Seine Stimme schien sich wo anklammern zu wollen.
Dann wurde er ruhig und lächelte.
Komm zu mir, dachte er, ich will dich streicheln, ist es auch meine Schuld
. .
Er schlief wieder ein.
Doch bald schrie er auf, er krallte sich in die Mauer ein.
»Du hast mich zu Boden getreten, du . .«
Er besänftigte sich: Wer hilft mir, eigentlich wer und wozu?
Er lachte grimmig. Heee . . . .
Niemand antwortete.
Habe ich etwas getan, dachte er, und was? Heee . . . .
Er lauschte.
Dann flehte er: Sprich wieder . . . Zwar kennst du mich nicht. Und
trotziger: Nein, du -- -- du nicht und ihr alle nicht.
Er lachte und ballte die Fäuste. Wie gegen Erinnerungen. Stunden
verflossen. Vielleicht waren es Tage.
Kinder standen in der Gasse. Der Herzog brüllte und lachte und stöhnte. Es
klang immer wie eine Erlösung nach einem verzweifelten Kampf.
Das kann eine schlimme Sache werden, dachten die Krämer und kratzen sich am
Kopf. Am nächsten Morgen tupfte der Böttcher Kunze sich seinen Brummschädel
und dachte: diesmal geht es noch. Der Mützenmacher Glatzel erhob sich
gähnend aus einem Winkel. Der Bürgermeister kroch zu seinem Weibe und
dachte: bald wird wieder Ruhe sein. Und so weiter.
Um diese Stunde schlichen Fleischergesellen zum Herzog und schlugen ihm den
Kopf ab.
Man weiß nicht, ob er sich gewehrt oder gelacht oder geseufzt oder sonst
irgendetwas getan und gesagt hat.
Nachschrift.
Viel ist nicht mehr zu sagen.
Ein Gesindel von Geschichts- und Geschichtenschreibern ist an die Arbeit
gegangen. Manche sind genauer . . und viele haben damit recht. Was tut's.
Mancherlei ist vom tollen Nikolaus im Umlauf.
In Neiße liegen darüber Aktenbündel, und ein verrostetes Schwert wird
gezeigt, vielleicht auch ein Bild, wie Nikolaus auf dem Marktplatz
enthauptet wird. Vielleicht hat dabei auch ein Glöcklein geläutet. Das muß
spaßhaft gewesen sein.
Vielleicht wird erzählt, daß Frau Bertha mit Roß und Reisigen wutschnaubend
in Neiße eingezogen ist oder auch wehklagend. (Mit Roß und Reisigen.)
Sicherlich sind auch Boten gekommen, vielleicht kam einer gesprengt mit
verhängtem Zügel durch das Stadttor um die Morgenstunde und hat geschrieen:
Haaalt . . haltet ein . . . Aber aber . . . . Vielleicht ist mit dem
Bürgermeister noch etwas geschehen. Das kommt vor.
Aber man wird verstehen, daß das alles nichts zu sagen hat.