Die meinigen grüßen herzlichst. Ihr Sohn

_Fichte_.

Auf die Hoffnung, die sich Fichte von den Oesterreichern machte, nimmt

Adelbert von Chamisso in einem 1808 aus Berlin an Friedrich de la

Motte Fouqué gerichteten Briefe Bezug mit den Worten: »Der alte Fichte

ist wieder hier. Er baut sehr auf die Oestreicher, die ihm sehr

herrlich erschienen sind, und er will die hohe Meinung theilen, die

sie von ihrem Kaiser haben.«

Die treue Fürsorge für seinen alten Vater, der allzu bereitwillig

seinen Kindern zu überlassen pflegte, was ihm persönlich zugedacht

war, wird bestätigt durch den beigeschlossenen Brief an den Bruder,

der von früher her pecuniäre Verpflichtungen hatte.

37.

Berlin, d. 10. März 1809.

Lieber Bruder,

Ich hoffe, Du wirst es selbst billig finden, wenn ich Dich auffordere,

so schleunig, als es Dir irgend möglich ist, an unsern Vater einen der

seit 1805. ausgesezten Termine von 50. Rthlr. auszuzahlen. Ich ersehe

aus deßen Schreiben, wie das auch ohnedies zu erwarten war, daß derselbe

durch den französischen Krieg und die Kriegssteuer in seiner Nahrung

sehr zurükgesezt worden; so daß ich selbst aus meinem Beutel einen

Vorschuß machen würde, wenn ich nicht durch dreivierteljährige Krankheit

und Verdienstlosigkeit selber in eine enge Lage gekommen wäre. --

Uebrigens gebe ich Dir es auf Deine eigne Ehrliebe, und Gewißen, daß von

der nur zu großen Gutwilligkeit unsers Vaters gegen seine Kinder hier

kein Gebrauch gemacht, sondern ihm die Summe =wirklich und in der That

baar= ausgezahlt werde.

Die Pappiere meiner Berechnung mit Dir sind, nebst andern Manuskripten,

in Erlangen liegen geblieben, von woher ich sie nicht so schnell haben

kann. Ich lade Dich darum ein, so schnell, als möglich mir Deine

Berechnung mit mir einzusenden, damit ich Dir über alles abgezahlte eine

Generalquittung geben könne. Meinen herzlichsten Gruß an die Deinigen

von mir und den meinigen.

Dein treuer Bruder

_Fichte_.

Aufschrift:

Meinem Bruder

Johann Gottlob Fichte

zu

_Elstra_.

d. Einschluß.

Aus dem folgenden Briefe seiner Gattin, der in wenigen Zügen ein

reizendes Familienbild entwirft, erfahren wir, daß Fichte schon im

Sommer 1809 mit einigem Erfolg das Bad besucht hatte.

38.

Achtundvierzig Briefe von Johann Gottlieb Fichte und seinen Verwandten · 第 13 / 23 题