von
Gustav Falke.
Die Geigen girren leise,
die Flöten flüstern so fein,
die Masken dreh’n sich im Kreise,
plump fährt die Pauke drein.
Die Bläser blähen die Backen,
das Bombardon poltert wie wild,
da dreht sich auf zierlichsten Hacken
auf einmal das zierlichste Bild.
Ein Seufzer der Klarinette,
ein zärtliches Ach der Obo;
Tanze mit mir, Pierette!
-- Kein Füßchen tanzte je so.
Die Geigen girren leise,
die Flöten flüstern so fein,
die Masken drehn sich im Kreise,
ein Pfropfenknall fährt drein.
Die Bläser blähen die Backen,
das Bombardon winselt wie wund.
Den Arm um den reizendsten Nacken,
such’ ich den reizendsten Mund.
Ein Seufzer der Klarinette,
ein zärtliches Ach der Obo;
Küsse mich, Pierette!
-- Kein Mündchen küßte je so.
Druck von Grimme & Trömel in Leipzig.
[Illustration: F594 I 09: 50.000]
Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung.
Die Stiftung ist ein rein gemeinnütziges Unternehmen unter Ausschluß
aller privaten Erwerbsinteressen. Ihr Zweck ist, „hervorragenden
Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des
deutschen Volkes zu setzen“ und durch Verbreitung guter Bücher
der schlechten Literatur den Boden abzugraben. Sie begann ihre
+Tätigkeit+ i. J. 1903 damit, daß sie an 500 Volksbibliotheken je
20 Bände verteilte, unter denen sich z. B. Fontanes „Grete Minde“ --
M. v. Ebner-Eschenbachs „Gemeindekind“ -- eine Auswahl der „Deutschen
Sagen“ der Brüder Grimm -- Roseggers „Als ich noch der Waldbauernbub’
war“ befanden. Die zweite Bücherverteilung umfaßte 40 Werke (in 23
Bände gebunden) in je 750 Exemplaren -- die dritte 42 Bücher (31 Bände)
in je 750 Exemplaren -- die vierte 43 Bücher (36 Bände) in je 800
Exemplaren, die fünfte 28 Bücher (25 Bände) in je 900 Exemplaren.
Abzüge des +Werbeblatts+, des letzten Jahresberichts, auch des
Aufrufs und der Satzungen usw. werden von der Kanzlei der Deutschen
Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel gern unentgeltlich
übersandt. -- Die Stiftung hatte 1905 erst 934 Mitglieder, im Jahre
1906 schon 3.688, 1907 6.500, Ende 1908 9.161. Sie führt diesen
Aufschwung auf das allgemeine Wachsen des Kulturinteresses zurück und
bittet alle Freunde, ihr durch Zusendung von Adressenmaterial an ihr
Werbeamt bei der Ausnutzung dieser Wendung zum Besseren zu helfen.
Die Stiftung erbittet besonders jährliche, aber auch einmalige
Beiträge. +Für Jahres-Beiträge von 2 Mk.+ aufwärts gewährt die
Stiftung durch Übersendung eines Einzelbandes ihrer „Hausbücherei“
oder ihrer „Volksbücher“ oder des Schillerbuches Gegenleistung. Wer
25 Mark Jahresbeitrag zahlt, erhält auf Wunsch alle im gleichen Jahre
erscheinenden Bände der „Hausbücherei“.
Die +Beiträge+ werden in jeder Höhe entgegengenommen von der
Deutschen Bank, Berlin, und ihren sämtlichen Zweiganstalten und
Depositenkassen -- Postscheckkonto Hamburg Nr. 737 -- der k. k.
Postsparkasse, Wien [auf Konto Nr. 859112] -- und der Stiftung selbst
in Hamburg-Großborstel.
Alle +Briefe+, +Anfragen+ usw. werden unpersönlich mit der Aufschrift
„Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg-Großborstel“ (möglichst
unter Hinzufügung der betr. Abteilung) erbeten.
Man verlange die erwähnten Drucksachen.
[Illustration]