9. _Achlama_. Amethyst nach Luther, Braun und Bellermann.

In der griechischen Uebersetzung [Greek: amethystos], in der syrischen en

eglo (d.i. Kalbsauge), in der chaldäischen en egla; in der arabischen

pirusag (d.i. Türkis); in der persischen cangesehem (d.i. Stierauge und

achlama); in der koptischen amethistus.

Vom hebräischen Namen findet sich bey keinem andern Steine und in keiner

andern Sprache irgend ein Anklang, es bleibt daher nichts übrig, als die

griechische Uebersetzung anzunehmen, und zwar um so mehr, da der [Greek:

amethystos], d.i. unser Amethyst ganz gut hierher passt, und man denselben

hier zu vermuthen hat.

10. _Tharsisch_. Türkis nach Luther, Chrysolith nach Braun und Bellermann,

Bernstein nach Bredow (historische Untersuchungen II.).

Uebersetzt im Griechischen theils mit [Greek: chrysolithos], theils ist

[Greek: tharseis] beybehalten; im Koptischen chrysolidos; im Syrischen

thorschisch, crum jammo, crum jamma raba (d.i. das köstlichste des grossen

Meeres); im Chaldäischen perusag (Türkis) und krumtassim; im Arabischen

asrak (d.i. blau), im Persischen marvarid (d.i. Perle).

Der hebräische Name hat in keiner andern Sprache ein Analogen, ist uns ganz

unverständlich, wir haben daher die griechische Uebersetzung vorzüglich zu

berücksichtigen; aber auch den Uebersetzern mag der Name schon

unverständlich gewesen seyn, da mehrere derselben den Namen [Greek:

tharseis] beybehalten.

Der [Greek: chrysolithos] ist auch ein ganz zweifelhafter Stein; aber der

Name zeigt auf die gelbe Farbe, und es scheint, dass man verschiedene

politurfähige Steine darunter begriffen hat, desshalb hat es einige

Wahrscheinlichkeit, dass der tharsisch ein gelber Stein gewesen seyn mag.

Der Türkis hätte in das Pectorale gepasst, wenn wohl etwas grosse Stücke

auch sehr selten sind; aber ihn für den tarsisch anzusprechen, scheint mir

kein rechter Grund vorhanden zu seyn; der Chrysolith passt wohl wegen

seiner Kleinheit nicht recht in das Pectorale, während der Bernstein hierzu

ganz passend war; soll ich eine Conjectur aussprechen, so möchte ich den

tarsisch mit Bredow für Bernstein halten.

11. _Schoham_. Onyx nach Luther und Braun, Beryll nach Bellermann. Im

Griechischen übersetzt durch [Greek: bêrillion]; an andern Stellen, wo der

Name vorkommt, und von andern Uebersetzern durch [Greek: sardonychon,

onychon, soom] (d.i. schoham); im Syrischen mit berulo, burlo, burlat

chalo, im Arabischen und Persischen durch ballur, im Samaritanischen durch

hhabar, hhacam.

Der hebräische Name hat nur etwa Aehnlichkeit mit schnm, den Champollion in

der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache liest und mit jaspe rouge übersetzt,

der zum Sarder gehören wird. Hätte dies seinen Grund, so spräche es für die

Uebersetzung von sardonyx, und, da der Sard roth, weiss, braun, schwarz und

mehrfarbig ist, so könnte er auf dem Pectorale vielfach angewendet seyn.

Braun leitet schoham her von schacham im Chaldäischen, d.i. schwarz (sachma

im Arabischen), und es giebt auch schwarzen Sard.

Für die Uebersetzung mit [Greek: bêrillion], d.i. unser siberischer Beryll,

spricht zwar keine Analogie, aber sie ist vorhanden, und wir können sie nur

aus wichtigen Gründen verwerfen. Der siberische Beryll war dem Alterthume

auf jeden Fall gut bekannt, ist ein beliebter Schmuckstein, findet sich in

grossen Krystallen, die auf das Pectorale wohl gepasst haben, und wir

werden daher wohl zur Zeit den schoham als Beryll anzusprechen haben.

12. _Jaschpeh_. Jaspis nach Luther, Braun und Bellermann. Im Griechischen

übersetzt mit [Greek: iaspis], im Syrischen mit jaschpeh, ziaspum, panture,

apanturin (woher wohl unser avanturin); im Arabischen jaschaph, jazba, im

Persischen jaschpeh.

Der Name lässt nicht zweifeln, dass hierunter unser Plasma oder edler

orientalischer Jaspis verstanden wurde.

#Uebersicht.#

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| 3. _Bareket_. | 2. _Pitdah_. | 1. _Oden_. |

| Smaragd nach Luther, | Topas nach Luther, | Sarder nach Luther und |

| Braun, Bellermann, | Braun, Bellermann, | Braun, |

| Keferstein. | Gelber Zirkon oder | Carneol nach Bellermann, |

| | ein ähnlicher | Sard, d.i. edler Carneol |

| | Edelstein nach | nach Keferstein. |

| | Keferstein. | |

| | | |

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| 6. _Jaholom_. | 5. _Sapphir_. | 4. _Nophec_. |

| Diamant nach Luther | Sapphir nach Luther, | Rubin nach Luther, Braun,|

| und Braun, | Braun, Bellermann, | Bellermann, |

| Onyx nach Bellermann | Lasurstein nach | Granat nach Keferstein. |

| und Keferstein. | Keferstein. | |

| | | |

+-----------------------+----------------------+--------------------------+

| 9. _Achlama_. | 8. _Schebo_. | 7. _Leschem_. |

| Amethyst nach Luther, | Achat nach Luther, | Lyncurer nach Luther, |

| Braun, Bellermann, | Braun, Bellermann, | Hyacinth nach Braun und |

| Keferstein. | Keferstein. | Bellermann, |

| | | Turmalin nach Keferstein.|

| | | |

+-----------------------+----------------------+--------------------------+

| 12. _Jaschpeh_. | 11. _Schohan_. | 10. _Tharsisch_. |

| Jaspis nach Luther, | Onyx nach Luther und | Türkis nach Luther, |

| Braun, Bellermann, | Braun, | Chrysolith nach Braun |

| Plasma (edler Jaspis) | Beryll nach | und Bellermann, |

| nach Keferstein. | Bellermann | Bernstein nach Bredow |

| | und Keferstein. | und Keferstein. |

| | | |

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Drittes Kapitel. #Steine, Erden nnd Verwandtes#.

#§. 1. Quarz-Gruppe#.

A. _Quarz, gemeiner Quarz_.

Der Quarz ist das Gestein, aus dem im Allgemeinen die festen Felsmassen

grossentheils bestehen, das am meisten der Verwitterung widerstehet, das,

von Felsen abgelöst, die Kieselsteine bildet. Chemisch betrachtet bestehet

der Quarz vorwaltend aus Kieselerde; die Mineralien, die reine Kieselerde

enthalten, mit Allem, was sich in engern oder weitern Kreisen an sie

anschliesst, bilden die Mineralgattung Quarz. Die edlen, schön gefärbten,

eine vorzügliche Politur annehmenden Arten dieser Gattung sind bereits

erwähnt, wie der Bergkrystall, der Opal, Agath, der Sard, Carneol und viele

andere.

Ausser diesen giebt es noch mehrere gefärbte Quarzarten, die, weil sie

weniger schön sind, nur eine sehr beschränkte Anwendung finden. Es heisst:

der _rosenrothe_--Rosenquarz, quarz rose im Französischen, wohin der

rodites der Römer gehören mag;--der _hochrothe_--Manganquarz oder

Rhodonit;--der _sehr blassrothe_, Milchquarz; milk quarz im Englischen,

taripo im Ceylonesischen, molotschoi kwartz im Russischen; der _rothe mit

goldgelbem Schimmer_ (welcher durch feine Risse und eine Lichtbrechung

bedingt seyn mag), den man sehr häufig in Glas nachmacht; Avanturin;

avanturino im Italienischen; avanturine im Französischen;--der _blaue_,

Sapphirquarz und Siderit; der _chromhaltige, grüne_, der nur in Schlesien

einbricht, als Schmuckstein dient, Chrysopras (s. oben);--der von

_Strahlstein gefärbte grüne_, der nur in Sachsen vorkommt, Prasem (welcher

Name aus dem Alterthume genommen ist, wo er aber Flussspath bedeutet haben

wird).

Unser Name Quarz ist ein technischer; Mathesius in seiner Bergpredigt (etwa

von 1560) sagt: querze, quatertz nennen die (sächsischen) Bergleute die

Kieselingsteine und was so hart als diese ist. Das Wort Quarz wird aus dem

Slawischen stammen; aber ähnliche Wörter finden sich auch im Keltischen,

desshalb vielleicht erhielt dieser Gesteinsname so weite Verbreitung, ist

in alle neuern Sprachen übergegangen, also quarz im Englischen,

Französischen, Schwedischen, quarzo im Italienischen und Spanischen, quarts

im Dänischen.

_kwartz_ im Russischen;--_kwarzec, kwarcowy, kware_ im Polnischen;--_kwar,

kwarec, skwar, skwarec_ im Czechischen;--_sotan_ soll der Quarz im

Krainerischen heissen;--_kotz, kötz banyavirrach_ im

Magyarischen;--_ukkunkiwi_ im Finnischen.

_guixa, guija_ im Spanischen; chachamole ist ein zersetzter oder gehackter

Quarz.

_quarr_ nennt der englische Bergmann das feste Gestein, auch _carrak_, was

zusammenhängen wird mit careg im Wälschen und car im Gälischen, der Stein;

diesem sehr ähnlich ist: khar im Armenischen und kara in den kaukasischen

Sprachen: der Stein.

B. _Kiesel, Kieselstein_.

Quarzige und ähnliche meist abgerundete Geschiebe und Stücke.

_çila_ im Sanscrit;--_kays_ im Ceylonesischen;--_kallou_ im

Malabarischen;--_taharari_ im Tartarisch-Mandschu;--_orksoviek_ im

Grönländischen;--_tidno, laiwark_ im Lappländischen;--_baledete, ebena_ im

Amharischen;--_ezehe_ im Aethiopischen.--_alx, hrudschub_ im

Koptischen;--_salto_ im Syrischen;--_kalah_ im Chaldäischen;--_chalamisch_

im Hebräischen, auch _calluc, selah_;--_ciakyl-tasi_ im Arabischen (heisst

auch Feuerstein) und _sawwan_.

_tschakyl, tschakmach, taschy_ im Türkischen, auch _ajak, taschy, utsi,

bilegi_;--_kaglachaz_ im Armenischen, auch _gailachas_;--_ber_ im

Kurdischen;--_bakir_ im Afghanischen;--_zrar_ im Maltesischen.

_ghalidz, chalitz_ im Albanischen;--_[Greek: chalyx]_ im Griechischen,

_[Greek: chalike]_ im Neugriechischen, auch _[Greek: kachlake]_ (wohl von

cal im Keltischen);--_careg, caregan_ im Wälschen;--_cal, clachag_ im

Gälischen (woher calculus im Lateinischen, caillou im Französischen), auch

_flynt, bilien, ailbhinn, airtein_.

_silex_ im Lateinischen (woher silice für Kieselerde im Französischen),

bedeutet auch Fels, besonders den harten Alpenkalk der Gegend von Rom, der

auch jetzo noch selce heisst. Schwerlich stammt das Wort direct von çela im

Sanscrit--_seixe_ im Portugiesischen;--_ciottolo_ im

Italienischen;--_chinga, chingarra_ im Baskischen;--_guigarro_ im

Spanischen (aus dem Baskischen, auch _pedernal_).

_flinte_ im Alt-Finnischen;--_flint_ im Angelsächsischen, Ostfriesischen,

Englischen (aus dem Gälischen);--_flins_ im Alt-Hochteutschen. _bylien_ im

Lettischen (wie bilien im Gälschen);--_kyz, kremen, skremen_ im

Czechischen;--_kiz, kizel, krzemien_ im Polnischen;--_kremen_ im

Krainschen, Windischen, Slowakischen, Bosnischen, Croatischen,

Ragusanischen;--_kisel, kyssling, chiseling_ im Altteutschen (wohl aus dem

Slawischen stammend);--_kiesel_ im Schwedischen;--_ciselstan_ im

Angelsächsischen.

Mineralogia Polyglotta · 第 20 / 84 题