setzt an, wirft den Becher weg.
Nein, Wasser kühlt nicht diesen heißen Durst,
Gieb Wein mir, goldnen, glutherfüllten Wein,
Mich schaut aus dem krystallnen kalten Naß
Ein wildes Auge an mit Feuerblick.
Wolf.
Wie Ihr befehlt.
Johannes.
Ein Fieber plagt Euch, Ritter.
Erhard.
Die wilde Jugend, wie wir alle waren.
Trompeten.
Wolf.
Da hält der Zug des Herzogs vor der Burg.
Erhard.
Kommt ihm entgegen, unserm gnäd'gen Herrn.
Alle gehn ab.
Ulrich,
der zurück geblieben ist.
Sie ist es. Wie das bange Herz mir klopft.
Sie steigt vom Pferde, nickt mit liebem Gruß
Den Freunden zu; die hohen Federn schwanken
Vom Huth ihr nieder über goldne Locken,
Den edlen Leib deckt herrliches Gewand,
Weit nach folgt dienend ihres Kleides Saum
In Lieb' um ihren schönen Fuß zu wallen.
Was zögr' ich noch? Ich geh' ihr rasch entgegen,
Und wenn ein sanfter Blick mich dann bemerkt
Und freundlich unterscheidet, bin ich selig.
Geht ab.
Hedwig und Albrecht kommen zurück.
Hedwig.
Ja, nun kenn' ich Dich wieder, nun erst bist Du
Der alte, ja, das sind die treuen Augen,
Das stille Lächeln um den kind'schen Mund:
So lieb' ich Dich, so solltest Du mir bleiben,
Nicht klug, nicht fremd, -- nicht -- ach, ich schwatze so,
Nun hab' ich zu Dir so wie sonst Vertraun, --
Nicht wie Du warst solltest Du jemals sein.
Albrecht.
Nur wie ein Fieber hat es mich befallen,
Und so verlassen. Liebes, holdes Mägdlein,
Dein bin ich doch in jeglichem Gedanken,
Ja jeder Puls in mir klingt Dir nur Liebe.
Wie war ich so verlassen ohne Dich,
Wie ist mir wohl, wenn ich Dein Auge sehe.
Hedwig.
Der Vater ist seitdem recht schlimm geworden.
Albrecht.
Es ist die alte Krankheit, die ihn drückt,
Er meint es immer gut mit Dir und mir.
Doch müssen wir nicht zur Gesellschaft wieder?
Hedwig.
Ich schäme mich vor dieser hohen Frau,
Der Herzogin, sie ist so schön, so groß,
Sie sieht so mächtig drein und so verständig,
Ich werde roth, wenn ich mit ihr muß sprechen.
Ja, Albrecht, schon vorher fiel es mir ein,
So eine solltest Du zur Frau Dir nehmen,
Ich armes Kind bin Dir nicht schön genug.
Albrecht.
Du liebes Herz, mit Dir nur bin ich glücklich,
Denn Deines Wesens holde Lieblichkeit
Ist mehr als jener Herrlichkeit und Pracht.
Herzbold kommt mit dem Kinde.
Herzbold.
Nur herein, nur herein hier, Du kleines Unkraut, hier ist die
Herrschaft. Gott grüß Euch, gnädiger Herr, und meine schöne, junge,
schmucke Gräfin; hier bring' ich Euch das Neuste vom Jahr, das ich
draußen im Walde, wie eine Erdbeere, aufgelesen habe.
Hedwig.
Was will das Kind?
Herzbold.
Bei Euch bleiben, vor der Hand Euer eigen werden. Es ist eine arme
verlassene Waise aus dem Gebirge.
Hedwig.
Komm zu mir, kleines Mädchen.
Kind.
Willst Du mich hegen,
Mütterlich pflegen,
Wird meinetwegen
Des Himmels Segen
Dir allerwegen
An's Herz sich legen.
Hedwig.
Ein hübscher Spruch. -- Sieh, mein Albrecht, wie schön, wie klug, -- ich
nehme sie an, als mir vom Himmel gegeben.
Kind.
Ach Du liebes Fräulein! Du bist so schön, und dabei auch so gut.
Albrecht.
Wie heißest Du?
Kind.
Sie nannten mich Adelfriede.
Hedwig.
Herzbold, führe die Kleine in meine Kammer. -- Komm, mein Albrecht, in
den Saal zu dem Herzog, der Vater schmählt sonst. ~Beide ab.~
Herzbold.
Siehst Du, kleine böse Sieben, nun hast Du Dein Glück gemacht, wenn Du
hübsch artig und folgsam bist.
Kind.