_Verzweigt, die Zweige cylindrisch, verschieden geneigt oder
zusammengedreht; Röhren mehr oder weniger divergirend; Mündungen oval,
die Abtheilungsleisten stark tuberculirt; Andeutungen successiver
Verengerung an jeder Röhre 1-2._
Diese Coralle ist in ihrer allgemeinen Wachsthumsweise der _Calamopora
(Stenopora?) tumida_ (PHILLIPS, Geol. Yorkshire, Part. II, Pl. I. Fig.
62) ähnlich; in der Form der Mündung und andern Structureinzelnheiten
sind die Verschiedenheiten sehr grosz. _Stenopora Tasmaniensis_ erlangt
beträchtliche Dimensionen, ein Exemplar miszt 4½ Zoll in der Länge
und einen halben Zoll im Durchmesser.
Die Zweige haben individuell genommen eine grosze Gleichförmigkeit in
ihrem Umfange, sie weichen aber in Bezug auf einander an einem und
demselben Exemplar ab; es besteht auch keine bestimmte Methode der
Vertheilung oder der Wachsthumsrichtung. Die Enden sind gelegentlich
hohl; und ein Exemplar, ungefähr 1½; Zoll lang und einen halben Zoll
breit, ist vollständig platt gedrückt. Die Röhren haben in den am besten
erkennbaren Fällen eine beträchtliche Länge, sie entspringen beinahe
allein von der Axe des Zweiges und divergiren sehr leicht, bis sie
nahezu den Umfang erreichen, wo sie dann nach auszen biegen. Im Körper
des Zweiges sind die Röhren vom seitlichen Aneinanderdrücken winklig;
beim Annähern an die äuszere Fläche werden sie aber oval in Folge der
nun durch die gröszere Divergenz auftretenden Zwischenräume. Ihr
Durchmesser ist durchaus sehr gleichförmig, mit Ausnahme der
Verengerungen in der Nähe der Enden der vollständig ausgewachsenen
Röhren. Die Wandungen im Innern der Zweige waren augenscheinlich sehr
dünn, es findet sich aber eine verhältnismäszig beträchtliche
Mächtigkeit an Substanz am Umfang. Es wurden keine Spuren von queren
Scheidewänden innerhalb der Röhren bemerkt.
Erläuternde Fälle von Veränderungen bis zur Reife und endlichen
Obliteration in den ovalen Enden der Röhren sind selten; doch wurden die
folgenden beobachtet. Wo die Mündung frei und oval wird, sind die
Wandungen dünn und scharf, und innerhalb der Röhre senkrecht. In einigen
Fällen stehen sie mit einander in Berührung; aber in andern werden sie
durch Gruben von schwankenden Dimensionen getrennt, in denen sehr
minutiöse Löcher oder Poren nachgewiesen werden können. In dem Masze,
wie sich die Mündung der Reife nähert, werden die Gruben mehr oder
weniger ausgefüllt und die Wandungen verdicken sich, wobei eine Reihe
sehr minutiöser Tuberkeln dem Rande entlang nachzuweisen ist. Auf dieser
Stufe hört die Innenseite der Röhre auf, senkrecht zu sein, indem sie
von einem sehr schmalen geneigten Streifen ausgekleidet wird. Die reifen
Mündungen sind durch eine steile Leiste von einander getrennt, die meist
einfach, aber nicht selten durch eine Grube getheilt ist; die doppelte,
ebenso gut wie die einfache Leiste wird von einer Reihe vorspringender
Tuberkeln gekrönt, die sich beinahe einander berühren. Nur ein Beispiel
des Erfülltwerdens der Mündung ist beobachtet worden; es gibt aber
genügende Beweise für eine allmähliche Ausdehnung des innern, vorhin
erwähnten Streifens und für dessen endliche Begegnung in der Mitte. In
diesem extremen Zustande findet ein allgemeines Verwischen der Details
statt, doch sind meistens die Tuberkeln deutlich.
In dieser Species werden Beweise für eine, der Bildung der vollkommenen
Röhren vorausgehende Verengerung der Mündungen und die endliche
Zusammenziehung an den langen cylindrischen, geraden Zweigen nicht sehr
ausgeprägt dargeboten; aber in der Nähe des Punktes, wo die Röhren nach
auszen biegen, findet sich eine ringförmige Indentation, welche
hintereinander von Abgusz zu Abgusz in einer linearen, der Oberfläche
parallelen Richtung verfolgt werden kann; und zwischen dem auffallenden
Verengern und der vollkommenen Oberfläche waren die Wandungen der Röhren
leicht runzlig. An einem andern kurzen Zweige, welcher als zu dieser
Species gehörig angenommen wurde, an welchem aber die Röhren sehr rapid
nach auszen divergirten, ist das Verengern scharf ausgesprochen, aber
nicht in gleicher Ausdehnung am ganzen Exemplar.
Die Grundmasse, in welcher dies Fossil eingeschlossen ist, ist ein
grober kalkiger Schiefer oder ein grauer Kalkstein; es kommt darin auch
_Fenestella internata_ etc. vor.