Diess ist ein geschätzter blaugrüner, undurchsichtiger, unkrystallisirter
Edelstein, der gute Politur annimmt, in kleinen, wie in ziemlich grossen
Stücken vorkommt, sich hübsch ausnimmt, seit ältester Zeit viel zum Schmuck
verwendet wurde. Er findet sich nur in Khorasan (Persien), von wo aus er
durch den Handel überall hin verführt wurde; aber erst in jüngster Zeit hat
man seinen Fundort etwas genauer kennen gelernt.
Als Surrogat dafür benutzte man lange in Europa die von Kupfer
durchdrungenen, grün gefärbten, fossilen Knochen, die man besonders im
südlichen Frankreich findet, glaubte: dass der wahre Türkis ähnlichen
Ursprunges sey, und entfernte ihn lange aus den Mineralogien; erst durch
Chardin (voyage en Perse), Agaphi (1791) und Fraser (1830) wurde sein
geognostisches Vorkommen ermittelt, man erkannte ihn nun für eine eigene
Mineralgattung, die Calait genannt wurde; von diesem oder dem turqoise de
vielle roche unterschied man die fossilen Knochen als turqoise de nouvelle
roche-osseuse [or: rocheosseuse] und odontolithe im Französischen und
turchina de rocca nova im Italienischen.
_gyu_ im Tibetanischen, durch Türkis übersetzt, ist wohl unser Plasma;
druga-mara und druga dakara wird auch mit Türkis übersetzt.
_perose_ im Hindu;--_perodscha_ im Sanscrit, auch _haritaçman_ d.i. grüner
Stein;--_pirusa_ im Kurdischen;--_piurjeh_ im Armenischen, meist mit
berillus übersetzt, wird hierher gehören, wie auch der
_purjehham_;--_firuzeh_ im Persischen, auch _firozah, firoze, firuz,
firusae_ mit den Arten: a) abu ishaki;--b) escheri;--c) suleimani;--d)
sermune;--e) chaki;--f) abd ol-medschidi;--g) andelibi. Bey den Juwelieren
heisst er auch: mescha, und der zweyfarbige ebresch;--_feruse_ im
Arabischen, auch _feruzegi, peruzegi, perosao_, mit den Arten: buscechica,
von der schönsten bläulichen Farbe; b) lahahica;--_ferozeh_ im Türkischen,
auch _piruze, biruzeg, bihruz, peruse, peruze_;--_perosag_ im Chaldäischen,
auch _tarkja, tareja, torkei, torkeja_ (woher vielleicht der Name turcosa,
Türkis).
_[Greek: kalleinos]_ der Griechen, von der meergrünen Farbe (die [Greek:
kallainos], bey den Römern venetus hiess);--_callais, calleina_ der Römer.
_turcosa_ im Mittelalter, auch _turchina, turchesia, torcois, torques,
lapis turcicus_ (wohl von torkeja im Chaldäischen, nicht weil man ihn von
den Türken erhielt).
_perudota, peritot, pelidor_, ein kostbarer Stein im Mittelalter, von dem
wir weiter nichts wissen, könnte vielleicht mit dem erwähnten peruse,
perosao u.s.w. zusammenhängen.
_turcia_ im neuern Latein, auch _borea_;--_[Greek: peryze]_ im
Neu-Griechischen;--_birjura, borivea_ im Russischen;--_bronzusa_ im
Windischen, von _bron_ das Erz;--_turchina_ im Italienischen;--_turquesa_
im Spanischen;--_turqoise_ im Französischen;--_turkois_ im
Holländischen;--_turkes_ im Alt-Teutschen;--_turkis_ im Schwedischen,
Dänischen.