Die Umgegend von Malmedy.
Außer der Stadt Malmedy gehören zur preußischen Wallonie die
Bürgermeistereien Bévercé, Bellevaux, Weismes und von der
Bürgermeisterei Bütgenbach die Gemeinden Faymonville und Sourbrodt. Der
übrige Teil des Kreises ist deutsch, und dort verstehen die Bewohner
meistens weder wallonisch noch französisch. Betrachten wir die Karte
des Kreises, so finden wir in der Umgegend von Malmedy folgende
Ortschaften mit französischen Namen (außer den eben erwähnten): ~Pont~
(Brücken), ~Ligneuville~ (Engelsdorf), ~Xhoffraix~, ~Robertville~,
~Arimont~, ~Géromont~, ~Falize~, ~Baumont~, ~Chôdes~, ~Mont~,
~Longfaye~, ~Bruyère~, ~Eremitage~, ~Ondenval~, ~Ovifat~, ~Hedomont~,
~Burnenville~, ~Bernister~, ~Meiz~, ~Boussire~, ~G’doumont~ u. a. Diese
Dörfer und Weiler der Wallonie zählen 5975 Seelen, von denen etwa 200
nicht geborene Wallonen sein mögen. Es wird also im ganzen Kreise etwa
8800 Wallonen geben (nach anderer Angabe bis 10000).[19]
In landschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht gehört das Gebiet von
Malmedy und Umgebung zur Eifel. Die Belgier und Franzosen zählen es
allerdings zu den Ardennen. Das Gebiet der Eifel läßt sich überhaupt
nicht genau abgrenzen. So wollen z. B. die Eupener keine Eifler sein,
obwohl sie Sachkundige, wie Dronke, der Vorsitzende des Eifelvereins,
zu denselben rechnen. Das ist die alte Geschichte, über welche sich
schon Karl Simrock lustig gemacht hat: niemand wolle in der Eifel
wohnen, die erst drei Stunden weiter hinten anfange.
Der Teil der Eifel, welcher das Hohe Venn heißt und in den Kreisen
Malmedy und Montjoie liegt, besteht aus weit ausgedehnten Hochmooren
mit spärlichem Pflanzenwuchs. Häufige Stürme und furchtbares
Schneewehen, sowie die zahlreichen, nur von dünner Moosdecke
überzogenen Löcher können dem verirrten Wanderer und dem wenigen
weidenden Vieh verhängnisvoll werden. Hier ist das Klima auf den öden,
steinichten Höhen so unwirtlich, daß es an die rauhen Landschaften
in den Gesängen Ossians erinnert. In Montjoie und Malmedy ist der
Reinertrag für den Hektar 3,90-5,10 Mk., während er z. B. im Kreise
Jülich 59,40 Mk. beträgt. Der Großgrundbesitz im Kreise Malmedy ist
ohne Bedeutung. Die Ackerflächen nehmen nur 26,6 Prozent, die Weiden
37,5 Prozent und die Wiesen 8 Prozent der Gesamtfläche ein.
Ich will im Nachfolgenden einige Spaziergänge und Ausflüge in der
Umgegend von Malmedy beschreiben, obschon das vorliegende Werkchen kein
eigentlicher Führer sein soll. Mit Hülfe einer Karte wird man sich sehr
leicht zurechtfinden.
~A.~ Das Thal mit der Inselquelle.
Westlich von der Stadt entfaltet sich ein weites reizendes Wiesenthal,
welches rechts von steilen, mit Eichenlaub bekleideten Anhöhen, links
mit flach abgedachten, teils mit Nadelholz, teils mit Ackerland
bedeckten Bergen umgeben ist. Eine schöne Chaussee durchschneidet
dies nach der Warche benannte Thal in grader Richtung, von welcher
unmittelbar vor der Stadt ein nach der Inselquelle führender Weg rechts
abgeht. Der ~Pouhon des Iles~, auf deutsch die Inselquelle, ist
die wichtigste der Malmedyer Quellen. Man findet sie 5 Minuten westlich
von der Stadt. Vor mehr als 60 Jahren ist sie mit einer Steinfassung
umgeben worden, wodurch sie aber nur teilweise vor dem Eindringen des
wilden Wassers und vor Verunreinigung geschützt war. Erst im Jahre
1870, nachdem die Untersuchung des Wassers ihre Ebenbürtigkeit mit den
Quellen von Spa festgestellt hatte, erhielt die Quelle eine würdige
Fassung. Auf den Rat des Aachener Bade-Inspektors ~Dr.~ B. M.
Lersch wurde ein 15 Meter tiefes Bohrloch angelegt, und aus dieser
Tiefe erhebt sich jetzt das Wasser stoßweise in zwei eisernen Röhren.
Ueber der Quelle ist ein neues, einfaches Brunnenhaus errichtet.
Ganz in der Nähe fließt auch ein reines Wässerchen, die Quirinusquelle,
die früher für alaunhaltig und heilsam galt. Hinter dem Brunnenhause
gelangt man in den Wald, der die Anhöhe bedeckt. Verfolgt man den
steilaufwärts sich erhebenden Fußpfad, so gelangt man nach wenigen
Minuten in einen schattigen, mitten auf dem Bergrücken verlaufenden
Waldweg, von dem aus man eine herrliche Aussicht über das ganze Thal
genießt. In einer halben Stunde erreicht man wieder die Chaussee,
auf welcher man zur Stadt zurückkehrt. Es ist dies die Straße, welche
von Stavelot nach Malmedy führt, an welcher sich auch das Zollamt
befindet. Sie wird viel von belgischen Touristen, besonders Radlern und
Radlerinnen, benutzt.
Eine andere sehr beliebte Promenade in diesem Thale führt nach dem
Felsen, der sich hinter dem Dorfe ~Falize~ erhebt, von dessen
Gipfel aus man den Lauf der Warche durch das Thal weithin verfolgen
kann. Das Besteigen des Grauwackekolosses ist allerdings nicht ganz
mühelos.
~B.~ Das Thal von ~Mon-bijou~ mit der Géromontquelle.
Die Chaussee, welche sich südöstlich von Malmedy zum Dorfe Géromont,
von da über Weismes und dann nach Aachen hinzieht, führt zunächst
durch das Thal ~Mon-bijou~. Dieses verdankt seinen Namen einem
Privat-Parke, dessen Eingang man in etwa 10 Minuten von Malmedy aus
erreicht. Das einige hundert Schritt weiter gelegene Wirtshaus „Zur
schönen Aussicht“ wird von den Einwohnern des Städtchens zum Ruhepunkt
oder auch wegen der daselbst stattfindenden Tanzbelustigungen besucht.
Der Name des Hauses ist deshalb gewählt, weil man eine herrliche
Aussicht von da aus über Feld und Wiese, über den Park und die
Landhäuser des Thales genießt. Nahe beim Wirtshaus befindet sich links
vom Wege in einer Wiese am Abhange des Felsens, etwa 390 Meter über dem
Meere, die Quelle Géromont. Im vorigen Jahrhundert entfloß sie unter
einer offenen Steinnische als eine schwache Quelle dem Felsboden. Erst
wenige Jahre vor der Untersuchung, welcher Monheim sie gegen das Jahr
1823 unterzog, wurde sie gehörig gefaßt, verlor aber bald wieder durch
das Eindringen von Süßwasser viel von ihrer Stärke, und es erforderte
gegen das Jahr 1827 lange und kostspielige Arbeiten, um sie wieder in
Stand zu setzen. Ein damals errichtetes Brunnenhaus mit der sinnigen
Aufschrift: „~In otio sine cura bibe et spem fove salutis~“
(Sorglos trink in Muße und habe Hoffnung auf Rettung) hat seinen
Zweck nur kurze Zeit hindurch erfüllt und ist schon vor vielen Jahren
abgebrochen worden. Ein steinerner Behälter, welcher die Quelle umgiebt
und überdeckt, ist leider noch der einzige Schutz, der ihr und den sie
Aufsuchenden gewährt ist. Vielleicht wird auch hier ein praktisches
Brunnenhaus errichtet werden.
Ehe man zu dem erwähnten Wirtshaus gelangt, kann man die Straße
den Berg hinauf verfolgen, wo ein Spaziergang durch den Wald sehr
erquickend ist.
[Illustration]
~C.~ Das Thal von Bévercé mit den Felsenquellen.
Die Landstraße, welche in nördlicher Richtung von Malmedy nach Eupen
führt, durchzieht das hübsche, von der Warche durchflossene, mit
Landhäusern und Mühlen besetzte Thal. In einer halben Stunde erreicht
man von der Stadt aus unter vielfacher Abwechslung der Landschaft
das Dorf Bévercé, welches dem Thal seinen Namen gegeben hat. Monheim
spendete den Naturschönheiten desselben das größte Lob. „Dieses Thal,“
sagt er, „das in bezaubernder Schönheit bald mehr, bald weniger
sich verengt, macht durch seine höchst romantische Lage und die so
einladenden Querthäler auf den Zuschauer einen Eindruck, der sich nur
fühlen, nicht beschreiben läßt; auch stimmen alle Fremden, denen der
Genuß dieses so herrlichen Anblicks zu teil ward, darin überein, daß
die einfachen Naturschönheiten des Bévercéer Thales allein schon Spa
mit allen seinen künstlichen Anlagen aufwiegen.“
In der Nähe des Thales entspringt die Felsenquelle. Die Schilderung,
welche uns Monheim von der Lage der Quelle gibt, stimmt heute jedoch
insofern nicht mehr, als seitens des „Verschönerungsvereins“ der Zugang
zur Quelle dadurch bedeutend erleichtert worden ist, daß jetzt ein
bequemer Weg bis dahin führt.
„Eines Waldes Dickicht“, schrieb 1829 ~Dr.~ Monheim weiter,
„Gesträuch und Felsen, unwegsame, unsichere Pfade nehmen den
von Staunen ergriffenen Wanderer auf, und jeder Schritt über
Steine und Baumwurzeln muß nun schon sorgsam erwogen werden. Hart
daneben inzwischen tobt von Felsen zu Felsen herabstürzend der
hoch vom Gebirge fallende Bach. Endlich gelangt man, nicht ohne
Schwierigkeiten, zu den Ufern eines rauschenden Waldbaches, der
durch verschiedene Krümmungen zu einer einsamen, mit Strauchwerk
bewachsenen, tiefen Felsenschlucht führt. Hier nun, durch das sich
immer mehr verengende Thal behutsam fürderschreitend, wird plötzlich
der Blick durch eine seltsam gruppierte Felsenmasse gefesselt, von
welcher der Waldbach viele Fuß hoch mit Brausen herabstürzt und aus
deren flacherem Abhange dicht nebeneinander drei Mineralquellen
entspringen, denen man der Vertiefungen wegen, die sie sich im Felsen
ausgewühlt haben und weil eine derselben die Form eines kleinen
Bottichs (~cuve~) hat, den Namen „~Pouhons des cuves~“
beigelegt hat. Hier nun entkeimen den schöpferischen Felsenritzen
Milliarden von Gasbläschen unter stillem Geräusche, während nebenan,
aus gemeinschaftlichem Felsen, auch gewöhnliches Wasser mit tobendem
Ungestüm sich hervordrängt. Diese höchst imposante Szenerie in des
Waldes dunkelstem Grunde, beim Anblick von drohenden Felsen und
Trümmern der Vorzeit, ergreift mächtig den stillen Forscher der
Natur um so mehr, wenn plötzlich von heftigem Gewitterregen hier
überfallen und dadurch vom Rückwege abgeschnitten, er bis nach Ablauf
der Gewässer in der nahe gelegenen Felsenhöhle sein Heil suchen muß,
und er von hier aus das furchtbar schöne Schauspiel genießt, wie
plötzlich aus dem Flußbette das Wasser in reißenden Strömen sich
erhebt, dann unter schrecklichem Brausen unaufhaltsam aufwärts steigt
und nun alle Mineralquellen mit einem Male gänzlich überzieht und
gleichsam vergräbt.“
Bevor die Warche das Thal von Bévercé erreicht, durchläuft sie eine
enge und tiefe Gebirgsschlucht, in welcher sich ⁷⁄₄ Stunden von der
Stadt entfernt die interessante +Ruine Reinhardstein+ befindet.
Um sie zu erreichen, schlägt man den Weg ein, welcher östlich von der
Stadt nach Chôdes und weiter über einem ausgedehnten Plateau nach
Ovifat führt. Die höchst pittoreske Lage der Ruine lohnt den Wanderer
für seine Mühen. Man kann auch von Weismes aus über Bruyères nach
Robertville gehen und von dort die Ruinen zu erreichen suchen. Ueber
die Geschichte der Burg teilt Hermann Rehm Folgendes mit:
Graf Reichard von Weismes, Erbmeier dieser Grafschaft, hatte einen
Sohn Reinhard, welcher die Burg zu Weismes, deren Spuren heute
noch nicht ganz entschwunden sind, verließ und sich im Warchethal
in einer tiefen Schlucht eine eigene Feste erbaute, welche er
Reinhardstein nannte. Er starb im Jahre 1354, und Graf Winquin
oder Winguin, sein Sohn, wurde 1358 von dem Abte zu Stavelot mit
Reinhardstein belehnt. Auch Winguins Bruder Johann war um das Jahr
1388 Lehnsträger der Burg. Nach des letzterem Tode kam diese als Erbe
auf seine Tochter Maria, welche später Johann von Zevel oder Zievel
heiratete. Diesem übertrug im Jahre 1430 der damalige prunkliebende
Abt von Stavelot-Malmedy, Johannes von Goeussain, die Herrschaft
Reinhardstein zum Lehen. Durch Erbfolge ging die Burg in den Besitz
der Familie von Metternich über, die sie jedoch in den Wirren der
französischen Revolution einbüßte. Es trat nun ein häufiger Wechsel
im Besitze der Burg ein, welcher zur Folge hatte, daß dieselbe zum
größten Teil abgebrochen wurde. Heute sind die Herren ~Dr.~
Nouprez und Fabrikant Lefèvre in Malmedy Eigentümer der Ruine.
~D.~ Weitere Ausflüge.
Tüchtige Fußwanderer, die das Hohe Venn kennen lernen wollen, mögen,
wenn sie von Norden (Aachen) kommen, von Eupen nach Malmedy zu Fuß
gehen. Man folgt dem Hillbach hinauf bis zur ~Baraque St. Michel~
(auf belgischem Gebiete) über den Gipfel des ~Bodranche~, den
höchsten Punkt des Gebirges (694 Meter über dem Meere), das sehr
eigenartige Schönheiten aufweist. Beide Berge sind mit Aussichtstürmen
versehen und werden in der schönen Jahreszeit häufig besucht. Zu
den Füßen rund um den Turm herum breitet sich eine weite, nur mit
Haidekraut bewachsene Hochebene aus. Hie und da gewahrt das Auge
einen Wachholderstrauch, einen verkrüppelten Baum oder eine durch
Nebel und Frost im Wachstum verkommene Waldanlage. Auch Tiere stören
diese Einsamkeit nicht. In der ungünstigen Jahreszeit trifft man nur
selten einen Wanderer auf diesen unwirtlichen Höhen. Von dort folgt
man der Straße durch Xhoffraix und Bévercé nach Malmedy. Es sind zwar
nur meistens einförmige Landschaftsbilder, die man auf dem Hohen Venn
sieht, aber die mit Haide bedeckten langgestreckten Höhenzüge entbehren
in der schönen Jahreszeit doch nicht eines anziehenden Reizes. Bei der
Höhe von Bodranche erhebt sich eine Kapelle, die ein Menschenfreund
1827 errichten ließ mit der Anordnung, daß Abends eine Glocke geläutet
würde, damit die einsamen Wanderer vor dem Verirren bewahrt blieben.
Solche Glockenhäuschen sollen schon vor Jahrhunderten in dem Hohen Venn
bestanden haben, das damals viel unwirtlicher war, als heutzutage. Das
erwähnte Schutzhaus war vor einem halben Jahrhundert noch gleichsam
das St. Bernhard-Hospiz dieser Einöden. Damals, als die heutige
Staatsstraße noch nicht bestand, wurde bei abendlichen Nebeln und
Schneewehen auch ein Laternenlicht an dem Kapellenturm ausgesteckt. Die
vielen alten Kreuze am Wege oder seitwärts erinnern an die Gefahren,
denen der bei Nachtzeit verirrte Wanderer oft genug unterlag, wenn er,
die trügerische Schneedecke betretend, in einen der tiefen Wassertümpel
geriet. In jener Gegend ist der Baumwuchs zurückgetreten, um der
niedrigen, gleichwohl interessanten Torfflora Platz zu machen.
Wenigstens dem Namen nach erinnert +Montjoie+ noch an die
wallonische Gegend. Es ist eine an der Roer (Rur), einem Nebenflüßchen
der Maas, reizend gelegene Kreisstadt (2000 Einwohner), deren
Textilindustrie sich wieder aufzuschwingen beginnt.[20] Die Entstehung
des Namens Montjoie scheint noch nicht endgiltig aufgeklärt zu
sein[21]; jedenfalls haben manche Geographen sich durch diese
Form verleiten lassen, die Gegend von Montjoie dem wallonischen
Gebiete zuzurechnen. Stadt und Umgegend sind aber deutsch. In der
niederfränkischen Volksmundart lautet der Name Monschau und die
Bewohner heißen Monschäuer.
Vor einigen Jahren ging in den französischen und belgischen Zeitungen
viel die Rede von dem „+großen Lager von Malmedy+“, das
absichtlich dicht an der Grenze errichtet werde. Es stellte sich aber
bald heraus, daß lediglich ein großer Truppenübungsplatz bei Elsenborn
im Kreise Malmedy hergestellt wurde und daß der Platz deshalb gewählt
war, weil dort das Land verhältnismäßig billig ist, während es in
fruchtbareren Gegenden aus finanziellen Gründen nicht möglich wäre,
einen etwa 5 Kilometer langen Schießplatz anzulegen. Die Errichtung
dieses Lagers war natürlich Wasser auf die Mühle derjenigen, welche
behaupten, bei einem nächsten deutsch-französischen Kriege würden
deutsche Heere durch Belgien nach Frankreich dringen. Auffällig ist
es übrigens, daß man in Malmedy selbst meistens gar kein Militär
sieht, während man im Reichslande in jedem kleinen Neste eine Garnison
antrifft.
Der Truppenübungsplatz befindet sich bei dem etwa in der Mitte
zwischen Montjoie und Malmedy gelegenen Dörfchen Elsenborn. Er
liegt also nahe an der belgischen, luxemburgischen und auch der
französischen Grenze. Dieser letztere Umstand ist es, der bei einem
Teile der Franzosen die Besorgnis wachzurufen scheint, dies Lager
könnte zu einem künftigen Offensivstoße gegen Frankreich bestimmt
sein. Der Übungsplatz Elsenborn ist aber nicht mehr offensiver Art
gegen Frankreich oder Belgien, als die Übungsplätze Senne, Münster
oder wie sie weiter heißen. Es ist wohl selbstverständlich, daß die
Militärverwaltung solche Plätze, die tausende von Morgen Landes
erfordern, nicht in stark bewohnter Gegend anlegt, sondern dort, wo
möglichst gar keine Bewohner sich finden und das Terrain möglichst
niedrigen Preis hat. Jedes Armeekorps bedarf eines solchen Platzes,
und als für das VIII. Armeekorps eine entsprechende Fläche gesucht
wurde, bot sich in seinem Bezirke lediglich diese einzige, weil
sich nur dort das benötigte ebene Oedland finden ließ. Für die
Militärverwaltung wäre es viel bequemer gewesen, wenn sie z. B.
zwischen Köln und Düsseldorf den Platz hätte anlegen können, aber
dann hätten ganze Ortschaften ausgerottet, blühende Gefilde verödet
werden müssen, und abgesehen von einem solchen Vandalismus und der
Schädigung des Volkswohlstandes wären die Kosten unerschwinglich
gewesen. Lediglich der Notwendigkeit gehorchend, hat man sich zu der
Wahl des Terrains bei Elsenborn entschlossen.
Man erblickt dort einige einfache Häuser, Wohnungen für Offiziere
und Verwaltungsbeamte, Baracken für die Mannschaften, Stallbaracken
für die Pferde, die notdürftigsten Magazinräume, und daneben ein
paar Wirtschaften, die nur im Sommer einige Monate flotten Ausschank
haben, sonst still und verlassen dastehen, und auf dem Uebungsplatze
selbst hier und da Bauten, welche Windmühlen, Denkmäler, Burgen
⁊c. markieren und lediglich dazu dienen, daß die Offiziere und
Mannschaften sich bei den Übungen in bezug auf den Platz orientieren
können. Von Mai ab bis zum Beginn der Manöver herrscht auf dem Platze
regstes Leben, ein Regiment löst das andere ab, das eine bleibt
14 Tage, das andere vier Wochen, und die Mannschaft freut sich
zumeist, wenn die strapaziösen Lagertage, die indessen einer gewissen
soldatischen Romantik nicht entbehren, ihr Ende erreicht haben. Zu
Beginn des Herbstes hört das Leben im Übungsplatze auf, und wer
dann nach Elsenborn kommt, wird gut thun, sich auf dem kalten Hohen
Venn recht warme Kleidung mitzubringen und sich auch genügend mit
Proviant zu versehen, denn außer vereinzelten Waidmännern, die einem
treuherzig einen Schluck Jägerkorn anbieten, wird man kaum Jemand zu
sehen bekommen. Das ist die Wahrheit über das „Lager von Malmedy“.
In der Nähe des Dorfes +Sourbrodt+ (nicht weit von dem
Truppenübungsplatz Elsenborn) wurden 1889 Arbeiterbaracken und
Ziegeleien angelegt, um allmählich ein größeres Torfwerk herzustellen
und landwirtschaftliche Kultur damit zu verbinden. Gründer dieser
Unternehmungen ist der Oberst z. D. v. Giese in Aachen. Die bedeutenden
Torflager, die man 1889 angefangen hat auszubeuten, verschaffen
der Bevölkerung jener armen Gegend jedenfalls einigen Erwerb. Man
sieht dort auch Wiesen und Baumgruppen, aber an Fruchtbäume darf
man bei einer Höhe von durchschnittlich 600 Meter nicht denken. Die
Preißelbeeren werden aber in großer Menge dort gezogen. Dem Touristen
fallen die hohen Buchen-Schutzhecken auf, welche die Wohngebäude an
der Schlagwetterseite umzäumen; auch die Bauart der Häuser verrät den
echten Gebirgsstil.
Man kann von Malmedy aus noch andere entferntere Ausflüge machen, die
jedoch hier nur kurz angedeutet werden sollen. Nach +Spa+ kann man mit
der Bahn in 1½ Stunde gelangen. Der von den Kurgästen dieses berühmten
Ortes so viel besuchte, von einer lieblichen Landschaft umgebene
+Wasserfall von Coo+, welchen die Amel bildet, ist auf einem ebenso
bequemen als schönen Wege in 2½ Stunden zu erreichen. Der Wasserfall
wurde von einem der letzten Äbte von Stavelot künstlich angelegt, um
das Fischen im Fluß zu erleichtern.[22] Es wurde aber nur ein Teil der
Amel abgeleitet, der sich mehr als 20 Meter tief herniederstürzt auf
einen Felsen, sodaß der Schaum fast bis zur Brücke spritzt, auf welcher
die Touristen sich das Schauspiel ansehen. Der größte Teil der Amel
läuft mehr als eine Stunde weit um den Berg herum und vereinigt sich
mit dem andern Teile bei dem Dorfe Coo. Man findet dort eine Kapelle,
eine Mühle und einige Wirtschaften, die aber trotz ihrer großartigen
Aufschriften sehr dürftig sind, sodaß es sich den Touristen empfiehlt,
für des Leibes Notdurft zu sorgen, bevor sie dort hingehen.
In Malmedy wünscht man schon seit Langem eine Bahnverbindung mit dem
belgischen Grenzstädtchen +Stavelot+. Die preußische Regierung
ist dem Plane gewogen, aber auf belgischer Seite verhielt man sich
bisher ablehnend; erst seit Kurzem hat sich die Stimmung geändert,
so daß die Aussicht jetzt günstiger ist. Stavelot (deutsch Stablo)
liegt auf dem rechten Ufer der Amel an einem Berghang und ist mit
Malmedy durch das reizende Warchethal verbunden. Es hat ebenfalls
bedeutende Gerbereien. Da nur wenige hervortretendere Bauten aus
den letzten Jahrhunderten übrig geblieben sind, merkt man nicht,
daß es eine der ältesten europäischen Residenzen ist. Ein Thurmrest
und einige alte Schloßtrümmer sind die einzigen Spuren der alten
Geschichte dieses Städtchens. Kunstkenner versäumen nicht, sich in
der übrigens stillosen Pfarrkirche die aus der alten Abtei stammende
~Châsse de St. Remacle~ (Schrein des hl. Remaklus) mit Figuren
in getriebener Arbeit zeigen zu lassen. Heinrich Freimuth schreibt
u. a. über Stavelot: „Ehrfurcht vor den kleinen Hauptstädtchen, und
doppelt Ehrfurcht, wenn sie in Folge eines tragischen Schicksals ihr
altes Krönlein verloren haben! Spielten sich in den meisten dieser
ehemaligen Residenzchen auch keine größeren politischen Aktionen ab,
so suchte sich dafür um so häufiger die Romantik diese wenig bewegten,
räumlich oft auf ein Idyll nur zugeschnittenen Städtchen aus, um dort
ihre zum Teil originellen und oft eindrucksvollen Bilder zu weben,
und selbst das bischen Politik, das dort getrieben wurde, gewinnt
unter der phantastischen Laune dieser Romantik zuweilen Interesse und
Leben. Es liegt auf dem rechten Ufer der ~Amblève~, nicht gar weit
von Malmedy, auf belgischem Gebiet, eine solche kleine Ex-Residenz,
ein stets wohl aufgeputztes Städtchen in idyllisch-romantischer
Landschaft von saftigstem Grün, die durch Anmut ersetzt, was ihr an
Großartigkeit fehlt. Dieses Städtchen, gleichzeitig eine der ältesten
europäischen Residenzen, ist das uralte, mit seiner Geschichte bis
in die Mitte des 7. Jahrhunderts zurückreichende Stavelot. Niemand
würde in diesem vorwiegend modern romantischen Orte, in welchem
nur wenige hervortretende Bauten aus den letzten Jahrhunderten
übrig geblieben sind, den Schauplatz einer altersgrauen, ebenso
romantischen als dramatischen Geschichte vermuten. Ein über die
Dächer an der ~rue du Châtelet~ hinausragender Turmrest und
auf der andern Seite des Flüßchens einige alte Schloßtrümmer sind
die einzigen verbliebenen Spuren dieser alten Geschichte. In den
weitläufigen, imposanten Abteigebäuden, wo wir einen Reichtum an
geschichtlichen Erinnerungen schöpfen, die über den Rahmen einer bloßen
Reiseplauderei weit hinausgehen würden, weckt das dort in einem
Flügel untergebrachte „Hospiz Ferdinand Nicolai“ das Andenken an ein
originelles Menschenkind. Dieser Nicolai, Comthur u. s. w. war ein
großer Philantrop, aber auch kein kleiner Narr. Er schenkte nach allen
Seiten, sodaß jedes Kind in Belgien seinen Namen kannte. Das Hospiz von
Stavelot soll ihm über eine Million Franken gekostet haben. Er sorgte
aber auch dafür, daß seine geschätzte Person vermittelst Porträts,
Büsten und Statuen bestens bekannt wurde.“ Den Namen des freigebigen
Sonderlings führt eine Avenue, durch die man auf die Landstraße nach
Malmedy gelangt.
Auf der belgischen Seite, wie auch in dem Kreise Malmedy ist in den
letzten Jahren Gold gefunden worden, und einige Zeit war fortwährend
in den belgischen, westdeutschen und luxemburgischen Zeitungen die
Rede davon, wie wenn dort ein zweites Kalifornien entstände. Das Gold
kommt besonders bei der Ortschaft Recht in Ablagerungen von Schutt,
bestehend in Quarzgeröllen, Sand und Lehm vor. Das Waschverfahren, das
jetzt bereits dort betrieben wird, ist sehr einfach, aber es sind nur
einzelne kleine, kaum sichtbare Flitterchen, Blättchen und Körnchen
vorhanden; einzelne wenige erreichen die Dicke eines Stecknadelkopfes.
Man glaubt, im Altertum habe dort Bergbau stattgefunden, weil man
in der Gegend zahlreiche kleine Hügel findet, die die Geologen als
„Goldhaufen“ betrachten.[23] Die „Goldminen“ bildeten einige Zeit eine
ständige Rubrik in den Malmedyer Zeitungen, aber es ist fraglich, ob
die Ausbeutung besonders stark sein wird.
Die Grenze der Wallonie wird im Süden durch den Amelbach gebildet.
+Ligneuville+[24] oder +Engelsdorf+, das schöne Baumanlagen
besitzt, die in der Eifel nicht allzu häufig sind, wird von belgischen,
holländischen und englischen Touristen als Sommerfrische benutzt. Von
dort führen schöne Wege nach Pont, Malmedy, Stavelot, Vielsalm u. s. w.
Letzteres ist ein altes Städtchen, das anmutig auf dem rechten Hochufer
der Salm liegt und hübsche Landhäuser und Gärten aufzuweisen hat.
[Illustration]
[19] Von diesen Dörfern und Weilern der preußischen Wallonie sind
manche zweinamig. So kommen nach ~Dr.~ Esser, der im „Kreisblatt für
den Kreis Malmedy“ 1882-1884 eine Reihe eingehender Untersuchungen
über die Ortsnamen des Kreises Malmedy veröffentlicht hat, neben
einander vor die Namen: ~Faymonville~ und Außelborn, ~Ligneuville~
und Engelsdorf, ~Pont~ und Brücken, ~Champagne~ und Gringertz,
~Ondenval~ und Niedersteinbach, ~Thirimont~ und Deidenberg,
~Gueuzaine~ und zur Heiden, ~Bruyères~ und außer Heiden,
~Robertville~ und zur Bivel, ~Outrewarche~ und zur Spinnen, ~Belair~
und Wolfskuhl, ~Ovifat~ und Mischvenn, ~Bellevaux~ und Schönthal,
~Noirthier~ und auf dem schwarzen Hügel, ~Eaurouge~ und Rotwasser.
~Dr.~ Esser bemerkt dazu: „Da zu der Zeit, als der hl. Remaklus
an den Ufern der Warchenne sein Kloster gründete, die hiesige
Gegend deutsch war, so sind auch die deutschen Namen wie Außelborn,
Engelsdorf u. s. w. die älteren und ursprünglicheren, die romanischen
Namen wie ~Faymonville~, ~Ondenval~ u. s. w. sind dann offenbar vom
Kloster ausgegangen, das überhaupt die deutsche Sprache bis an die
nordöstlichen Grenzen des Fürstentums zurückdrängte.“ Vgl. ~de Nouë~.
~Miscellanées sur l’ancien pays de Stavelot et Malmédy~, S. 82.
[20] Montjoie liegt in einem von Bergen eingeschlossenen Thale. In
dem Städtchen, welches nach dem Aussterben der Dynastie gleichen
Namens an das Herzogtum Jülich und dann an die Kurpfalz fiel,
haben die Franzosen im 17. Jahrhundert arg gehaust. Das hoch
gelegene, jetzt verwetterte Schloß ist noch ein beredtes Zeugnis
ihrer Zerstörungswut. Montjoie erfreut sich erst seit 1885 der
Bahnverbindung mit Aachen und wird von Fremden, besonders auch von
Engländern, viel besucht.
[21] Vgl. darüber: ~Dr.~ H. Pauly, Beiträge zur Geschichte der Stadt
Montjoie. 1852 ff.
[22] So berichtet der „~Guide pratique aux eaux de Spa~“. ~14ᵉ
édition.~ Spa, Bruch-Maréchal. S. 151.
[23] Der Landesgeologe H. Grebe in Trier berichtete 1896 darüber:
„Schon im vorigen Frühjahr bei Rückkehr von einer geologischen
Studienreise aus Belgien wurde mir in Burtonville, nahe der
preußischen Grenze, Kunde von den Goldfunden bei Recht im Kreise
Malmedy; ich habe sie nicht beachtet, weil ich oftmals in meiner
bergmännischen und geologischen Praxis von solchen sprechen
hörte, auch von Goldborn, Goldkaul u. s. w., und das Mineral, das
mir gezeigt wurde, war Schwefelkies, wie er auch in den ältern
Gebirgsschichten der Malmedyer Gegend häufig vorkommt. Bei den
geologischen Aufnahme-Arbeiten dort im vorigen Sommer hörte ich
wiederholt, daß man bei Recht Versuche mache, Gold zu waschen.
Ich habe auch eine Probe davon erhalten und dann persönlich dem
Goldwaschen beigewohnt und zwar an der Rechter Mühle, dicht an
der belgischen Grenze. Das Gold kommt daselbst in Ablagerungen
von Schutt, bestehend aus Quarzgeröllen, Sand und Lehm vor.
Diese Materialien sind durch Verwitterung des conglomeratischen
Muttergesteins (grobe Conglomerate und Arkosen der ältern Eifeler
Sedimentschichten) entstanden, in der Nähe der Schuttablagerungen
auftretend. Das Waschverfahren ist ein ganz einfaches: man schaufelt
das Material in eine geneigt liegende hölzerne Rinne, an deren unterm
Ende ein Blechsieb angebracht ist und über die man aus dem nahen
Bache Wasser unter stetigem Umrühren laufen läßt. Dabei gelangen
die schlammigen Massen durch das Sieb in eine tiefere, ebenfalls
schwach geneigt liegende Rinne. Die auf dem Sieb zurückgebliebenen
Gesteinsbrocken werden zur Seite aufgehäuft; alsdann läßt man einen
Wasserstrahl über die den Schlamm enthaltende zweite Rinne laufen,
auf deren Boden sich das specifisch schwere Gold ablagert. Aber
es waren davon nur einzelne kleine, kaum sichtbare Flitterchen,
Blättchen und Körnchen vorhanden, einzelne wenige erreichten freilich
die Dicke eines Stecknadelkopfes, die mittels Messers hervorgeholt
wurden. Ein Korn Gold, angeblich bei andern Versuchen gefunden, das
mir gezeigt wurde, hatte fast die Größe einer Erbse. Jedenfalls
ist dieses Goldvorkommen in wissenschaftlicher Hinsicht ein recht
interessantes. Wie bereits bemerkt, gehört das Muttergestein zu
den ältern Gebirgsschichten der Eifel (unterstes Unterdevon,
Gedinnien der Franzosen) und erstreckt sich mit den darauf lagernden
phyllitischen Schichten von Viel-Salm über die belgisch-preußische
Grenze, die Rechter Mühle, die großen Steinbrüche von Recht nach
Montenau hin. Im Altertum, wohl zur Römerzeit, muß in dieser Gegend
ein bedeutender Bergbau stattgefunden haben, denn man findet
nicht nur in der Umgebung der Rechter Mühle, sondern auch etwa 8
~km.~ nordöstlich von da, besonders zwischen Born und der Station
Montenau eine fast unzählige Menge von kleinen Hügeln, die Halden
von Goldseifen sein werden. Der erste Finder des Rechter Goldes,
Bergverwalter Jung aus Bliesenbach, hat dasselbe auch bei Montenau
nachgewiesen und hat in dem ganzen Gelände, in dem die kleinen Hügel
vorkommen, Mutungen auf Gold bei der Bergbehörde eingelegt. In der
Nähe der vielen Hügel in der Umgebung der Rechter Mühle sah ich
viele schachtförmige Vertiefungen (alte Pingen) mit hohem Baumwuchs
bestanden, die sicherlich von früherm Bergbau herstammen. Herr Jung
hat die Gegend schon in den 70er Jahren durchsucht und vermutet, daß
die vielen Hügel Halden von Seifen seien. v. Dechen, mit dem Jung
damals in Briefwechsel trat, war anderer Ansicht, indem er ihm unter
dem 27. Januar 1876 schrieb: „Die kleinen Hügel von Montenau habe
ich hier und westlich von Recht an der belgischen Grenze gesehen.
Es sind wohl keine Halden. Mit Halden von Goldwäschen, die ich bei
Goldberg, Löwenberg, Bunzlau in Schlesien gesehen, haben dieselben
keine Aehnlichkeit. Ebensowenig weist der Bestand derselben auf
irgend ein sonst bekanntes Goldvorkommen hin. Ich habe sie für alte
Grabhügel gehalten, obgleich bei einigen, die aufgeworfen worden
sind, nichts gefunden worden ist.“ Derselben Ansicht, daß sie alte
Grabhügel seien, war früher auch der Altertumsforscher ~Dr.~ Esser
in Malmedy, er hält sie aber jetzt für Halden von Erzseifen, wie
er mir unlängst mitteilte. Dafür spricht ihre geringe Ausdehnung
-- sie sind kaum 1 ~m~ hoch -- und namentlich der Umstand, daß sie
nur in Thalgründen unmittelbar an Bächen (Amelsbach, Emmelsbach,
Rechter Bach u. s. w.) vorkommen. Es mögen im Altertum hier viele
Arbeiter beschäftigt und eine größere Gewinnung von Metall im Gange
gewesen sein. Nun, die Römer verfügten sicherlich über ganz billige
Arbeitskräfte und es stand damals das Gold in weit höherm Werte als
heute. Ob gegenwärtig noch eine Rentabilität zu erzielen ist, werden
die weiteren Versuchsarbeiten ergeben.“
[24] Die Ortschaft wird seit 888 in Urkunden genannt: ~Nova
villa~, ~la neuve ville~, auf wallonisch: ~li nouve veie~, dann:
~Lignonville~, im 11. Jahrhundert: ~Langeneuville~.