2) Der Bindestrich tritt außerdem ein

~a.~ in Zusammensetzung von Eigennamen und in Adjektiven, welche

von solchen gebildet sind; z. B. Jung-Stilling, Reuß-Greiz,

niederschlesisch-märkische Eisenbahn;

~b.~ in unübersichtlichen Zusammensetzungen, z. B.

Oberlandesgerichts-Präsident, Staatsschuldentilgungs-Kommission, das

Für-sich-selbst-sein.

#Anmerkung.# Auch sonst läßt es zuweilen die Rücksicht auf die

Deutlichkeit der Schrift wünschenswert erscheinen, den Bindestrich zu

gebrauchen; z. B. Schluß-s, Dehnungs-h, Erd-Rücken zum Unterschied von

Erdrücken u. ä.

•Über den Apostroph (wörtlich nach dem preußischen Regelbuch).•

1) Wenn Laute, die man gewöhnlich bezeichnet, unterdrückt werden,

so bezeichnet man in der Schrift ihre Stelle durch einen Apostroph;

z. B. Ich lieb’ ihn. Das leid’ ich nicht. Heil’ge. Jedoch ist in der

gewöhnlichen prosaischen Darstellung eine solche Verstümmelung der

Wortform zu vermeiden, ausgenommen etwa im Pronomen es; z. B. ist’s,

geht’s.

Wenn die Präposition mit dem von ihr regierten Artikel verschmolzen

wird, gebraucht man den Apostroph nicht; z. B. am, beim, unterm, ans,

ins, zum.

2) Bei Eigennamen ist es nicht erforderlich, das =s= des Genitivs durch

einen Apostroph abzutrennen; z. B. Ciceros Briefe, Schillers Gedichte,

Homers Ilias.

Hingegen wird bei Eigennamen, welche den Genitiv auf =s= nicht bilden

können, das Rektionsverhältnis durch den Apostroph bezeichnet; z. B.

Voß’ Luise, Demosthenes’ Reden.

•Über das Trema. -- Ä, Ö, Ü statt Ae, Oe, Ue.•

Schließlich sei noch bemerkt, daß das Trema in der deutschen Schrift

nur ganz vereinzelt angewendet zu werden braucht. Es ist überall

unzulässig, wo ein Mißverständnis nicht möglich ist. So ist es nie

anzuwenden zur Trennung von =a= und =e=, =o= und =e=, =u= und =e=, auch

nicht im Anfang groß geschriebener Wörter. Denn da hier der Umlaut nach

den amtlichen Regelbüchern statt durch =Ae=, =Oe=, =Ue= nur noch durch

=Ä=, =Ö=, =Ü= bezeichnet werden darf, so muß =Ae=, =Oe=, =Ue= stets

zweisilbig sein, und es kann z. B. #Aeronaut# nur viersilbig gelesen

werden.

Auch sonst wende man das Trema nur an, wo man glaubt, der unrichtigen

Aussprache des Geschriebenen vorbeugen zu müssen, z. B. etwa in Aï

(Faultier), nicht aber bei Rhomboid, Atheist, Wörtern, die nicht

leicht jemand falsch, d. h. zweisilbig aussprechen wird. Die amtlichen

Regelbücher thun des Trema gar keine Erwähnung.

Grammatisches.

Der Wunsch, bei jedem Worte über die Schreibung aller irgend welche

Schwierigkeit bietenden Formen desselben Auskunft zu geben, führte

dazu, bei ganzen Kategorieen von Wörtern die Anwendung gewisser Regeln

auf die bezüglichen Formen durch Anführung der Formen selbst zu

veranschaulichen.

Das erschien in erster Linie wünschenswert bei den Wörtern, deren Stamm

auf einen S-Laut oder auf =sch= ausgeht, und zwar nicht nur, weil die

Schreibung der S-Laute in den verschiedenen Formen eines und desselben

Stammes an sich schon Schwierigkeiten bietet, sondern besonders auch

noch, weil das Regelbuch S. 6, § 6,4, Anm. einige Regeln giebt, die von

Ungeübten leicht mißverstanden werden können.

•Verkürzte Formen von Wörtern, deren Stamm auf einen S-Laut oder sch

ausgeht.•

Die betreffenden Regeln lauten wörtlich: „Wenn vor dem =st= der zweiten

Person der Vokal fehlt, so schreibt man nach einem vorhergehenden

S-Laut oder nach einem =sch= nur =t=; z. B. du #läßt#, #wächst#, #ißt#,

#wäscht#, #sitzt#.

Ähnlich werden die Superlative #größte#, #beste# und die Superlative

der Adjektive auf =isch= gebildet, z. B. der #närrischte#.

Sonst meidet man die verkürzten Superlative von Adjektiven, deren Stamm

auf einen S-Laut oder ein =sch= ausgeht; z. B. #süßeste#, #frischeste#.“

Fassen wir zunächst den ersten Satz, der mehrfach zu irrigen

Folgerungen Anlaß gegeben hat, ins Auge, so ergiebt sich als der

Sinn desselben zweifellos folgendes: Wenn bei Stämmen, die auf einen

S-Laut oder ein =sch= ausgehen, die Endung der zweiten Person =est=

den Vokal =e= einbüßt, so wird das übrigbleibende =st= im Anschluß

an den vorhergehenden S-Laut, beziehungsweise an das vorhergehende

=sch= in ein =t= verwandelt; man schreibt also nicht: du #läß=st=#,

#wächs=st=#, #iß=st=#, #wäsch=st=#, #sitz=st=#, sondern: du #läß=t=#,

#wächs=t=#, #iß=t=#, #wäsch=t=#, #sitz=t=#. Daß das =e= der zweiten

Person ausfallen #müsse#, ist damit keineswegs gesagt (vgl. Wilmanns’

Kommentar). Die Belehrung darüber, ob und wann das geschehen dürfe,

hat der Verfasser des #Schul#buchs, der #lediglich orthographische#

Anweisung zu geben beabsichtigte, dem #grammatischen# Unterricht des

#Lehrers# überlassen.

Für #unser# orthographisches Wörterbuch, das den Lehrer überflüssig

machen soll, mußte diese grammatische Belehrung aber gegeben werden.

Da das ganze Buch darauf berechnet ist, durch bloßes Aufschlagen des

betreffenden Wortes sofort das Richtige finden zu lassen, so genügte

es nicht, in den Vorbemerkungen im Zusammenhang die entsprechende

Vorschrift zu geben; der Verfasser hat vielmehr bei #jedem# hierher

gehörigen Verbum die abgekürzten Formen, welche unbedenklich gebraucht

werden können, angeführt. Wenn daher z. B. bei „essen“ steht: du

issest und ißt, er ißt; du aßest, so heißt das: die zweite Person des

#Präsens# darf in der abgekürzten Form, welche der dritten Person

völlig gleichlautend ist, unbedenklich gebraucht werden; dagegen ist

die abgekürzte Form der zweiten Person des Imperfekts: du aßt statt du

aßest, welche dem Wortlaut der obigen Regel nach auch zulässig ist,

nämlich #wenn# das =e= der Endung ausfällt, zu vermeiden, #weil# eben

das =e= der Endung im Imperfektum in der Regel #nicht# ausfällt, es

sei denn, daß man etwa mit Absicht den Ton der niedern Volkssprache,

z. B. in einer Posse oder in einem komischen Gedicht niederer Gattung,

wiedergeben will. Hier sei noch ergänzend bemerkt, daß auch im

#Präsens# die abgekürzte Form keineswegs der vollen #vorzuziehen# ist;

die letztere behauptet vielmehr in der #edlern# Sprache entschieden den

Vorrang.

Der zweite Satz der Regel ist nicht hypothetisch gefaßt, sondern

enthält eine apodiktische Regel, denn er sagt: „Ähnlich“ -- d. h. indem

man das nach Ausfall des =e= übrigbleibende =st= der Endung in bloßes

=t= verwandelt -- „werden die Superlative der Adjektive auf =isch=

gebildet“. Streng genommen hat der Lehrer der Orthographie hier seine

Befugnis überschritten, indem er die Auslassung des =e= aus der Endung

=est= im Superlativ der Adjektive auf =isch= verlangt hat. Man kann

selbst zweifelhaft sein, ob es statt „gebildet“ nicht besser geheißen

hätte „behandelt“; dann wäre für die Bildung der vollen Formen, z. B.

der närrischeste, die wir keineswegs für unzulässig halten, Raum

geblieben. Aber wie die Regel einmal dasteht, verlangt sie überall die

Form =ischte=, die ja auch in der That in überwiegendem Gebrauche ist.

Demgemäß haben wir bei jedem Adjektiv auf =isch=, wenn es überhaupt

steigerungsfähig ist, die Superlativform auf =ischte= angegeben[4].

Der letzte Satz endlich sagt, daß man bei andern Adjektiven mit Stämmen

auf =sch= (z. B. frisch, rasch) sowie bei solchen, deren Stamm auf

einen S-Laut ausgeht, die verkürzte Form (d. h. =t= statt =est=)

„meide“. Der vorsichtige Ausdruck „man meidet“ bezeichnet die vollen

Formen als die entschieden üblichen, ohne doch die abgekürzten als

unbedingt falsch zu bezeichnen. Mit der Zulässigkeit ihres Gebrauchs

verhält es sich ähnlich wie mit derjenigen der abgekürzten Form der

zweiten Person des Imperfekts. Es gilt daher das soeben von dieser

Gesagte auch von jenen. Formen z. B. wie „am heißten“ statt „am

heißesten“ sind nur in der Wiedergabe der niedern Volkssprache, oder

wo das metrische Bedürfnis die kürzere Form erheischt, zulässig,

und wir haben daher, zumal da die angeführte Form im amtlichen

Wörterverzeichnis jetzt gestrichen ist, bei allen hierher gehörigen

Adjektiven nur die unverkürzte Form angegeben. Vgl. Wilmanns’

Kommentar[5].

•Flexion starker und unregelmäßiger Verba.•

Was die weiteren grammatischen Belehrungen in Bezug auf die

Verbalformen betrifft, so hat der Verfasser es auf Grund seiner

langjährigen Erfahrung im Lehramte für nützlich gehalten, bei allen

stark oder unregelmäßig flektierenden Verben die ablautenden Formen,

das Präsens, das Imperfekt, das Partizip und den Imperativ, ferner,

wo Umlaut oder Ablaut eintritt, auch den Konjunktiv des Imperfekts

anzugeben; z. B. sterben; du stirbst; du starbst, _conj._ stürbest;

gestorben; stirb!; wenden; du wandtest u. wendetest, _conj._ wendetest;

gewandt u. gewendet. Wo die regelmäßige schwache Flexion stattfindet,

ist nichts bemerkt; nur ist bei den mit Präpositionen zusammengesetzten

Zeitwörtern das Partizip regelmäßig angeführt.

•Flexion der Substantiva. -- Bildung der Feminina und Diminutiva.•

Bei den Substantiven ist regelmäßig das Genus, der Genitiv, der Plural

und, wo es nützlich schien, die Femininform angegeben, z. B. Zauberer,

Zauberin. In betreff des Plurals der Feminina sei hier noch bemerkt,

daß die Endung =-in= regelmäßig in =-innen= verwandelt wird.

Die Diminutivform ist dem Substantiv in der Regel hinzugefügt, wo die

Bildung derselben irgend etwas Bemerkenswertes bietet, also z. B. wenn

zwischen Stamm und Endung die Ableitungssilbe =el= eingeschoben ist

(Ding, Dingelchen), wenn Umlaut eintritt, z. B. Ast, Ästchen, oder wenn

gegen die Regel der Umlaut unterbleibt, z. B. Frau, Frauchen.

•Flexion der Eigennamen.•

Da aus Gründen der Raumersparnis nur eine beschränkte Anzahl von

Eigennamen aufgenommen werden konnte, so halten wir es für angemessen,

die wichtigsten Regeln über die Flexion der Eigennamen hier kurz

zusammenzustellen.

•-- Genitiv.•

Eigennamen ohne Artikel, seien es Personennamen oder geographische

Namen, bilden den Genitiv durch Anhängung von =s=; z. B. Hermanns,

Berthas, Hessens, Kölns.

Personennamen, die auf einen S-Laut (=s=, =ß=, =x=, =z=) oder =sch=

ausgehen, nehmen statt des =s= einen Apostroph an, z. B. Voß’ (Werke),

Sokrates’ (Tod), oder die Endung lautet =ens=, z. B. Fritzens, Maxens,

Franzens.

Diese Genitivendung =ens= ist jedoch fast nur noch bei Vornamen

üblich, während man bei Familiennamen sowie bei fremden Eigennamen

die Bezeichnung des Genitivverhältnisses durch den bloßen Apostroph

vorzieht. Insbesondere vermeide man diese Genitivform bei solchen

Familiennamen und fremden Namen, die auf =s= oder =ß= ausgehen, weil

diese Buchstaben vor =ens= verändert werden müßten, wodurch der Name

etwas Fremdartiges erhalten würde. Man schreibe also: Voß’, Claudius’,

Demosthenes’, nicht etwa: Vossens, Claudiussens, Demosthenessens Werke.

Dagegen ist zulässig: Horazens.

Die auf ein unbetontes =e= ausgehenden Personennamen #können# den

Genitiv durch Anhängung von =ns= bilden, z. B. Amaliens, Goethens.

Ebenso richtig und bei den Familiennamen jetzt üblicher ist die Form

mit bloßem =s=, also Amalies, Goethes.

Daß ein Genitiv auf =ens= bei Appellativbegriffen unzulässig ist,

folgt aus der Beschränkung obiger Regel auf #Eigennamen# von selbst,

mag aber noch besonders hervorgehoben werden, weil in manchen Gegenden

Deutschlands falsche Formen, wie #Arztens#-Witwe, #Profossens#-Ehefrau

etc., nicht selten vorkommen.

Geographische Namen, die auf einen Zischlaut ausgehen, nehmen in der

Regel keine Flexionszeichen an; man bezeichnet bei denselben das

Genitivverhältnis durch Hinzufügung eines Gattungsnamens, z. B. der

Stadt Graudenz, der Landschaft Argolis, oder durch die Präposition

#von#, z. B. die Umgegend von Graudenz, die Bewohner von Argolis.

Wenn Personennamen mit dem Artikel stehen, so bleiben sie unflektiert,

z. B. des Karl, des Fritz, der Julie, des Cäsar, des Antonius, eines

Cicero, eines Sokrates; ebenso, wenn noch ein Attribut hinzutritt,

z. B. des großen Karl, des Kaisers Karl, der Kaiserin Augusta.

•-- Dativ und Accusativ.•

Als Endung für den Dativ und Accusativ von Eigennamen galt früher =en=

oder =n=, z. B. gieb Wilhelmen das Buch, ich habe Friederiken gesehen.

Jetzt ist diese Endung veraltet, und der Dativ und Accusativ erhalten

kein Flexionszeichen.

•-- Plural.•

Da der Plural von Eigennamen selten gebraucht wird, so lassen sich aus

dem Gebrauche nur schwer allgemein gültige Regeln feststellen. Doch

beachte man folgendes:

Männliche Personennamen, die auf einen Konsonanten ausgehen, haben

in der Regel =e=, z. B. zwei Wilhelme, Friedriche, Konrade, Felixe;

zuweilen =s=, z. B. zwei Karls; zuweilen bleiben sie unflektiert, z. B.

zwei Alexander.

Weibliche Personennamen, die auf unbetontes =e= ausgehen, nehmen immer

=n= an; z. B. Marieen, Brunhilden, Julien.

Namen, die auf einen vollen Vokal ausgehen, nehmen fast immer ein =s=

an, z. B. zwei Emmas, die Tassos; doch nehmen einige auf =o=, indem sie

sich an das Lateinische anlehnen, ein =nen= an, z. B. die Scipionen,

die Ottonen.

Vereinzelt merke man, daß bei dem Namen #Jesus Christus# meist die

lateinische Flexion beibehalten wird: Jesus Christus, Jesu Christi,

Jesu Christo, Jesum Christum.

•Genitiv und Plural der Fremdwörter.•

Bei den Fremdwörtern sind nicht selten zwei Formen für den Genitiv und

den Plural angegeben. Das war leider notwendig, weil die Deklination

der Fremdwörter im Deutschen fast ganz ungeregelt ist und ein fester

Gebrauch sich nicht immer nachweisen ließ.

•Flexion substantivierter Adjektive und Partizipien.•

Zwischen den Substantiven und den Adjektiven steht eine Gruppe von

Wörtern, die zwar substantivisch gebraucht werden, aber in ihrer

Flexion noch ihre Herkunft von Adjektiven oder Partizipien verraten und

wie solche flektiert werden; z. B. der #Einjährige#, die Einjährigen;

ein Einjähriger, (mehrere) Einjährige. Auch das Wort #Beamte#,

verkürzt aus Beamtete, gehört zu dieser Gruppe und ist daher ebenso zu

behandeln. Die gebräuchlichsten der hierher gehörigen Wörter sind in

das Wörterbuch aufgenommen.

•Komparationsformen der Adjektive.•

In betreff der Adjektive ist nur zu bemerken, daß das Wörterbuch

überall die Komparation angiebt, wo dieselbe irgend welche

Schwierigkeit bietet, insbesondere auch wo die Stammsilbe einen Vokal

enthält, der den Umlaut zuläßt.

•Substantive klein geschrieben.•

Bei denjenigen Substantiven, die allein oder in Verbindung mit andern

Wörtern ihre substantivische Funktion ganz oder teilweise eingebüßt

haben, indem sie in andere Wortklassen übergehen, wie Trotz, Kraft,

Willen, Anfang, Abend, Morgen, oder mit andern Wörtern #einen# Begriff

bilden, wie #Haus# in haushalten, ist angegeben, ob sie in solchen

Fällen mit großen oder kleinen Anfangsbuchstaben zu schreiben sind, und

ob sie mit dem zu ihnen gehörigen Worte zusammen geschrieben werden

dürfen. Jedoch sind die hier angegebenen Schreibungen nur als solche

zu betrachten, die auf Grund des amtlichen Regelbuchs unbedenklich

angewendet werden dürfen, ohne doch Anspruch auf ausschließliche

Gültigkeit zu haben.

•Von Personennamen abgeleitete Adjektive klein geschrieben.•

Nach dem Vorgang des preußischen Regelbuchs, welches „lutherische

Kirche“ schreibt, und in Übereinstimmung mit dem vorwiegenden Gebrauch

sind die von Personennamen abgeleiteten Adjektive klein geschrieben,

wenn man bei denselben mehr an eine Eigenschaft als an die Herkunft

von den betreffenden Personen zu denken pflegt, also z. B. nicht

nur #ciceronianische Beredsamkeit#, #katonische Strenge#, sondern

auch #pythagoreischer Lehrsatz#, #voltaische Säule#. Da die Grenze

nicht immer scharf zu ziehen ist, so haben auch die hier getroffenen

Entscheidungen keinen Anspruch auf ausschließliche Gültigkeit.

•Auslassung des e in Nachsilben.•

Endlich erwähnen wir noch, daß bei solchen Wörtern, welche neben

der Stammsilbe zwei Nachsilben haben, von denen die erste den Vokal

=e= bietet, wenn es nützlich schien, angegeben ist, daß dieses =e=

ausfallen kann; z. B. #Abwechselung# und #Abwechslung#. Hier möge zur

Ergänzung noch die allgemeine Regel Platz finden, daß die Nachsilben

=el=, =en=, =er= vor einer zweiten Nachsilbe in vielen Wörtern

regelmäßig ihr =e= verlieren und fast überall es verlieren #können#.

Ist die zweite Nachsilbe =en= oder =em=, so kann auch diese ihr =e=

aufgeben, während die erste es alsdann behält. So sind für manche

Wörter drei Formen möglich, z. B. anderen, andren und andern; edelen,

edlen und edeln; unseren, unsren und unsern; heiterem, heitrem und

heiterm; doch sind die an letzter Stelle genannten Formen #andern#,

#edeln#, #unsern#, #heiterm# vorzuziehen.

Einrichtung des Wörterbuchs.

Zwei oder mehrere verschiedene Schreibungen, welche in gleicher Schrift

nebeneinander stehen, sind gleichberechtigt; z. B. #Façade#, #Fassade#.

Die einfache Verweisung bedeutet, daß die erstere Schreibung nur

zulässig, die zweite besser ist; z. B. #Axe# s. Achse, d. h. die

Schreibung ›Achse‹ ist vorzuziehen.

Steht vor dem ersten Worte einer Verweisung eine eckige Klammer, so ist

diese Schreibung verwerflich; z. B. [#ächt# s. echt, d. h. man schreibe

›echt‹ und nicht ›ächt‹.

Wenn bei einem andern Worte weitere Angaben, die auch auf das

Schlagwort Anwendung finden, gesucht werden sollen, steht: vgl.; z. B.

#knitschen#, vgl. kni[e]tschen, d. h. die betreffenden Flexionsformen

sind bei ›kni[e]tschen‹ zu finden; #siebentel#, vgl. fünftel, d. h.

bei ›fünftel‹ sind mehrere Beispiele wegen des etwaigen Groß- oder

Kleinschreibens gegeben. Auch sonst ist durch „vgl.“ oder „s.“ nicht

selten auf Artikel verwiesen, um auf ähnliche Erscheinungen aufmerksam

zu machen; z. B. #Sahlweide#, vgl. #Schalksknecht#. Um dieselbe

Erklärung nicht zweimal zu geben, ist bei gleichberechtigten Formen

durch „s. d.“ von der einen auf die andre verwiesen; z. B. Salweide,

Sahlweide s. d.

Was in eckige Klammern [] eingeschlossen ist, kann beliebig gesetzt

oder weggelassen werden; z. B. Kem[e]nate, d. h. Kemnate oder Kemenate

sind gleich richtig.

Horizontaler Strich vertritt das Schlagwort buchstäblich, z. B. Kehle,

die; _, _n, d. h. der Kehle, die Kehlen; wird das Schlagwort bei der

Flexion geändert, so ist es entweder vollständig (mit der betreffenden

Veränderung) wiedergegeben, oder der veränderte Schlußteil desselben

mit vorhergehenden zwei Punkten, die den unveränderten Teil ausdrücken;

z. B. Gesang, der; _[e]s, ..sänge, d. h. des Gesang[e]s, die Gesänge.

Abkürzungen.

_acc._ bedeutet: Accusativ

Anm. „ Anmerkung

_conj._ „ Konjunktiv

_dat._ „ Dativ

d. h. „ das heißt

_gen._ „ Genitiv

m. P. „ männlicher Personenname

_pl._ „ Plural

S. „ Seite

s. „ siehe

s. d. „ siehe dies

u. „ und

etc. „ und so weiter; auch: und ähnliches

vgl. „ vergleiche

vgl. d. „ vergleiche dies

w. P. „ weiblicher Personenname

z. B. „ zum Beispiel

Zuss. „ Zusammensetzungen

Sonstige Abkürzungen, insbesondere auch die zur Angabe der Herkunft

eines Wortes verwendeten, wie lat., griech. etc., erklären sich von

selbst, nur ist zu bemerken, daß „neulat.“ bedeutet: es liegt ein Wort

zu Grunde, welches erst nach dem Untergang des Lateinischen als einer

lebenden Sprache nach lateinischer Weise gebildet worden ist. Es ist

also zwischen Mittellatein und Neulatein nicht unterschieden.

Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache · 第 4 / 35 题