[Illustration: Abbildung 87.
Ded-Säule von der Abbildung eines Osirisbaldachins von einem Sarge aus
Theben; n. R.; 20. Dynastie; nach Berl. Museum, 11979.]
Die zweite Symbolsäule, die Ded-Säule, welche vielleicht nach
ägyptischer Anschauung das Rückgrat des Osiris versinnbildlichen
sollte, kann ich als Himmelsstütze nur dadurch belegen, dass sie
erstens in Verbindung mit der Sistrumsäule[99] und zweitens als Stütze
bei Baldachinen, unter denen Osiris sitzt[100] (Abb. 87),
auftritt.[101] Man könnte andererseits auch die Entstehung derselben
so erklären, dass die hieroglyphische Bedeutung der ihnen zu Grunde
liegenden Zeichen [HG: **] sšš „Freude, Jubel”[102] [HG: **] ḏd
„Beständigkeit, ewige Dauer” Veranlassung gegeben hat, diese
Hieroglyphen symbolisch als Säulen zu verwenden.
Wie dem auch sei, jedenfalls haben wir in den Symbolsäulen eine den
Pflanzensäulen der Idee nach völlig entgegengesetzte Kategorie von
Stützen zu sehen, die aber ebenso wie jene ihren Ursprung der
Vorstellung der Aegypter verdankt, dass der Innenraum des Tempels eine
Wiedergabe der Welt sein soll.
Indem wir uns nun zum Schlusse wieder den Pflanzensäulen zuwenden,
wollen wir noch auf ein wichtiges Moment unser Augenmerk richten. Es ist
oben schon kurz bemerkt worden, dass der Aegypter sich seine
Pflanzensäule als frei zum Himmel emporragend denkt, dass also die Idee
des Tragens, die man bisher immer in einer Säule verkörpert zu sehen
erwartete, bei der ägyptischen Pflanzensäule überhaupt nicht zum
Ausdruck kommt.
[Illustration: Abbildung 88.
Zeltstangen-Säulen aus Karnak; n. R.; Dynastie 18; Zeit Thutmosis'
III.; nach L. Tgb.]
Da wir es hier also mit einem eclatanten Falle zu thun haben, bei
welchem der Satz: „Jeder Bautheil zeigt seine Function durch Form und
Ornamentirung an”, durchbrochen wird, so müssen wir wohl unsere Ansicht
vom Wesen der ägyptischen Pflanzensäule noch etwas weiter begründen.
Die ganze Auffassung des Tempels als Welt weist uns ja schon darauf hin,
dass die zu Säulen verwendeten Pflanzenformen nicht als wirkliche
Stützen gedacht sein können, denn wer würde wohl auf die Idee gekommen
sein, den Himmel von Blumen tragen zu lassen. Es herrscht vielmehr die
Vorstellung, dass die Himmelsdecke über den Pflanzen der Erde frei
schwebe. Constructiv ist das natürlich nicht möglich, der Architekt
braucht ein Bindeglied, das die Last der Decke auf die Säulen überträgt.
Diesen Bautheil, der ihm in seine ideale Conception gar nicht
hineinpasst, versteckt er aber so viel als möglich: Der Abakus der
ägyptischen Säule ist stets klein, ohne Ornament und in den meisten
Fällen von unten überhaupt nicht zu sehen, er ist dem ägyptischen
Künstler eben nur ein unvermeidlicher Constructionstheil, den er
braucht, da er seinen frei schwebend gedachten Himmel über den
Pflanzensäulen sonst nicht festhalten kann.
Früher wurden gerade immer die damals sogenannten Lotusknospen- und
Lotusblüthensäulen -- d. h. unsere geschlossenen und offenen
Papyrusdoldensäulen -- als schöne Beispiele dafür angeführt, wie durch
die Form des Kapitells das Tragen versinnbildlicht werde; seitdem wir
aber gesehen haben, dass diese Formen der freien, unbelasteten
Papyrusdolde nachgebildet sind, kann von einer Versinnbildlichung des
Tragens natürlich keine Rede mehr sein. Man könnte sich wirklich
nichts Ungeeigneteres für die Aufnahme von Lasten denken, als so eine
leichte Papyrusdolde, die kaum unter ihrem eigenen Gewicht sich
zusammenzuhalten vermag. Zum Ueberfluss tritt noch das hinzu, dass wir
denselben Pflanzenformen, welche zu Kapitellen Verwendung fanden, in
der ägyptischen Kunst auf Schritt und Tritt da begegnen, wo sie
absolut keine tragenden Functionen auszudrücken haben: Als
Scepterbekrönungen[103], Knöpfe[104], freistehende Verzierungen an
Stühlen[105], ja sogar als Quasten[106] finden wir dieselben Pflanzen
wieder.
Die Theorie, dass jeder Architekturtheil seine constructive Function
auch äusserlich zeige, ist also wenigstens für die ägyptische
Architektur -- oder jedenfalls für die Bildung der ägyptischen
Pflanzensäule -- angesichts der aufgeführten Thatsachen direct zu
leugnen, wir kommen hier vielmehr, so paradox es klingen mag, zu dem
Schluss:
„DER AEGYPTER DACHTE SICH SEINE PFLANZENSÄULEN ALS FREIE ENDIGUNGEN UND
ORNAMENTIRTE SIE WIE SOLCHE”.
Anmerkungen:
[1] GOODYEAR, The grammar of the lotus; RIEGL, Stilfragen. Seit
Niederschrift des oben Stehenden sind noch zwei neuere Arbeiten
erschienen, die von unserem Gegenstand handeln: PETRIE, Egyptian
decorative art, und FOUCART, Histoire de l'ordre lotiforme. Auch diese
beiden Werke haben die vorliegende Abhandlung nicht überflüssig gemacht.
[2] Z. B. JOMARD in der „Description de l'Égypte”; LEPSIUS, Ueber
einige ägyptische Kunstformen etc.; PRISSE, in Histoire de l'art
égyptien; WILKINSON, The Egyptians under the Pharaons, S. 151;
SEMPER, Der Stil (zweite Auflage), S. 394; EBERS, im „Cicerone” und
in „Baedecker's Aegypten” (erste Auflage); PERROT-CHIPIEZ, Histoire
de l'art dans l'antiquité I. (Deutsche Ausgabe) S. 488 ff.; MASPERO,
Aegyptische Kunstgeschichte, S. 50 ff., und andere.
[3] DESCRIPTION DE L'ÉGYPTE, T. 19, p. 415; pl. 60, fig. 1.
[4] GOODYEAR (a. a. O. S. 103) hält eine stumpfblättrige Rosette für
den „Fruchtknoten des Lotus”; dieselbe Rosette hält RIEGL (a. a. O.
S. 53) für eine Variante einer spitzblättrigen Rosette, „wie sie sich
im Gefolge der typischen Ausgestaltung des centralen Rosettenmotivs
von selbst eingestellt haben mochte”. Die fragliche Rosette ist, wie
die Abbildung 4 zeigt, eine recht genaue Darstellung von Chrysanthemum
coronarium.
[Illustration: Abbildung 4.
Fayence-Kachel aus Tell-Amarna;
n. R. Dynastie 18; Zeit Amenophis' IV.; Original in London, University
College.]
[5] Altes Reich = Zeit der Pyramiden (hauptsächlich Dynastie 4 u. 5);
mittleres Reich = klassische Zeit (hauptsächlich Dynastie 12); neues
Reich = Zeit der Kriege und des Verkehrs mit Asien (hauptsächlich
Dynastie 18-20); Spätzeit = Zeit der Renaissance und Fremdherrschaft
(Dynastie 26, Perser, Ptolemäer, Römer).
[6] Gutes Beispiel mit Farben s. NEWBERRY, Berscheh I, Titelbild (Kranz
einer Frau).
[7] Die Datierung dieser Gruppe ist neuerdings fraglich geworden.
[8] Professor SCHWEINFURTH teilte mir mit, er habe _eine_ Darstellung
mit nicht ganzrandigen Blättern gesehen.
[9] Als Beispiel, was alles für Lotus gelten musste, mag hier das
bekannte ägyptische Friesornament (Abb. 8) aufgeführt werden. GOODYEAR
(S. 181) erklärt dasselbe für Lotos, und auch RIEGL (S. 96) scheint zu
dieser Ansicht zu neigen. Das fragliche Ornament, das schon im alten
Reiche im Grabe des Neterwoser zu Sakkara (MARIETTE Mastabas, S. 119)
nachzuweisen ist, stellt, wie PIETSCHMANN mir überzeugend nachgewiesen
hat, eine aufrechte, an der Wand befestigte Franse eines Wandteppichs
dar, die geknotet und ausserdem noch einmal zusammengefasst ist. Form
und Farbe des Ornaments (z. B. Berscheh Grab 1., s. NEWBERRY, el
Bersche II, 5) die Stelle der Anbringung, sowie die ägyptische Sitte,
die Wände mit Teppichen zu behängen, sind genügende Beweise für diese
neue Deutung.
[10] Mehrere Abbildungen davon nach Photographien giebt FOUCART a. a. O.
[11] L(epsius) D(enkmäler) II, 61 a. S. auch PERROT-CHIPIEZ, a. a. O.
S. 489.
[12] LEPSIUS, Tagebuch.
[13] Berliner Museum, Ph. 1787.
[14] PETRIE, Kahun, Taf. 16.
[15] PETRIE, Season, Taf. 25; die a. a. O. von PETRIE aufgeführte
„älteste Säule” hat kein Anrecht auf diesen Namen. Es ist ein
Kandelaber mit daraufstehender Lampe von der im alten Reich üblichen
Form. Solche sind öfter an den tiefen Laibungen der Scheinthüren
dargestellt (s. L. D. II, 20). Eine spätere Säulenform daraus
abzuleiten, ist nicht wohl möglich.
[16] Der Mittelstrich auf dem Säulenschaft ist im Abklatsch 34 nicht
mehr zu sehen, Lepsius' Tagebuch giebt ihn jedoch ausdrücklich an;
vielleicht war er nur aufgemalt, ebenso wie wohl auch die Halsbänder
und die Längsstreifen des Kapitells nur durch Farben angegeben waren.
[17] Auch hier giebt die Publication die Wirklichkeit nicht genau
wieder, wie der Abklatsch lehrt.
[18] L. D. II, 110a.
[19] L. D. II, IIIe, nach dem Abklatsch zu verbessern.
[20] L. D. I, 57.
[21] L. D. III, 99 c.
[22] Berl. Mus. Ph. 664.
[23] Z. B. L. D. II, 24, 30 (beide Dynastie 4).
[24] Vielleicht ist [HG: **] ḫ3 1000 ursprünglich gar kein eigentliches
Zahlwort gewesen, sondern bedeutete nur: „so zahlreich wie die
Nymphaeenblätter auf dem Wasser”, ähnlich wie die Zahl [HG: **] ḥfnw
100 000 eigentlich nur bedeutet: „so zahlreich wie die Kaulquappen”.
[25] PETRIE, Tell Amarna, Taf. 9.
[26] LYONS Report, on the Island of Philae, Taf. 8.
[27] L. D. III, 62 b.
[28] Berl. Museum, Phot. 664.
[29] II, 92: ἔστι δὲ καὶ ἄλλα κρίνεα ῥόδοισι ἐμφερέα, ἐν τῷ ποταμῷ
γινόμενα καὶ ταῦτα, ἐξ ὧν ὁ καρπὸς ἐν ἄλλῃ κάλυκι παραφυομένῃ ἐκ τῆς
ῥίζης γίνεται, κηρίῳ σφηκῶν ἰδέην ὁμοιότατον.
[30] S. WOENIG, a. a. O. S. 51.
[31] NEWBERRY (in PETRIE's Hawara, S. 52 u. 48) hat N. Nelumbo in
späten Totenkränzen gefunden, in älteren kommt sie nicht vor.
[32] S. auch PETRIE, Hawara, Taf. 27. No. 5 u. 6.
[33] Andere Beispiele derselben Zeit in PETRIE's Tanis, I.
[34] Kritik des ägyptischen Ornaments, S. 25.
[35] Die „Lilie” als oberägyptische Wappenpflanze hat mit der
Hieroglyphe für den Süden [HG: **] (rs) wohl nichts zu thun. Letztere,
von der unsere Abbildung (Abb. 35) zwei gute Beispiele giebt, ist auch
noch nicht identificirt. Juncus conglomeratus (Binse), wie WOENIG (a.
a. O. S. 135) annimmt, kann es wegen der Biegung des Stengels kaum
sein, obgleich der seitliche Blüthenstand dafür spräche.
[Illustration: Abbildung 35.
Die „Südpflanze”,
aus dem Grabe des Ptah-hotep; a. R.; Dynastie 5, nach Gipsabgüssen im
Berl. Museum: A) die Hieroglyphe rs. B) dieselbe Pflanze aus einer
Jagddarstellung.]
Einige Male wird -- worauf mich Prof. PETRIE freundlichst hinwies
-- unsere Lilie mit dieser Pflanze vertauscht und zwar auf einer
symbolischen Darstellung der Vereinigung beider Länder vom Throne einer
Tanitischen Statue des mittleren Reiches (PETRIE, Tanis, I, Taf. I,
3). Hier hat der südliche Nilgott an Stelle der sonst üblichen Lilien
eine [HG: **]-Pflanze auf dem Haupte und bindet auch eine solche um
das Zeichen der Vereinigung. Ebenso kommt auf einer Chefrenstatuen zu
Gizeh und auf einem Gehänge aus Fayence (Spätzeit? Berl. Mus. No. 7709)
das „Süden”-Zeichen -- an letzterer Stelle sogar ohne Blüthen -- als
Ersatz für die Lilie vor. Beide Male ist jedoch nur eine Pflanze für
die andere eingetreten, da die eine symbolisch, die andere lautlich den
Süden bezeichnet; eine Identität kann daraus nicht geschlossen werden.
[36] PETRIE, Tanis, I, Taf. 1, 3 sind es sogar nur drei Wasserlinien.
[37] Man vergl. die ähnlich missverstandene Ptolemäische Darstellung
aus Ombos in DE MORGAN's Catalogue, II, S. 129 u. 133.
[38] Nach PETRIE'scher Photographie K. 36.
[39] PRISSE, L'art ég. Colonnes Isiaques No. 6.
[40] Prof. PETRIE, der das Fragment bei seinen Ausgrabungen fand,
teilt mir darüber freundlichst mit: „The Koptos fragments were found
beneath the pavement formed of Antef sculptures and almost certainly
before the 12. Dynastie.” Es thut mir leid, diese liebenswürdige
Auskunft mit einem Widerspruch gegen die Datirung lohnen zu müssen. Da
nämlich die Antef-Reliefs, wie neuere Forschungen ergeben haben (s.
STEINDORFF in der Zeitschrift f. äg. Spr., 1896, S. 77 ff.) in das
Ende des mittleren Reiches bezw. in den Anfang des neuen zu setzen
sind, so ist das aus alten Antef-Sculpturen hergestellte Pflaster also
noch späteren, vielleicht gar sehr späten Datums. Aus dem Fundort
ist also nicht zu schliessen, dass die fraglichen Stücke älter als
Dynastie 12 sind. Aus der Tracht des bei dem Thronfragment gefundenen,
vermuthlich dazugehörigen Kopfes kann man ferner zur Annahme einer
späten Entstehungszeit kommen; denn die horizontalen, um den Kopf
herumgehenden Streifen am Tuch oder Haar sind sonst von keiner Königs-
oder Götterstatue aus guter alter Zeit bekannt.
[41] L. D. I., 80; PRISSE, L'art. ég. mit Farbenangabe.
[42] S. PERROT-CHIPIEZ, a. a. O. (Deutsche Ausg.), S. 522 ff.; WOENIG,
a. a. O., S. 75 ff. u. s. w.
[43] Besonders finden sich diese naturalistischen Ausnahmen in der Zeit
der 18. Dynastie unter Amenophis III und seinen Nachfolgern. (S. auch
Abbildung 45.)
[44] Z. B. L. D. II, 96 a (a. R.)
[45] L. D. II, 12 und DÜMICHEN, Resultate einer archäol. Exped. Taf. 8.
[46] L. D. II, 12, 43 a, 60, 77, 106 u. s. w.
[47] Man beachte den kantigen Stengelquerschnitt; s. auch L. D. II,
10a, 11, 16, 17a, 33b, 41a u. s. w.
[48] L. D. II, 6, 10a, 11, 14 u. s. w. Die zweite Papyrusform zeigen L.
D. II, 3, 19, 20, 24 u. s. w.; falsch L. D. II, 22c.
[49] L. D. II, 4, 5 u. s. w. Die zweite Form: L. D. II, 8, 9, 11, 15b,
21 u. s. w.
[50] L. D. III, 113c und öfter.
[51] DE MORGAN, Dahchour, Fig. 140 u. 143; Berl. Mus., No. 2774 u. s. w.
[52] L. D. II, 43a. Die Königinnengeisseln scheinen stets
Lilienornamente zu zeigen.
[53] PETRIE, Illahun, VI, 3, 5; ferner die Säulen in der „unfertigen
Basilika” zu Luksor und einige Säulenstümpfe im mittleren Theile von
Karnak.
[54] DE MORGAN, Cat. I, S. 188.
[55] L. D. III, 55a u. b.
[56] L. D. III, 76d, 77c.
[57] L. D. III, 76b.
[58] S. PRISSE Hist. de l'art. ég. Chapiteaux de la colonnade du Dromos
de Philae; L. D. I, 108 No. VI.
[59] Dr. SCHÄFER macht mich darauf aufmerksam, dass diese Säule
vermuthlich aus einem unten zugehauenen, profilirten Holzschaft auf
Steinbasis besteht.
[60] L. D. I, 47; auch PETRIE'sche Photographien (im Berl. Mus.
Ph. 1759), ein Stück der Säule im Berl. Mus. No. 1167; ausführl.
Verzeichniss S. 76.
[61] Aus Daschur, m. R., Dynastie 12-13 (?), DE MORGAN und LEPSIUS'
Tagebuch; zwei Bruchstücke aus Kahun, m. R., (Dynastie 12), PETRIE,
Illahun, Taf. VI, 4 und 11.
[62] Z. B. im mittleren Reiche schon, an den Miniatursäulen des
Mentu-nacht aus Abydos (Dyn. 13). Berl. Mus. 1629 u. 1630, ausführl.
Verzeichniss S. 65.
[63] Nach einer Photographie aus einem Grabe zu Tell el Amarna. Berl.
Museum Ph. 1818.
[64] L. D. III, 106c; vgl. Petrie, Tell el Amarna, Taf. IX.
[65] L. D. III, 106c.
[66] Petrie, Tell el Amarna, Taf. IX.
[67] L. D. III, 94 und 102 aus Tell el Amarna. (Zeit Amenophis' IV.)
[68] Stark profilierte Säulen mit Inschriftquadraten kommen trotzdem
vor, z. B. in der Thutmosiskapelle zu Luksor und in den inneren Räumen
desselben Tempels (18. Dynastie).
[69] S. z. B. in Gebel Silsile, aus der Zeit Ramses' II. (nach Berl.
Museum, Ph. 140); aus Sakkara (Grab 27) L. D. I, 42 und öfter, sogar
aus der Spätzeit: in Medamôt.
[70] L. D. I, 86.
[71] PETRIE, Illahun VI, 2 u. 5.
[72] A. a. O. VI, 4.
[73] In der „unfertigen Basilika” zu Luksor, Ende der 18. Dynastie
(vgl. Zeitschr. f. ägypt. Sprache, 1896, S. 134, Anm. 1) und in den
westlichen Theilen von Karnak (18. Dynastie?).
[74] L. D. III, 93.
[75] L. D. III, 93, 97b, 99a und öfter.
[76] L. D. III, 98b und 106a.
[77] S. Berl. Museum Ph. 119.
[78] S. Berl. Museum Ph. 84.
[79] S. Berl. Museum Ph. 142 u. 143.
[80] Nur in L. D. III, 93. (Zeit Amenophis' III. und seiner Nachfolger,
s. oben.)
[81] In einem älteren, später erweiterten Grabe zu Elkab findet sich
ein Pfeiler mit einem sehr rohen Kapitell, das man vielleicht für ein
Palmenkapitell ansehen muss.
[82] PETRIE, Illahun, VI, 7 u. 8.
[83] L. D. II, 127.
[84] L. D. III, 97b.
[85] L. D. III, 103 u. 106a.
[86] L. D. III, 109.
[87] Auch im Berl. Museum No. 11996, 12003 u. s. w.
[88] L. D. I, 119.
[89] In Edfu, nach Berl. Museum Ph. 137 u. 139.
[90] Dass Arundo-Arten, wie sie bei diesen Säulen wohl gemeint sind, im
alten Aegypten vorkamen, zeigen Abbildungen, wie die in PETRIE's Tell
el Amarna IV, 6. Beschreibung von Arundo in der Description, Theil 19,
Seite 74.
[91] PETRIE, Tell el Amarna, Taf. VII und S. 9. Betreffs der Decoration
mit Gänsen s. oben S. 34.
[92] Die bei PETRIE, Tell el Amarna, Taf. 8, abgebildeten Fragmente,
auf denen auch Ranken einer Windenart abgebildet zu sein scheinen,
gehören nicht in den Rahmen unserer Abhandlung. Diese Winden umranken
nur als freies Flächenornament die Säule, diese selbst aber ist
vielleicht überhaupt keine Pflanzensäule, wenigstens lässt sich aus den
erhaltenen Stücken dies nicht beweisen.
[93] Diese Anspielung ist übrigens einmal wirklich beabsichtigt: bei
den Thutmosis-Pfeilern zu Karnak, die auf den Nordseiten Papyrus, auf
den Südseiten Lilien haben.
[94] PETRIE, Tell el Amarna, Taf. 3-5 u. 37; S. 2 u. 3.
[95] A. a. O., Taf. VII.
[96] L. D. III, 96b, 99a, 103, 106a u. 109.
[97] Aehnliches kommt öfters bei Abbildungen von Baldachinen u. s. w.
vor.
[98] In einem Hathortempel zu El-Kab, 18. Dynastie (nach Berl. Museum
Ph. 564, 1488); zu Dêr-el-bahri, 18. Dynastie (Ph. 1794); zu Abu
Simbel, 19. Dynastie (L. D. III, 192c.); zu Sarbut el Chadem, 19.
Dynastie (MASPERO, Histoire, S. 475); zu Karnak Tempel S. 21. Dynastie;
zu Dendera, Sp. Zt. (L. D. I. 66);
in einem Mut-Tempel zu Karnak; n. R. (L. D. III, 245a);
in einem Bast-Tempel zu Bubastis; n. R. (NAVILLE, Bubastis, Taf. 33a u.
b; Taf. 34b vielleicht etwas älter);
in einem Pacht-Tempel in Speos Artemidos, Zeit (?) (L. Tgb.);
in einem Mehyt-Tempel zu Abydos, Zeit (?) (Mar. Ab.);
in einem Isis-Tempel zu Philae; Sp. Zt. (L. D. III, 285a); in einem
Isis-Wosret-Tempel zu Philae; Sp. Zt. (LYONS, Report Taf. 31) u. so
fort.
[99] Z. B. Perrot-Chipiez, S. 510, Abb. 343 (Dynastie 18).
[100] Z. B. auf Särgen der 20. Dynastie; Berl. Museum, 11979, 11981,
11984, 11985.
[101] Mit einer dritten Art der wirklich als stützend gedachten Säulen,
der Zeltstangen-Säule (Abb. 88), hat es eine etwas andere Bewandtniss.
Diese Säule, die übrigens nur an einer Stelle in verhältnissmässig
später Zeit (L. D. I, 81; Dynastie 18) vorkommt und sonst nur aus
Abbildungen (a. R.; L. D. II, 107 u. 111a; n. R.; L. D. III, 17a, 36a,
49a u. b, 50b) bekannt ist, scheint mir direct eine Nachbildung der
eine Zeltstange darstellenden Hieroglyphe [HG: **][HG: **] „gross”,
zu sein. PETRIE erklärt übrigens in Egyptian decorative art, S. 76,
diese Säulenart ebenso. Bereits CHAMPOLLION (Champ. Not. II, 160)
hat darauf hingewiesen, dass der Saal, in welchem jene merkwürdigen
Säulen stehen, wohl mit einem Feste in Zusammenhang zu bringen ist,
das in der Hieroglyphenschrift mit einer Halle [HG: **] determinirt
wird, in welcher dieselbe völlig dem Zeichen [HG: **] gleichende Säule
erscheint. Dieses [HG: **]-Zeichen, das ursprünglich eine Zeltstange
darstellen sollte, wird in älteren Darstellungen (L. D. II, 18 nach dem
Original im Berl. Mus. No. 1107 vergleichen) des [HG: **] durch eine
einfache Gabelstange ersetzt: [HG: **] Diese Gabelstange ist nun aber
gleichzeitig das allgemein bekannte Zeichen der Himmelsstütze, wie aus
Inschriften hervorgeht, die von der Macht irgend eines Königs reden,
und in denen es oft genug heisst, dieselbe reiche bis zu den [HG: **]
„vier Stützen” des Himmels. Es scheint also auch hier immerhin nicht
ausgeschlossen, dass ebenso wie in dem Zeichen [HG: **] das [HG: **]
an Stelle der eigentlichen Stütze [HG: **] getreten ist, so auch in
dem bewussten Saale zu Karnak die dem [HG: **] nachgebildete Säule als
Stütze der als Himmel gedachten Decke eingetreten ist.
[102] Man vergleiche hierzu die Stellen der Pyramidentexte (P. 358 ff.
und 698/9), auf die mich Dr. SETHE freundlichst hinwies: „Sein (Pepy's)
rechter Arm stützt den Himmel mit Glück (? geschrieben mit einem
Scepter) und sein linker Arm die Erde mit Freude.”
[103] z. B. L. D. II, 4, 8, 11 und oft, besonders an den Sceptern der
Göttinnen.
[104] z. B. an Kästen s. _de Morgan_, Dahchour, Fig. 258 und oft.
[105] z. B. L. D. II, 3, 10 und oft.
[106] z. B. L. D. III, 129 und oft in den Darstellungen Gefangener,
auch an Schleifen z. B. _de Morgan_, Dahchour, Taf. 38, Fig. C.
Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.
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| Anmerkungen zur Transkription |
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| Fußnoten wurden neu nummeriert und an das Buchende verschoben, |
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| Lotus -- Lotos |
| notwendig -- nothwendig |
| Nymphaeen -- Nymphäen |
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| Ptah-hotep -- Ptahhotep |
| reconstruirt -- rekonstruirten |
| structiv -- struktiv |
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| S. 5 "Jllahun" in "Illahun" geändert. |
| S. 5 "Büthenkapitellen" in "Blüthenkapitellen" geändert. |
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