Philosophisch-deistische und theosophische Anschauungen.
Zu den philosophisch-religiösen Anschauungen rechnen wir diejenigen
Lehren, bei denen Gott oder die Gottheit, oder eine wie eine Gottheit
wirkende Seele, den Mittelpunkt der Annahmen bildet, und wo zugleich
die Ordnung von Welt und Leben nach philosophischen Gesichtspunkten
betrachtet wird, rein religiöse Willkür ausschließend. Das Religiöse
lehnt sich an den Glauben, das Philosophische teils an Naturerkenntnis,
teils an metaphysische Begriffe an und strebt, alles mehr der ruhigen
Vernunft anzupassen. Manche der Anschauungen, die wir in diesem Buche
kennen lernen werden, liegen fast ganz im Bereiche der Dichtung. Eigen
ist ihnen allen aber die Erhöhung des Gottes- und des Seelenbegriffes
und die Bemühung, zwischen diesen Begriffen und der Welt mit dem
Menschen eine Verbindung herzustellen, die jenen Begriffen nicht zu
nahe tritt und doch Welt und Menschheit in keine zu unwürdige Stellung
bringt, ja im Gegenteil, Welt und Menschheit möglichst an jene Begriffe
anschließt. Die theosophischen Anschauungen haben ihre Grundlage, außer
im Glauben, in der Intuition.