Offene Papyrussäule aus Giseh, Grab 81. Sp. Zt.; nach L. D. I, 27.]

[Illustration: Abbildung 68.

Papyrus-Bündelsäule mit offenem Doldenkapitell aus Philae. Sp. Zt.

Ptolemäisch; nach eigener Aufnahme.]

Selbstverständlich tritt auch bei unseren offenen Papyrussäulen in der

Spätzeit die allen Säulengattungen eigene Herunterschiebung des

Halsbandes ein, wie beispielsweise eine noch unfertige Säule (Abb. 67)

aus Giseh zeigt.

Ebenso selbstverständlich ist es, dass unsere offene Papyrusdolde in der

Ptolemäer- und Kaiserzeit häufig wieder auftritt und zwar hier zum

ersten Male sicher als Bündelsäule (Abb. 68 u. 69). Daneben treten

allerdings auch noch Einzelsäulen mit offenem Doldenkapitell auf. Unter

letzteren ist besonders ein Beispiel erwähnenswerth, das von dem sonst

in der Ptolemäischen Epoche üblichen Typus der Säulen abweicht: eine

Säule aus Kôm-Ombo[79], die die Herunterschiebung des Halsbandes nicht

hat. Bemerkenswerth ist ausserdem hier und auch bei anderen Beispielen

der Spätzeit die merkwürdig verständige Behandlung der einzelnen

Doldenstrahlen.

[Illustration: Abbildung 69.

Bündelsäule mit offenen Papyrusdolden aus Edfu. Sp. Zt. Ptolemäisch;

nach Berl. Museum, Ph. 138.]

Wir sind nunmehr mit unserer Besprechung der Papyrussäulen zu Ende und

wollen daher, da diese Säulen früher vielfach mit den bereits oben

genügend charakterisirten Nymphaeensäulen zusammengeworfen wurden,

nochmals kurz die Merkmale aufzählen, durch welche sich diese von jenen

unterscheiden:

Die Basis fehlt bei den Papyrussäulen nur ganz ausnahmsweise, bei

den Nymphaeensäulen öfter.

Der Schaft der Papyrussäule hat Schwellung und Fussblätter, welche

beide der Nymphaeensäule ursprünglich fehlen.

Die Zwischenstengel, welche nur bei der geschlossenen Doldensäule

vorkommen, haben wie die Hauptstengel Papyrusformen, bei den

Nymphaeensäulen dagegen Formen von Nymphaea-Knospen und Blüthen.

Die äusseren Umrisslinien der geschlossenen wie offenen

Papyruskapitelle sind wesentlich unterschieden von denen der

geschlossenen und offenen Nymphaeensäulen.

Die Kopfblätter reichen beim Papyruskapitell nie[80] bis zum oberen

Rande, beim Nymphaeakapitell stets.

Die Ägyptische Pflanzensäule · 第 21 / 27 题