Diese Art ist im elften Bande von MARTINI und CHEMNITZ gut beschrieben
und abgebildet worden. CHEMNITZ äuszert einen Zweifel in Bezug auf die
Gattung, zu welcher sie eigentlich zu bringen ist, und auch eine stark
ausgesprochene Meinung zu Ungunsten der Folgerung, dasz sie als
Landschnecke anzusehen sei. Seine Exemplare waren auf einer öffentlichen
Auction in Hamburg gekauft worden, wohin sie von G. HUMPHREY geschickt
waren, der sehr wohl mit ihrem richtigen Wohnorte bekannt gewesen zu
sein scheint und sie für Landschnecken verkaufte. CHEMNITZ erwähnt
indessen ein Exemplar in SPENGLER's Sammlung in einem frischeren
Zustande als seine eigenen und welches aus China gekommen sein sollten.
Die Darstellung, welche er von der Art gibt, ist nach diesem Individuum
entworfen; mir scheint es nur ein gereinigtes Exemplar der St.
Helena-Schnecke gewesen zu sein. Man kann sich leicht vorstellen, dasz
eine Schnecke von St. Helena etwa zufällig oder absichtlich, nachdem sie
durch zwei oder drei Hände gegangen ist, für eine Chinesische verkauft
worden sein könnte. Ich halte es nicht für möglich, dasz eine Schnecke
dieser Species wirklich in China gefunden worden sein könnte; und unter
den enormen Mengen von Schnecken, welche vom himmlischen Reiche nach
England kommen, habe ich niemals eine gesehen. CHEMNITZ konnte sich
nicht dazu bringen, zur Aufnahme dieser merkwürdigen Schnecke eine neue
Gattung zu errichten, obgleich er sie offenbar nicht mit einer der
damals bekannten Gattungen in Einklang bringen konnte; und trotzdem er
sie für keine Landschnecke hielt, hat er sie _auris-vulpina_ genannt.
LAMARCK hat sie als zweite Art zu seiner Gattung _Struthiolaria_
gestellt unter dem Namen _crenulata_. Mit dieser Gattung hat sie
indessen keine Verwandtschaft; man kann an der Richtigkeit von
FÉRUSSAC's Ansicht nicht zweifeln, welcher sie in die vierte Abtheilung
seiner Untergattung _Cochlogena_ bringt; LAMARCK würde auch nach seinen
eigenen Grundsätzen ganz im Rechte gewesen sein, wenn er sie in seine
Gattung _Auricula_ gebracht hätte. Es kommt eine Varietät dieser Species
vor, welche in der folgenden Weise characterisirt werden kann:
_Cochlogena auris-vulpina_ var.
_Testa subpyramidali, apertura breviori, labio tenuiori: long. 1,68,
aperturae 0,76, lat. 8,87 poll._
~Anm.~ Die Maszverhältnisse dieser Varietät weichen von denen der
gewöhnlichen Varietät ab, welche die folgenden sind: Länge 1,65, der
Mündung 1,0, Breite 0,96 Zoll. Es ist der Beachtung werth, dasz
sämmtliche Schnecken dieser Varietät von einem andern Theile der Insel
herkommen als die vorigen Exemplare.