_Lava_ ist der Ausfluss der jetzo thätigen Vulkane, ein dunkles, festes
Gestein, nach oben meist blasig; der dunkle _Basalt_, der Lava sehr
ähnlich, stammt aus etwas älterer Zeit; ähnliche plutonische Gesteine
älterer Epochen nennt man seit langer Zeit in England _toadstone_, auch
_whinstone_, in Schweden _trapp_ und _wacke_.
Das Wort Basalt, das ägyptischen Ursprunges seyn wird, stammt von basanites
der Römer, woraus durch einen Schreibfehler basaltes wurde, wie die
Manuscripte des Plinius lesen, womit ein schwarzes Hornblendgestein (nicht
unser Basalt) bezeichnet wurde (s. Marmor). Agricola (gest. 1555) übertrug
den Namen auf unsern Basalt. In die Mineralgattung basaltes setzte man seit
der Zeit eine Menge dunkle und säulenförmige Gesteine, die sehr allmählig
in besondere Gattungen übergingen. In geognostischer Hinsicht wurde der
Basalt ein wichtiger Wendepunkt, da ihn Werner und seine Schule für ein
neptunisches Gestein hielt. Ein dem Basalt ähnliches, weicheres Gestein
nannte Werner seit 1788 _Wacke_; ein anderes, etwas härteres seit 1791
_Porphyrschiefer_ oder _Klingstein_.
Der Name lava ist unbekannten Ursprunges; im Mittelalter hiessen die
lavaartigen Gesteine _lavia, laveria_, in Sicilien _frita_; auch nannte man
sie _piperinus_, woher unser Name peperino, womit man vulkanischen Tuff
bezeichnet.
Poröse, feste Abänderungen von basaltischen Gesteinen, liefern seit den
ältesten Zeiten vortreffliche Mühlsteine in Griechenland, Italien, am Rhein
u.s.w., daher man den Basalt und ähnliche Gesteine als Mühlsteine
bezeichnete.
_[Greek: milodês, myliai]_ (d.i. Mühlstein) im Griechischen, auch _[Greek:
pyromachos lithos]_, weil sie durch Feuer (_[Greek: pyr]_) entstanden, und
_[Greek: rhyax]_, das Geflossene, von _[Greek: rheein]_ fliessen;--_[Greek:
mylax, mylopetra]_ im Mittelalter;--_lapis molaris_, auch _silex niger,
tusculanus_ im Lateinischen; der _lapis anicianus_, jetzo manziana, ist
Lava mit vielem glasigen Feldspath.
_selce_ (von silex) im Italienischen. Der selce romano ist offenbar der
niger silex von Plinius, der tophus niger von Vitruv, eine Lava von monte
albano und Capo di Bove, die als Pflasterstein dient.
_gné-cloiche, air-dhath-dorch_ im Gälischen, soll hierher gehören.
_neffet_ im Arabischen, auch _niffet, nesifet_, wie auch wohl der Bimsstein
genannt wird.
_salak_ im Magyarischen ist Lava, _koromzo_ ist Basalt.
_zuzel_ (Schlacke) im Polnischen, auch lawa, bazalt.
_ravn, hravn_ im Alt-Nordischen ist vulkanischer Auswurf, braune im
Isländischen sind grosse Lavaströme; steina ist Lava.
Seit Agricola ist der Name basalt in die wissenschaftliche Sprache aller
Länder übergegangen; aber der basalte nero der Archäologen und Künstler ist
nicht unser Basalt, sondern schwarzes Hornblendgestein.
N. _Vulkanischer Tuff, Puzzolane, Trass_.
Ist vulkanisch ausgeworfene, aschenförmige Lava, die zuweilen in sehr
grossen Massen niederfällt, oft wieder zu ziemlich, festen Gesteinen
zusammenbäckt, dann Tuff heisst, am Rheine _tras, tarus_, ein wichtiges
Cement oder Material zum Wasserbau.
_silex ruber, silex albus_ u.s.w. der Römer. Der silex ruber ist der piedre
rosso der heutigen Römer, dessen Brüche noch vorhanden sind, den Brocchi
als tufo lithoide beschreibt. Der _lapis albanus_ ist der jetzige peperino
tenero;--_lapis gabinus_ (vom See Gabii; jetzo Castiglione ohnweit Tivoli)
ist der peperino duro; der _pulvis puteolanus_ war lockere Puzzolane; der
_tophus_ war theils verhärteter vulkanischer Tuff, theils auch unser
Kalktuff.
_tras, taras_ ist unbekannten Ursprunges.
_taraz_ im Polnischen, was auch gepulverter Stein heisst.
O. _Alaunstein_.
Ein weisses, hartes, krystallinisches Gestein, in Verbindung mit
vulkanischen Massen auftretend, welches gebrannt alaunhaltig und auf Alaun
benutzt wird, als Felsmasse in Italien, Ungarn u.s.w. vorkommt. Der
Alaunstein in der Umgegend von Rom scheint im Alterthume nicht benutzt zu
seyn, man zog den Alaun aus Griechenland und Kleinasien, wie auch im
Mittelalter. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, seit 1460
wurde das grosse Alaunwerk Tolfa bey Civita Vecchia im Römischen angelegt,
der dortige Alaunstein benutzt. Chiocco (1622) und die ältern Mineralogen
nennen denselben minera aluminis roccae. Der [Greek: lithos assios] und
[Greek: phrygios], lapis assius und phrygius wird Alaunerz aus Kleinasien
gewesen seyn, wo his ins 12. Jahrh. besonders bey Phocaea nova ohnweit
Smyrna grosse Alaunwerke waren.
_timsokö_ im Magyarischen (von timso der Alaun);--_ailm clach_ im
Gälischen;--_alunite_ im Französischen; _alunit_ im Englischen.
_piedra alumbre_ im Spanischen;--_piedra hume_ im Portugiesischen.
P. _Aluminit_.
Ein weisses erdiges Fossil, unter dem Microscop ein Gewebe feiner Nadeln,
das aus basischem, kohlensaurem Thonwerke bestehet, keinen Geschmack hat.
Es wurde 1730 von Jac. Lerche in der Stadt Halle entdeckt, lac lunae, 1759
von Schreiber creta gypsea, 1780 von Werner reine Thonerde genannt. Schon
Schreber hatte 1781 kohlensaure Thonerde darin gefunden, was Buchholz 1806
durch eine genauere Analyse bestätigte; Haberle und Karsten (1801) nannten
das Fossil Aluminit, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache
übergegangen ist. Später ist derselbe an mehreren Punkten aufgefunden.
* * * * *
#§. 3. Glimmer, Talk und Thon-Gruppe.#
A. _Glimmer_.
Ist ein weiches, feinblättriges Fossil, aus Kiesel- und Thonerde bestehend,
das in seinem krystallinischen und amorphen Zustande eine Hauptmasse der
Gebirge bildet. Besonders in Ceylon und Siberien findet er sich in so
grossen Stücken (die bis zu 1-3/4 Ellen in Quadrat haben) und so
durchsichtig, dass man ihn als Glas benutzt, ist bekannt als russisches
Glas, talk de Moscovie, verre de Moscovie, vitrum ruthenicum, auch
Marienglas (wie der ähnliche, grossblättrige Gyps heisst), welchen Namen er
erhielt, da er früher zur Deckung kleiner Heiligenbilder angewendet wurde.
Der gewöhnliche Glimmer, in unsern Gebirgen sehr häufig, hat oft die Farbe
und den Glanz theils des Goldes, theils des Silbers, heisst dann im
gemeinen Leben Katzengold, Katzensilber, or und argent de chat, dient
häufig als Streusand. Die ältern Mineralogen setzten zu dem Glimmer manche
ähnliche Substanzen, wie den Uranglimmer, den Werner 1788 als Chalkolith
absonderte.
_fang-houang-chi, tsing-mong-chi_ im Chinesischen;--_kin-mong-chi_, auch
_kin-sing-chi_ ist der Goldglimmer.
_abhruck_ im Hindu;--_abhra, abhraka_ im Sanscrit;--_miniram_ auf Ceylon.
_keblekajak_ im Grönländischen (wie auch das Marienglas heisst).
_talk_ im Persischen und Arabischen wird auch den Glimmer bezeichnen; der
_ajarisum_ im Arabischen (lapis specularis) kann auch hierher
gehören;--_[Greek: talk, talch]_ der spätern griechischen Chemiker (wohl
aus dem Arabischen), nicht von [Greek: talichos], zerbrechlich.
Herodot III. 17. erzählt: die äthiopischen Völker stellen die
einbalsamirten Körper in ein Gehäuse von [Greek: hyalos], welches man bey
ihnen in Menge und sehr schön gräbt; dieser hyalos war wohl Glimmer oder
Marienglas, der _lapis specularis_ der Römer war sowohl grossblättriger
Glimmer als Marienglas; der _chrisopis_ und _chrysites_ oder _phloginos_
können vielleicht zum Glimmer gehört haben. Der _mica_ der Römer war
Steinsalz, das in grossen durchsichtigen Stücken einbrach, und erst in
späterer Zeit hat man diesen Namen auf unsern Glimmer übertragen.
_mica_ im neuern Latein;--_mica_ im Französischen;--_mica_, auch
_ammocriso_ im Italienischen;--_mica, mica amarilla_ im Spanischen,
_espejuelo_ beym spanischen Bergmann;--_mica_ im Englischen, auch
_goldglimmer_; _glist_ beym englischen Bergmanne, auch _daze_.
_arany, matska, közbarsoniföld_ im Magyarischen, auch _trillam puzokö_.
_airgiord chaorach,--chabbar_ im Gälischen.
_blyskaez, dreswa_ im Russischen, slyuda ist der grossblättrige,
siberische, okoschki sind die Scheiben aus Glimmer;--_blyssicz, mica, jak
moskiewski_ im Polnischen;--_slida, djb, tripitinka_ im Böhmischen.
Im Mittelalter, bey den Alchemikern kommt der Name _Glimmer_ vor
(vielleicht zusammenhängend mit _glimra, glimbr_, glänzen im
Nordischen);--_glimmer, kateglimmer, katesly_ im Dänischen;--_skimmer,
kattgull, kattsilber_ im Schwedischen;--_glimmer, kattezilwer, kattengoud_
im Holländischen.
B. _Chlorit_.
Ein grünes, dem Glimmer ganz verwandtes häufiges Fossil, ohne technische
Anwendung, von Werner als Gattung fixirt, der den Namen aus dem Alterthume
entnahm, wo chlorites beym Plinius als eine grüne magische Gemme erwähnt,
aber nicht weiter characterisirt wird. Der Name ist in die
wissenschaftlichen Werke des Auslandes übergegangen.--Der Bergmann in
Cornwallis nennt das Gestein _peach_.