1. _Stenopora Tasmaniensis_ sp. n.[142]

_Verzweigt, die Zweige cylindrisch, verschieden geneigt oder

zusammengedreht; Röhren mehr oder weniger divergirend; Mündungen oval,

die Abtheilungsleisten stark tuberculirt; Andeutungen successiver

Verengerung an jeder Röhre 1-2._

Diese Coralle ist in ihrer allgemeinen Wachsthumsweise der _Calamopora

(Stenopora?) tumida_ (PHILLIPS, Geol. Yorkshire, Part. II, Pl. I. Fig.

62) ähnlich; in der Form der Mündung und andern Structureinzelnheiten

sind die Verschiedenheiten sehr grosz. _Stenopora Tasmaniensis_ erlangt

beträchtliche Dimensionen, ein Exemplar miszt 4½ Zoll in der Länge

und einen halben Zoll im Durchmesser.

Die Zweige haben individuell genommen eine grosze Gleichförmigkeit in

ihrem Umfange, sie weichen aber in Bezug auf einander an einem und

demselben Exemplar ab; es besteht auch keine bestimmte Methode der

Vertheilung oder der Wachsthumsrichtung. Die Enden sind gelegentlich

hohl; und ein Exemplar, ungefähr 1½; Zoll lang und einen halben Zoll

breit, ist vollständig platt gedrückt. Die Röhren haben in den am besten

erkennbaren Fällen eine beträchtliche Länge, sie entspringen beinahe

allein von der Axe des Zweiges und divergiren sehr leicht, bis sie

nahezu den Umfang erreichen, wo sie dann nach auszen biegen. Im Körper

des Zweiges sind die Röhren vom seitlichen Aneinanderdrücken winklig;

beim Annähern an die äuszere Fläche werden sie aber oval in Folge der

nun durch die gröszere Divergenz auftretenden Zwischenräume. Ihr

Durchmesser ist durchaus sehr gleichförmig, mit Ausnahme der

Verengerungen in der Nähe der Enden der vollständig ausgewachsenen

Röhren. Die Wandungen im Innern der Zweige waren augenscheinlich sehr

dünn, es findet sich aber eine verhältnismäszig beträchtliche

Mächtigkeit an Substanz am Umfang. Es wurden keine Spuren von queren

Scheidewänden innerhalb der Röhren bemerkt.

Erläuternde Fälle von Veränderungen bis zur Reife und endlichen

Obliteration in den ovalen Enden der Röhren sind selten; doch wurden die

folgenden beobachtet. Wo die Mündung frei und oval wird, sind die

Wandungen dünn und scharf, und innerhalb der Röhre senkrecht. In einigen

Fällen stehen sie mit einander in Berührung; aber in andern werden sie

durch Gruben von schwankenden Dimensionen getrennt, in denen sehr

minutiöse Löcher oder Poren nachgewiesen werden können. In dem Masze,

wie sich die Mündung der Reife nähert, werden die Gruben mehr oder

weniger ausgefüllt und die Wandungen verdicken sich, wobei eine Reihe

sehr minutiöser Tuberkeln dem Rande entlang nachzuweisen ist. Auf dieser

Stufe hört die Innenseite der Röhre auf, senkrecht zu sein, indem sie

von einem sehr schmalen geneigten Streifen ausgekleidet wird. Die reifen

Mündungen sind durch eine steile Leiste von einander getrennt, die meist

einfach, aber nicht selten durch eine Grube getheilt ist; die doppelte,

ebenso gut wie die einfache Leiste wird von einer Reihe vorspringender

Tuberkeln gekrönt, die sich beinahe einander berühren. Nur ein Beispiel

des Erfülltwerdens der Mündung ist beobachtet worden; es gibt aber

genügende Beweise für eine allmähliche Ausdehnung des innern, vorhin

erwähnten Streifens und für dessen endliche Begegnung in der Mitte. In

diesem extremen Zustande findet ein allgemeines Verwischen der Details

statt, doch sind meistens die Tuberkeln deutlich.

In dieser Species werden Beweise für eine, der Bildung der vollkommenen

Röhren vorausgehende Verengerung der Mündungen und die endliche

Zusammenziehung an den langen cylindrischen, geraden Zweigen nicht sehr

ausgeprägt dargeboten; aber in der Nähe des Punktes, wo die Röhren nach

auszen biegen, findet sich eine ringförmige Indentation, welche

hintereinander von Abgusz zu Abgusz in einer linearen, der Oberfläche

parallelen Richtung verfolgt werden kann; und zwischen dem auffallenden

Verengern und der vollkommenen Oberfläche waren die Wandungen der Röhren

leicht runzlig. An einem andern kurzen Zweige, welcher als zu dieser

Species gehörig angenommen wurde, an welchem aber die Röhren sehr rapid

nach auszen divergirten, ist das Verengern scharf ausgesprochen, aber

nicht in gleicher Ausdehnung am ganzen Exemplar.

Die Grundmasse, in welcher dies Fossil eingeschlossen ist, ist ein

grober kalkiger Schiefer oder ein grauer Kalkstein; es kommt darin auch

_Fenestella internata_ etc. vor.

Geologische Beobachtungen über die Vulcanischen Inseln Mit kurzen Bemerkungen über die Geologie von Australien und dem Cap der guten Hoffnung · 第 51 / 76 题