So heisst das ganz dünn, zu feinen Blättchen geschlagene Messing.
_auripellum_ im mittelalterlichen Latein (wohl aus den folgenden Wörtern
entstanden);--_oropel_ im Spanischen (ob vielleicht aus dem
Baskischen?);--_oripeau, auripeau_ und _clinquant_ im
Französischen;--_orpello_ im Italienischen (daher orpellare unächt
vergolden);--_alcan_ (wie Messing) im Bretonischen;--_tinsel_ im Englischen
(ist überhaupt Flitter);--_bladgull_ im Schwedischen;--_blattergold_ im
Holländischen;--_skahrdeles, wissoule_ im Lettischen;--_zarklett_ im
Illyrischen;--[Greek: malamato phylla] im Neugriechischen.
E. _Weisskupfer, Neusilber, pakfong_.
Es ist diess eine Legierung des Kupfers mit Nickel, die ein weisses ganz
silberartiges Metall giebt, welches den Chinesen stets bekannt war. In
Europa hat man erst in der jüngsten Zeit dieses Metall fabriciren lernen,
oder ist wenigstens die Fabrications-Methode bekannt geworden, und jetzo
ist dessen Verwendung sehr allgemein.
_pak-tong_ im Chinesischen;--_pe-tung_ in der Madarinensprache (woraus
tombak entstanden seyn wird), nicht pakfong, wie man gewöhnlich liest; er
besteht aus 40 prct. Kupfer, 35 prct. Nickel und 25 prct.
Zink;--_changuien-teichoun_ im Tartarisch-Mandschu.
Im römischen und griechischen Alterthume kannte man ein Weisskupfer, aber
wahrscheinlich war es das weisse Tombak.
F. _Weisser Tombak, Weisskupfer_.
Es ist diess die Legierung des Kupfers mit Arsenik; diese bildet auch ein
weisses, dem Silber ähnliches Metall, es ist aber hart, bald anlaufend,
kann beym Gebrauch den Menschen schädlich werden, stehet in der Anwendung
dem pakfong sehr nach, war stets bekannter als dieser, wurde auch von den
Chinesen fabricirt.
_kansya_ im Sanscrit, auch _kansa, kansjaka_ (von sanchya der Arsenik).
[Greek: chalkos mossinoikos] der Griechen kann vielleicht hierher gehören.
Indische Gefässe aus Weisskupfer scheinen den Griechen wohl bekannt gewesen
zu seyn, da es von diesen heisst: [Greek: chalkeon argyreeô paneikelon,
indikon ergon].
_cuprum album, orichalcum album_ der Römer, auch wohl aes candidum zum
Theil der Römer wird hierher gehören.
G. _Kanchan_.
In Indien soll aus 8 Theilen Kupfer und 2 Theilen Zinn, ein weisses,
silberartiges Metall zu Speise-Geschirr gemacht werden, das _kanchan_, auch
_wongolan_ heisst, das wir in dieser Art nicht zu fabriciren verstehen.
H. _Mit Kupfer legiertes Gold und Silber, das Karat_.
Karat (carat, caract im Englischen, carat im Französischen) bezeichnet
theils ein kleines Gewicht für Gold und Edelsteine, theils die Löthigkeit
oder Feinheit des Goldes und Silbers, die gewöhnlich, besonders bey den
Münzen, mit Kupfer legiert werden.
Die Legierung des Silbers mit Kupfer--die _weisse Karatirung_--ist sehr
allgemein, zu allen Zeiten und bey allen Völkern angewendet, besonders bey
den Münzen; der Name Karat wird aus dem Oriente stammen, heisst im
Arabischen _alkerat, caracta_ im mittlern Latein, _carato_ im
Italienischen, _quilate_ im Spanischen.
Die Legierung der Bronce mit Silber, die zu gewissen Zwecken, z.B. bey
musicalischen Instrumenten wohl angewendet wird, war bey den Griechen und
Römern, wohl auch im Oriente gebräuchlich, hierher wird das aes candidum
mit gehört haben, vielleicht auch das aes corinthium, zu dem man aber auch
antike (keltische) Bronce genommen zu haben scheint.
Die Legierung des Goldes mit Kupfer--die _rothe Karatirung_--war stets wohl
bey allen Völkern bekannt, besonders bey den Münzen gebräuchlich (obwohl
die keltischen Münzen aus dem reinsten Golde bestehen), auch giebt diese
Legierung das _Goldschlageloth_, zum Löthen des Goldes und Silbers.
_pyropus_ der Römer gehört hierher, daher wohl [Greek: pyropos] im
Giiechischen;--_chasmal_ der Hebräer vielleicht;--_sonen_ in Japan.
I. _Kupferrost, Kupferoxyd im Allgemeinen, Kupferhammerschlag,
Kupferasche_.
Das rothe Kupfer bedeckt sich leicht mit Oxyd, von graugrüner Farbe, so
auch die Bronce, nur die edle, antike Bronce hat das Eigenthümliche, dass
sie einen grünen, schon glänzenden, malachitartigen Ueberzug erhält--den
edlen Rost, patine im Französischen--der ein kohlensaures Kupferoxyd ist,
den Gegenstand eher verschönert als verschlechtert.
_tong-tsing_ im Chinesischen;--_tai-tambaja_ im Malaiischen;--_riti,
ritika, retja_ im Sanscrit, vielleicht auch _pushpara, çenhara_;--_zangar_
im Hindu;--_cenjar, genkar_ (wie im Hindu), _jenk, schen_ im
Persischen;--_cengar, sindchar, azzengar_, auch _zeralnhas, touban, anarin_
im Arabischen;--_zenk, zienk_ im Kurdischen;--_zank, shang, tzjetz_ im
Armenischen;--_anarin_ im Türkischen;--_sodid_ im Maltesischen;--_kime_ im
Lappländischen;--_schibe, scheibi_ im Koptischen.
_nechoscheth, sakkaah_, auch _chaledutha, chalduta_ im
Chaldäischen;--_ithus-katki_ (von kalkitis Kupfer) und _zedgo_ im
Syrischen;--[Greek: ios chalkos] im Griechischen (wie ithus-kalki im
Syrischen), auch [Greek: ion] war überhaupt das Kupferoxyd, natürlich oder
künstlich; [Greek: chalkos anthos] und [Greek: lepis chalkon] war der
Kupferhammerschlag.
[Greek: iarin], _iarin_ im Mittelalter (wohl von anarim im Arabischen);
[Greek: rhasouchthê] (wohl aus dem Slawischen), auch [Greek: mpatityra],
batitura ist der Kupferhammerschlag.
_zingar_ der Alchemiker, auch _zynser, altingar, altimar, elizimar,
afragar, auxanthi, alselat, aycupher, arcos, eliz_.
_rdza, rdza miedziana_ im Polnischen;--_rez, rezna medi_ im
Czechischen;--_rozda_ im Magyarischen;--_ruoste_ im Finnischen;--_ruos_ im
Lappländischen.
_rhwd, rhydni_ im Wälschen;--_meirg_ im Galischen;--_rugina_ im
Walachischen.
_aerugo, rubigo, robigo_ der Römer (wohl aus dem Keltischen), ist der Rost
überhaupt; flos, squama, lepisaeris ist der Kupferhammerschlag, favilla
aeris das Oxyd, das durch Brennen des Grünspans erhalten wurde;--_ruggine,
verderame_ im Italienischen;--_rouille de cuivre, verdet_ im Französischen,
in älterer Zeit auch _airin_; patine ist der edle Rost, batiture de cuivre
der Hammerschlag;--_rust, copperrust_ im Englischen;--_ragu, rust, cyper
rost_ im Angelsächsischen;--_kobberrust_ im Dänischen;--_koperroest_ im
Holländischen;--_kupferrost_ im Alt-Hochteutschen, kuperasch, kupferschlag
ist Hammerschlag;--_rost, rid_ im Isländischen;--_eirrid, eirrost,
kopparergen_ im Schwedischen.
_verdete_ im Spanischen, auch _cardenillo_ (ob aus dem
Baskischen?);--_cardenilho_, auch _azenhavre_ im Portugiesischen.
K. _Grünspan, Spangrün_.
Ein kohlen- und essigsaures grünes Kupferoxyd, das seit den ältesten Zeiten
als Farbe-Material benutzt, gewöhnlich mittelst Essig oder Weintrester und
Kupfer künstlich bereitet wird.
_tung-zing_ oder _tong-zang_ (d.i. des Kupfers Grün) im Chinesischen, auch
_touglou_;--_tounglou_ im Tartarisch-Mandschu;--_zandasa--gayaha_ im
Tibetanischen.
_pitala, çekhara_ im Sanscrit;--_pitrac, zangar_ im Hindu;--_cengar,
zenigar_ im Arabischen, althecheregi ist die feinste Art;--_jengar_ im
Persischen;--_schenkiar_ im Türkischen.
_schuchto, schechuto_ im Syrischen;--[Greek: ion xyston] im Griechischen
(gewiss semitischen Ursprunges), auch [Greek: ion skolêx] (wohl auch
semitisch);--[Greek: chalkos kouria] im Neugriechischen;--[Greek:
berderamê] im Mittelalter (ist grünes Kupfer, von arama im Walachischen),
auch [Greek: berdermon, skoulikê, giarin].
_asingar_ bey den Alchemikern, auch _almizadir, almechafule, asugar, asigi,
yos, yoma_.
_aeruca, aerugo, scoletia_ der Römer.
_meirg praise_ im Gälischen;--_ferdigres_ (?) im Bretonischen;--_vert de
gris_ im Französischen (gris kann hier nicht wohl grau bedeuten, wird
fremden Ursprunges seyn); _verdigrease, verdigris_ im Englischen (grease
kann hier nicht Fett bedeuten);--_verdegris_ im Spanischen.
_grinspan_ im Walachischen;--_grünspan_ im Teutschen (hier stehet Span wohl
nicht in seiner gewöhnlichen Bedeutung);--_spansgröna, koppargon_ im
Schwedischen;--_spansgrönt, koppergrönt_ im Dänischen;--_spansgrön_ im
Holländischen (ist das vielleicht spanisch-grün?);--_gryszpan, snieds,
rdzamiedziana_ im Polnischen;--_grynsspan, rez zelena_ im
Czechischen;--_grienspet_, auch _selenina is bronza_ im Windischen (d.i.
das Grün von Kupfer).
_fior di rame_ im Italienischen;--_azinhavre_ im Portugiesischen.