Allen diesen Herren statten wir für die mannhafte Unterstütz

Anmerkungen zur Transkription

Im Original hervorgehobener (gesperrter oder kursiver) Text ist _so

ausgezeichnet_.

Im Original fetter Text ist =so markiert=.

Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des

Buches.

Verlag von Hans Feller in Karlsbad.

Karlsbad

in

geschichtlicher, medicinischer und topografischer Beziehung

von

=Med. Dr. Eduard Hlawacek=,

Ehrenbürger von Karlsbad.

=Dreizehnte verbesserte und sehr vermehrte Auflage=

31 Bgn. kl. 8°

mit einem Situationsplan und zwei Ansichten von Karlsbad, sowie einer

grossen Eisenbahnkarte von Mittel-Europa.

Eleg. geb. (Bädekerband) fl. 3. österr. W. = M. 6.

Dieses Buch enthält nebst einer vollständigen Orts- und medicinischen

Geschichte von Karlsbad, einer mineralogisch-geologischen und

physikalisch-chemischen Beschreibung seiner Mineralquellen,

vorzugsweise eine möglichst vollständige Darstellung ihrer Heilkräfte,

Heilanzeige und Gegenanzeige, wie auch ihrer verschiedenen innerlichen

und äusserlichen Anwendungsformen vom ärztlichen Standpunkte; jedoch in

einer im Wesentlichen jedem gebildeten Leser verständlichen Sprache und

Darstellungsweise, indem die fremden medicinischen Ausdrücke so viel

als möglich vermieden wurden.

Der Kurgast insbesondere findet darin eine besondere Angabe der bei

der Trink- oder Badekur zu beobachtenden diätetischen Vorschriften;

überdies die nöthigen Aufschlüsse in geselliger und ökonomischer

Beziehung, und eine vollständige Beschreibung der Promenaden

und Fahrpartien, in welch' letzterer Beziehung der beigegebene

Situationsplan einen bequemen und verlässlichen Wegweiser bildet.

=Der Wegweiser für Karlsbad und die Umgebung.= Von Med. Dr. _Eduard

Hlawacek_. Mit Situationsplan. Eleg. geb. M. 2, = österr. W. fl. 1.

Diese kurze, doch umfassende Beschreibung bietet dem Kurgaste ausser

einem _geschichtlichen_ Ueberblicke die nöthige Belehrung über die

_Mineralquellen_ und das _diätetisch_e Verhalten während der Kur; sie

ist ihm ein verlässlicher Wegweiser in der _Stadt_, bei den _Spazier-_

und _Fahrpartien_, und unterrichtet ihn über die _ökonomischen_ und

_geselligen_ Verhältnisse.

=Aerztlicher Rathgeber für den Kurgebrauch in Karlsbad= von Med. Dr.

_J. Kraus_. 8. Aufl. Mk. 2. = österr. W. fl. 1.

Der »ärztliche Rathgeber«, der jetzt in 8. Auflage erscheint -- die

erste wurde im Jahr 1872 ausgegeben -- ist, wie schon der Titel besagt,

blos für das hiesige Badepublicum geschrieben und zwar in so populärer

Weise, wie ärztliche Rathschläge überhaupt ertheilt werden müssen.

=Ueber die wichtigsten Punkte der Diätetik während einer Karlsbader

Kur= von Med. Dr. _Franz Sorger_. 8. Aufl. M. 1.20. = österr. W.

fl. --.60.

=Karlsbad, Heilmittel in einigen Arten von Magen- und Leberkrankheiten=

von Med. Dr. _Franz Sorger_. 4. Aufl. M. 1.20. = österr. W. fl. --.60.

Die hier ausgesprochenen Anschauungen sind das Ergebniss einer

ziemlichen Anzahl von Beobachtungen und versuchen es, genauer zu

bestimmen, in welchen Magen- und Leberkrankheiten von Karlsbad Heilung

oder Linderung zu erwarten sei.

Tisch für Magenkranke

von

Med. Dr. =Josef Wiel= in Zürich.

=5. verb. und verm. Aufl.=

Preis broch. M. 4. = 2 fl. ö. W. -- Eleg. geb. M. 5 = fl. 2.50 ö. W.

Erschien bereits in französischer, holländischer u. schwedischer

Uebersetzung.

=Urtheile der Presse=:

=Basler Nachrichten.= Wiel ist eine Autorität auf dem Gebiete der

Diätetik, und als solche auch schon durch die »Gartenlaube« bekannt.

Der Magen ist wohl das wichtigste Ding im menschlichen Körper; von der

Gesundheit des Magens hängt nicht blos das körperliche Wohlbefinden des

Menschen, sondern auch sein seelischer Zustand ab. Es kann Einer mit

einem schlechten Magen kein guter Christ sein, hat einmal ein Pfarrer

gesagt, und er hat wohl recht. Dass der Magen aber gut sei und, ohne

den Menschen zu stören, seine Functionen verrichte, hängt allein von

der richtigen Art und Weise ab, wie und welche Nahrungsmittel man zu

sich nimmt. »Sage mir, was er isst, und ich sage dir, was er ist.«

Wiel gibt nun in leichter, verständlicher Sprache an, was und wie der

Gesunde und der Kranke essen soll, was er vermeiden muss, damit jener

gesund bleibe, dieser geheilt werde. Den Magenkranken, deren Zahl

grösser ist, als man denkt, kann Wiel's Buch auf's Beste empfohlen

werden. _Es gilt auch in der gesammten Literatur für Gesundheitspflege

als eines der vorzüglichsten Werke._ Es wird zwar dem Buche (auch

schon Wiel's Artikeln in der »Gartenlaube«) vorgeworfen, seine Diät

sei nur für reiche Leute berechnet. Indessen ist der Vorwurf nur zum

Theil begründet. Der Mittelstand, der glücklicherweise bei uns immer

noch gross ist und bleiben wird, findet in dem Buche ebenfalls eine

zweckmässige Diät und selbst der Unbemittelte erfährt doch, in welcher

Weise und in welcher Reihenfolge seine einfachen Nahrungsmittel

zu nehmen sind, und welchen Einfluss diese letzteren auf seinen

Gesundheitszustand haben.

=Ueber Land und Meer.= Unter den vielen populär-medicinischen Büchern,

mit denen das Publicum überschüttet wird, kennen wir wenige, die so

warme Empfehlung verdienen, als =Dr. Josef Wiels Tisch für Magenkranke=.

Der Autor, ein Züricher Arzt, schreibt vortrefflich, eindringlich,

klar, anschaulich und ist sicher kein Buchfabrikant. Sein »Tisch für

Magenkranke« ist hervorgegangen aus der Praxis. Der Verkehr des Arztes

mit seinen Patienten hat dies Buch geboren und deshalb ist es auch

keine Zusammenstellung von allen möglichen Bücherauszügen, sondern ein

Stück Leben aus der Wirksamkeit eines scharfblickenden, gewissenhaften

Arztes, das fast wie der persönliche Verkehr mit dem Arzt selbst wirkt.

Ganz besonders nützlich scheint uns der Speisezettel, das Capitel

von den Getränken und die Speisevorschriften bei Magenerkrankungen.

Magenleidende möchten wir auf dies Buch aufmerksam machen.

=Bohemia.= Wir möchten nicht nur jedem wirklichen _Magenkranken_,

sondern der grossen Zahl jener Personen, welche stets über einen

»_schwachen Magen_« klagen, sich bei der geringsten Veranlassung

leicht »_den Magen verderben_«, dabei aber nicht daran denken, sich

im Essen und Trinken irgend Schranken zu setzen, _die aufmerksame

Lecture dieses Buches empfehlen_. Dasselbe enthält so viele wichtige

und bedeutungsvolle Winke für die Art und Weise, wie die _richtige

Diät_ beobachtet werden soll, dass auch die sorgsame Hausfrau, der

es darum zu thun ist, dass ihre Tischgäste eine gute und nahrhafte

Kost erhalten, davon profitiren wird. Der allgemeine Theil enthält

eine übersichtliche Darstellung der Speisen und Getränke, welche als

Magenheilmittel verwendet werden können, während der specielle Theil

genaue _Speisezettel_ bei den einzelnen Symptomen der Magenkrankheiten

gibt und eine vollständige diätetische Behandlung derselben bietet.

Der Verfasser bekundet hiebei eben so sehr den kundigen Arzt wie den

erfahrenen Gastronomen.

=Deutsches Montagsblatt.= Magenkrank ist heute eigentlich die

ganze Welt, denn Jedem liegt »irgend etwas« im Magen. Angesichts

dieser allgemeinen Calamität ist es ein wahrer Trost, dass zu dem

»Diätetischen Kochbuch« von Dr. Josef Wiel ein ergänzendes Werk, der

»_Tisch für Magenkranke_« von demselben Verfasser, (bereits in vierter

Auflage) erschienen ist. Da notorisch Kopf und Magen im intimsten

Wechselverkehr stehen, so liegt es auf der Hand, wie erfreulich es

für Herz und Gemüth sein muss, wenn man sich an der Hand eines so

erfahrenen Esskünstlers wie Joseph Wiel durch das Leben isst.

Diätetisches Kochbuch

für Gesunde und Kranke

von

Med. Dr. Josef Wiel.

(=Zürich.=)

=Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage.=

Preis broch. Mk. 4.80.

Urtheile der Presse:

=Ueber Land und Meer.= Die Zahl der Kochbücher ist Legion -- aber

eine Legion von Kochbüchern wiegt das »Diätetische Kochbuch« von Dr.

Joseph _Wiel_ auf, das von den ersten ärztlichen Autoritäten als ein

Meisterwerk anerkannt worden und nun in neuer Auflage erscheint. Es

sollte die Grundlage jedes künftigen Kochbuchs bilden. Der Verfasser

gibt zum Unterschiede von den übrigen Kochbüchern nicht in erster Linie

Recepte, sondern die Grundsätze, wie und was gekocht werden soll, und

zwar keineswegs in trocken wissenschaftlicher Form, sondern in einer

so ansprechenden, geistvollen und häufig köstlich humoristischen, wohl

auch, wo es noth thut, sarkastischen Weise, dass man das Buch mit

wirklichem Genusse liest und gerne in gesunden, wie in kranken Tagen

immer wieder darin nachschlägt. _Wenn es ein »gutes Hausbuch« gibt,

hier haben wir's im vollsten Sinne des Wortes._

=Correspondenzblatt für Schweizer Aerzte.= _Dass das Kochbuch Wiel's

seit 1871 vier neue Auflagen erlebte, spricht laut genug für seinen

Werth_, aber auch für die immer noch zunehmende Wichtigkeit, welche

auch die Aerzte der passenden Ernährung geben, d. h. der Wichtigkeit,

welche die Aerzte darauf legen und legen müssen, selbst exacte

Vorschriften über die Zubereitungsweise der Nahrung und deren Anpassung

an einzelne Krankheitsfälle geben zu können. Die neue Auflage hat

namentlich auch die Lebensmittelfälschungen berücksichtigt und die

neueren Errungenschaften der Ernährungsphysiologie verwerthet. Wir

wünschen dem Buche viele und aufmerksame Leser, namentlich auch in den

Kreisen der Aerzte.

Handbuch der Hygieine

=hauptsächlich für Mitglieder von Gesundheits-Ämtern=

von

Med. Dr. =Josef Wiel= und Prof. Dr. =Rob. Gnehm.=

(Zürich.)

8° eleg. brosch. fl. 10 = Mk. 20, eleg. geb. fl. 11 = Mk. 22.

Während eine ganze Anzahl der neuerdings so zahlreich erschienenen

Lehrbücher über Gesundheitspflege einen theoretischen, allgemein

belehrenden Charakter haben und mehr oder weniger selbstverständliche

Grundwahrheiten in umständlicher Gründlichkeit behandeln, enthält sich

das vorliegende aller weitläufigen Auseinandersetzungen und gibt in

klarer prägnanter Zusammenstellung praktische Anhaltspunkte für alle

diejenigen, welche in Berufs- oder Privatverhältnissen wissen wollen,

was denn eigentlich gesundheitschädlich oder -fördernd ist.

Goethe in Karlsbad.

Von Med. Dr. Eduard _Hlawacek_.

Elegant broschirt M. 2. -- fl. 1. österr. W.

Die kleine Monographie fasst Alles, was in des Dichters Leben und

Werken sich auf den berühmten böhmischen Badeort bezieht, zu einem

übersichtlichen Ganzen zusammen und enthält manche fesselnde und

instructive Einzelnheit, welche in grösseren Kreisen nicht bekannt sein

dürfte.

FÜHRER

DURCH DAS

BÖHMISCHE ERZGEBIRGE,

DAS MITTELGEBIRGE

UND

DIE ANGRENZENDEN GEBIETE.

Bearbeitet

von

PROF. AUGUST WEYMANN,

k. k. Schulinspector der Bezirke Brüx und Komotau, d. Z. Obmann des

Erzgebirgsvereines in Oberleutensdorf, Ehrenmitglied des

Erzgebirgsvereins in Joachimsthal, Mitglied des deutschen und

österreichischen Alpenvereins.

KARLSBAD.

VERLAG VON HANS FELLER.

Alle Rechte vorbehalten.

K. k. Hofbuchdruckerei A. Haase, Prag.

Sr. Hochwohlgeboren

Herrn

RICHARD RITTER VON DOTZAUER,

Comthur des Franz Josef-Ordens, Ritter des Ordens der eisernen

Krone III. Classe, Inhaber der Prager Bürger-Ehren-Medaille,

Kaufmann, Präsidenten der Prager Handels- und Gewerbekammer, Obmann

des Central-Comités zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der

böhm. Erz- und Riesengebirgsbewohner, des deutschen Vereins zur

Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, des Gebirgs-Vereines für

Böhmen, Directionsrathe der böhm. Sparcassa, Präsidenten der böhm.

Unionbank, der Prager Dampf- und Segelschifffahrts-Gesellschaft, der

Prager Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, der Actien-Gesellschaft

der Prager Civilschwimmschule, Verwaltungsrathe der böhm.

Escompte-Bank, Ehrenbürger der Städte Abertham, Bärringen, Bleistadt,

Böhm. Wiesenthal, Falkenau an der Eger, Gossengrün, Gottesgab,

Graslitz, Joachimsthal, Königswart, Maria-Kulm, Neudek, Platten,

Schönbach, Sebastiansberg, Sonnenberg, Weipert und der Gemeinden

Neudorf u. Kallich, Major u. Corps-Commandanten des k. k. priv.

bürgerlichen Scharfschützen-Corps in Graslitz, Ehren-Major der

Scharfschützen-Gesellschaft in Frühbuss, Ehrenhauptmann der k. k.

priv. bürg. Scharfschützen-Corps in Prag, Pressnitz, Schönbach,

Ehrenmitgliede der wissenschaftlichen Lese- und Redehalle deutscher

Studenten in Prag, der Fortbildungs-Vereine in Teplitz, Schönau und

Pürstein, des christl. Handlungs-Commis-Unterstützungs-Vereines in

Pressburg, Ehrenmitgliede mehrerer Spar- und Vorschuss-Cassen-Vereine,

Gesang-, Turn-, Feuerwehr- und Anpflanzungs-Vereine, und vieler

Militär-Veteranen-Vereine etc. etc.,

gewidmet

in aller Ehrfurcht und Dankbarkeit

vom

Verfasser.

Einleitung.

Sie wollen das böhmische Erzgebirge besuchen? Sie werden dort von den

hochgebornen Bewohnern gastfreundlich empfangen werden und manches

finden, was einen Besuch dieser merkwürdigen Gebirgskette lohnt, und

wenn Sie uns als Reisebegleiter annehmen, so können wir Sie auf viel

Anziehendes in der Natur, dem Leben und der Geschichte seiner Bewohner

aufmerksam machen, was der eilige Reisende leicht übersieht und

überhört.

Wir schliessen uns Ihnen gerne an, denn wir kennen diese herrlichen

Berge, wir lieben ihre Naturreize, wir sind vertraut mit den Bewohnern,

wir schätzen ihren verständigen Kunstfleiss, wir fühlen uns heimisch

in ihrem stillen Haushalt und theilen ihre Freude an den besonderen

landschaftlichen Reizen und den eigenthümlichen Naturschätzen, welche

die ersten Ansiedler anzog und die dichte Bevölkerung trotz vieler

Widerwärtigkeiten dennoch festhält, auch wenn sie Mangel und Armuth

drückt.

Warum laden wir Sie zum Besuche ein?

Das Erzgebirge ist von allen Seiten leicht zugänglich und in allen

Theilen bis auf den Gipfel bequem zu besteigen. Da der über 20 Meilen

sich erstreckende, zusammenhängende Gebirgszug gegen Süden mässig

steil abfällt und sich gegen Norden ganz sanft abdacht, so ist seine

Besteigung nur auf der böhmischen Seite aus dem Thale der Eger und

Biela anstrengend, aber höchst interessant und auch in 2 bis 3 Stunden

vom Fusse bis zum Rücken auszuführen. Ueberdiess erleichtern viele

Verkehrsmittel den Besuch dieses Gebirges.

Aus dem Bielathale von Teplitz führt die Dux-Bodenbacher Bahn über die

Erzgebirgshöhe von Zuckmantel und Königswald.

Aus dem Egerthale bei Franzensbad führt eine Eisenbahn über das Gebirge

nach Adorf, Oelsnitz, Plauen und eine zweite über Graslitz auf die

Höhe des Erzgebirges. Von Komotau auf der Wasserscheide zwischen dem

Egerthale und Bielathale führt eine vierte Eisenbahn auf den Kamm des

Erzgebirges empor und über Sonnenberg, Kupferberg, Schmiedeberg und

Weipert nach Annaberg ganz in der Nähe der höchsten Gebirgskuppen

des Hassberges, Keilberges und Fichtelberges vorbei. In naher Zukunft

wird eine fünfte Schienenverbindung aus Böhmen nach Sachsen über den

Erzgebirgsrücken führen und zwar aus dem Bielathale über Klostergrab in

das Muldethal als Fortsetzung der Prag-Duxer Bahn im Anschlusse an die

sächsischen Gebirgsbahnen.

Mit der Dampfkraft wird der Reisende auf der Eisenbahn von dem

südlichen Fusse des Gebirges in weniger als einer Stunde auf den

Kamm emporgehoben und kann den Rücken entlang das Gebirge bequem

durchwandern.

Noch zahlreicher sind die Fahrstrassen, welche von der Südseite auf

die Höhe des Gebirges führen in einer Steigung, welche im Wagen

die Höhe des Gebirges vom Fusse an auch in einer bis zwei Stunden

erreichen lässt. Sogar jedes der Querthäler ist von einer guten Strasse

durchzogen. Nahezu von Meile zu Meile führen längs des ganzen südlichen

Randes des Gebirges bequeme Strassen auf das Gebirge hinauf und von

Böhmen hinüber nach Sachsen.

Auf dem Rücken des Gebirges selbst, der gegen Sachsen sanft und breit

gestreckt niedersinkt, in seiner Längenrichtung aber in ziemlich

gerader Linie sich hinzieht, führen zwischen den Städten und grösseren

Ortschaften Dammstrassen, gute Wege und bequeme Steige.

Die Ausgangsorte für einen Besuch unserer Gebirge liegen zahlreich auf

den meist besuchten Verkehrslinien.

Von _Sachsen_ aus sind es _Dresden_, _Leipzig_ und näher _Zwickau_,

_Chemnitz_ und _Freiberg_, von _Baiern_ aus _Baireuth_ und _Hof_.

Im Süden aber liegen die viel besuchten Badeorte _Franzensbad_,

_Marienbad_, _Karlsbad_, _Teplitz_, dann die Städte _Eger_, _Falkenau_,

_Kaaden_, _Komotau_, _Görkau_, _Brüx_, _Dux_, _Oberleutensdorf_,

_Bilin_, _Leitmeritz_, _Lobositz_, _Aussig_, _Tetschen_, wo jeder

Spaziergang die Berge in einer solchen Nähe zeigt, dass sie in wenig

Stunden nicht nur erreicht sondern selbst auch erstiegen werden können.

Der Zugang bietet nirgends Gefahren und besondere Beschwerden. Die

genannten Ausgangsorte unserer Heimat sind mit der Landeshauptstadt

durch drei Hauptbahnen verbunden, was die Bereisung der Gebirge dem

Touristen aus dem Innern des Landes ungemein erleichtert. Im Waggon

wird er rasch emporgezogen, und jede Wendung auf den zahlreichen

Krümmungen der Bahn bietet dem Auge eine neue überraschende Aussicht

nach den sich erweiternden Gegenden. Auch im Wagen auf den gut

gepflegten Strassen, welche hier in einem Thale neben dem rauschenden

Forellenbach, dort an einem Thalgelände in Schlangenwindungen sich

hinzieht, kann sich der Besucher dem rasch wechselnden Ausblick über

ferne Gegenden, dort über nahe grüne Wälder, üppige Blumenwiesen und

freundliche Ortschaften hingeben. Der Fusswanderer braucht vom Fusse

des Gebirges bis zum Kamme nirgends mehr als zwei oder drei Stunden

und wird dabei immer mehrere Ortschaften, Dörfer oder Städtchen

finden, wo er rasten kann. Auf der Höhe des Gebirges angekommen,

wandelt er meistens zwischen den wohlriechenden Kräutern und Blumen

der Grasfluren. Ueberall erquickt ihn das dem Auge wohlthuende Grün

in der Abwechslung der helleren Farbe der Haferäcker und Grasfelder

und der dunkleren Farbe der Gebüsche und der Fichtenwälder. Von allen

Seiten kommt ihm entgegen der Wohlgeruch von duftenden Kräutern, wie

Quendl und Thymian, von wohlriechenden Blumen, wie Maiglöckchen, und

von harztriefenden Fichten und Tannen, welche die reine Gebirgsluft so

stark würzen, dass wir tief athmend die Lungen wie durstige Trinker

anfüllen, von der Natur getrieben, die uns anreizt, hier unser Blut zu

erfrischen. Auf den Bergen oben athmet es sich leicht und athmet es

sich wohl!

Wenn wir noch erwägen, dass das böhmische Erz- und Mittelgebirge

hunderte der schönsten Aussichtspunkte besitzt, wie sie kein zweites

Gebirge von gleicher Höhe und Dimension aufzuweisen vermag; wenn wir

erwägen, dass es auch reich an Naturerscheinungen ist, dass es von der

Sage geheiligt, von der Geschichte verherrlicht und von der Dichtung

verklärt ist: so erscheint unsere Einladung zum Besuche unserer schönen

und anziehenden Gebirge vollkommen begründet, und wir geben der

Hoffnung Raum, dass sie bald ebenso beliebt sein und in jedem Sommer

ebenso viele Besucher anziehen werden, wie beispielsweise der Harz und

der Schwarzwald.

Um diesen hochwichtigen und patriotischen Zweck zu erreichen, stellte

der grosse, hochansehnliche Erzgebirgsfreund Herr _Richard Ritter von

Dotzauer_ in der am 4. Juli 1880 in der Sitzung _des Central-Comités

zur Beförderung der Erwerbsthätigkeit der böhmischen Erz- und

Riesengebirgsbewohner in Prag_ folgenden, auf die Belebung des

Touristenverkehrs im böhmischen Erzgebirge bezüglichen Antrag:

»Wenn man das Wesen unserer verschiedenen _Alpen-Vereine_ betrachtet,

so muss wohl die oberflächliche, vulgäre Anschauung -- und ich muss

gestehen, dass ich mich derselben in diesem Punkte früher ebenfalls

zuneigte -- dahin gehen, dass diesen Vereinen in praktischer Hinsicht

keine allzugrosse Bedeutung beizumessen sei. Als ich indessen in den

letzten Jahren unsere österreichischen Alpenländer besuchte, da kam

ich zu einer anderen Ueberzeugung. Ich fand, dass diese Vereine in

ihrem Wirken sehr bemerkenswerthe praktische Erfolge erzielen; mit

ihren Unternehmungen und ihren Publikationen tragen sie bei, die

Alpengebiete immer weiter und weiter zu erschliessen, sie ziehen

die Reisenden heran, sie beleben die Eisenbahnen, sie beleben die

Gasthäuser, sie beleben selbst kleine Industrien. Speciell die _prager

Section_ des deutschen und österreichischen _Alpen-Vereins_ hat in

dieser Richtung sehr erspriesslich gewirkt. Herr _Stüdl_ geniesst in

diesen Gegenden, ich habe mich davon überzeugt, ein hohes Ansehen, eine

seltene Verehrung, und wenn man als Mitglied des hiesigen Alpenvereins

in eine solche Gegend kommt, wird man mit besonderer Aufmerksamkeit und

Rücksicht behandelt; ebenso gewähren die Eisenbahnen den Mitgliedern

des Vereins ansehnliche Fahrpreis-Ermässigungen. Unser Erzgebirge

hat nun wahrlich auch seine Naturschönheiten; aber das Bild, das man

in weiteren Kreisen vom Erzgebirge erhält, ist kein rosiges, kein

anziehendes -- es ist erfüllt von Elend, von Sorge und Noth, es wird

daher selten aufgesucht und insbesondere von Wohlhabenden gemieden

-- und so erklärt es sich, dass man unser Erzgebirge und die guten

Eigenschaften seiner Bevölkerung nicht kennt. Es drängt sich mir da die

Frage auf, ob wir nicht an den Alpenverein herantreten sollen, mit der

Bitte, es möge das Erzgebirge in den Rahmen seines Wirkens einbeziehen

und in geeigneter Weise _durch Anlage neuer Wege, Förderung des Führer-

und Fahrtax-Wesens, Erhaltung und Errichtung von Denkmälern und

Aussichtspunkten etc._ dazu beitragen, dass das düstere Bild, das in

der allgemeinen Vorstellung vom Erzgebirge besteht, sich in schönerer,

wahrerer Beleuchtung zeige. Ein Strom von Tausenden Touristen

könnte hiedurch belebend und befruchtend in diese Gebiete geleitet

werden, zumal die Kurorte -- _Franzensbad_, _Marienbad_, _Karlsbad_

und _Teplitz_ -- ganz entsprechende Ausgangspunkte hiefür bieten.

Mancher von den Fremden könnte da wohl auch aus der Berührung mit

den ehrlichen, guten Leuten im Gebirge die Anregung zu industriellen

Niederlassungen etc. empfangen. Und von den Einheimischen dürfte

Vielen -- auch mit Rücksicht auf die Fahrpreis-Ermässigungen, um die

das Central-Comité und der Alpenverein für die betreffenden Touristen

bei der Buschtěhrader Bahn ansuchen würden, die Gelegenheit, in kurzer

Zeit und mit geringen Auslagen einen lohnenden Ausflug auf interessante

Höhen, in schöne Waldungen zu unternehmen, sehr willkommen sein.«

Dieser Antrag, welcher noch dahin ergänzt wurde, dass auch das

Riesengebirge in's Auge gefasst werden möge, fand lebhaften Anklang

und einmüthige Zustimmung. Die Folge davon war der Beschluss, einen

_Wegweiser_ durch das böhmische Erzgebirge herauszugeben. Mit dieser

Aufgabe wurde der Unterzeichnete betraut; derselbe entschloss sich

aber, auch das höchst interessante Mittelgebirge und die angrenzenden

Gebiete, insbesondere unter Hinweisung auf die Anschlüsse nach Sachsen

in den Kreis der Bearbeitung zu ziehen.

Die Aufgabe war sehr schwierig; allein guter Wille und ausdauernder

Fleiss halfen über alle Schwierigkeiten hinweg. Nach halbjähriger

Arbeit war das schon in früheren Jahren gesammelte Material unter

Mithilfe tüchtiger Mitarbeiter geordnet. Als solche werden genannt: die

Herren Gust. _Schwab_, Bergwerksbesitzer, _Kaeller_, Schuldirektor,

beide in Falkenau; Ed. _Wenisch_, Bürgerschullehrer in Joachimsthal;

Oberlehrer _Strohschneider_ in Sonnenberg; Oberlehrer W. _Grossmann_ in

Krima; Oberlehrer J. _Hofmann_ in Katharinaberg; P. _Forst_, Kaplan,

Gymnasial-Professor _Rebhann_, beide in Brüx; A. _Weitzdörfer_,

Schuldirektor in Oberleutensdorf; E. _Hochreiter_, Gym.-Direktor in

Teplitz; Jul. _Gierschick_, Redakteur in Leitmeritz und Jos. _Werner_,

Fachlehrer in Komotau.

Allen diesen Herren statten wir für die mannhafte Unterstützung den

besten, den innigsten Dank ab.

An einem vollständigen Führer durch das böhmische Erz- und

Mittelgebirge hat es bis jetzt ganz gefehlt; deshalb treten wir

mit einem solchen vertrauensvoll und in der Hoffnung vor die

Oeffentlichkeit, dass er sich bei allen Freunden und Freundinnen

unserer Gebirge guter Aufnahme und wohlwollender Beurtheilung

erfreuen möge. _Gleichzeitig richten wir an alle P. T. Leser und

Leserinnen desselben die Bitte, uns auf etwaige Unrichtigkeiten und

Lücken aufmerksam zu machen, damit wir sie in einer zweiten Auflage

verbessern, beziehungsweise ausfüllen._

BRÜX.

August Weymann.

I. Allgemeiner Theil.

A. Reise-Regeln.

Es ist sehr schwer, bestimmte Reiseregeln zu geben, weil sich diese

nur auf Grund gemachter Wahrnehmungen zusammenstellen lassen und

diese nicht immer dieselben sind. Wir haben hier vorzugsweise solche

Touristen im Auge, welche die Touren meist zu Fuss zurücklegen und die

Fusspartien mit Fahrten im Post- oder Eisenbahnwagen weise zu verbinden

verstehen. Wenn wir nun etwas dem Touristen empfehlen, so geschieht es

deshalb, weil wir es als das Beste und Zweckmässigste erkannt haben; es

wird in Folge dessen jede Begründung entfallen.

Die Kleidung sei nicht zu leicht, aber auch nicht zu warm. Feste

und bequeme Schuhe, ein Wollenhemd und Plaid sind für Fussgänger

unentbehrlich. Die Mitnahme von Regenschirmen empfiehlt sich nicht.

Von Gepäck ist nur das Nothwendigste mitzunehmen, dass man es in einem

Tornister auf dem Rücken ohne Beschwerde tragen kann. Bequeme Touristen

brauchen mehr und schicken es mit der Post dorthin voraus, wo sie sich

einige Zeit aufhalten wollen. Um die Wäsche vor Nässe zu schützen,

wickelt man sie in Wachsleinwand ein.

Die beste Zeit zur Bereisung des Erz- und böhmischen Mittelgebirges,

sowie der, an dieselben grenzenden Gebiete ist die vom 1. Juni bis 30.

September, event. 15. Oktober; im August bis Ende September ist die

Witterung gewöhnlich ganz beständig, die Luft rein, die Aussicht von

den Bergspitzen am schönsten und genussreichsten.

Auf eine praktische Zeiteintheilung muss jeder Tourist Bedacht nehmen.

Die Entwerfung eines Reiseplanes ist unbedingt nothwendig. Wenn man

eine 2- bis 3-wöchentliche Fusstour antreten will, so reise man

anfänglich langsam, und erst nach gehöriger Erprobung seiner Kräfte

kann man weitere Fusspartien unternehmen. Einen Taschen-Compass und

eine gute Karte muss jeder Fussreisende mitnehmen.

Bei grosser Hitze muss gegen Mittag Rast gemacht werden; auch gönne

man sich nach grösseren Märschen einen Ruhetag und wähle hiezu solche

Orte, von wo aus man kleinere Ausflüge unternehmen kann. Man merke

sich gut die Regel, früh in's Bett und früh wieder auf. Unternimmt man

grössere Waldpartien und Wanderungen durch langgedehnte Grundthäler,

wie beispielsweise durch den Komotauer Grund, das Teltschthal bei

Görkau, den Hammergrund bei Johnsdorf u. s. w., so empfiehlt sich

das Mitnehmen eines verlässlichen Führers, dass man nicht auf Abwege

geräth, nutzlose Umwege macht und wichtige Punkte unbeachtet lässt. Für

grössere Fusspartien versehe man sich mit einigen belegten Semmeln oder

einigen harten Eiern und einem Fläschchen Wein.

Im ganzen Nordwesten Böhmens reist ein bescheidener Tourist nicht

theuer; wenn er sich gar nichts abgehen lässt, so wird er mit 3

bis 4 fl. sehr gut auskommen, ja da kann er sich zeitweilig eine

Forelle, die auf dem Plateau leicht zu bekommen ist, schmecken

lassen. Gutes ausgegorenes Bier bekommt man in unserem böhmischen

Erz- und Mittelgebirge überall, selbst in kleinen Ortschaften.

Gute, preiswürdige inländische Weine findet man auch fast in allen

Gasthäusern der grösseren Orte, sowie man auch fast überall eine

gute Küche antrifft. Die Wirte geben sich viel Mühe, allen billigen

Anforderungen zu entsprechen; hauptstädtischen Comfort darf man

natürlich im Gebirge nicht suchen.

B. Verkehrs- und Transportwesen.

Von Prag aus führen folgende Eisenbahnen ins böhmische Erz- und

Mittelgebirge:

1. Die nördliche Staatsbahn, Linie Prag-Aussig-Bodenbach.

2. Die Prag-Duxer Bahn, Linie Prag-Obernitz-Brüx-Dux.

3. Die Buschtiehrader Bahn, Linie Prag-Komotau-Karlsbad-Eger.

Das nordwestliche Böhmen mit dem Erz- und Mittelgebirge, also unser

Reisegebiet, wird von nachfolgenden Eisenbahnen theils berührt, theils

durchschnitten, ja Ausläufer gehen sogar über den Kamm oder nehmen

einen grossen Theil der Abdachung ein. Diese Bahnen sind:

1. Aussig-Teplitzer, Linie: Aussig-Teplitz-Dux-Brüx-Komotau mit

Anschluss an die nördliche Staatsbahn und die Buschtiehrader. Zweige

derselben: _a_) Dux-Ossegg; _b_) Aussig-Bilin.

2. Dux-Bodenbacher, Linie:

Bodenbach-Teplitz-Ossegg-Oberleutensdorf-Görkau-Komotau mit denselben

Anschlüssen wie ad 1.

3. Buschtiehrader, Linie:

Komotau-Klösterle-Hauenstein-Warta-Schlackenwerth-Karlsbad-Falkenau-

Tirschnitz-Eger mit den Abzweigungen _a_) Tirschnitz-Franzensbad, _b_)

Falkenau-Graslitz, _c_) Komotau-Weipert, _d_) Komotau-Reitzenhain.

4. Prag-Duxer, Linie: _a_) Obernitz-Sauerbrunn-Bilin-Dux, _b_)

Obernitz-Brüx-Oberleutensdorf-Ossegg-Klostergrab.

5. Pilsen-Priesner, Linie: Brüx-Obernitz-Postelberg-Saaz mit Anschluss

an die Buschtiehrader gegen Prag-Priesen-Komotau.

6. Eger-Voitersreuth-Elster.

7. Eger-Waldsassen.

8. Eger-Sandau-Königswart-Marienbad.

_Anmerkung_: Retourbillete mit 1- bis 3-tägiger Giltigkeit geben alle

voranstehenden Bahnen aus.

_Dampfschifffahrt_ findet man auf der Elbe; hier vermitteln mit allem

Comfort eingerichtete Dampfschiffe im Sommer den Verkehr zwischen

Leitmeritz und Herrnskretschen und retour regelmässig zweimal des Tages.

_Postverbindungen_:

Brüx-Ober-Georgenthal-Gebirgsneudorf-Katharinaberg-Brandau.

(Botenfahrt.)

Aussig-Schönpriesen. (Botenfahrt.)

Bilin-Kosel-Laun und retour. (Botenfahrt.)

Bilin-Teplitz und retour. (Botenfahrt.)

Bodenbach-Böhmisch-Kamnitz-Reichenberg u. retour. (Eilfahrt.)

Breitenbach-Platten-Bärringen-Salmthal-Lichtenstadt-Karlsbad und

retour. (Botenfahrt.)

Brüx-Hawran und retour. (Botenfahrt.)

Buchau-Solmus-Karlsbad und retour. (Botenfahrt.)

Buchau-Luditz und retour. (Botenfahrt.)

Duppau-Saaz-Radonitz-Kaaden und retour. (Botenfahrt.)

Eichwald-Teplitz und retour. (Botenfahrt und Omnibus.)

Elbogen-Schlaggenwald-Schönfeld und retour. (Eilfahrt.) --

Schönfeld-Petschau und retour. (Botenfahrt.)

Fleissen-Wildstein und retour. (Cariolpost.)

Görkau-Kallich und retour. (Botenfahrt.)

Gossengrün-Hartenberg und retour. (Botenfahrt.)

Gossengrün-Schönbach und retour. (Botenfahrt.)

Heinrichsgrün-Neudeck und retour. (Botenfahrt.)

Heinrichsgrün-Frühbuss und retour. (Botenfahrt.)

Joachimsthal-Schlackenwerth und retour. (Botenfahrt.)

Joachimsthal-Abertham-Bärringen-Platten u. retour. (Botenf.)

Joachimsthal-Gottesgab-Weipert. (Botenfahrt.)

Kaaden-Podersam. (Botenfahrt.)

Kaaden-Brunnersdorf. (Botenfahrt.)

Kaaden-Pressnitz. (Botenfahrt.)

Kallich-Görkau. (Botenfahrt.)

Kallich-Brandau. (Botenfahrt.)

Karbitz-Kulm-Schönwald. (Botenfahrt.)

Karlsbad-Neudeck. (Botenfahrt.)

Karlsbad-Petschau-Einsiedl-Marienbad u. retour. (Botenfahrt.)

Karlsbad-Giesshübel-Puchstein und retour. (Omnibus.)

Karlsbad-Petschau-Theusing-Pilsen. (Botenfahrt.)

Karlsbad-Fischern-Altrohlau-Neudeck. (Botenfahrt.)

Königswart-Sangerberg. (Botenfahrt.)

Komotau-Eidlitz. (Botenfahrt.)

Kosel-Bilin. (Botenfahrt.)

Krima-Neudorf-Sebastiansberg. (Botenfahrt.)

Lobositz-Raudnitz. (Botenfahrt.)

Lobositz-Libochowitz. (Botenfahrt.)

Lobositz-Trebnitz-Liebshausen-Laun. (Eilfahrt.)

Lubenz-Rudig. (Botenfahrt.)

Lubenz-Luditz. (Botenfahrt.)

Lubenz-Waltsch. (Botenfahrt.)

Mies-Stab. (Botenfahrt.)

Mies-Weseritz. (Botenfahrt.)

Mies-Haid. (Botenfahrt.)

Neudeck-Neuhammer-Platten. (Botenfahrt.)

Neudeck-Neuhammer-Hirschenstand-Eibenstock. (Botenfahrt.)

Postelberg-Leneschitz. (Botenfahrt.)

Rudig-Waltsch. (Botenfahrt.)

Saaz-Podersam. (Botenfahrt.)

Saaz-Postelberg-Laun. (Botenfahrt.)

Schönbach-Neukirchen-Wildstein. (Botenfahrt.)

Tepl-Weseritz-Leskau. (Botenfahrt.)

Tepl-Marienbad. (Botenfahrt.)

Teplitz-Bilin. (Botenfahrt.)

Teplitz-Schallan. (Botenfahrt.)

Teplitz-Eichwald. (Botenfahrt.)

Teplitz-Waldthor. (Omnibusfahrt.)

_Anmerkung_: Die Botenfahrten sind ziemlich bequem, haben aber

eine beschränkte Aufnahme. Fast bei allen Eisenbahnstationen sind

comfortable Omnibusfahrten eingerichtet.

_Post-Eilwägen_ sind immer sehr bequem, fahren gut, müssen die Fahrzeit

genau einhalten und sind immer von einem Conducteur begleitet. Die

Fahrkarten sind rechtzeitig an den Poststationen zu lösen. Extraposten

sind in den Hauptstationen zu bekommen. Lohnfuhrwerke befinden sich in

allen grösseren Orten. Empfehlenswerth ist es, sich vorher genau über

den Fahrpreis und das übliche Trinkgeld zu verständigen, dass nicht

nach der Fahrt Missverständnisse zum Nachtheile des Reisenden entstehen.

_Gasthöfe._ In allen grösseren Orten, selbst in Dörfern findet man

jetzt recht gute Gasthäuser. Man wird gut und aufmerksam bedient und

lebt billig. Wenn die Gesellschaft grösser ist, so empfiehlt es sich,

die Ankunft brieflich oder telegrafisch anzuzeigen. In ganz kleinen

Ortschaften und in wenig besuchten Gebieten lassen die Gasthäuser

freilich noch einiges zu wünschen übrig und genügen nur bescheidenen

Ansprüchen; doch findet man überall freundliches Entgegenkommen.

_Führer_: Das Führerwesen wird jetzt durch die Gebirgsvereine

organisirt werden. Für grössere Partien ist die Mitnahme eines Führers

häufig nothwendig, obwohl in neuester Zeit seitens der Gemeinden und

Gebirgsvereine viele Wegweiser aufgestellt wurden; allein in den

ausgedehnten Waldungen ist ein Verirren leicht möglich, was häufig

einen grossen Zeitverlust und Störung der ganzen Partie zur Folge hat.

Bei der Wahl der Führer ist Vorsicht zu gebrauchen und empfiehlt es

sich, die Obmänner oder andere Mitglieder der Gebirgsvereine, die fast

in allen Orten zu treffen sind, um Auskunft anzugehen.

C. Geographisches.

Das Erzgebirge.

_Name_: Das Erzgebirge hat seinen uralten Namen von dem

ausserordentlichen Reichthum an sehr verschiedenen Erzen, und es hat

ihn auch durch den ergiebigen Bergbau gerechtfertigt, der hier durch

viele Jahrhunderte auf Silber, Zinn, Kupfer, Blei und Eisen getrieben

wurde.

_Eintheilung des Erzgebirges nach der Ausdehnung, Höhe, Form._ Das

Erzgebirge erhebt sich aus der Ebene des Teplitzer Thales, durch

welche es vom Mittelgebirge getrennt wird, mit grosser Steilheit

gleich einem Walle, welcher, in südwestlicher Richtung fortlaufend,

das nordwestliche Böhmen vom angrenzenden Königreiche Sachsen trennt,

d. h. die politische Grenze dieser beiden Länder wird durch den Rücken

dieses Gebirgszuges bestimmt, jedoch nicht durch den Kamm desselben und

die Wasserscheide; vielmehr gehört nicht nur der ganze steile Südabhang

des Gebirges, sondern auch noch ein Theil des sanften, sich nach

Sachsen abdachenden Gehänges zu Böhmen, und die Grenze findet sich fast

durchaus erst jenseits der Wasserscheide. Das nordöstliche Ende dieses

Gebirges ist durch den Nollendorfer Pass bestimmt; es wird jedoch von

vielen Geographen auch das Elbthal dafür angenommen.

Seiner Ausdehnung nach gehört das Erzgebirge unter die Hauptgebirge,

denn seine Länge beträgt über 20 Meilen.

Nach seiner Höhe ist es ein Mittelgebirge. Die höchsten Punkte

desselben befinden sich im südwestlichen Theile; im Nordosten gegen

die Elbe zu übersteigt dessen Höhe wohl nicht 756 m; die Höhe des

Nollendorfer Passes beträgt 675 m.

Der Form nach ist das Erzgebirge ein Kettengebirge; es setzt sich ohne

Unterbrechung seines Zusammenhanges auf seiner ganzen Längenerstreckung

fort, so dass sein Kamm eine fast wellenförmige Linie darstellt, und

die beiden Abhänge unterscheiden sich, wie bei allen Gebirgen dieser

Art, durch ihre Steilheit; der südliche, zu Böhmen gehörige, ist, wie

schon erwähnt, der steilere, und längs desselben befinden sich viele

Einschnitte, Schluchten und Thäler, hervorgebracht durch die einzelnen

Berge, welche, sich durch grössere oder geringere Steilheit von der

Hauptkette trennend, kurze Nebenjoche bilden.

_Geognostische Beschaffenheit._ In geognostischer Hinsicht gehört

das Erzgebirge unter die sogenannten Urgebirge, d. h. die Felsarten

desselben gehören zu denjenigen, welche der Geognost ihrer Struktur,

ihrer Lagerungsverhältnisse und des Mangels an Versteinerungen wegen

unter die ältesten Bildungen unserer Erdrinde zählt. Die Felsarten

dieses Gebirgszuges im nordöstlichen Theile sind Gneis, Porphyr und

Granit; sehr eingeschränkt kommt Greisen und Urkalkstein vor, Basalt

nur an einzelnen Stellen und von Flötzfelsarten der Quaderstein am

Fusse des Gebirges. Im westlichen Theile des Erzgebirges ist der

Gneis das überwiegend vorherrschende Gestein, andere Schiefer- und

Eruptivgesteine treten dagegen zurück.

_Gestaltung, Begrenzung, mittlere Höhe, ausgezeichnete Höhenpunkte

des Erzgebirges._ Das Erzgebirge gestaltet sich gleich einem hohen,

in terrassenförmigen Absätzen erhebenden steilen Walle, nach oben

zu einem fast gleichförmig fortlaufenden Kamme oder ausgedehnten

Rücken, welcher sich sehr sanft, ja fast unmerklich nach Norden in

das Nachbarland abdacht. Die südliche, steile Abdachung ist von

zahlreichen Schluchten und Thälern eingeschnitten, zwischen welchen

kurze Gebirgsjoche aus Kuppen von verschiedener Höhe und meistens

abgerundeter Gestalt zusammengesetzt hervorragen und diesem Abfalle

ein ausgezeichnetes Gebirgsansehen ertheilen. Auf dem Rücken verlieren

sich die ausgezeichneten Formen eines höheren Gebirges; nur einzelne

Kuppen und Höhen von verschiedener Gestaltung, jedoch ohne kühne oder

stark hervortretende Umrisse erheben sich auf der ausgebreiteten

Platte, welche sonst durch ihre gross und sanft wellenförmige, auf

weite Strecken sogar fast ebene Oberfläche und durch die seichten

Thäler, welche erst in ihrem weiteren Verlaufe im Nachbarlande tiefer

und enger werden, die Formen eines Flachlandes zeigt. Abtheilungen

in Gebirgsjoche nach dem Verlaufe der Thäler treten erst weiterhin

deutlicher hervor. Es beginnt mit unentschiedenem Charakter an den

Hochflächen, die im Norden an die Waldsteinkette des Fichtelgebirges

sich schliessen und zwar unweit Asch oder an der Quelle der weissen

Elster mit dem hohen Kapellenberg als Elstergebirge und ist an seinem

Ost-, Nordost-Ende von dem Elbsandsteingebirge begrenzt.

Die mittlere Erhöhung des Gebirgsrückens kann zu 756 m über die

Meeresfläche, über die Ebene am Fusse des Gebirges aber zu 417 m

angenommen werden; über die tieferen, jedoch entfernteren Punkte des

Flachlandes oder die eigentliche Thalsohle beträgt sie 512 m.

Wir verfolgen die ausgezeichnetsten Höhepunkte auf dem Kamme und den

Abhängen des heimatlichen Gebirgszuges von dem Durchbruche der Elbe,

also einbezüglich der des Elbsandsteingebirges bis zu den Ausläufern

des Fichtelgebirges. Als solche zeigen sich: Der =Schneeberg= mit

seinem weitsichtbaren, schlanken Thurme; die berühmten =Tyssaer Wände=

(615 m); bald darauf erblicken wir =Nollendorf= mit seinen historischen

Höhen und dem bekannten Passe von Teplitz über Pirna nach Dresden

(675 m). Von der Bahnstation Rosenthal-Graupen der Dux-Bodenbacher

Bahn sind die Aussichtspunkte =Wilhelmshöhe= 335 m, die =Rosenburg=

355 m und das =Mückenthürmchen= 800 m zu besteigen. Schöne Aussicht

bietet der =Königshügel= 412 m bei Klostergrab, der =Wolfstein= bei

Niklasberg und bei Ossegg die =Salesiushöhe= und die =Riesenburg=.

Imposant ist der =Wieselstein= 949 m bei Oberleutensdorf. Weiter

folgen: Der =Göhrner Hübel=, westlich von Göhren mit 811 m Seehöhe;

der =Haselstein= und der =Nonnenhübel=, südlich von Böhm.-Einsiedl;

südlich von Nickelsdorf der =Wachtberg=, auch =Kapuzinerhau= genannt;

östlich von Gebirgsneudorf der =Wachhübel=; der =Dürnberg= südlich

von Brandau. Der aus zwei Kuppen bestehende =Adelsberg=, dann der

=Bernstein=, beide östlich von Ladung, letzterer von 920 m Meereshöhe

ist der höchste Punkt in der östlichen Gegend des Gebirges und bildet

einen Knoten, von welchem es mit grösserer Steilheit und mit einem

stärkeren Vorsprunge nach Süden abfällt. Weiter westlich finden sich

der grosse =Steinberg=, südlich von Kleinhan, der =Beerhübel= zwischen

Göttersdorf und Kallich auf dem hier 865 m hohen Gebirgskamme. Eine

zweite, gleichfalls in westlicher Richtung verlaufende Kuppenreihe

erhebt sich am Rande des hier über eine Stunde weit ausgebreiteten

Rückens. Die ansehnlichsten Kuppen sind: Der =Ringelberg=, etwa 10

Minuten in südlicher Richtung von Reizenhain, und der =Otterstein=,

etwa ¾ Stunden in nördlicher Richtung von Märzdorf mit schönen Felsen

und herrlichem Wald. Nordwestlich von Sebastiansberg, angrenzend an das

Gebiet des Ringelberges und hievon getrennt durch die Kaiserstrasse bei

Reizenhain, finden sich die Kuppen des =Stockraumwaldes=, von denen die

ansehnlichste der =Glasberg= nahe an der Landesgrenze ist. Nordöstlich

von Pressnitz zeigt sich der ausgedehnte und =hohe Hutberg= 991 m,

einer der höchsten Punkte des Erzgebirges; er verläuft in südlicher

Richtung in die =Reischhöhe=, an der westlich der =Pöllnerberg=

855 m hängt. Einer der höchsten Punkte ist noch der =Hohehau= 995 m

nordwestlich von Weigersdorf. Auf dem nördlichen Abhange des Gebirges

gehören noch einige ansehnliche Kuppen hieher, nämlich: =Der grosse und

kleine Wolfsberg=, südlich von Schmiedeberg, der =Spitzberg= zwischen

Schmiedeberg und Pressnitz, der =Bärenstein= 704 m bei Weipert und der

=Pleilberg= südlich von Sorgenthal.

Hier sind noch einige hübsche Punkte zu nennen, welche sich an

dem steilen südlichen Abhange westlich von Oberleutensdorf über

Kaaden hinaus erheben und an diesem kurze Gebirgsjoche bilden. Die

hervorragendsten sind: Der =Eisenberg=, auf welchem das gleichnamige

Schloss 164 m Höhe über der Thalsohle steht; westlich davon ist der

=Seeberg= und noch weiter bei Stolzenhan der =Tannich=. Sie bilden

eine ziemlich ansehnliche Gruppe von steilen Bergen, mit welchen der

Gebirgsabfall als ein kurzes Joch in die Ebene vorspringt, aus welcher

es jedoch sehr steil aufsteigt. Weiter südwestlich gestaltet sich

der Gebirgsabfall zu einer Art von Bucht, auf deren Abhange sich nur

niedrige Kuppen erheben; sie wird westlich von dem =Hammerberge=,

dem =Hutberge= und dem =Roland= eingefasst, welcher, in einige Hügel

auslaufend, den Fuss des Gebirges nördlich von Komotau bildet. Westlich

von dieser Stadt bei dem Dorfe Tschernowitz erhebt sich =der isolirte

Burberg=. Jenseits des Höllbachthales zeigt sich der ausgedehnte

=Gliedner Berg=, welcher westlich in den =Schweigerberg= verläuft.

Westlich von Platz befindet sich der =Hassensteiner Schlossberg=, und

noch weiter westwärts über Klösterle hinaus bildet der Abhang des

Gebirges das Gehänge eines mehr eingeengten Thales. Isolirt, im Thale

sich erhebend, befindet sich südwestlich von Klösterle nahe der Eger

der 547 m hohe =Schönburger Schlossberg=, und nicht weit von Wotsch

der =Himmelstein=, welcher von seiner Burgruine eine schöne Aussicht

nach Westen bietet. An dem nördlichen Abfalle des Gebirges, welches

sich westwärts von Kaaden ausdehnt, sich dem des Erzgebirges gegenüber

erhebt, hinsichtlich seiner Zusammensetzung und Gestaltung auffallend

vom Erzgebirge verschieden ist, keinen so deutlich hervortretenden

Kamm oder Rücken zeigt, sondern der Hauptmasse nach aus Gruppen von

mehr oder weniger zusammengedrängten Kuppen besteht und erst in seiner

weiteren westlichen Verbreitung, die wir dann nach genauer Betrachtung

des westlichen Erzgebirges in seiner Fortsetzung näher kennen lernen

werden, sich zu einer mehr zusammenhängenden und ausgebreiteten

Masse gestaltet -- finden sich als hervorragende Kuppen: Der

=Herrgottsstuhlberg=, zwischen Krondorf und Ockenau; östlich ist die

=Spinnelsdorfer Kuppe=, der =Leskauer Schlossberg= und der unmittelbar

aus dem Thal steil aufsteigende, oben eine abgeflachte Platte bildende

=Burberg= 583 m südwestlich von Kaaden. Diesem gegenüber an der linken

Seite des Thales erheben sich einige Gruppen von niedrigen Bergen,

welche vom Fusse des Erzgebirges durch die sich hier bereits mehr

ausbreitende Ebene getrennt sind; es sind: der =Seeberg=, zwischen

Nickelsdorf und Meretitz, der =Spitzberg= südlich von Nickelsdorf, dann

der =Königsberg= und =Wistritzer Berg= nördlich von Kaaden. Zu diesen

gehören östlich von dieser Stadt als Ausläufer die an der linken Seite

des Thales auf der Ebene zerstreut vorkommenden Hügelgruppen zwischen

Pröhl und Waschitz, der =Tschachwitzer Hübel=, der =Prölberg= 334 m und

der =Strösauer Hügel=.

Weiter westlich von Pressnitz und Schmiedeberg gelangen wir ins Centrum

des Erzgebirges, wo es in seinen Kuppen über 1200 m hoch ansteigt. Dort

ist der =Keilberg= oder =Sonnenwirbel= 1243 m, über den der Pass von

Gottesgab in der Höhe von 900 m von Karlsbad, Joachimsthal nach Sachsen

führt.

Dieser Höhepunkt bildet gewissermassen den Hauptstock des ganzen

Gebirges, einen Gebirgsknoten, von welchem dasselbe in nordöstlicher

und südwestlicher Richtung verläuft, dessen höchste Punkte sich

zunächst um ihn gruppiren, so dass es hier fast das Ansehen eines

Hochgebirges erhält. Der nordöstliche Gebirgsflügel, welcher durch

diese aus dem Thale in schroff ansteigenden, auf einander gelagerten

und zu beträchtlicher Höhe sich erhebenden Gebirgsgruppe vom

südwestlichen getrennt wird, enthält auf dem 838 m hohen Rücken den

isolirten, kegelförmigen =Kupferhügel=, 68 m hoch. Von hier verläuft

der Gebirgsrücken gegen den Keilberg hin fast als Ebene über eine

Meile weit, wo dann der genannte Gebirgsstock als ein Haufwerk von

eng vereinigten, zu einer ausgedehnten, sanft zugerundeten Masse

verbundenen Scheiteln hervorragt. Nach einer seiner westlichen

Kuppen wird dieser Stock auch der Sonnenwirbel genannt; in seiner

Nachbarschaft erhebt sich jenseits der Landesgrenze der =Fichtelberg=

1213 m zu nicht viel geringerer Höhe empor. Östlich vom Keilberg

ist der =Hauensteinberg= 1080 m und südlich der =Schwarzfelsberg=

1114 m. Westlich verläuft der Hauptrücken des Gebirges in demselben

Charakter wie östlich von diesem Hauptstocke, nämlich als eine breite

Gebirgsfläche mit sanfter Abdachung gegen Norden, auf welcher einzelne

Kuppen und ausgebreitete Höhen hervorragen und die Gebirgsfläche

wellenförmig gestalten. Allmählig aber nimmt die Höhe des Hauptrückens

in seinem Verlaufe nach Südwesten ab und erreicht bei Gottesgab 1016 m,

bei Platten 885 m, bei Hirschenstand 860 m Meereshöhe, weiterhin wird

es noch niedriger und sein Zusammenhang tritt weniger deutlich hervor;

er gestaltet sich in ein aus mehreren kleineren Gruppen von Gipfeln

zusammengesetztes Gebirge um, welches an seinem westlichen Ende im

Egerlande mit den Ausläufern des Fichtelgebirges verschmilzt. In

diesem Theile des Gebirges nennen wir als hervorragende Punkte: den

=Spitzberg= bei Gottesgab 1118 m, den =Plattenberg= bei Platten 1039 m,

=den Muckenbühl= 944 m, =den Aschberg= 925 m, den in Sachsen liegenden

=Auersberg= bei Wildenthal 1021 m, =den »hohen Stein«= bei Schönbach

767 m und =den Kapellenberg= bei Voitersreuth 764 m hoch.

Das Gebirge südlich von der Eger.

Führer durch das böhmische Erzgebirge, das Mittelgebirge und die angrenzenden Gebiete · 第 1 / 27 段