Daja eilig herbei. Nathan.
Daja. O Nathan, Nathan!
Nathan. Nun?
Was gibt's?
Daja. Er läßt sich wieder sehn! Er läßt
Sich wieder sehn!
Nathan. Wer, Daja? wer?
Daja. Er! Er!
Nathan.
Er? Er?--Wann läßt sich der nicht sehn!--Ja so,
Nur euer Er heißt er.--Das sollt' er nicht!
Und wenn er auch ein Engel wäre, nicht!--
Daja.
Er wandelt untern Palmen wieder auf
Und ab; und bricht von Zeit zu Zeit sich Datteln.
Nathan.
Sie essend?--und als Tempelherr?
Daja. Was quält
Ihr mich?--Ihr gierig Aug' erriet ihn hinter
Den dicht verschränkten Palmen schon; und folgt
Ihm unverrückt. Sie läßt Euch bitten,--Euch
Beschwören,--ungesäumt ihn anzugehn.
O eilt! Sie wird Euch aus dem Fenster winken,
Ob er hinauf geht oder weiter ab
Sich schlägt. O eilt!
Nathan. So wie ich vom Kamele
Gestiegen?--Schickt sich das?--Geh, eile du
Ihm zu; und meld ihm meine Wiederkunft.
Gib acht, der Biedermann hat nur mein Haus
In meinem Absein nicht betreten wollen;
Und kömmt nicht ungern, wenn der Vater selbst
Ihn laden läßt. Geh, sag, ich laß ihn bitten,
Ihn herzlich bitten...
Daja. All umsonst! Er kömmt
Euch nicht.--Denn kurz; er kömmt zu keinem Juden.
Nathan.
So geh, geh wenigstens ihn anzuhalten;
Ihn wenigstens mit deinen Augen zu
Begleiten.--Geh, ich komme gleich dir nach.
(Nathan eilet hinein, und Daja heraus.)