Aus „Des Knaben Wunderhorn“ 25

Einleitung.

Es könnte wohl als selbstverständlich scheinen und ist doch wohl nicht

ganz unnötig, hier einleitend zu betonen, daß ein Band humoristische

Gedichte, von der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung herausgegeben,

seinen besonderen Charakter haben wird, daß manch einer nach dem Titel

vielleicht ein anderes Buch vermuten wird, als er es hernach findet. Es

wird sich hier nicht lediglich um eine Sammlung von spaßigen Schnurren

handeln können, mögen auch solche Schnurren in guter Zahl darin

vertreten sein. Die da Aufnahme gefunden haben, haben sich indes auch

immer ausweisen müssen, daß sie mehr bieten konnten als eine Anekdote,

bei der der Spaß, die Pointe am Schluß das allein Wertvolle, weswegen

es sich verlohnte, die Geschichte überhaupt anzuhören. Hier soll die

Schnurre schon schnurrig sein +vor+ dem Schluß, der Humor soll bereits

in der ganzen Behandlung des Stoffs, ja gar schon in der äußern Form

des Gedichts liegen.

Doch ist nun mit solchen Schnurren das Reich des Humors keineswegs

zu Ende, sondern es erstreckt sich viel, viel weiter. Wo immer der

Widerstreit zwischen Idee und Wirklichkeit zutage tritt, da hat er auch

sein Banner mit der „lachenden Träne“ aufgepflanzt. Grenzstreitigkeiten

können sich allerdings jeweilig ergeben mit der benachbarten Satire.

Auch für diese Sammlung bestand die Aufgabe, nach dieser Seite hin

die richtige Grenze zu ziehen. Sie dürfte wohl im großen und ganzen

getroffen sein, wo nach dem Grundsatz verfahren ward, Gedichte von

tendenziösem und didaktischem Charakter beiseite zu lassen. Bei dem

Satiriker herrscht das ethische Moment vor, er zeigt den Abstand von

Idee und Wirklichkeit, „die Menschen zu bessern und zu bekehren“, er

will reizen und anstacheln; und auch, wo er alle Hoffnung fahren läßt,

nach der Seite der Tat hin etwas zu erreichen, da noch mit bitterm

Spott und Hohn klagt er und klagt er an, wie die ideale Forderung

so schlecht gedeckt wird. Der Humor aber bleibt im Gebiet des rein

Ästhetischen, er nimmt den Gegensatz zwischen Idee und Wirklichkeit,

ob auch jeweilig mit wehmütiger Resignation, als unabänderlich gegeben

hin. Dieser Kontrast zwischen der Idee und ihrer Erscheinungsform

reizt ihn rein als künstlerisches Motiv, und wie er resigniert sich

bescheidet, erwächst ihm aus seinem Bescheiden ein tiefer, frommer

Optimismus, eine bejahende Freude, daß doch noch in allem Niedrigen

und Widrigen der Welt, durch alle Krümmungen und Verzerrungen hindurch

die Herrlichkeit der Idee sich offenbart. Und wo er auch ihres Glanzes

nur einen matten Schimmer und ein flüchtiges Aufleuchten gewahrt, ist

er darob gleich bereit, dem ganzen peinlichen Erdenrest zu vergeben.

Wenn solcher Art sein Spott keine Gebrechen und Schwächen verschont,

so wirkt der Humor doch bei alledem mild und versöhnend, er weiß zu

verstehen und zu verzeihen und läßt keinen Stachel zurück. So gleicht

er jener heiligen Lanze, die die Wunden, die sie geschlagen, auch

selbst wieder zu heilen vermochte.

Wo irgendwie in dieser Sammlung jedennoch das Element des Didaktischen,

Tendenziösen, Satirischen sich geltend macht, da wird es nur als ein

sekundäres Element erscheinen gegenüber dem vorherrschenden des reinen

Humors, der jenes unterworfen und bewältigt hat. Natürlich konnte das

Didaktische in dem Falle ohne weiteres seinen Platz beanspruchen, wo

die Didaktik darauf hinausläuft, den Humor als Weltanschauung zu lehren

und zu feiern. Doch wird auch wohl bei manchen Fabeln und Schnurren,

wie sie hier aufgenommen, schließlich noch irgendeine Weisheit mit

behaglich überlegenem Schmunzeln zugegeben; der Dichter drapiert sich

als Weiser, der, nur diese Weisheit zu beweisen, die Geschichte erzählt

hat, doch der Schalk guckt ihm dabei über die Schulter. Und in dem

Schillerschen Poem vom „Pegasus im Joche“ -- dem einzigen Gedichte

unseres großen Meisters, das für diese Sammlung sich eignete, einem

Gedichte, das recht als ein Grenzstein sich eignet, bis wohin deren

Gebiet abgesteckt werden konnte -- wird alles bittere Satirische

schließlich überflutet und überstrahlt von der Sonne des reinen

Humors; wie am Ende der Hippogryph sieghaft emporsteigt und seinen

Flug nach oben nimmt in reinere Lüfte, weit über alle Erdenschwere und

Misere hinweg, so schwingen auch wir uns empor, alle Tendenz und die

ernste Schwere des Gedankens dahinter lassend, in die Höhe der reinen

Imagination, in jene heitern Regionen, wo die reinen Formen wohnen.

Innerhalb der so gegebenen Grenze erscheint nun hier der Humor

nach all seinen mannigfachen Ausstrahlungen und Spielarten. Die da

zusammengetreten sind, um für dieses Buch zu sammeln und zu sichten[1],

sind sorglich bedacht und bemüht gewesen, daß keine der Varianten zu

kurz kommen möge. So findet sich denn hier der trockene und der feuchte

Humor, der wein- wie der tränenfeuchte, der zierliche und der derbe

und biderbe, der leise und der überschäumende, der innige und der

unsinnige, neben der behaglichen Schnurre steht der kaustische Witz,

neben dem leicht graziösen Scherz jener erhabene tiefste Humor, der

alles liebt und alles segnet; auch fehlen nicht jene Schöpfungen einer

ungebundenen phantastischen Laune, jene Capriccios und Grotesken,

wie die vor allem sie schätzen, denen gegeben ward, Welt und Dasein

ironisch zu nehmen und „des Lebens Unverstand mit Wehmut zu genießen“.

Hinsichtlich der Reihenfolge der Gedichte ist als das beste befunden

worden, im allgemeinen chronologisch zu verfahren, ohne indes in jedem

einzelnen Fall sich mit ängstlicher Genauigkeit an dies Verfahren zu

binden, wenn nach dem Charakter des Dichters oder des Gedichts eine

Abweichung davon geschmackvoller und daher gebotener erschien.

Und so ist reiche Auswahl geboten; jeder, der irgendwie Sinn für echten

Humor besitzt, wird finden, was ihm mundet. Sollten indes etwa etliche

zarte Seelchen aufstehen und klagen und maulen, daß einige Stücke

ihnen nicht munden wollen, weil der Humor darin zu keck und saftig und

gewürzt sei, als daß ihre empfindlichen Mägen dies vertragen könnten --

ja -- wie heißt es noch in Shakespeares köstlicher Komödie? -- „Meint

ihr, weil ihr tugendhaft seid, sollte es in der Welt keine Torten und

keinen Wein mehr geben? -- Das soll’s, bei Sankt Kathrinen! und der

Ingwer soll euch noch im Munde brennen.“

+Hamburg+, Oktober 1908. +William Meyer.+

Vom Wasser und vom Wein.

Aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Mündlich.

Ich weiß mir ein Liedlein hübsch und fein,

wohl von dem Wasser, wohl von dem Wein,

der Wein kann ’s Wasser nit leiden,

sie wollen wohl alleweg streiten.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man führt mich in alle die Länder hinein,

man führt mich vors Wirt sein Keller

und trinkt mich für Muskateller.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

ich laufe in alle die Länder hinein,

ich laufe dem Müller ums Hause,

und treibe das Rädlein mit Brause.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man schenkt mich in Gläser und Becherlein,

und trinkt mich für süß und für sauer,

der Herr als gleich wie der Bauer.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

man trägt mich in die Küche hinein,

man braucht mich die ganze Wochen

zum Waschen, zum Backen, zum Kochen.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man trägt mich in die Schlacht hinein,

zu Königen und auch Fürsten,

daß sie nicht mögen verdürsten.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

man braucht mich in den Badstüblein,

darin manch schöne Jungfraue

sich badet kühl und auch laue.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

Bürgermeister und Rat insgemein

den Hut vor mir abnehmen

im Ratskeller zu Bremen.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

man gießt mich in die Flamm hinein,

mit Spritz und Eimer man rennet,

daß Schloß und Haus nicht verbrennet.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man schenkt mich den Doktoren ein,

wenns Lichtlein nit will leuchten,

gehn sie bei mir zur Beichte.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

zu Nürnberg auf dem Kunstbrünnlein,

spring ich mit feinen Listen

den Meerweiblein aus den Brüsten.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

ich spring aus Marmorbrünnelein,

wenn sie den Kaiser krönen,

zu Frankfurt wohl auf dem Römer.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

es gehn die Schiffe groß und klein,

Sonn’, Mond auf meiner Straßen,

die Erd’ tu ich umfassen.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man trägt mich in die Kirch’ hinein,

braucht mich zum heiligen Sakramente,

dem Menschen vor seinem Ende.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

man trägt mich in die Kirch’ hinein,

braucht mich zur heiligen Taufen,

darf mich ums Geld nicht kaufen.

Da sprach der Wein: Bin ich so fein,

man pflanzt mich in die Gärten hinein,

da laß ich mich hacken und hauen,

von Männern und schönen Jungfrauen.

Da sprach das Wasser: Bin ich so fein,

ich laufe dir über die Wurzel hinein,

wär’ ich nicht an dich geronnen,

du hättst nicht können kommen.

Da sprach der Wein: Und du hast recht,

du bist der Meister, ich bin der Knecht,

das Recht will ich dir lassen,

geh du nur deiner Straßen.

Das Wasser sprach noch: Hättst du mich nicht erkannt,

du wärst sogleich an der Sonn’ verbrannt! --

Sie wollten noch länger da streiten, --

da mischte der Gastwirt die beiden.

Des Antonius von Padua Fischpredigt.

Aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Nach Abraham a St. Clara. Judas der Erzschelm.

Antonius zur Predigt

die Kirche findt ledig,

er geht zu den Flüssen

und predigt den Fischen;

sie schlag’n mit den Schwänzen,

im Sonnenschein glänzen.

Die Karpfen mit Rogen

sind all hierher zogen,

haben d’ Mäuler aufrissen,

sich Zuhörens beflissen:

kein Predig niemalen

den Karpfen so g’fallen.

Spitzgoschete Hechte,

die immerzu fechten,

sind eilend herschwommen

zu hören den Frommen:

kein Predig niemalen

den Hechten so g’fallen.

Auch jene Phantasten,

so immer beim Fasten,

die Stockfisch ich meine,

zur Predigt erscheinen.

Kein Predig niemalen

den Stockfisch so g’fallen.

Gut Aalen und Hausen,

die Vornehme schmausen,

die selber sich bequemen,

die Predigt vernehmen:

kein Predig niemalen

den Aalen so g’fallen.

Auch Krebsen, Schildkroten,

sonst langsame Boten,

steigen eilend vom Grund,

zu hören diesen Mund:

kein Predig niemalen

den Krebsen so g’fallen.

Fisch große, Fisch kleine,

vornehm und gemeine,

erheben die Köpfe

wie verständge Geschöpfe:

auf Gottes Begehren

Antonium anhören.

Die Predigt geendet,

ein jedes sich wendet,

die Hechte bleiben Diebe,

die Aale viel lieben.

Die Predig hat g’fallen,

sie bleiben wie alle.

Die Krebs gehn zurücke,

die Stockfisch bleiben dicke,

die Karpfen viel fressen,

die Predigt vergessen.

Die Predig hat g’fallen,

sie bleiben wie alle.

Lied beim Heuen.

Aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Es hatte ein Bauer ein schönes Weib,

die blieb so gerne zu Haus.

Sie bat oft ihren lieben Mann,

er sollte doch fahren hinaus,

er sollte doch fahren ins Heu,

er sollte doch fahren ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

er sollte doch fahren ins Heu.

Der Mann, der dachte in seinem Sinn:

die Reden, die sind gut!

Ich will mich hinter die Haustür stell’n,

will sehn, was meine Frau tut,

will sagen ich fahre ins Heu,

will sagen ich fahre ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

will sagen ich fahre ins Heu.

Da kommt geschlichen ein Reitersknecht

zum jungen Weib hinein,

und sie umfanget gar freundlich ihn,

gab stracks ihren Willen darein,

mein Mann ist gefahren ins Heu,

mein Mann ist gefahren ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

mein Mann ist gefahren ins Heu.

Er faßte sie um ihr Gürtelband

und schwang sich wohl hin und her,

der Mann, der hinter der Haustür stand,

ganz zornig da trat herfür:

Ich bin noch nicht fahren ins Heu,

ich bin noch nicht fahren ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

ich bin noch nicht fahren ins Heu.

Ach trauter, herzallerliebster Mann,

vergib mir nur diesen Fehl,

will lieben fürbas und herzen dich,

will kochen süß Muß und Mehl;

ich dachte, du wärest ins Heu,

ich dachte du wärest ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

ich dachte du wärest ins Heu.

Und wenn ich gleich gefahren wär’

ins Heu und Haberstroh,

so sollst du nun und nimmermehr

einen andern lieben also,

der Teufel mag fahren ins Heu,

der Teufel mag fahren ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

der Teufel mag fahren ins Heu.

Und wer euch dies neue Liedlein pfiff,

der muß es singen gar oft,

es war der junge Reitersknecht,

er liegt auf Grasung im Hof,

er fuhr auch manchmal ins Heu,

er fuhr auch manchmal ins

ha, ha, ha, ha, ha, ha, Heildidei,

juchheisasa,

er fuhr auch manchmal ins Heu.

Romanze von den Schneidern.

Aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Es sind einmal drei Schneider gewesen, o je, o je, o je,

es sind einmal drei Schneider gewesen, o je, o je, o je,

sie haben einen Schnecken für einen Bären angesehen, o je, o je, o je!

Sie waren dessen so voller Sorgen, o je, o je, o je,

sie haben sich hinter ein’ Zau verborgen, o je, o je, o je,

der erste sprach: Geh du voran, o je, o je, o je,

der andre sprach: Ich trau mich nicht vor, o je, o je, o je.

Der dritte, der war wohl auch dabei, o je, o je, o je,

er sprach: Der frißt uns alle drei, o je, o je, o je,

und als sie sind zusammen kommen, o je, o je, o je,

so haben sie das Gewehr genommen, o je, o je, o je.

Und da sie kommen zu dem Streit, o je, o je, o je,

da macht ein jeder Reu und Leid, o je, o je, o je,

und da sie auf ihn wollten hin, o je, o je, o je,

da ging es ihnen durch den Sinn: o je, o je, o je.

„Heraus mit dir du Teufelsvieh, o je, o je, o je,

wann du willst haben einen Stich,“ o je, o je, o je.

Der Schneck, der steckt die Ohren heraus, o je, o je, o je,

die Schneider zittern, es ist ein Graus, o je, o je, o je.

Und da der Schneck das Haus bewegt, o je, o je, o je,

so haben die Schneider das Gewehr abgelegt, o je, o je, o je,

der Schneck der kroch zum Haus heraus, o je, o je, o je,

er jagt die Schneider beim Plunder hinaus, o je, o je, o je.

Aussicht in die Ewigkeit.

Aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Fliegendes Blatt.

O wie geht’s im Himmel zu

und im ewigen Leben,

alles kann man haben g’nug,

darf kein Geld ausgeben,

alles darf man borgen,

nicht fürs Zahlen sorgen;

wenn ich einmal drinnen wär,

wollt nicht mehr heraus begehr.

Fällt im Himmel Fasttag ein,

speisen wir Forellen,

Peter geht in’ Keller nein,

tut den Wein bestellen;

David spielt die Harfen,

Ulrich bratet Karpfen,

Margaret backt Küchlein g’nug,

Paulus schenkt den Wein in’ Krug.

Lorenz hinter der Küchentür,

tut sich auch bewegen,

tritt mit seinem Rost herfür,

tut Leberwürst drauf legen,

Dorthe und Sabina,

Liesbeth und Kathrina,

alle um den Herd rum stehn,

nach den Speisen sie auch sehn.

Jetzt wollen wir zu Tische gehn,

die beste Speis’ zu essen,

die Engel um den Tisch rum stehn,

schenken Wein in d’ Gläser.

Sie tun uns invitieren,

der Barthel muß transchieren,

Joseph legt das Essen vor,

Cäcilia b’stellt ein Musikchor.

Martin auf dem Schimmel reit,

tut fein gallopieren,

Blasi hält die Schmier bereit,

tut die Kutschen schmieren,

wären wir ja Narren,

wenn wir nicht täten fahren,

und täten alleweil zu Fuße gehn,

und ließen Roß und Kutsche stehn.

Nun adje, du falsche Welt,

du tust mich verdrießen,

im Himmel mir es besser g’fällt,

wo alle Freuden fließen.

Alles ist verfänglich,

und alles ist vergänglich,

wenn ich einmal den Himmel hab’,

hust’ ich auf die Welt herab.

Der Tod von Basel.

Volkslied.

Als ich ein Junggeselle war,

nahm ich ein steinalt Weib;

ich hatt’ sie kaum drei Tage,

Ti Ta Tage,

da hat’s mich schon gereut.

Da ging ich auf den Kirchhof hin

und bat den lieben Tod:

„Ach lieber Tod von Basel,

Bi Ba Basel,

hol’ mir mein’ Alte fort!“

Und als ich wieder nach Hause kam,

mein’ Alte war schon tot;

ich spannt’ die Roß’ an’n Wagen,

Wi Wa Wagen,

und fuhr mein’ Alte fort.

Und als ich auf den Kirchhof kam,

das Grab war schon gemacht:

„Ihr Träger tragt fein sachte,

si sa sachte,

daß d’ Alte nit erwacht!

„Scharrt zu, scharrt zu, scharrt immerzu

das alte böse Weib!

sie hat ihr Lebetage,

Ti Ta Tage,

geplagt mein’n jungen Leib.“

Und als ich wieder nach Hause kam,

all’ Winkel war’n mir zu weit;

ich wart’te kaum drei Tage,

Ti Ta Tage,

und nahm ein junges Weib.

Das junge Weibel, das ich nahm,

das schlug mich alle Tag’;

„Ach! lieber Tod von Basel,

Bi Ba Basel,

hätt’ ich mein’ Alte noch!“

Deutsche Humoristen, 4. und 5. Band (von 8) · 第 21 / 182 题