Er wurde melancholisch. Seine Gesundheit versagte. Eine schm

Anmerkungen zur Transkription

Im Original gesperrter Text ist _so ausgezeichnet_. Im Text des

Originals sind oftmals ein- bis dreizeilige Passagen abgesetzt,

zentriert und kursiv gesetzt. Um diese dem Autor wichtigen Aussagen

nicht zu stören, wurde dort auf eine Markierung als kursiv

verzichtet.

Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des Buches.

HERBERT N. CASSON

Die Erfolgreichen

(Thirty great lives)

1.—10. Tausend

[Illustration]

1 9 2 6

JOSEF SINGER VERLAG A.-G., LEIPZIG

Copyright 1926 by Ernst Angel-Verlag, Berlin-Schöneberg

Autorisierte Übertragung aus dem Englischen

von Dr. Walter J. Briggs

Gedruckt in der Buchdruckerei Otto Regel G. m. b. H., Leipzig

I N H A L T S - V E R Z E I C H N I S

Seite

Isaac Newton 5

James Watt 10

Robert Clive 16

Michael Faraday 23

Elias Howe 27

Thomas Henry Huxley 32

Frederick Winslow Taylor 38

Andrew Carnegie 46

Cecil Rhodes 53

Dr. Jameson 59

John Wanamaker 64

Murdo Mackenzie 70

Cyrus H. H. Curtis 74

Edward Bok 81

Luther Burbank, der König der Gärtner 87

King C. Gillette 92

Joseph Fels 97

George Westinghouse 104

Charles Seabrook 111

George F. Johnson 117

Thomas A. Edison 124

Lord Rhondda 128

Sir Swire Smith 133

Henry Ford 138

Isaac Newton.

Wenn man das ganze britische Volk, all seine Toten und Lebenden in

einer Reihe aufstellen wollte, so würde sehr wahrscheinlich an der

Spitze dieser Reihe Sir Isaac Newton stehen.

Er als der erste der gesamten Menschheit fand das Geheimnis der Sterne.

Er war der erste, der das Mysterium der Schwerkraft bekannt machte.

Während Sie und ich über kleine Dinge nachdenken -- Zinsfuß, Löhne,

Nutzen, Erzeugung und so fort --

dachte Newton über das Weltall nach.

Sein bedeutendes Buch »The principia« ist allgemein als das

hervorragendste Erzeugnis menschlichen Geistes anerkannt.

Allem Anschein nach werden die meisten großen Männer an bedeutungslosen

Orten geboren -- und Newton war keine Ausnahme. Er kam 1642 in einem

kleinen Dörfchen in Lincolnshire zur Welt. Sein Vater war wenige

Monate nach seiner Verehelichung gestorben. So war der kleine Newton

bei seiner Geburt schon vaterlos. Seine Mutter hatte eine bescheidene

Jahresrente von 80 Pfund.

Der kleine Isaac Newton war kein guter Schüler. Er interessierte

sich nicht dafür, was der Lehrer sagte. Er widmete seine ganze

Aufmerksamkeit mechanischen Dingen. Er erfand eine Windmühle,

eine Wasseruhr und einen neuartigen Wagen, der von seinem Insassen

angetrieben werden konnte. Er liebte es sehr, Papierdrachen steigen zu

lassen. Er machte auch Papierlaternen und befestigte diese Laternen an

dem Schwanz seiner Drachen. Dann ließ er diese Drachen nächtlicherweile

steigen, um die Landbevölkerung glauben zu machen, daß Kometen am

Himmel wären.

Schon als Junge von 12 Jahren interessierte er sich nur für Mechanik

und den Sternenhimmel. Er erfand eine Sonnenuhr. Er studierte die

Sterne. Der Mechanismus des Firmaments schien ihn zu faszinieren.

Mit 15 Jahren wurde er auf ein Gut in die Lehre gegeben, war aber

völlig wertlos als Lehrling der Landwirtschaft. Während die Schafe

herumirrten und das Vieh den Mais fraß, hockte er an einer Hecke und

las ein Buch über Astronomie.

Zum Glück wußte seine Mutter sein Genie richtig einzuschätzen. Sie

befreite ihn von der landwirtschaftlichen Arbeit und sandte ihn zurück

in die Schule.

Mit 18 Jahren wurde er in das Trinity College in Cambridge aufgenommen.

Neun Jahre später war er dort Professor der Mathematik. So gut wie sein

ganzes Leben lang blieb er mit Cambridge in Verbindung.

Mit 24 Jahren begann er das Phänomen des Lichtes zu studieren.

Er entdeckte, daß das Licht aus verschiedenartigen Strahlen

zusammengesetzt ist.

Darauf erfand er

ein reflektierendes Fernrohr.

Es war das erste seiner Art. Sein erstes Fernrohr steht jetzt in der

Bibliothek der Royal Society mit der folgenden Inschrift: »Erfunden

von Sir Isaac Newton und von ihm eigenhändig hergestellt im Jahre 1671.«

Man hatte zu jener Zeit noch sehr geringe Kenntnisse in der Astronomie.

Alle Fernrohre waren niedliche Spielzeuge. Das, welches Newton erfand,

war sechs Zoll lang. Niemand in Newtons Generation ahnte etwas von den

100-Tonnen-Fernrohren, die wir heute haben.

Galilei war ein Jahr vor Newtons Geburt gestorben. 42 Jahre vor Newtons

Geburt war Bruno in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, weil

er versichert hatte, daß sich die Erde um die Sonne bewegt.

Ja, in jenen frühen Tagen der Astronomie, in denen Newton erschien, war

es geradezu gefährlich, über derartige Dinge nachzudenken.

Aber Newton hatte das gute Glück, in England zu leben. Er lebte, wo die

Wissenschaft frei war. Seine Anschauungen wurden zwar angegriffen, aber

er selbst war niemals in Gefahr, verfolgt zu werden.

Es geschah, als er 24 Jahre alt war, daß er zum ersten Male die

Anziehung der Schwerkraft erfaßte. Er saß allein im Garten seiner

Mutter in dem kleinen Bauerndorf, in dem er geboren war, als er einen

Apfel fallen sah.

Warum fiel der Apfel? Wie hoch würde sein Gewicht auf einer Erde

sein, die zweimal so groß wie die unsrige wäre? Was würde dem Apfel

geschehen, wäre er halbwegs zwischen Erde und Sonne?

Das waren die Fragen, die er sich selbst stellte. Er brachte die

Vollkraft seines mathematischen Verstandes auf dieses Problem in

Anwendung.

Er studierte dieses Problem 20 Jahre. Endlich entdeckte er, daß die

Schwerkraft und die Zentrifugalkraft sich gegenseitig ausgleichen.

Damit hatte er schließlich das Geheimnis der Ordnung des gestirnten

Himmels entdeckt.

Im Jahre 1687, als er 45 Jahre alt war, veröffentlichte er sein großes

Buch »The principia«. Dieses Buch verkündete

das Prinzip der allgemeinen Gravitation.

Dieses Prinzip ist: Jedes Atom des Stoffes im Weltall wird durch jedes

andere Atom des Stoffes mit einer Kraft angezogen, die im umgekehrten

Verhältnis zu dem Quadrat ihrer Entfernung steht.

Newton fand heraus, daß der Stein sich auf die Erde und die Erde sich

auf den Stein zubewegt. Die Erde zieht die Sonne an und die Sonne zieht

die Erde an. Jedes Atom zieht jedes andere Atom an.

Er entdeckte, daß, was wir »Gewicht« nennen, eine Täuschung ist. Ein

Mensch, der auf der Erde einen Zentner wiegt, würde zum Beispiel auf

der Sonne 13 Zentner wiegen.

Niemals versuchte Newton seine Erfindungen und Entdeckungen

geheimzuhalten. Er teilte sie seinen Freunden ganz offen mit.

Das Ergebnis war, daß in verschiedenen Fällen andere Leute seine

Erfindungen als die ihrigen bezeichneten.

Das größte Unglück traf Newton, als er sein Buch über »Die Natur des

Lichtes« vollendet hatte. Er hatte daran 20 Jahre gearbeitet. Doch,

als er einmal aus seinem Studierzimmer sich entfernt hatte, warf sein

kleiner Hund eine Kerze um, das Manuskript fing Feuer und wurde völlig

vernichtet.

Als Newton das Zimmer wieder betrat und sah, was geschehen war, soll

er ausgerufen haben: »O Diamond, wie wenig weißt du von dem Unheil, das

du angerichtet hast!«

In seinen späteren Jahren wendete sich Newton dem politischen Leben zu.

Er wurde Parlamentsmitglied. Er wurde eingesetzt als Meister der Münze.

Königin Anna verlieh ihm die Ehre der Ritterschaft und höhere Ehre

noch: er wurde Präsident der Royal Society.

Er starb 1727 im Alter von 85 Jahren. Sein Leichnam wurde in der

Westminster Abtei beigesetzt, nahe dem Eingang des Chors, auf der

linken Seite.

Er starb hochgeehrt und reich. Sein persönlicher Nachlaß betrug 32000

Pfund und sein Ruhm ist im Laufe der Jahrhunderte immer mehr gewachsen.

Er war ein bescheidener, offener und geselliger Mann.

Er war nicht eitel.

Er liebte Menschen nicht weniger als Prinzipien.

Kurz vor seinem Tode äußerte er: »Ich weiß nicht, wie ich der Welt

vorkomme; mir selbst aber komme ich vor wie ein Junge, der am

Meeresufer spielt und der sich unterhält, hin und wieder einen besser

abgerundeten Kieselstein oder eine hübschere Muschelschale zu finden,

während der große Ozean der Wahrheit weit und unerforscht vor ihm

liegt.«

James Watt.

James Watt ist in Greenock im Jahre 1736 geboren. Zu jener Zeit gab

es noch keine Fabriken, Eisenbahnen, Dampfschiffe, Maschinen, freie

Schulen, Einheitspostgebühren oder Freihandel.

Er war ein zarter Junge. Er genoß wenig Schulbildung. Er wurde

hauptsächlich von seiner Mutter unterrichtet.

Er war ein eifriger Leser guter Bücher. Mit fünfzehn Jahren hatte er

»Die Elemente der Philosophie« zweimal gelesen.

Sein Vater und sein Großvater waren tüchtige Mechaniker, und

so verwendete der kleine »Jamie« seine Zeit auf drei Dinge: 1.

Spielzeugmaschinen zu machen, 2. ernste Bücher zu lesen, 3. in den

Wäldern herumzustreifen.

Er liebte es, Experimente zu machen.

Und einmal studierte er eine Stunde lang den Teekessel. Er bedeckte

den Ausguß, um die Hebekraft des Dampfes zu erproben. Seine Tante, die

dabei saß, warf ihm vor, daß er seine Zeit damit verschwende, mit Dampf

zu spielen.

Als er siebzehn Jahre alt war, starb seine Mutter, und sein Vater

wurde plötzlich arm. James ging nach Glasgow und bekam eine kleine

Anstellung, in der er Brillen, Angelruten und dergleichen reparierte.

Mit 19 Jahren kam er nach London. Es war im Jahre 1755. Es war eine

äußerst gefährliche und unbequeme Reise, eine Reise zu Pferde. Zwölf

Tage saß James im Sattel. Das war das erste große Ereignis seines

Lebens. (Dank Watt können wir heute von London nach Glasgow in acht

Stunden reisen!)

Watt blieb in London. Er arbeitete in einer kleinen Werkstatt in

Cornhill, wo er wissenschaftliche Instrumente herstellte. Dann kehrte

er nach Glasgow zurück.

Er wurde berufen, die wissenschaftlichen Instrumente der Universität

Glasgow zu reparieren. Das war das zweite große Ereignis seines Lebens.

Verschiedene Professoren wurden auf seine Arbeit aufmerksam. Sie gaben

ihm einen Arbeitsraum in der Universität. Hier reparierte Watt die

Apparate der Universität und machte auch Fischereigeräte für fremde

Kunden. Er beschäftigte sich sogar damit, eine verbesserte Orgel

herzustellen.

Als Watt 23 Jahre alt war, trat das dritte große Ereignis ein -- er

fand ein altes Modell einer Dampfmaschine in der Universität. Natürlich

war es keine verwendbare Dampfmaschine. Es war eine, die nicht laufen

wollte. Aber sie faszinierte Watt; er begann sofort, den Dampf zu

studieren.

Zunächst begegnete er einem sehr ernsten Hindernis -- die meisten

Artikel über Dampf waren französisch und italienisch geschrieben.

Sehr wenige gab es im Englischen. Was tat Watt? Er fing sofort an,

Französisch und Italienisch zu lernen und blieb beharrlich dabei, bis

er die Artikel über Dampf lesen konnte.

Im Jahre 1764 heiratete er eine hilfreiche Frau. Sein Geschäft ging

gut. Er hatte sechzehn Arbeiter und verdiente jährlich gegen 600 Pfund

rein.

Er dachte jetzt einzig und allein an Dampf, und an nichts anderes. Im

Jahre 1765 schrieb er seinem Freund:

»Alle meine Gedanken gelten jetzt nur noch dieser

Maschine.«

Er verfertigte ein rohes Modell. Es wollte nicht arbeiten. Er machte

ein zweites, und es wollte nicht arbeiten. Hernach ein drittes und ein

viertes.

Es gab zu dieser Zeit keine Werkstatt der Welt, die einen

vollständigen Zylinder herstellen konnte. Das verursachte Watt so viel

Schwierigkeiten.

Er vernachlässigte sein Geschäft. Er geriet in Schulden. Da kam das

vierte große Ereignis -- er lernte Dr. Roebuck, den Begründer der

Carron-Eisenwerke, kennen.

Dr. Roebuck war der erste Mann, der es wagte, Geld in Dampf anzulegen.

Er gab Watt 1000 Pfund, um seine Schulden abzuzahlen. Dagegen gab ihm

Watt ein Zweidrittelinteresse an der Dampfmaschine.

Watt war niemals ein Geschäftsmann. Er haßte Kaufen und Verkaufen. Er

war ein Erfinder -- sonst nichts.

Immerwährend war er bei schlechter Gesundheit. Er hatte Anfälle von

Melancholie. Er litt an Kopfschmerzen. Aber er harrte aus.

Am 5. Januar 1769 erhielten Watt und Arkwright Patente für die erste

Dampfmaschine und für die erste Spinnmaschine. An diesem Tage wurde

Lancashire geboren. (Sitz großer englischer Maschinenfabriken.)

Watt hatte nunmehr den richtigen Entwurf für eine Dampfmaschine,

aber keine Werkstatt konnte sie herstellen. Ein Modell nach dem

anderen arbeitete schlecht oder gar nicht. Er hatte keine brauchbaren

Dichtungsstoffe und mußte alte Hüte und Kork verwenden. Alle seine

Modelle waren undicht.

Er geriet tiefer in Schulden. Sein Freund Dr. Roebuck wurde bankerott.

Seine Frau starb in der Schwangerschaft. Und dann kam das fünfte große

Ereignis -- er lernte Matthew Boulton kennen. Das war im Jahre 1773.

Matthew Boulton hatte eine Modellfabrik in Birmingham. Er machte Uhren.

Er war einer der gescheitesten Geschäftsleute seiner Zeit. Er war ein

Freund von Franklin, Wedgwood (Erfinder des Steingutes) und Priestley

(englischer Naturforscher). Er war ein Organisator und ein vornehmer

und tüchtiger Mann.

Dr. Roebuck schuldete Boulton 200 Pfund Sterling und Boulton nahm zwei

Drittel von Watts Patent in Zahlung. So übersiedelten im Jahre 1774

Watt und seine Maschine von Glasgow nach Birmingham. Jedermann machte

sich über die Maschine lustig, als sie im Wagen auf der Landstraße

befördert wurde.

In diesem Jahre verdiente Watt 200 Pfund Sterling durch Vermessungen.

Einen Teil davon gab er Dr. Roebuck. Persönlich gab er nicht mehr als

zwei Pfund Sterling wöchentlich aus. Die russische Regierung bot ihm

1000 Pfund Sterling das Jahr. Er sollte eine angenehme Regierungsstelle

in Kronstadt bekommen, aber er lehnte ab. Er blieb Boulton und seiner

Maschine treu.

Um diese Zeit stahl einer seiner Arbeiter die Zeichnungen der Maschine

und verkaufte sie einer anderen Firma. Das Ergebnis war: Konkurrenz.

Um sich zu schützen, mußte Watt sein Patent um sieben Jahre verlängern

lassen. Der große Burke hielt im Parlament eine pathetische Rede gegen

diese Verlängerung. Aber ohne Wirkung.

Dann kam das sechste große Ereignis -- Watt lernte Wilkinson kennen,

der es verstand, gute Zylinder zu machen.

Mit einem Male wurde die Wattsche Dampfmaschine

praktisch verwendbar.

Kohlenbergwerke sandten Bestellungen auf Pumpmaschinen. Boulton ließ

im ersten Jahre 65 bauen. Von dieser Zeit an war die Dampfmaschine ein

Erfolg.

Im Jahre 1802 schrieb ein Freund, namens Edgworth, an Watt und

sagte: »Warum nicht Dampf statt Postpferden? Warum nicht eine

Eisenschienenbahn?« Das war die erste Anregung für die Dampfbahn.

Im nächsten Jahre bestellte Fulton eine Maschine von Boulton und Watt,

und im Jahre 1807 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Hudson. Um diese

Zeit gab es schon viele Konkurrenten. Die Rechtsstreitigkeiten häuften

sich. Watt und Boulton gewannen zwar diese Prozesse, aber sie waren

sehr kostspielig. Ein Londoner Anwalt verlangte eine Gebühr von 6000

Pfund Sterling.

Watt und Boulton waren 25 Jahre lang Teilhaber. Dann zogen sie sich

vom Geschäft zurück, und die Gesellschaft wurde von ihren Söhnen

fortgeführt.

Bis zum Jahre 1824 hatten Boulton und Watt 1164 Dampfmaschinen mit

insgesamt 25945 PS. erbaut. Zur Zeit betragen die Gesamtpferdekräfte

der Dampfmaschinen ungefähr 200000000. Das entspricht ungefähr der

Kraft von 4500000000 Männern.

In seinen alten Tagen wurde Watt mit Ehren überschüttet. Er

erntete Reichtümer und Ruhm. Als er im Jahre 1819 in Heathfield in

Staffordshire starb, war er in der ganzen zivilisierten Welt bekannt.

Seinem Andenken wurde in der Westminster-Abtei eine Gedenktafel

errichtet. Lord Brougham verfaßte die Inschrift in den edlen Worten:

»Er erweiterte die Hilfsquellen seines Vaterlandes ...

er erhöhte die Macht der Menschen ...«

Das ist die Geschichte von James Watt. Sie sollte nie vergessen werden,

solange das britische Weltreich besteht.

Robert Clive.

Wenn wir fragen: »Wer hat das britische Weltreich aufgebaut?«, dann ist

die Antwort: »Viele haben daran gearbeitet, doch Clive am meisten von

allen.«

Das weite Indien mit seinen 325 Millionen Einwohnern -- drei Viertel

des britischen Imperiums -- wurde von einem Mann, ohne irgendwelche

Hilfe der britischen Regierung, dem Reiche eingebracht.

Dieser eine Mann war Robert Clive -- ein armer bürgerlicher Junge aus

Shropshire mit geringer Erziehung.

Er vollendete seine Tat ohne den Beistand von Geld, Einfluß oder

militärischer Ausbildung.

Er raffte einen Haufen Arbeiter und indischer Sepoys

zusammen und machte sie zu Eroberern eines Fünftels

der bewohnten Erde.

Und als er dann dieses Fünftel der bewohnten Erde der britischen Krone

überreichte, wurde er vom Parlament als ein Kriegsgewinnler getadelt.

Clive wurde 1725 in einem Shropshire-Dorf geboren. Sein Vater war ein

vergrämter Mann ohne Erfolge -- halb ein Anwalt und halb ein Farmer.

Als Junge war Bob Clive stets in Schwierigkeiten. Er war immer der

böseste Knabe des Dorfes; und jedermann meinte, er würde ein schlimmes

Ende nehmen.

Er war tapfer wie ein Bullenbeißer und von furchterregendem

Temperament. Er war immer in Kämpfen. Er organisierte die kleinen

Jungen des Dorfes und erhob Tribut von den Geschäftsleuten als

Bezahlung für den Schutz gegen andere Jungen.

Einmal kletterte er auf den Kirchturm und ließ sich auf der obersten

Spitze nieder. Er war ein verwegener Junge und ein geborener Kampfhahn.

In der Schule war er vollkommen unbrauchbar. Er versuchte eine nach der

anderen, aber keine konnte ihm Respekt abgewinnen. Er war das schwarze

Schaf der Familie, verachtet und abgelehnt von der ganzen Stadt.

So sandte der Vater in Verzweiflung den Achtzehnjährigen nach Indien in

ein Geschäft.

Der junge Clive erreichte Indien nach einer einjährigen Reise. Sein

Geld war verausgabt, er stak in Schulden. Sein Gehalt war kleiner als

das irgendeines Stenotypisten heute. Er logierte in einer kleinen

schäbigen Dachkammer.

Das war Clives erster Einzug in Indien.

Das erste, was er tat, war, ein Duell mit einem Bramarbas auszutragen;

das trug ihm sein erstes bißchen Ansehen ein.

Das zweite war, daß er sich mit dem Gouverneur anfreundete, der eine

gute Bibliothek hatte. Er erzog sich selbst, wie es fast alle großen

Männer tun.

Zu dieser Zeit dominierten die Franzosen in Indien. Auch die Holländer

waren einflußreich. Aber die Briten waren Außenseiter. Sie wurden mehr

als Hausierer angesehen.

Die Franzosen griffen das kleine Fort an, in dem Clive als Angestellter

arbeitete, und fingen jedermann, außer Clive: Der sprang über einen

Zaun und entkam.

Dies Ereignis begründete seine Karriere. Er wurde sogleich Soldat und

studierte militärische Taktik.

Vier Jahre später wurde er Hauptmann, organisierte 200 Engländer

und 300 Sepoys -- eingeborene Inder -- und begann als ein privater,

selbständiger Abenteurer die Franzosen zu verjagen.

Er hatte Erfolg. Er stürmte ein französisches Fort und nahm es in

Besitz. Eine Armee von dreitausend Mann wurde gegen ihn ausgesendet,

aber er griff sie unter dem Schutze der Nacht an und zersprengte sie.

Eine zweite Armee von zehntausend Mann wurde aufgeboten, um ihn zu

überwältigen, aber er verschanzte sich, kämpfte fünfzig Tage und siegte

endlich durch einen Ausfall.

Er verschaffte sich weitere neunhundert Soldaten und vertrieb die

Franzosen aus Indien.

Nur ein junger Buchhalter von fünfundzwanzig Jahren

-- und nun plötzlich der tüchtigste britische General!

Mit siebenundzwanzig Jahren kam er nach England zurück und heiratete

ein schönes Mädchen -- Miß Maskelyne -- die er liebte.

Seine Familie war erstaunt über seine Fortschritte. »Schließlich«,

grollte sein Vater, »hat der Bub doch etwas in sich.«

Clive war jetzt reich geworden. Er zahlte die Schulden seines Vaters

und rettete den Familienbesitz.

Zwei Jahre führte er ein lustiges Leben und gab sein Geld mit vollen

Händen aus. Er wurde in das Parlament gewählt, jedoch bald wieder

hinausgeworfen. Eine Parteiabstimmung brachte ihn um seinen Sitz.

Er fing an, zu erfahren, wie England jene zu behandeln pflegt, die

seine Größe begründet haben.

Bald war sein ganzes Geld ausgegeben, und mit dreißig Jahren ging

er nach Indien zurück. Er wurde Gouverneur in der Ostindischen

Gesellschaft.

Er kam gerade rechtzeitig zurück, um die tragischen Neuigkeiten

des »Black Hole« (Das schwarze Loch) von Kalkutta zu hören. Ein

bengalischer Nabob hatte 146 Engländer in einen Kerker von zwanzig

Quadratfuß geworfen. Nur dreiundzwanzig überlebten es.

Clive wartete nicht auf Befehle oder auf die Unterschrift formeller

Anordnungen. Er ging sofort zur Tat über. Er sammelte dreitausend

Leute und griff den Nabob an. Der Nabob hatte eine Armee von

achtundfünfzigtausend. Es kam zu einer heftigen Schlacht, in der 19 : 1

gegen Clive standen.

Clive zog sich nicht etwa zurück, um in gewandtem literarischen Stil

ein Buch zu schreiben und die Technik seiner Niederlage zu begründen.

Er nahm den Kampf auf und siegte. Er zerschmetterte die Armee des

Nabob. Sie hatte Elefanten in ihrer Front, die bei ihrer Umkehr und

Flucht die eigenen Massen der Eingeborenen niedertraten.

Das war die Schlacht von Plassey.

Der Nabob wurde gefangen und innerhalb einer halben

Stunde hingerichtet. Von diesem Augenblick an war

Indien britisch.

Hätte Clive gewollt, so hätte er Kaiser von Indien werden können. Er

hätte seine Siege zu seinen eigenen Gunsten ausnützen, er hätte eine

Dynastie und eine Flagge begründen können.

Er tat es nicht. Wahrscheinlich kam ihm niemals der Gedanke. Er fühlte

sich als Engländer und er handelte für England.

Durch den Sieg von Plassey wurde er der Meister der Schätze von

Bengalen. Er hatte die Macht, sich ihrer zu bedienen, und er nahm

300000 Pfund Sterling als einen fairen Tagelohn für eine faire

Tagesarbeit.

Eine zweite Armee von vierzigtausend Mann marschierte gegen ihn auf. Er

drillte seine kleine Schar von dreitausend Mann und nahm die Schlacht

auf. Wieder gewann er. Und wieder machte er sich ein Vermögen.

Dann zogen die Holländer eine dritte Armee zusammen. Clive zersprengte

sie nach seiner Gewohnheit mit einer Handvoll Engländer und Sepoys.

Diese Schlacht machte ihn endgültig zum Herrn von Indien.

Wieder kehrte er nach England zurück und wurde warm aufgenommen. Er

wurde zum Lord gemacht. Pitt nannte ihn einen »vom Himmel gefallenen

General«. Er lebte großartig in Berkeley Square und hatte zwei Paläste

auf dem Lande. Und das alles mit vierunddreißig Jahren!

Sein Einkommen war 40000 Pfund Sterling jährlich; aber er sorgte sich

wenig um Geld. Er war sehr freigebig. Das erste, was er tat, war,

seinen Eltern und Verwandten 50000 Pfund Sterling zu geben. Er trieb

alle Clives in England auf und gab ihnen einen Anteil an seinem Golde.

Mehrere Jahre lang führte er ein glänzendes Leben. Er war

Parlamentsmitglied geworden. Er lebte gut und half seinen Freunden. Es

war seine glücklichste Zeit.

In Indien aber brachen neue Unruhen aus. Er wurde gebeten, wieder

hinauszugehen, und er stimmte zu. Was er vorfand, war Unterdrückung der

Eingeborenen, alle Art Räubereien und Korruption.

Sofort bewies er sich sowohl als Staatsmann wie als General. Er

beseitigte die Bestechungen.

Er entfernte eine Menge Schurken aus den Ämtern.

Er machte die Regierung wieder ehrlich. Er verwaltete die Justiz wie

stets als ein Freund der Inder.

Ein Nabob schenkte ihm 60000 Pfund -- er stiftete sie sogleich für die

kranken Angestellten der Ostindischen Gesellschaft.

Als er nach England zurückkehrte, wurde er von allen Seiten angegriffen.

Die Schurken, die er aus den indischen Ämtern vertrieben hatte, waren

nach England zurückgekommen und begannen einen Verleumdungsfeldzug

gegen ihn.

Zeitungen beschimpften ihn. Politiker beschuldigten ihn. Und was das

Schlimmste war, er wurde vor das Parlamentsgericht geladen, als wäre er

ein Verbrecher.

»Sie behandeln mich wie einen Hammeldieb«, sagte er. Nach einem langen

und verletzenden Prozeß sprach ihn das Parlament mit einer Warnung

frei. Er wurde öffentlich bloßgestellt -- er, der Indien dem britischen

Weltreich gewonnen hatte.

»Wir wollen Ihnen diesmal verzeihen,« sagte das Parlament, »aber tun

Sie es nicht wieder.«

Dieser Prozeß brach sein Herz.

Er wurde melancholisch. Seine Gesundheit versagte. Eine schmerzliche

Krankheit ergriff ihn. Um Linderung zu suchen, nahm er Opium -- und

langsam zerstörte das Gift sein Gehirn.

Eines Tages kam ein Beamter der Regierung eilends zu ihm. Es war im

Jahre 1774.

»In Amerika ist eine Revolution ausgebrochen«, sagte der

Regierungsbeamte. »Wir brauchen Ihre Hilfe. Das Reich ist in Gefahr.

Sie müssen sofort nach Amerika gehen.«

Clive lehnte lächelnd ab.

»Zu spät«, sagte er. »Ich bin gerade im Begriff,

irgendwoandershin zu gehen.«

Einige Tage später erschoß er sich.

Er hatte große Fehler -- gewiß. Große und ruhmreiche Fehler. Aber er

und seinesgleichen haben das britische Weltreich begründet.

Michael Faraday.

London war im Jahre 1796 noch keine besondere Stadt. Noch war

Bermondsey zu jener Zeit eine besondere Gegend in London. Ebensowenig

war die Jacob-Street in Bermondsey eine Attraktion. Noch war es der

Mietstall in der Jacob-Street.

Über diesem Mietstall aber waren einige Zimmer zu vergeben, und diese

mietete ein Schmied aus Yorkshire, der vier kleine Kinder hatte.

Und eines dieser Kinder war ein ruhiger kleiner Junge, fünf Jahre alt,

mit Namen Michael. Des Vaters Name war Faraday.

Nicht wahr? Das war kein besonderer Anfang für ein Leben? Und doch

wuchs dieser kleine Michael heran, um

der Begründer der Wissenschaft von der Elektrizität

zu werden.

Unzweifelhaft sitzt in einem stillen Winkel des Himmels eine kleine

Gruppe kongenialer Geister beisammen und plaudert über die Gesetze des

Weltalls. Da sind Newton und Franklin, Darwin und Wallace, Huxley und

Pasteur, und in ihrer Mitte sitzt, dessen bin ich sicher, Faraday mit

seinem leuchtenden Antlitz, und erzählt ihnen, wie man kleinen Kindern

wissenschaftliche Tatsachen beizubringen hat.

Doch, um auf die Erde zurückzukommen, für den jungen Michael Faraday

war kein goldener Löffel bereit. Die Nahrungsmittel waren teuer -- der

Lohn des Schmiedes war niedrig, und so gab es für ihn überhaupt keinen

Löffel. Seine Mutter gab ihm einmal in der Woche einen Laib Brot -- das

war alles.

Was seine Schulbildung anbetrifft, so hatte er wenig oder gar keine.

Kaum konnte er gehen, mußte er Geld verdienen.

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß Faraday, der einer der

höchstgebildeten Männer Englands wurde, Oxford niemals sah, bevor er

dahin ging, um seine Professoren zu unterrichten.

Mit dreizehn Jahren hatte der junge Michael Glück. Er wurde als

Laufjunge in einer Buchhandlung in der Nähe von der Baker-Street

angestellt. Hier fand er zum ersten Male in seinem Leben Zeitungen und

Bücher.

Eines schönen Tages, als er gerade vierzehn war, fand er ein kleines

Buch über Chemie. In diesem Augenblick begann seine Laufbahn.

Er begann abends Experimente zu machen. Er wohnte in einem ganz kleinen

Schlafzimmer im Hause des Buchhändlers; eine gutmütige Köchin stellte

ihm dort aus ihrer Speisekammer das Material für diese Experimente bei.

Mit zweiundzwanzig Jahren bekam er ein Geschenk, das für ihn mehr wert

war als alles Gold der Bank von England; einer seiner Kunden gab ihm

eine Anweisung auf einen Lehrkurs bei Sir Humphry Davy, dem größten

Chemiker seiner Zeit.

Er fiel auf bei diesen Vorlesungen -- der schlanke bleiche Bursche

mit den neugierigen Augen. Er war der jüngste unter den Anwesenden.

Er machte sich Notizen und stellte aus ihnen ein illustriertes Buch

zusammen. Als er soweit war, gab er es auf, sich vom Schicksal treiben

zu lassen und beschloß, für sich selbst zu handeln. Er schrieb an Sir

Humphry Davy, schickte ihm sein Buch und bat um eine Anstellung als

Eleve der Wissenschaft.

Sir Humphry schickte nach ihm, fand Gefallen an ihm und verschaffte ihm

eine Anstellung als Assistent im Laboratorium der »Royal Institution«.

Er begann mit fünfundzwanzig Schilling Wochenlohn.

Nun hatte er seine eigene Leiter zum Ruhm gefunden,

und er stieg ihre Sprossen im Gleichmaß hinan, bis er den Gipfel

erreichte.

Seine erste Aufgabe war, Sir Humphry selbst auf einer zwei Jahre

währenden Europa-Reise zu begleiten. So lernte er die Gelehrten von

Paris, Genua, Florenz, Rom, Neapel und Genf kennen. Mit fünfundzwanzig

Jahren veröffentlichte er seine ersten wissenschaftlichen Artikel.

Dann, mit neunundzwanzig, machte er seine große Entdeckung der

elektromagnetischen Rotationen.

Das war die Geburt des elektrischen Motors, der heute unsere Omnibusse,

unsere Straßenbahnen, unsere Maschinen bewegt. Faraday hat diese

Entdeckung vor über hundert Jahren gemacht.

Im nächsten Jahre verliebte er sich und heiratete ein einfaches

Mädchen, das in dem Nachbarkirchenstuhl in der kleinen Kapelle saß, in

der er jeden Sonntag dem Gottesdienste beiwohnte. Ihr Name war Sarah

Barnard.

Sie lebten dann ununterbrochen glücklich -- 46 Jahre --, blieben aber

kinderlos.

Mit 32 Jahren war er einer der führenden Gelehrten der Welt. Er

war Mitglied der Royal Society und einer der Direktoren der Royal

Institution, bei der er mit 25 Schilling Wochenlohn begonnen hatte.

Jetzt kam die Gelegenheit, reich zu werden: Große Summen wurden ihm

geboten, um seine Mitarbeit als Chemiker zu gewinnen. Er besprach die

Sache mit seiner Frau, und sie kamen zu dem Beschluß, daß er keine Zeit

habe, um reich zu werden.

Er begann eine Arbeit, die 23 Jahre dauerte, sein großes Buch über

»Experimentelle Forschungen in der Elektrizität«. Dieses Buch führte

die Wissenschaft der Elektrizität von Morgendämmerung zu hellem Tage.

In fünfundsiebzig Jahren wurde es in mancher Beziehung bis heute noch

nicht überholt.

Faraday war ein Philosoph nicht weniger als ein Gelehrter. Es war

die große Leidenschaft seines Lebens,

zu zeigen, daß das Weltall aus einer einzigen Energie und nicht aus

siebzig oder achtzig Elementen besteht.

Sein Geist suchte den geschlossenen Geist der Wahrheit zu erfassen. Er

stieg von Tatsachen zu Prinzipien auf, von Prinzipien zur universellen

Zusammenfassung. Er fühlte das Gleichmaß im Wesen der ganzen Welt -- in

Pflanzen, Elementen, Tieren, Menschen, in allem.

Er war ein Mann -- so gütig, daß Kinder sich um ihn drängten, wo immer

er ging -- so stark, daß er eine Entschuldigung von Lord Melbourne

erzwingen konnte.

Faraday und seine Frau verbrachten ihre letzten Lebensjahre in einem

Landhaus in der Nähe von Hampton Court, das Königin Viktoria ihnen

überlassen hatte. Hier saß er und erzählte den Kindern, die auf seinen

Knien saßen, die Märchen der Wissenschaft, ihnen und auch den weisesten

Gelehrten, die aus allen Weltteilen kamen, um den Meister zu sehen.

Elias Howe.

Nun kommt die Geschichte von Elias Howe, dem Erfinder der Nähmaschine.

Da Sie sehr wahrscheinlich glauben, selbst mit besonderen

Schwierigkeiten und Mühseligkeiten zu kämpfen, erzähle ich Ihnen diese

Geschichte, damit Sie sehen können, was wirkliche Schwierigkeiten sind.

Elias Howe, ein Wohltäter aller menschlichen Wesen, die Kleider tragen,

kam schließlich zu Ruhm und Vermögen; aber sein ganzes Leben war ein

verzweifelter Kampf gegen Armut, Dummheit, Krankheit und Tod. Doch

nichts -- nicht einmal der Hunger -- konnte ihn zum Aufgeben seines

Lebenswerkes bewegen.

Elias Howe wurde in den Vereinigten Staaten als Sohn englischer Eltern

im Jahre 1819 geboren. Der kleine Elias wurde als Kind nicht verwöhnt.

Er war einer von achten. Sein Vater war ein armer Müller, der zehn

Mäuler zu füttern hatte.

Elias war ein gebrechlicher kleiner Bursche. Sein Körper war viel zu

schwach für seinen Geist. Er war nicht nur von äußerster Zartheit -- er

lahmte auch.

Mit sechs Jahren mußte er bereits arbeiten. Er hinkte jeden Wochentag

nach der Mühle seines Vaters und half seinen Brüdern und Schwestern

Drahtzähne durch Lederstreifen zu bohren. Sehr wahrscheinlich war

es diese Beschäftigung, die in ihm den Gedanken an eine Nähmaschine

aufkommen ließ.

Mit sechzehn Jahren begab er sich nach der Stadt Lowell, da ihm jemand

von den dortigen wundervollen Werken und großartigen Maschinen erzählt

hatte.

Zwei Jahre arbeitete er in einer Baumwollspinnerei und fand dann

Stellung in einer Maschinenfabrik. Da er

der geborene Mechaniker

war, fühlte er sich dort wohl.

Mit einundzwanzig Jahren heiratete er. Bald hatte er drei Kinder --

mehr Familie als Lohn. Sie lebten in einem schäbigen kleinen Haus und

mußten aus jedem Groschen zwei herausholen.

Seine Arbeit war hart -- so hart, daß er am Abend oft zu müde war, zu

essen. Wie er seiner Frau einmal sagte, wünschte er damals oft, er

könnte im Bett liegen für immer und ewig.

Als er fünfundzwanzig Jahre alt war, sagte eines Tages ein Kamerad zu

ihm: »Was wäre das für eine große Sache, wenn jemand eine Maschine zum

Nähen erfinden könnte.«

Diese zufällige Bemerkung ließ Howes Gehirn erwachen.

Tatsächlich war er einer der geschicktesten Erfinder der Welt, ohne

sich dessen bewußt zu sein. Er kannte seine eigenen Kräfte nicht.

Zunächst setzte er sich zu seiner Frau und sah ihr beim Nähen zu. Dann

baute er eine Maschine zur Bewegung einer Nadel, die an beiden Enden

zugespitzt war und das Öhr in der Mitte hatte. Es war ein Versuch, eine

Maschine zu machen, die die Hand seiner Frau nachahmen sollte. Das war

ein Fehlschlag.

Plötzlich blitzte eine neue Idee in seinem Gehirn auf -- warum sollte

man das Nähen mit der Hand nachahmen? Warum sollte man nicht eine neue

Art des Nähens erfinden, die eine Nähmaschine ermöglichen könnte?

Sogleich dachte er daran, die Verwendung von zwei Fäden anstatt eines

zu planen. Er erfand das Schiffchen und eine krumme Nadel mit einem Öhr

in der Nähe der Spitze. Mit einem Schlage hatte er das Problem gelöst.

Eine brauchbare Nähmaschine war erfunden.

Voll Freude gab er seine Stellung auf und zog mit seiner Familie in das

Haus seines Vaters, um seine große Erfindung zu vervollständigen.

In der Dachkammer richtete er sich eine kleine Werkstatt ein und begann

Geld zu sparen, um eine gebrauchte Drehbank zu kaufen.

Da brach ein Feuer aus und vernichtete alles. Howe rettete sein

unschätzbares Modell, aber wenig mehr.

In dieser Not kam ein Holz- und Kohlenhändler zu ihm und sagte: »Ich

will Sie in meinem Hause wohnen lassen und verköstigen und Ihnen 100

Pfund Sterling für die Hälfte Ihres Patentes geben.« Howe stimmte zu.

Er richtete eine neue Werkstatt ein -- und nach sechs Monaten hatte

er eine Maschine vollendet, welche die Nähte zweier wollener Anzüge

herstellte -- eines Anzugs für den Holz- und Kohlenhändler und eines

für ihn selbst.

Seine Aufgabe war gelöst -- so meinte er. Er wußte nicht, daß jede neue

Idee ihren Weg in die Welt gerade gegen jene Leute zu erkämpfen hat,

die den meisten Nutzen von ihr ziehen werden.

Der Kunst des Erfindens muß die Kunst des Verkaufens

folgen,

aber Howe wußte das nicht.

Triumphierend lief er mit seiner Nähmaschine zu den Bostoner

Schneidern. Sie versuchten sie. Sie bewunderten sie als eine »niedliche

Erfindung«, aber sie erklärten: »Wir wollen sie nicht, sie würde unser

Geschäft ruinieren.«

Er trug sie von Firma zu Firma, aber kein Mensch wollte einen Pfennig

dafür anlegen. Das entmutigte den Holz- und Kohlenhändler; er zog

sich aus dem Kompagnieverhältnis zurück und ersuchte Howe, anderswo

hinzuziehen.

Howe hatte weder Geld noch Freunde. Um seine Familie zu erhalten, wurde

er Lokomotivführer bei der Eisenbahn.

Dann wurde er krank. Ebenso seine Frau. Hätten nicht einige gütige

Nachbarn sich ihrer angenommen, die ganze Familie Howe wäre vielleicht

zugrunde gegangen -- die Nähmaschine -- alles.

Als er sich wieder erholt hatte, scharrte er genügend Geld zusammen, um

sich ein Zwischendeck-Billett nach London zu kaufen. Er glaubte, daß

England ihn besser behandeln würde, als die Vereinigten Staaten.

Aber auch hierin irrte er sich wieder. Er fand niemanden, der ihm

helfen wollte. Bis schließlich ein Mann in Cheapside seine erste

Maschine um 250 Pfund Sterling kaufte und Howe mit 3 Pfund Sterling die

Woche bei sich anstellte.

Howe arbeitete acht Monate für diesen Mann, fand aber, daß er ein zu

strenger Arbeitgeber sei, und verließ ihn. Er war ohne alle Mittel, und

oft gab es Tage, an denen er und seine Familie hungernd dasaßen in der

großen Stadt London.

Er hatte England seine Nähmaschine angeboten und England hatte sie

abgelehnt.

Der Hunger trieb ihn nach Amerika zurück. Er verpfändete sein Modell

für genügend Geld, um seine Frau und seine Kinder zurückzuschicken.

Einige Monate später kehrte er selbst zurück, da seine Frau ihm

schrieb, daß sie an der Auszehrung sterbe.

Er kam in Neuyork mit einem Dollar in der Tasche an.

Er hatte noch 250 Meilen zu reisen. Er ging in eine Maschinenwerkstatt

und arbeitete mehrere Tage, um das Reisegeld zu verdienen.

Als er nach Hause ankam, war seine Frau gestorben.

Geschwächt und gebrochenen Herzens hielt er doch durch. Er konstruierte

ein neues Modell. Ein Geschäftsmann namens Bliß lieh ihm einiges Geld.

Er baute weitere Maschinen -- und von Fall zu Fall verkaufte er sie.

Die Nachfrage nach den Maschinen wuchs -- zwölf Jahre später war Howe

ein Millionär.

Er empfing die goldene Medaille der Pariser Weltaustellung im Jahre

1867 und das Kreuz der Ehrenlegion.

Er konnte den Hunger ertragen, die Enttäuschungen und die Verluste;

aber es scheint, daß er Ruhm und Reichtum nicht ertragen konnte. Einige

Wochen, nachdem er das Kreuz der Ehrenlegion erhalten hatte, starb er.

Er hatte seine Bahn vollendet, er hatte einen guten Kampf

durchgekämpft. Er hatte gesiegt.

Thomas Henry Huxley.

Es gibt nur wenige Menschen der lebenden Generation, die sich an Huxley

erinnern. Er starb in Eastburne im Jahre 1895. Aber die Geschichte

seines Lebens ist ein britisches Epos, das jeder Generation erzählt

werden sollte.

Huxley war ein kämpfender Gelehrter. Er kämpfte für die Sache

der Wissenschaft. Er schlug Aberglauben und Unwissenheit nieder.

Er focht für klares Denken -- für wirksamen Betrieb und gesunden

Menschenverstand.

Dreißig Jahre war Huxley die Stimme der Wissenschaft,

die in einer Wildnis von Überlieferung und Gewohnheit schrie. Er war

ein Prophet -- der weiseste Lehrmeister seiner Zeit.

Vielleicht wären wir jetzt nach dem Kriege mehr geneigt, auf seine

Lehren zu horchen. England zog Gladstone Huxley vor -- und es zahlte in

Gut und Blut den vollen Preis für seine Fehler.

Thomas Henry Huxley wurde im Jahre 1825 in Ealing geboren. Ealing

war damals ein ländliches Dorf und Huxleys Vater war Lehrer in der

Dorfschule.

Im Hause Huxleys gab es wenig Geld, aber viele Bücher. Auch gab es

dort prächtige Unterhaltungen über bedeutende Gegenstände. Diese beiden

-- die Bücher und die Gespräche -- verliehen dem jungen Huxley seine

wirkliche Erziehung. Von der Schule, sagte er, habe er wenig gelernt.

Als Junge hatte er einen lebhaften forschenden Verstand. Immer fragte

er: »Warum?« Mit 15 Jahren versuchte er das Problem des Farbenspiels

bei Sonnenuntergang zu lösen. Mit 17 Jahren machte er den Versuch,

alles Wissen unter die beiden Rubriken »Geist und Natur« aufzuteilen.

Seine beiden Schwestern heirateten Ärzte -- und so wurde er mit 15

Jahren aus der Schule genommen und Student der Medizin. Er achtete

wenig auf die Vorlesungen, wurde aber von einem großen Mikroskop

geradezu fasziniert.

Dieses Mikroskop zeigte ihm die Wunder der Natur. Es öffnete ihm eine

Welt kleiner Dinge, für die unsere Augen blind sind. Manche Nacht

verbrachte er über seinem geliebten Mikroskop, und mit 19 Jahren machte

er seine erste Entdeckung: er fand eine Membrane in der Wurzel des

menschlichen Haares. Diese Membrane ist jetzt als »Huxleys Schicht«

bekannt.

Mit 19 Jahren glaubte er, ein Perpetuum mobile erfunden zu haben und

ging damit zu Faraday. Faraday hörte ihn freundlich an, erklärte ihm

aber, daß ein Perpetuum mobile unmöglich sei. »Wäre es möglich,« sagte

Faraday, »so würde es von selbst in der Natur entstanden sein und hätte

alle anderen Naturkräfte überwältigt.«

Mit 20 Jahren bestand er sein medizinisches Examen. Dann brachte ihn

ein Freund bei der Kriegsmarine unter. Er hatte das besondere Glück,

als Hilfschirurg auf einem Kriegsschiff angestellt zu werden, das auf

eine wissenschaftliche Kreuzfahrt nach den Tropen ging.

In Sidney lernte er eine junge Engländerin kennen -- Netty Heathorn. Da

gab es

Liebe auf den ersten Blick.

Später wurde sie seine Frau. Vierzig Jahre waren sie Freunde und

untrennbare Genossen.

Huxley diente vier Jahre als Schiffsarzt, und diese vier Jahre machten

ihn zum Gelehrten. Er sammelte eine Fülle wertvoller Kenntnisse über

Pflanzen und Fische.

In einem Anfall von Großmut bewilligte ihm die Admiralität 300 Pfund

Sterling zur Veröffentlichung seiner Entdeckungen, und er wurde mit

einem Schlage ein bekannter Naturforscher.

Mit 25 Jahren heiratete er. Er verdiente damals 200 Pfund Sterling

jährlich als Professor in einem Londoner College und außerdem 200 Pfund

Sterling durch Artikel für Magazine.

Um diese Zeit begann er Vorlesungen für Arbeiter zu halten. Er war fest

davon überzeugt, daß letzten Endes die Arbeit die beste Freundin der

Wissenschaft sein würde.

»Die Arbeiterklasse soll verstehen, daß die Wissenschaft ihr wichtige

Tatsachen bietet. -- Ich habe die dilettantische Mittelklasse satt und

will versuchen, was ich mit diesen Leuten mit den schwieligen Händen,

die unter Tatsachen leben, beginnen kann.«

Mit 31 Jahren formulierte er die folgenden Gebote für sich selbst:

»Jeden Humbug zu vernichten, und sei er noch so mächtig.« »Der

Wissenschaft einen vornehmeren Ton zu geben: Ein Beispiel der

Enthaltung von allen kleinlichen, persönlichen Streitereien zu

liefern und tolerant zu sein gegen alle -- nur gegen die Lüge nicht.«

»Gleichgültig dagegen zu sein, ob die Leistung als eigene anerkannt

wird oder nicht, wenn sie nur überhaupt vollbracht ist.«

Sein Leben lang war Huxley von Schmerzen gequält, aber er lehnte es

ab, krank zu sein. Er arbeitete von 9 Uhr früh bis Mitternacht. Er

arbeitete 15 Stunden täglich -- die meiste Zeit an Dingen, die ihm

keine Bezahlung einbrachten.

Im Jahre 1859 erschien Darwins großes Buch »Die Entstehung der Arten«.

Er bewies die Theorie der Evolution, zu der sich jetzt die zivilisierte

Welt bekennt.

Damals war sie eine neue Lehre, und es erhob sich

ein Geheul des Widerspruches.

Darwin war kein Kämpfer. Er war ein ruhiger, milder Denker. Es sah ganz

danach aus, als ob die Evolution niedergeschrien würde: und vielleicht

wäre es so gekommen -- ohne Huxley.

Der stürmte zur Front. Der schlug zurück. Der tauschte Schlag gegen

Schlag -- und er war so tüchtig, daß die alten stumpfsinnigen Leute ihn

fürchten lernten.

Einmal erging sich der Bischof von Oxford in einer öffentlichen

Versammlung in heftigen Angriffen gegen Darwin. »Ich möchte Mr.

Huxley fragen,« sagte er, »ob er selbst daran glaubt, von einem Affen

abzustammen?«

»Ich würde mich keineswegs eines solchen Ursprungs schämen,« antwortete

ihm Huxley, »aber ich würde mich schämen, von einem Manne abzustammen,

der die Gaben der Kultur und der Beredsamkeit im Dienste von

Falschheit und Vorurteil prostituiert.«

Seitdem hielt sich der Bischof ferne von Huxley.

Huxley war ein Mann der Wahrheit. »Es ist mein Geschäft,« sagte er,

»meine Wünsche zu lehren, sich den Tatsachen anzupassen und nicht den

Versuch zu machen, die Tatsachen mit meinen Wünschen in Einklang zu

bringen.«

Er half jeder guten Sache. Er glaubte nicht nur an gewisse Reformen

-- er kämpfte für sie. Er kämpfte für die Freiheit der Neger und

für die Emanzipation der Frau. Er kämpfte für ein praktischeres

Erziehungssystem.

Ohne Rücksicht auf seine schwache Gesundheit, seine Mittellosigkeit, ja

seine Armut, griff er die Absonderlichkeiten und den Aberglauben an,

die in England vorherrschten. Er konnte sie nicht vernichten, aber er

schlug sie wenigstens von den Hauptstraßen des Fortschrittes zurück.

Oft war er am Ende seines Witzes, wenn es um Geld ging.

Einmal mußte er seine goldene Medaille für 50 Pfund

Sterling verkaufen.

Ein reicher Freund bot ihm eine jährliche Pension von 400 Lire, aber er

wies sie zurück; denn seine Unabhängigkeit zog er allem anderen vor.

Im Jahre 1876 besuchte er die Vereinigten Staaten und setzte die

Amerikaner durch sein klares, bestimmtes Denken in Erstaunen.

Er sprach vor einem großen Publikum in Baltimore. Diesen Amerikanern,

die da saßen und Schmeicheleien erwarteten, sagte er:

»Ich kann nicht sagen, daß mir eure Macht und der Reichtum eurer

natürlichen Hilfsquellen den geringsten Eindruck machen. Umfang ist

keine Größe. Ausdehnung eines Landes macht noch keine Nation. Die große

Frage ist: Was werdet ihr mit all diesen Dingen anfangen? Die einzige

Bedingung des Erfolges ist der moralische Wert und die intellektuelle

Klarheit des einzelnen Bürgers.«

Schon im Jahre 1887 -- lange vor Taylor und Emmerson -- empfahl Huxley

wissenschaftlichen Betrieb und wissenschaftliche Organisation als

»unerläßlich für unsere Wohlfahrt«.

Er war ein Mann von überwältigender Erscheinung: viereckige Stirn,

viereckige Wangen, ein fester Mund und tiefliegende, blitzende Augen.

Seine Erscheinung erinnerte an Kraft und Geradheit. Er war ein Meister

klarer, kraftvoller Sprache. Wer ihn hörte, vergaß niemals seine

suggestive Wirkung und seine Würde.

Er lehrte uns, daß auf die Dauer nichts so praktisch, nichts so

nutzbringend und nichts so moralisch ist als die Wahrheit.

Frederick Winslow Taylor.

Dies ist die Geschichte von Taylor -- von Frederick Winslow Taylor, der

die Lehre von der industriellen Wirksamkeit begründet hat.

Taylor wurde in einer Vorstadt von Philadelphia im Jahre 1856 geboren.

Zur Zeit des Bürgerkrieges war er ein kleiner Junge -- zu klein, um zu

verstehen, um was es sich handelte.

Seine Eltern waren weder reich noch arm. Aber sie waren wohlhabend

genug, um den jungen Fred Taylor nach Frankreich in die Schule zu

schicken. Sie beabsichtigten, ihn die Harvard-Universität beziehen und

ihn zum Rechtsanwalt ausbilden zu lassen.

Er war ein guter Schüler. Er studierte so eifrig, daß er sich die Augen

verdarb und das Studieren aufgeben mußte: mit 19 Jahren verließ er die

Schule.

Dieser schwere Schlag machte ihn zu dem, was er geworden ist.

Er nahm eine Stellung als Lehrling in einer kleinen Maschinenwerkstatt

in der Nähe seiner Wohnung. Dort blieb er drei Jahre. Er wurde ein

Maschinenarbeiter und bildete sich auch als Former aus.

Mit 22 Jahren wurde er in den Mid-Vale Stahlwerken eingestellt. Aber

er blieb nicht lange Arbeiter.

Zunächst wurde er Vorarbeiter an der Drehbank.

Darauf wurde er Hilfswerkführer der Maschinenwerkstatt.

Drittens wurde er Werkführer.

Zum vierten wurde er Meistermechaniker, zur Leitung der Reparaturen und

Instandhaltung der Maschinen.

Fünftens wurde er Leiter der Abteilung für Entwürfe.

Zum sechsten wurde er Chefingenieur.

Er stieg also im Verlauf von sechs Jahren vom Arbeiter

zum Chefingenieur auf.

Während dieser Zeit besserten sich seine Augen wieder, so daß er den

Ingenieurkursus des Stevens-Instituts besuchen konnte, er studierte

nachts und Sonntags. Er war 23 Jahre alt und Werkführer, als er anfing,

wissenschaftliche Methoden auf die Fabrikation anzuwenden.

Er erfand ein neuartiges Verfahren, Metalle mit Stahlwerkzeugen von

hoher Geschwindigkeit zu schneiden, wodurch er die Leistungsfähigkeit

der Metallschneidemaschinen verdreifachte.

Er machte Zehntausende von Experimenten als ein Mann von höchster

Geduld und Ausdauer.

Er erhielt einen Anteil an seiner Erfindung und zog sich im Jahre 1901

vom Gelderwerb zurück. »Ich kann es mir nicht länger leisten, um Geld

zu arbeiten«, äußerte er.

Taylor machte sich nichts aus dem gesellschaftlichen Leben. Es lag ihm

nie daran, dekorativ zu wirken oder unterhaltend zu sein. Er kümmerte

sich weit weniger um Menschen als um Tatsachen. Er wich niemals auch

nur einen Schritt von seinem Wege ab, um der öffentlichen Meinung zu

gefallen. Er machte sich nichts aus Meinungen, nicht einmal aus seiner

eigenen. Er war der gerade Gegensatz zu einem Politiker.

Er war ein äußerst uninteressanter Redner. Ich hörte ihn einmal in New

York einen Vortrag vor dreitausend Personen halten, und alle waren

außerordentlich erfreut, als er zu Ende war.

Die Erfolgreichen · 第 1 / 7 段