Mittwoch Morgen.
_Theuerster Freund!_
Wenn ich nicht allen Glauben an poetische Gerechtigkeit, Nemesis und
Vorsehung aufgeben soll, so erfüllen Sie die Bitte, die ich Ihnen
halb verzweifelt und erschöpft an’s Herz lege: lassen Sie Herrn von
Bülow die zweite Hälfte der Abschrift Ihrer Novelle zur Strafe dafür
collationiren, daß er Ihnen einen solchen heillosen Abschreiber
empfohlen! Wäre ich der -- -- -- oder sonst ein Tyrann, ich ließe ihn
stäupen. Hier in diesem constitutionellen gebildeten Lande sollte
man ihn in die Kleinkinderschule schicken, oder in’s Hospital thun.
Mitunter sind seine Confusionen höchst ergötzlich; er schreibt ganz
getrost: Mineralog statt Monolog, Kaffe statt Kuß, die Dummen statt die
Damen, Fußweg statt Kunst, Signalisten-Corps statt Diplomatisches, u. s.
w. Aber dergleichen Redeblumen können doch zuletzt für die unzähligen
Verwünschungen und Seufzer nicht trösten, die seine incurable
Stupidität uns erpreßt.
Ich hätte während ich Ihnen diese Zeilen schreibe, noch eine halbe
Seite mehr nachsehen können; aber ohne Scherz und Uebertreibung, ich
habe in diesen Tagen besonders viel zu thun, und kann, wenn die
Correktur eilt, sie nicht wohl übernehmen. Sie selbst sollen sich auf
keine Weise damit befassen. Aber finden Sie nicht vielleicht Jemand
Anders? Ihre Handschrift lieset sich vortrefflich -- (!!) -- und macht
gar keine Schwierigkeit. -- (??) --
Dann habe ich Ihnen noch einen Wunsch vorzutragen. Es hieß gestern,
Frau von Savigny werde Donnerstag abreisen. Wenn das, wie ich noch
nicht recht glaube, wirklich der Fall ist, müßte ich wohl heute Abend
zu ihr gehn, und würde dann inständigst bitten, mir für den ~Every Man
in his humour~ irgend einen andern Abend bestimmen zu wollen. Bleibt
sie aber, so komme ich auf jeden Fall. Mein Diener soll Ihnen darüber
mündlichen Bescheid ertheilen.