Sechs Tage darauf kam wieder ein Brief[340].
„Gnade und Friede. Meine liebe Jungfer und Frau Käthe! Euer Gnaden
sollen wissen, daß wir hier, Gottlob, frisch und gesund sind; „fressen,
wie die Böhmen“ — doch nicht sehr — „saufen wie die Deutschen“ — doch
nicht viel —, sind aber fröhlich. Denn unser gnädiger Herr von
Magdeburg, Bischof Amsdorf, ist unser Tischgenosse. Mehr neue Zeitung
wissen wir nicht, denn daß Doktor Kaspar Mekum und Menius sind von
Hagenau gen Straßburg spazieren gezogen, Hans von Jenen zu Dienst und
Ehren. M. Philipps ist wiederum fein worden, Gottlob. Sage meinem lieben
D. Schiefer, daß sein König Ferdinand ein Geschrei will kriegen, als
wolle er den Türken zu Gevatter bitten über die evangelischen Fürsten:
hoffe nicht, daß es wahr sei, sonst wäre es zu grob. Schreibe mir auch
einmal, ob Du alles kriegt hast, was ich Dir gesandt, als neulich 90 Fl.
bei Wolf Fuhrmann u.s.w. Hiermit Gott befohlen, Amen. Und laß die Kinder
beten. Es ist allhier solche Hitze und Dürre, daß unsäglich und
unerträglich ist bei Tag und Nacht. Komm, lieber jüngster Tag, Amen.
Freitags nach Margareten, 1540. Der Bischof von Magdeburg läßt Dich
freundlich grüßen.