von der commerziellen Direction

des Lloyd, dass der Dampfer ^Marie Valerie^ für die Fahrt nach Japan

bestimmt sei, dass derselbe aber ausnahmsweise statt am 23. Jänner erst

am 25. Jänner seine Fahrt von Triest antreten werde. Am 20. Jänner

gelangte an mich die weitere Mittheilung von der Direction, dass die

Abfahrt des Dampfers ^Marie Valerie^ bis auf den 30. Jänner verschoben

werde, und am 21. Jänner erhielt ich das Telegramm, dass der Dampfer

^Maria Theresia^ am 25. d. M. bis nach Bombay abgehen werde, ohne dass

die Fahrpreise hierdurch eine Aenderung erleiden.

Nun begab ich mich nach Triest, wo ich in Erfahrung brachte, der Dampfer

^Marie Valerie^ noch später als am 30. Jänner, der Dampfer ^Maria

Theresia^ hingegen am 27. Jänner, um 4 Uhr Nachmittags, von Triest nach

Bombay abgehen werde. Die Weiterreise von Bombay nach Japan würde dann auf

dem Dampfschiffe ^Marie Valerie^ nach dessen Eintreffen in dem genannten

indischen Hafen erfolgen.

In Erwägung des Umstandes, dass ich bei der Fahrt mit dem ^Maria

Theresia^-Dampfer einen längeren Aufenthalt in Bombay nehmen könne,

entschied ich mich dafür, dieses Dampfschiff zu meiner Reise nach Indien

zu benützen.

Es muss hier als eine beklagenswerthe Thatsache hingestellt werden, dass

unsere gewiss so verdienstvolle Lloyddirection keinen grösseren Werth

darauf legt, die einmal festgestellte Abfahrtszeit ihrer Schiffe auch genau

einzuhalten. Es entstehen daraus, wie mir während der Reise vielfach von

berufenen Persönlichkeiten mitgetheilt wurde, ganz erhebliche Nachtheile

für den Verkehr an Personen und an Fracht und somit auch für die

Gesellschaft selbst.

An dieser Stelle möchte ich noch dem commerziellen Director unseres Lloyd

in Triest, Herrn _Janni_, meinen Dank aussprechen für die mir freundlich

zu dem Zwecke übergebenen zwei Vorschreiben an die Lloydcapitäne und an

die Lloydagenten, um diese aufzufordern, mir sowohl auf der Reise, als auch

in den Aufenthaltsorten möglichst hilfreich beizustehen.

Und somit waren alle Vorbereitungen für meine grosse Reise, wozu ich auch

nicht ermangelte, mir verschiedene anderweitige Empfehlungsschreiben zu

erwerben und selbe mitzunehmen, zu Ende geführt, und so stand der Antritt

der Reise selbst vor mir.

Antritt der Reise. Fahrt von Triest nach Port Said.

Es ist doch ein ganz eigenthümliches Gefühl, welches die Seele erfasst,

wenn der Moment herannaht, das Land, die Heimat, zu verlassen, und von

allen seinen Lieben auf geraume Zeit zu scheiden.

Die seit der Kindheit geliebten Bilder bleiben zurück, und neue Eindrücke

machen sich geltend. Auf diese richtet sich der Forschungsgeist, dem sich

jetzt neue Bilder von ungekannten, aus Beschreibungen und Erzählungen

fast nur traumhaft geahnten Ländern erschliessen sollen. Diese Aussicht

ergreift die Seele so mächtig, dass die trüben und wehmüthigen Gefühle

über die bevorstehende Trennung zurückgedrängt werden, und es nicht

vermögen, die Reiselust zu mindern.

Bei meiner Ankunft in Triest fand ich einen heftigen Borasturm vor, welcher

bereits seit zwei Tagen tobte, ein Umstand, der ebenso den Wunsch rege

machte, die Hafenstadt möglichst bald zu verlassen, als er zur Annahme

berechtigte, dass der Beginn der Fahrt ein ruhiger sein werde.

Der Dampfer ^Maria Theresia^ ist ein grosses Schiff, circa 130 ~m~

lang und besitzt einen Fassungsraum für 3400 ~t~; er umfasst viele

Schlafcabinen mit 70 Betten, einen grossen Salon, ein kleineres, sehr

elegantes Sitzzimmer, alle Räume mit elektrischen Flammen ausgestattet,

einen grossen freien Raum auf dem Deck, Badecabinen etc. Das Schiff steht

unter dem Commando des Lloyd-Schiffscapitäns Giuseppe _Morovich_. Für

die Verpflegung der Passagiere und der Schiffsbemannung ist reichlich

vorgesorgt und hat hierfür der zweite Capitän des Schiffes aufzukommen.

Entsprechend grosse Vorräthe an lebenden Ochsen, Geflügel, an Victualien,

Conserven und Südfrüchten sind vorhanden, und theils in den Magazinen,

theils in der Eiskammer untergebracht.

Zur Schiffsbemannung gehören ausser den Matrosen noch Köche, Fleischer,

Bäcker, Wäscher, Kellner, Kammerjungfern, Kleider- und Stiefelputzer, ja

selbst Schlosser und Holzarbeiter. In den Schiffsräumen sind Küche und

Backstube untergebracht und sehr zweckmässig eingerichtet.

Gegenwärtig sind an Fracht 2400 ~t~ verladen, zu deren Verfrachtung auf

dem Lande zehn Lastzüge nöthig wären. Passagiere gab es nur sehr wenige

auf unserem Schiffe, weil die Mehrzahl der in Triest weilenden Reisenden

es vorzog, die Abfahrt des später abgehenden Dampfers ^Marie Valerie^

abzuwarten. In der vereinigten ersten und zweiten Classe befand sich ausser

mir nur noch ein junger Holländer, dessen Reiseziel Rangun in Hinterindien

war.

Den 27. Jänner, um 4 Uhr Nachmittags, ertönte das Signal zur Abfahrt

unseres Schiffes. Langsam löst sich der Coloss vom Ufer los und manövrirt

mit Hilfe eines vorgespannten Dampfers sehr behutsam, um sich auf dem

verhältnissmässig kleinen Raume zu wenden. Dann geht es frisch darauf

los in das unabsehbare weite Meer. Frei wird der Anblick auf Triest, immer

weiter gestaltet sich das Bild des daran liegenden Geländes, und immer

kleiner erscheinen die Gebäude, bis sich später die ganze Stadt nur mehr

als ein weisser Flecken kenntlich macht, und auch dieser entschwindet nach

und nach den Augen. Lebt wohl, meine Lieben, lebe wohl, mein geliebtes

Oesterreich-Ungarn!

Zuerst verfügte ich mich in die mir angewiesene Cabine. Dieselbe lag

nahe an dem grossen Salon und in der Mitte des Schiffes, weil sich da die

Schiffsbewegungen weniger fühlbar machen, und befand sich der grösseren

Helligkeit halber an der Bordseite. Eine solche Cabine ist 2·5 ~m~ lang,

2 ~m~ breit und 2·2 ~m~ hoch, und ihre Ausstattung besteht aus einem

ziemlich schmalen Bette, einem gleichfalls schmalen Sofa und einem

Waschkasten. Die Beleuchtung der Kabine erfolgt durch elektrisches Licht,

und es befindet sich ausserdem noch für den Fall, dass die elektrische

Beleuchtung nicht functioniren sollte, an der einen Wandseite ein labil

befestigter Leuchter. Die elektrische Lampe, sowie dieser Leuchter sind

oberhalb des Waschkastens angebracht. Des Lesens im Bette halber wäre

es aber weit angezeigter, wenn wenigstens der eine dieser beiden

Beleuchtungskörper über der Lagerstätte befestigt wäre. An den

Eckständern, zwischen welchen sich das Bett befindet, sind Vorkehrungen

getroffen, um oberhalb desselben noch ein zweites Bett im Bedarfsfalle

aufschlagen zu können.

Ich packte nun die zum täglichen Gebrauche nöthigen Gegenstände aus und

legte dieselben auf das Sofa, um sie jederzeit bei der Hand zu haben. Da

mir der Capitän im Hinblicke auf die geringe Anzahl von Passagieren noch

eine zweite Cabine zur Verfügung stellte, so liess ich in dieselbe meine

drei Koffer, welche einstweilen im Laderaum untergebracht waren, schaffen,

und hatte derart alle mehr oder weniger erforderlichen Effecten zu meiner

unmittelbaren Disposition. Die Kiste mit den Gewehren und Patronen, sowie

den Pack mit dem Bettzeuge beliess ich im unteren Schiffsraume.

Um 6 Uhr Abends ging es zum Diner, während dessen ich mich mit dem sehr

zuvorkommenden Capitän recht gut unterhielt. Nach Tisch spielte der zweite

Mitreisende lustige Weisen auf dem im Salon befindlichen Piano, ich las

noch im Reisetagebuch des Erzherzogs Franz Ferdinand und legte mich um

10 Uhr Abends zu Bette.

Während der Nacht schlug der Wind in Scirocco (Südwind) über, was sich

durch das Schaukeln des Schiffes bemerkbar machte, eine Bewegung, welche

ich, im Bette liegend, recht einschläfernd fand.

_Am Samstag, den 28. Jänner_, blies fortwährend der Scirocco und

brachte, wie dies häufig der Fall ist, mehrere Regenschauer mit sich.

_Am 29. Jänner_ war es ziemlich windstill, theilweise bewölkt und

theilweise sonnig. Das Schiff glitt so ruhig dahin, dass man, im Salon

sitzend, gar nicht zur Empfindung gelangte, sich auf der See zu befinden.

Bis zur Mittagszeit fuhren wir im Adriatischen Meere, einerseits zwischen

unseren Ländern Istrien, Kroatien und Dalmatien, und anderseits Italien,

in südlicher Richtung vor, und hielten uns dabei, der Meeresströmung

gemäss, näher an die italienische Küste. Dann gelangten wir in

das Jonische Meer. Im Osten erschienen nun die albanischen Gebirge am

Horizonte, während im Westen die italienischen Berge immer mehr und mehr

sich unseren Blicken entfernten. Am Abend erblickten wir Corfu.

_Am 30. Jänner_ fuhren wir Morgens und Vormittags nahe den westlichen,

steinigen und meist sterilen Küsten der Inseln Kephalonia und Zante

vorbei und sahen weder nach Westen noch nach Süden nirgends mehr Land.

Nachmittags kam das Schiff in das Mittelländische Meer und wir erblickten

im Osten die Gebirge der griechischen Halbinsel Morea und hierauf die

Südwestspitze von Griechenland, den südlichsten Punkt von Europa. Der

heutige Tag hat sich mehr aufgeklärt, es ist trotz einiger Wolken sonnig,

und statt des Sciroccos bläst ein kräftiger Westwind, welcher den Dampfer

im fortgesetzten mässigen Schaukeln erhält, wodurch des Holländers

Gesundheit etwas in's Wanken kommt.

Die Fahrtgeschwindigkeit des Dampfschiffes beträgt 19 ~km~ in der Stunde,

somit ungefähr 450 ~km~ in 24 Stunden, und demgemäss werden wir heute

Abend, in der Nähe der Südostspitze Europas, von Triest aus gegen

1400 ~km~ zurückgelegt haben. Die Fahrtgeschwindigkeit ist wegen des

stetig uns entgegenblasenden Windes und wegen der grossen Befrachtung des

Dampfers eine geringere als die normale.

Im gleichen Masse des Vorwärtsschreitens gegen Süden nimmt auch die

Temperatur zu, und zwar stieg das Thermometer in 24 Stunden oder nach

zurückgelegten 450 ~km~ um 2½° R. In Triest zeigte das Thermometer am

27. Jänner 6° R. Wärme und heute, also nach drei Tagen, steht es zur

Mittagszeit zwischen 13 und 14° R. Wärme.

_Am 31. Jänner_ Früh gelangten wir an das Südwestende der Insel Kreta

oder Candia und fuhren bis zum Abend längs der südlichen Küste dieser

langgestreckten Insel, um uns dann direct gegen Port Said zu wenden. Die

Insel Candia ist, insoweit sie sich unserem Auge eröffnete, ein bergiges

Land, von tiefen Thälern durchzogen und nur mit recht schütterem Grase

und einzelnen Büschen bewachsen. Sie trägt im Allgemeinen den Charakter

unserer Karstländer und besitzt ausschliesslich an ihrer Nordküste einen

culturfähigen und auch cultivirten Boden. Daher kommt es, dass sich die

Städte Kanea, Rethymnon, Megalokastron u. s. w. an der Nordseite der

Insel befinden, während sich im Süden nur wenige kleine Fischerdörfer

zeigen. Der in der Mitte der Insel in der Richtung West-Ost sich

hinziehende höchste Gebirgskamm ist auf seinen bis 2500 ~m~ hohen Spitzen

zur Zeit mit Schnee bedeckt.

Der Himmel ist trotz Sonnenscheines leicht bewölkt und die

Meeresoberfläche ist mässig bewegt und hat eine dunkelblaue Färbung. Der

Wind schlug wieder in Scirocco um, der während der Nacht so heftig wurde,

dass das Schiff in stärkere Schwankungen gerieth.

Bezüglich der Schiffsbeköstigung will ich dem schon Gesagten einige Worte

beifügen. In der Zeit von 8-9 Uhr Morgens erhalten wir Milchkaffee mit

Brot. Gegen 10 Uhr werden hors d'oeuvres, ein Ragout, Roastbeef oder

dergleichen mit Zuthat und Dessert servirt. Um 1 Uhr folgt ein ähnliches

Menü. Um 6 Uhr Abends gibt es potage, hors d'oeuvres, boeuf bouilli

garni, Braten mit Salat, gedünsteten Reis mit currie (Gemisch indischer

Gewürze), Mehlspeise, Dessert und Kaffee und um 9 Uhr Thee mit Gebäck.

Die Auswahl und Zubereitung der Speisen ist vortrefflich. An Getränken

findet man Pilsner Bier und einen sehr guten dalmatinischen Wein; die

½ Liter Flasche Bier, sowie die ¼ Liter Flasche Wein kostet 30 kr.

Gold oder 36 kr. ö. W. Doch sind auch sehr gute österreichische und

französische Weine in Flaschen, sowie Champagner, Säuerlinge und Liqueure

in grosser Menge vorhanden.

Der besseren Orientirung halber lasse ich nachstehend einen Vergleich der

verschiedenen Längenmasse folgen:

1 Myriameter = 10 ~km~;

1 deutsche oder geographische Meile = circa 7·4 ~km~;

1 englische Meile = circa 1·6 ~km~;

1 Seemeile = circa 1·85 ~km~;

1 ~km~ = circa 1333 österreichische Schritte zu 75 ~cm~;

10 Myriameter = circa 13½ deutsche Meilen = circa 62½ englische

Meilen = circa 54 Seemeilen;

10 deutsche Meilen = circa 7·4 Myriameter = circa 46 englische

Meilen = 40 Seemeilen.

_Am 1. Februar_ war das Land nach allen Richtungen hin entschwunden; man

sah nur mehr nach oben den leicht bewölkten Himmel, nach unten das wogende

Meer und rundum am Horizonte die Kante des sich nach abwärts neigenden

Meeres, in dessen weiterer Fortsetzung der Himmel seine Basis einzutauchen

scheint.

Der Südwind (Scirocco) von der libyschen Wüste, also von Tripolis und vom

Nordwesten Aegyptens kommend, blies heute so heftig, dass die Wogen

oben mit weissem Gischt gekrönt waren, und das Schiff ziemlich starke

Schaukelbewegungen machte. Das Gehen an Bord ist für einen mit solchen

Schwankungen nicht vertrauten Menschen recht schwierig, doch der Aufenthalt

auf dem Decke gewährt einen eigenthümlichen Reiz, welcher hervorgerufen

wird, durch den Rundblick über das weite, tiefblaue, so bewegte und mit

weissen Punkten übersäete Meer, durch das Vernehmen der Töne, welche wie

ein Sausen und ein Rauschen von den sich überstürzenden Wellen herauf-,

und wie ein Brausen und ein Schwirren aus der Takelage niederklingen,

und endlich durch den Anblick der, dem Schiffe stets folgenden,

weitbeschwingten weissen Möven.

Die Temperatur ist seit dem 30. Jänner mit Rücksicht darauf, dass wir

uns nun immer mehr gegen Südost, ja gegen Ostsüdost wendeten, nicht mehr

in derselben Weise wie früher gestiegen, so dass das Thermometer nicht

über 16° R. zeigt.

Durch unsere fortgesetzte Bewegung gegen Osten hat sich indess die

Tageszeit mit unserer Uhrzeit erheblich verändert, und zwar ist bis jetzt

der Sonnenauf- und Niedergang, sowie die Mittagszeit schon um 45 Minuten

früher eingetreten als in Triest, wonach auch unsere Uhren gerichtet

werden mussten.

Um 8½ Uhr Abends des 1. Februar befanden wir uns in der Mitte zwischen

der Südostspitze von Candia und dem Hafen von Port Said, das ist von

beiden Punkten je 400 ~km~ entfernt, ferner 500 ~km~ südlich von

der Küste von Kleinasien und 200 ~km~ nördlich von den afrikanischen

Gestaden.

Täglich werden von einem Schiffsofficiere die Punkte genau eruirt, an

welchen sich das Schiff zu den verschiedenen Zeitmonaten befindet. Am

verlässlichsten erfolgt dies durch die Fixirung der Lage des Schiffes

zu den Himmelskörpern und der hieraus sich ergebenden Berechnung des

betreffenden Punktes, wozu dem Schiffsofficiere geeignete Instrumente und

Berechnungstafeln zu Gebote stehen. Sind dann solche Punkte genau bestimmt,

so können weitere leicht gefunden werden durch die Erwägung der Richtung

und der Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes. Die Richtung wird durch die

Boussole angezeigt und die Fahrtschnelligkeit ergibt sich entweder durch

die Beobachtung und Berechnung der Umdrehung der Dampfschraube oder durch

die Beobachtung der Zeigerstellung auf dem Shiplog, das ist ein kleines

Uhrwerk, an welchem mit einer langen starken Schnur eine im Meere

schwimmende Schraube befestigt ist, die durch die Zahl ihrer Umdrehungen

im Wasser die hinterlegte Strecke auf dem Zifferblatte ersichtlich macht.

Wind, Wellenschlag etc. beeinflussen aber diese Bestimmungen in solcher

Weise, dass sie nur auf verhältnissmässig kurzen Strecken genügende

Verlässlichkeit bieten. Die genaue Fixirung der Punkte kann indess nur,

wie oben gesagt, auf astronomischem Wege gemacht werden.

_Der 2. Februar_ (Donnerstag, Marien-Feiertag) brachte uns den ersten

wolkenfreien, sonnenhellen und beinahe windstillen Tag. Wie auf Sammt

gebettet, glitt unser Schiff ruhig dahin, die Meeresoberfläche war nur

leicht gekräuselt und schimmerte silbern im Sonnenglanze und azurblau

im Schatten. Um 11 Uhr Vormittags zeigten sich die Conturen der

südafrikanischen Küste, und der Capitän theilte mir mit, dass das Schiff

um 3 Uhr Nachmittags bei Port Said anlegen werde. Am südlichen Horizonte

wurden Vormittags zuerst Alexandrien, dann Damiette sichtbar, und

schliesslich landete der Dampfer im Hafen von Port Said.

Aufenthalt in Port Said.

Die Stadt Port Said ist auf dem Sande und Erdreiche erbaut, welche von

der Aushebung des Suez-Canales herrühren, und welche zur Anlegung eines

grossen Hafenplatzes verwendet wurden. Sie theilt sich in den europäischen

und in den arabischen Theil. Der erstgenannte Stadttheil besteht aus

Steinhäusern mit niedrigen Dächern und mit in jedem Stockwerke rundum

angefügten Balkonen, der arabische Theil zeigt elende, oft zwei Stock hohe

Bretterbuden. Nach dem Landen des Schiffes wurde dasselbe überlaufen von

kupferbraunen Arabern, in langen Kleidern, blossfüssig, mit rothem oder

weissem Fez auf dem Kopfe, welche in allen Sprachen zur Ueberfahrt auf's

Land drängten, und von europäischen Händlern, welche ihre Tücher,

Pfeifen, Cigarretten und Ansichts-Correspondenzkarten zum Kaufe anpriesen.

Ich sah mir dieses wüste Treiben eine Weile an und liess mich dann nach

der Stadt hinrudern und von einem Händler in eine Verkaufshalle führen,

in welcher Tropenkleider feil geboten wurden. Aus dem Durchlesen des

erzherzoglichen Tagebuches wusste ich bereits, dass auf der ganzen Strecke

alle Händler die Preise ihrer Waaren sehr hoch angeben und dass dieselben

erst nach langwierigem lästigen Feilschen auf den annähernd wirklichen

Werth reducirt werden können. So begehrte der eine der Verkäufer für

eine mit Briefstempel versehene Ansichtskarte anfänglich 16 kr. ö. W.

(drei Stück für 1 Franc) und gab sie schliesslich um 12 kr. (fünf

Stück für 1 ~sh~) her. Ich nahm 60 Stück solcher Karten, um sie an alle

jene Personen auszufertigen, welchen ich schreiben wollte, oder welchen ich

derartige Karten versprochen hatte. In gleicher Weise war es der Fall bei

den Tropenkleidern, von welchen ich mir einen weissen Piquetanzug, einen

mit arabischer Zeichnung versehenen langen Mousselinrock als Schlafkleid,

einen weissen Korkhelm, ein Paar weisse Zeugschuhe mit Kautschuksohlen

und drei weisse Cravatten um 26 ~sh~ = 1 Pfund und 6 ~sh~ oder

15 fl. 60 kr. ö. W. erstand, nachdem ich diese Gegenstände von dem

ursprünglich gebotenen Preise von 40 ~sh~ = 24 fl. ö. W. auf die

obgenannte Summe herabgemindert hatte.

Eine Jagd auf dem nahe gelegenen Menzala-See, wo tausende Pelikane,

Flamingos, viele Arten von Wildenten, Tauchern u. s. w. vorkommen, konnte

unser liebenswürdiger Consul nicht arrangiren, weil vorher die Bewilligung

hierzu seitens der ägyptischen Regierung hätte gegeben werden müssen.

_Am 3. Februar_ Vormittags besichtigte ich noch einmal die Stadt Port

Said. Bei dieser Gelegenheit sah ich ägyptische Soldaten, sämmtlich

Neger, in blauen Uniformen mit gelben Knöpfen adjustirt, die sich recht

gut präsentirten; sie haben ausserdem noch lichtgelbe Mäntel, die sie

beim Aufziehen der Wache auf dem Arme tragend mit sich nehmen, weil

diese Kleidungsstücke am Abend, wo es recht kühl wird, angezogen werden

müssen.

Dass die Stadt, wie erwähnt, erst seit Eröffnung des Suez-Canales, das

ist seit dem Jahre 1869 besteht, zeigt sich an den durchgehend geraden und

sich senkrecht durchschneidenden Strassen und an der guten Erhaltung der

Häuser im europäischen Theile. Die daran sich anschliessende arabische

Holzstadt verräth dagegen Elend und entsetzlichen Schmutz in einer

noch viel ärgeren Weise, als man dies in den galizisch-bukowinaischen

Judenorten, z. B. Sadagora u. s. w., begegnet. An hervorragenden

Gebäuden fällt die Moschee mit ihrem Minaret und das aus Eisen erbaute,

vier Stock hohe englische Hôtel, Eastern Exchange, sowie der prachtvolle

Palast der Suez-Compagnie auf.

Die Fiaker haben recht hübsche Wagen, an welche aber abgetriebene

arabische Pferde vorgespannt sind. Schmutzige Tramwaywagen durchziehen die

Stadt, und auch an Radfahrern und Radfahrerinnen fehlt es nicht.

Fahrt von Port Said nach Aden.

_3. Februar._ Nach abgestattetem Besuche beim Consul und dem Lloydagenten

und nach eingenommenem Gabelfrühstück setzte sich unser Dampfer um 3 Uhr

Nachmittags wieder in Bewegung und fuhr in den Suez-Canal ein. Dieser Canal

wurde von Lesseps in der Zeit von 1859 bis 1869 erbaut. Er hat eine Länge

von 162 ~km~, die für jedes Schiff genügende Tiefe von 19 ~m~ und

eine für ein grosses Schiff nöthige Breite; sowie nach je 10 ~km~ eine

Ausweichstelle mit den dazu gehörigen Signalstationen. Die Kosten des

Canalbaues beliefen sich auf 240 Millionen Gulden.

Unter dem Vorwande der Zinsendeckung für das aufgewandte Capital und der

Bestreitung der immerhin sehr grossen Auslagen für die Schiffbarerhaltung

des Canales werden von jedem passirenden Schiffe unverhältnissmässig hohe

Gebühren eingehoben. Die Suez-Compagnie fordert nämlich von jedem Schiffe

eine Durchfuhrsgebühr von 9½ Franken per Tonne Schiffsfracht und von 10

Franken per Person. Der Dampfer ^Maria Theresia^ mit 2400 ~t~ Fracht

und etlichen Passagieren zahlte für die Durchfahrt die Summe von

beinahe 24.000 Franken. Im Jahre 1898 passirten 3098 Dampfschiffe mit

7¼ Millionen Tonnen und mit ½ Million Personen den Canal. Man berechne

nun die Höhe der jährlichen Gesammteinnahmen und wird es erklärlich

finden, dass die Suez-Canal-Actien nun sehr hoch stehen.

Unser Consul in Port Said erzählte mir, dass die spanische Flotte für das

zweifache Passiren des Canales während des letzten Krieges eine Million

Franken zahlen musste.

Wenn der Suez-Canal nicht bestünde, und die Schiffe somit um die

Südspitze von Afrika fahren müssten, so würde dies einen um mehr als

20.000 ~km~ längeren Weg und bei der Fahrtgeschwindigkeit des Dampfers

^Maria Theresia^ einen Mehrbetrag an Zeit von etwa 50 Tagen und ein

Mehrerforderniss an Geld nur für Kohle ungefähr von 30.000 Franken

beanspruchen. Der Dampfer benöthigt nämlich für die Fahrtschnelligkeit

von 19 ~km~ oder 10 Seemeilen per Stunde mehr als eine Tonne Kohle zum

Preise von über 23 Franken, das ist per Tag etwa 600 Franken.

Der Canal durchschneidet die arabische Wüste und wird in den ersten

20 ~km~ von dem sehr ausgedehnten Menzala-See flankirt. Während der Fahrt

sieht man an den Ufern des Sees unzählige Wasservögel dicht aneinander

stehen, die rosenrothen Flamingos, die schwerfälligen Pelikane und die

verschiedenartigsten Enten und Taucher. Das Schiessen auf diese Vögel vom

Schiffe aus ist untersagt. Nach dem Vorbeifahren an dem See erblickt man

beiderseits, soweit das Auge reicht, die Wüste mit ihrem wellenförmig

gelagerten gelben Sande.

_4. Februar._ Zeitlich Morgens fuhr das Schiff an den am Canale gelegenen

Bitter-Seen vorbei, welche vielfach für jenen Theil des Rothen Meeres

gehalten werden, durch welchen einst die Israeliten zogen.

Um 8 Uhr Früh fuhren wir bei Suez aus dem Canale in den gleichnamigen

Golf, hielten etwa eine Stunde seitwärts von Suez an und setzten sonach

die Fahrt fort.

Obgleich noch der Südwind blies und es sonnig war, zeigte das Thermometer,

welches in Port Said die Höhe von 20° R. erreichte, eine Abnahme von

zwei Graden. Oestlich des Golfes dehnt sich die Halbinsel Sinaï aus,

westlich desselben befindet sich der südliche Theil von Unter-Aegypten.

Beiderseits sieht man kahle, nur hie und da mit sehr wenig Gestrüpp

bewachsene Berge, und weiter hinein erscheinen rechts und links viele,

viele Meilen weit trostlose Wüsteneien.

In Port Said sind zwei Passagiere zugewachsen; ein protestantischer

Missionär und seine grosse, sehr corpulente Frau, welche von Amerika nach

Vorder-Indien reisen, um dort die christliche Religion zu verbreiten.

Während der Fahrt im Suez-Canal sah ich eine kleine Karawane, welche aus

zwei Arabern auf zwei Kameelen und zwei zu Fuss daherschreitenden Arabern

bestand, längs der Küste nach Port Said ziehen. Die Kameele mit dem

langen, tief vorgestreckten Halse gehen gravitätisch im langsamen, aber

sehr raumgreifenden Schritte, im sogenannten Pass, das heisst, stets die

Füsse derselben Seite gleichzeitig vorsetzend, und verursachen dem Reiter

dadurch eine schiebend schaukelnde Bewegung, welche demselben zu Beginn des

Reitens von Kameelen im hohen Grade lästig werden soll.

Im Golfe von Suez wurden während der Fahrt in der Kohlenkammer zwei Leute

angetroffen, welche sich in Port Said gelegentlich der Kohlenaufnahme dort

eingeschlichen hatten, um auf diese Art kostenfrei weiterreisen zu

können. Der eine der beiden Männer stand im 18. Lebensjahre, war von

mittelgrosser, schwächlicher Statur und stammte aus der Gegend von

München, der andere, ungefähr 26 Jahre alt, ziemlich gross und kräftig

aussehend, gab die Umgebung von Köln am Rhein als seine Heimat an. Beide

Burschen waren vernachlässigt und zerlumpt und hatten sich schon lange

Zeit in der Welt herumgetrieben. Der Schiffscapitän beabsichtigt,

diese Leute in Aden dem deutschen Consulate behufs ihrer Repatriirung zu

übergeben.

Nachmittags trat der Scirocco heftig auf, doch ging das Schiff ziemlich

ruhig vorwärts. Im Osten sah man den Berg Sinaï im Sonnenscheine

erglänzen -- jenen Berg, von welchem, der Ueberlieferung nach, Moses die

Tafeln mit den zehn Geboten Gottes brachte. Im Westen war die ganze Küste

durch eine riesige Sandwolke vollkommen verdüstert, ein sicheres Anzeichen

dafür, dass der Sturm den Sand der dortigen arabischen Wüste aufwirbelt

und durch die Lüfte trägt.

Während der Nacht schlug der Wind in südwestliche Richtung um und trug

den Wüstensand, einer dichten, trockenen Wolke gleichend, weit über das

Schiff hinaus, wodurch die Leitung des Schiffes wegen behemmter Aussicht

bedeutend erschwert wurde.

_Sonntag, den 5. Februar_, befanden wir uns im Rothen Meere, nachdem wir

in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar an der Südspitze der Halbinsel

Sinaï und bei Ras Mahumed vorbeigefahren waren.

Noch immer müssen wir die mit Wüstensand vermengte Luft einathmen; dieser

Sand ist so fein, dass er in unmittelbarer Nähe mit freiem Auge nicht

wahrgenommen werden kann, sondern erst in der Ferne als eine gelbe,

nebelhafte Wolke sichtbar wird und sich erst mit der Zeit durch seine

Ablagerungen unangenehm bemerkbar macht. Das ganze Schiff, Mobiliar,

Kleider u. s. w., werden mit diesem feinen Sande bedeckt, derselbe dringt

in alle Falten und in die Taschen der Kleider, ja selbst in das Innere der

Uhren ein.

Bei 18° R. haben wir einen ziemlich starken Südostwind, der ein

unausgesetztes Schaukeln des Schiffes verursacht. Die Strecke von Triest

nach Port Said beträgt circa 2500 ~km~, zu deren Zurücklegung wir

sechs Tage benöthigten. Die Entfernung von Port Said nach Aden wird auf

ungefähr 2700 ~km~, und jene von Aden nach Bombay auf etwa 2900 ~km~

berechnet. Unser Schiff dürfte daher, wenn es seine Fahrt nicht etwas

beschleunigt, mit Einschluss des eintägigen Aufenthaltes in Aden, bis

zu seiner Ankunft in Bombay noch 15 Tage brauchen, und somit erst am

22. Februar dort anlangen.

_Am 6. Februar_ passirten wir Vormittags den Wendekreis des Krebses, und

mithin befinden wir uns in der tropischen Zone. Die Wärmegrade deuten dies

aber noch nicht an, denn das Thermometer zeigt nicht mehr als 18° R.,

eine für das Rothe Meer verhältnissmässig geringe Temperatur, welche

durch das Umschlagen des Windes in Nordost herbeigeführt wurde.

Reise über Indien und China nach Japan. Tagebuch mit Erfahrungen, um zu überseeischen Reisen und Unternehmungen anzuregen. · 第 1 / 19 段