Hopliten:
makedonische Pezetairoi 6 Taxeis 9000 Mann
(in jeder etwa 3 Lochen zu 500 M.)
hellenische Bundesgenossen 6 Lochen 4000
hellenische Söldner 6 Lochen 6000
----
19000
Peltasten:
makedonische Hypaspisten (Hetairoi) (5) Taxeis 3000
hellenische Bundesgenossen (5) Lochen 1000
hellenische Söldner (5) Lochen 1000
thrakische Akontisten (4) Taxeis 4000
----
9000
Leichtbewaffnete:
makedonische Bogenschützen 500
kretische Bogenschützen 500
Agrianer Akontisten 1000
----
2000
-----------
30000 Mann
--------------
35200 Mann
Außer den in obigem Verzeichnis angeführten Truppenteilen war in der Armee
noch ein kleines Korps +hoi basilikoi paides+ oder +basilikoi
sômatophylakes+, die jungen Edelleute, unter Führung des Seleukos; sie
bilden eine Abteilung in dem Korps der Hypaspisten.
Mit dem gleichen Namen +sômatophylakes+ werden die Sieben genannt, welche
gleichsam die Generaladjutanten des Königs sind und gelegentlich zur
Führung von Phalangen, von kombinierten Truppen usw. verwendet werden.
Aus #Arr.# III, 19, 5 ergibt sich, daß die thessalischen Ritter als
Bundesgenossen dienen, sie stehen unter einem makedonischen Hipparchen
(zuerst Kalas, des Harpalos Sohn), wie die Reiterkontingente der
hellenischen Staaten (unter Philippos, des Menelaos Sohn).
Daß die Kontingente der Bündner an Fußvolk unter einem makedonischen
Strategen stehen (zuerst Antigonos), ebenso die hellenischen Söldner zu Fuß
(unter Menandros), während Bündner wie Söldner in den Schlachten nicht als
besondere Korps von Hopliten und Peltasten erscheinen, läßt auf die Art,
wie die Phalanx formiert wird, schließen: nämlich so, daß soundso viele
Lochen (Bundesgenossen wie Söldner) Schwerbewaffnete je einer der sechs
makedonischen Taxeis zugeordnet und von deren Strategen kommandiert werden;
wahrscheinlich ist ebenso mit den Peltasten der Kontingente und der Söldner
verfahren worden.
Anmerkung 5 zu Seite 153:
_Das Schlachtfeld am Granikos_ ist durch eine Skizze, die H. Kiepert 1842
an Ort und Stelle aufgenommen hat, sichergestellt. Er fand dicht unterhalb
der Stelle, wo der Weg vom Hellespont nach Brussa den Bigha-Tschai
(Granikos) überschreitet, dessen altes Bett an der Abendseite einer
Bodenschwellung, die sich gegen sechs Kilometer nordostwärts hinzieht und
mit einem Steilrand von 10-13 Meter gegen den alten Flußlauf, der zu einem
Sumpfsee (Edje-Gö) geworden ist, abfällt.
Die _Zeit der Schlacht_ ist nicht genau zu bestimmen; Plutarch nennt
(#Cam.# 19) den Thargelion als den Monat der Schlacht; er erzählt (#Alex.#
16), dem Könige sei geraten worden, die Schlacht zu verschieben, da es
gegen den makedonischen Brauch sei, im Monat Daisios zu schlagen (+exagein
tên stratian+), worauf Alexander befohlen habe, den Monat als den zweiten
Artemisios zu bezeichnen. Daß der Artemisios der makedonische Schlachtmonat
gewesen sei, ist sonst nicht überliefert; und die Gleichsetzung des
attischen Thargelion mit dem makedonischen Daisios kann nur sehr
bedingterweise für zutreffend gelten.
Anmerkung 6 zu Seite 191:
Die Alex. I{2}, 1 S. 235 geäußerte Vermutung, daß auch ein _Koinon der
ionischen Städte_ begründet worden, ist bereits durch zwei Inschriften
bestätigt. In der einen, der sehr umfangreichen Urkunde, in der der König
Antigonos (also zwischen 306-301) den Synoikismos von Lebedos und Theos
anordnet, wird u. a. die Art, wie von ihnen gemeinsam die Feier der
Panionien beschickt werden soll, bestimmt (#Le Bas-Waddington# II Nr. 86).
Die andere (Arch. Zeit. 1872 S. 188) ist aus Smyrna, und ihr Anfang lautet:
+edoxen Iônôn tô koinô tôn triskaideka poleôn, epeidê Hippostratos
Hippodamou Milêsios philos ôn tou basileôs Lysimachou kai stratêgos epi tôn
poleôn tôn Iadôn katastatheis+ usw. Damit erhält die Angabe Strabos XIV S.
644, daß auf dem Isthmos zwischen Erythrai und Teos dem Alexander ein Hain
geweiht sei +kai agôn apo tou koinou Iônôn Alexandreia katangelletai
synteloumenos entautha+ ihre volle Bedeutung.
Anmerkung 7 zu Seite 207:
_Das Schlachtfeld von Issos_ ist in neuerer Zeit von Favre und Mandrot
besucht und genauer als früher gezeichnet worden. Die Zeit der Schlacht ist
nach Arrian II, 11, 10 der Maimakterion des Archonten Nikostratos, also
etwa November 333.
Anmerkung 8 zu Seite 242:
Über Alexanders Verhalten gegen _Jerusalem und Samaria_ ist es bei dem
gänzlichen Schweigen glaubwürdiger Schriftsteller unmöglich, Sicheres zu
finden. Was im Text angegeben ist, findet sich im #Josephus Ant.# XI, 8,
2-7. Die talmudische Überlieferung (#Derenbourg, Essai sur l'histoire et la
géographie de la Palestine, Paris# 1867, S. 71) nennt als den Hohenpriester
dieses Vorganges den berühmten _Simeon_, den Gerechten, den Enkel des
Jaddua; während die samaritanische Tradition denselben Vorgang von dem
samaritanischen Hohenpriester Hiskiah erzählt. Nach Josephus ist Sanballat
ein Kuthaier wie die Bevölkerung von Samaria, und er hat seine Tochter an
Manasse, den Bruder des Jaddua, vermählt, der, eben dieser Ehe wegen von
den Juden ausgetrieben, ihn veranlaßt, einen Tempel auf dem Berge Garizim
zu errichten und ihn zum Hohenpriester desselben zu bestellen; Sanballat
hat sich nach dem Siege von Issos den Makedonen zugewandt, ist, bevor
Alexander nach Gaza gezogen, gestorben. Nach der talmudischen Tradition
haben die Kuthaier von Samaria bei Alexander um die Erlaubnis gebeten, den
Tempel in Jerusalem zu zerstören, worauf die Juden in jenem feierlichen
Zuge vor ihm erschienen sind und die Erlaubnis erwirkt haben, ihrerseits
den Tempel in Garizim zu zerstören. In der Tat ist dieser Tempel erst viel
später, zur Zeit des Johannes Hyrkanos, zerstört worden. Nach Hekataios
(#Joseph. contra Apionem# II, 4) hat Alexander +tên Samareitin chôran+
tributfrei den Juden überlassen; vielleicht sind nur die drei Toparchien
gemeint, von denen 1. Makk. 11, 28 u. 34 die Rede; aber danach mit Graetz
(Geschichte der Israeliten 1876, S. 224) in dem Fragment des Hekataios zu
emendieren, scheint zu gewagt. -- Aus Arrian II, 13, 7 ergibt sich, daß,
nachdem Parmenion Damaskos genommen, Menon des Kerdimmas Sohn zum Satrapen
von Koilesyrien bestellt worden ist; sichtlich derselbe, der nach III, 6, 8
abgesetzt wird, weil er nicht die nötige Fürsorge für die Verpflegung des
Heeres beim Marsch von Ägypten nach dem Euphrat gehabt hat. Nach Curtius
(IV, 5, 9) hat Parmenion bei seinem Abmarsch aus Damaskos nach Dyros dem
Andromachos den Befehl in Syrien übergeben; nach IV, 8, 9 erfährt Alexander
bei seinem Abmarsch aus Ägypten, daß die Samaritaner Andromachos umgebracht
haben; er straft sie und bestellt Menon zu dessen Nachfolger; eine Angabe,
die dem Arrian gegenüber nicht bestehen kann. Nach Eusebius #Chr. II, 114
ed.# Schöne (zum Jahr 1680 #a. A.# d. i. Ol. 111, 1, bei Hier. zum Jahr
1685 #a. A.# d. i. Ol. 112, 1) hat Alexander bei diesem Anlaß die Makedonen
in Samaria angesiedelt (+tên Samareian polin helôn Makedonas en autê
katôkise+), nach S. 118 ist es geschehen, als Perdikkas Reichsverweser war:
#Samaritanorum urbem a Perdicca constructam#, oder nach Petermann #incolis
frequentatam#. Kurz die sämtlichen, auf Jerusalem und Samaria bezüglichen
Angaben sind so widersprechend, daß man darauf verzichten muß, den
pragmatischen Zusammenhang der Vorgänge daraus zu rekonstruieren.
Anmerkung 9 zu Seite 275:
Das Terrain des _Schlachtfeldes von Gaugamela_ hat zuerst die von Felix
Jones 1852 edierte #Map of the country of Niniveh#, dann 1876 Cernik in
Petermanns Ergänzungsheft II, 75 gegeben, letzterer in den Wasserläufen in
der Nähe von Kermelis von Jones mehrfach abweichend. Die Darstellung der
Schlacht folgt der neueren Aufnahme. -- Der gewöhnliche Weg der Karawanen
geht von Erbil in ziemlich gerader Richtung westwärts über einen nicht
hohen, aber an Defileen reichen Bergrücken Dehir Dagh zu dem breiten und
wasserreichen Zâb (Zarb el Kebir), den man bei Eski Kelek überschreitet;
dann wieder über einen steinigen Rücken Arka Dagh zu dem steinigen Bett des
Ghasîr. Jenseits dieses Flusses, über den man bei Zara-Chatun geht,
erreicht man nach kurzem Ansteigen eine breite, unabsehbare Ebene (#Rich.,
Narrat.# II, 23), die #equitabilis et vasta planities# bei #Curt.# IV, 9,
10. Zehn Kilometer von Zara-Chatun kommt man nach Kermelis (nach Petermann
II, 323 »Kermelés, ein christliches Dorf«), an dem vorüber ein Bach, der
vom Meklub-Dagh kommt, zum Tigris läuft. Dreizehn Kilometer weiter erreicht
man das Dorf Abu Zuaga, das in einer flachen Senkung liegt, durch welche
ein Bach südwarts fließt, um sich mit dem von Kermelis zu vereinigen.
Halbwegs zwischen beiden Dörfern liegt ein wenig nordwärts zur Seite
Börtela (nach Petermann Bértilli, gewöhnlich Bártoli genannt) auf einer von
den Bergen im Norden (Meklub-Dagh) vorspringenden Terrainschwellung.
Petermanns Weg war von Ghasîr aus etwas nördlicher, zwischen Kermelês links
und Derdschille (Terdjila) rechts über Dschakülle (Schaakuli) bei Bertilli
(Börtela), das links blieb und bei Châsne tepe (Hazna) vorüber nach
Mosul. -- Von Erbil führt ein anderer, bequemerer aber etwas weiterer Weg
an dem Wasser von Erbil am Südabhang des Dehir Dagh zur Mündung des Ghasîr
in den Zâb (Lykos) bei Wardak und dann zum Plateau bei Kermelis hinauf, das
20-30 Meter höher ist als der Zâb bei Wardak. -- Das sind die Hauptpunkte
des Schlachtfeldes. Da nach #Arr.# III, 8, 7 und VI, 11, 5 Dareios bei
Gaugamela am Bumodos lagerte, der nach der höchsten Angabe 600, nach der
geringsten Angabe 500 Stadien von Arbela entfernt ist (#Arr.# III, 15, 5),
so kann nicht der Ghasîr der Bumodos sein, da der Weg von Erbil über
Eski-Kelek nach Zara-Chatun nach Niebuhr und Kinneir (#Persia#, S. 152) nur
6 Meilen, also 240 Stadien beträgt. Nimmt man Kermelis für Gaugamela und
den Bach dort für den Bumodos, so bekommt man, wenn Dareios über Wardak
nach Kermelis marschiert ist, reichlich 9 Meilen, mit 1/6 für Umwege
gerechnet 420-440 Stadien. Wenn Curtius (IV, 9, 8) die Perser vom Lykos zum
Bumodos 80 Stadien marschieren läßt, so paßt dies auf keine Stelle zwischen
Zâb und Ghasîr, wohl aber auf die Entfernung von Wardak bis zum Wasser von
Kermelis. Dareios kann sich unmöglich an dem eingesenkten und steinigen
Flußtal des Ghasîr aufgestellt haben, und Gaugamela lag nach #Arr.# III, 8,
7 +en chôrô homalô pantê+.
Anmerkung 10 zu Seite 283:
Die Angaben über die _Ergänzung des Heeres_ an dieser Stelle wie während
der ganzen Kriegszeit sind nicht derart, daß man Sicheres daraus
kombinieren könnte. In betreff der in Susa eintreffenden begnügt sich
Arrian (III, 16, 10) mit dem summarischen Ausdruck: +Amyntas ho Andromachou
syn dynamei aphiketo+. Nach #Diod.# XVII, 65 und #Curt.# V, 1, 40 waren es
6000 Mann Fußvolk und 500 Reiter Makedonen, 600 thrakische Reiter, 3500
Mann thrakisches Fußvolk (+Tralleeis+ bei Diod.), aus dem Peloponnes 4000
Söldner zu Fuß und fast 1000 (bei Curt. 380) Reiter, außerdem 50 junge
makedonische Edelleute +pros tên sômatophylakian+. -- Aus Arrians Ausdruck
(III, 16, 11) +tous pezous de prosethêke tais taxesi ... kata ethnê
hekastous syntaxas+ darf man schließen, daß nicht neue, schon formierte
Truppenkörper (+taxeis+ usw.) aus der Heimat nachrückten, sondern
Ersatzmannschaften, die bei denjenigen mobilen Truppen, aus deren Kantons
sie ausgehoben waren, eingestellt wurden, daß also in der Heimat die
+taxeis+ der und der Kantone zurückgeblieben waren, die dort ebenso +kata
ethnê+ ergänzt wurden wie die mobilen sechs Taxeis (der Elymiotis, der
Tymphaia usw.), acht Ilen (von Amphipolis, Bottiaia usw.). Ob später (für
den indischen Feldzug) von den in der Heimat zurückgebliebenen Taxeis
einige mobil gemacht und nachmarschiert sind, ist nicht mehr zu erkennen.
Anmerkung 11 zu Seite 315:
Die Inschrift von 330, auf welche der Text sich bezieht, steht jetzt #C. I.
A. II, 175b#; die Überschrift lautet: +Rhêboulas, Seuthou hyios, Kotuos
adelphos angel+... was vielleicht +Angelê[lthen+ sein soll, wenigstens
scheint die Ergänzung +angelos+ nicht einmal zu dem Relief, das darüber
steht, zu passen. Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber eine
naheliegende, daß dieser _Rhebulas_ dem thrakischen Fürstenhause angehört,
und daß der hier als sein Vater genannte Seuthes derselbe ist, von dem
Curtius (X, 1, 43) angibt: #Seuthes Odrysas populares suos ad defectionem
compulerat.# Der Name Seuthes wiederholt sich in dem odrysischen
Fürstenhause. Kotys, der von 380-357 das Fürstentum hatte, war Sohn des
Königs Seuthes, der aus Alkibiades' letzten Jahren bekannt ist. Nach Kotys'
Tode teilten seine drei Söhne das Reich. Kersobleptes erhielt wohl das
eigentliche Reich am Hebros, und Kardia stand um 353 unter seinem Einfluß;
dort stieß an sein Gebiet das seines Bruders Amadokos, das westwärts bis
Maroneia reichte (#Dem. Arist.# 183). Dem dritten Bruder Barisades war, so
scheint es, das Gebiet von Maroneia ostwärts über den goldreichen Pangaion
bis an die alte makedonische Grenze zugefallen; er war bald (schon 357)
gestorben und Kersobleptes bekriegte seine Söhne und Amadokos. Es ist
wahrscheinlich, daß die erwähnten »Ketriporis und seine Brüder« eben diese
Söhne des Barisades sind (Dittenberger, Hermes XIV, S. 299). Der König
Seuthes, der sich 322 gegen Lysimachos erhob (#Diod.# XVIII, 14), ist wohl
unzweifelhaft derselbe, den die Inschrift von 330 nennt; und wenn der eine
seiner Söhne den Namen Kotys führte, so liegt die Vermutung nahe, daß es
eben die alte odrysische Königsfamilie war, der sie angehörten, daß also
Kersobleptes seines Großvaters Namen dem Sohn, seines Vaters Namen dem
Enkel gab; nicht minder nahe die Vermutung, daß Sitalkes, der in Alexanders
Heer die 5000 thrakischen Akontisten führte, aus demselben Hause und
vielleicht Kersobleptes' ältester Sohn war.