_Detmold_ den 30st. Oct. 1827.
_Verehrtester Herr und Meister!_
Die schönste und größte Zeit meines Lebens war die, wo ich mich
persönlich von Ihnen belehren lassen konnte. Sie flößten mir durch Ihr
Urtheil soviel Vertrauen zu meinen Werken ein, daß ich es gewagt habe,
sie drucken zu lassen, und zwar um so mehr, als ich jetzt, wie Sie
verehrtester Meister! zu wünschen schienen, auch im bürgerlichen Leben
als Advocat und Substitut des Auditeurs _fest und sicher_ stehe.
Einigemal streiten meine Ansichten (insbesondere in der Abhandlung
über Shakspeare) zum Theil mit den Ihrigen. Die Ihrigen sind gewiß die
geistreicheren und besseren, -- aber grade Sie, verehrtester Herr,
werden als großer umfassender Dichter auch die freie Aeußerung meiner
Ansichten nicht mißkennen.
Ein Exemplar meiner Werke ist angebogen, und innig hoffe ich um eine
geneigte Antwort aus Ihrer Feder.