_Becherförmig; zellentragende Fläche innen; Zweige dichotom, comprimirt,
Breite variabel; Maschen oblong, schmal; Zellenreihen 2-5 durch
longitudinale Leisten getheilt; quere verbindende Fortsätze kurz, ohne
Zellen; nicht-zellige Fläche mit scharf fibröser innerer und minutiös
granulirter äuszerer Lage._
Durch die Zartheit ihrer Structur ist diese Species leicht von
_Fenestella ampla_ zu unterscheiden; und darin, dasz die Zellenreihen
von zwei zu fünf schwanken, ebenso in ihrer Entwickelungsweise ergeben
sich noch weitere scharf ausgeprägte Verschiedenheiten. Sie scheint
beträchtliche Dimensionen erreicht zu haben; es sind Fragmente von
anderthalb Zoll Länge und einem Zoll Breite beobachtet worden.
Die Zweige schwanken in ihrer Breite, sie schwellen allmählich nach den
Bifurcationsstellen zu an, aber ohne irgend eine Änderung in der Form
oder Grösze der Maschen; und so weit es der Zustand der Exemplare
gestattet, eine Ansicht zu bilden, kamen auch während der Entwickelung
des Bechers keine ausgeprägten Veränderungen vor, mit Ausnahme einer
sofort zu erwähnenden. Auf der zellentragenden Oberfläche der Zweige
finden beträchtliche, aber gleichförmige Änderungen zwischen den
aufeinanderfolgenden Gabeltheilungen statt. Für eine kurze Strecke
oberhalb des Trennungspunktes ist der Zweig schmal und eckig, und wird
dem Centrum entlang von einer Leiste durchsetzt; auch findet sich nur
eine Reihe von Zellenmündungen auf jeder Seite. In dem Masze als der
Zweig wuchs, verbreiterte sich die Leiste und wurde schlieszlich
zellentragend, indem nun eine Reihe von Mündungen von ihrer Stelle aus
entspringen (_internata_). Die drei Züge zelliger Mündungen waren auf
diesem Wachsthumszustande des Zweiges durch zwei Leisten getrennt und
diese wiederum verbreiteten sich in dem Masze als die Entwickelung
fortschritt, und wurden zellentragend, so dasz nun fünf Zellenreihen
durch vier Leisten getrennt sind. Dies ist augenscheinlich der äuszerste
Wachsthumszustand, der erreicht wird; unmittelbar hinter ihm findet eine
andere Bifurcation statt. An dem zu ältest gebildeten Theile des Bechers
herrschen nur zwei oder drei Reihen Zellen vor; und wo die Zahl gröszer
ist, ist auch ein gewisser Grad von Unregelmäszigkeit in der linearen
Anordnung bemerkbar, welche von einer seitlichen Verbreiterung des
Zweiges herrührt.
An den besterhaltenen Exemplaren sind die Mündungen relativ grosz, rund
oder oval, und der Rand ist unbedeutend erhoben. In den mittleren Reihen
sind sie parallel oder nahezu parallel und liegen in der Richtung der
Axe des Zweiges; aber in den seitlichen Reihen sind sie oft schräg
gestellt und neigen nach den Maschen. Bei diesen nahezu vollkommenen
Exemplaren sind die trennenden Leisten fadenartig und leicht
wellenförmig, es findet sich aber keine Spur von den biscuitförmigen
Abtheilungen, welche bei _Fenestella ampla_ so deutlich sind. Die
Zwischenräume zwischen den Mündungen sind platt oder leicht convex. In
weniger schön erhaltenen Exemplaren oder solchen, welche ihrer
ursprünglichen Oberfläche beraubt sind, sind die Mündungen nicht
gleichförmig im Umrisz und haben keinen vorspringenden Rand. Auch sind
die theilenden Leisten verhältnismäszig breiter; und die ganze
Oberfläche mit Einschlusz der queren verbindenden Fortsätze ist
granulirt oder minutiös tuberculirt.
Die innere Lage der nichtzelligen Fläche ist scharf faserig, und die
nämliche Structur läszt sich mehr oder weniger deutlich an den queren
verbindenden Fortsätzen erkennen. Die Anzahl der Fasern an den Zweigen
überschreitet dem Anscheine nach nicht zwölf, sie sind im Allgemeinen
weniger zahlreich. Ihre Verbreitung ist beträchtlich, da stets frische
eingeschalten werden, wo sich der Zweig verbreitert; ihre Oberfläche ist
minutiös tuberculirt. Es wurden keine besonderen kreisförmigen Löcher
bemerkt. Die äuszere Schicht ist gleichförmig körnig, wo sie vollständig
ist, aber man kann an jedem Exemplar jeden intermediären Zustand von den
scharfen Fasern an verfolgen.
Es wurden keine deutlichen Beweise für das Vorhandensein
knospentragender Bläschen beobachtet; aber an einem Exemplar, von
welchem anzunehmen war, dasz es Eindrücke dieser Species enthielt, waren
gelegentlich in der Nähe der Mündungen halbkuglige Abgüsse zu entdecken,
welche an der Oberfläche vollkommen abgerundet und offenbar ohne
unmittelbaren Zusammenhang mit dem Innern der Zellen waren und von
denen vermuthet wurde, dasz sie diese Bläschen darstellen. _Fenestella
internata_ scheint ein auszerordentlich reichlich vorkommendes Fossil zu
sein; eine nahezu acht Zoll lange und sechs Zoll breite Platte war auf
beiden Seiten mit Fragmenten davon bedeckt, und zahlreiche kleinere
Exemplare kommen noch in der Sammlung vor. Die Matrix ist hauptsächlich
ein grober, grauer, kalkiger Schiefer, ist aber zuweilen ein
splinterigor Kalkstein, oder ein harter, rostfarbener oder hell
gefärbter Thonstein.