Noch einige ruhige, kühle, herrliche Tage. -- Motley's »History of the
Dutch Republic«. -- Poche entpuppt sich als Kinderfreund und tanzt und
spielt stundenlang mit einigen anglo-birmanischen Rangen herum. -- Mit
Erlaubniss Capitän Englands werden Möven geschossen. -- Schade um die
armen Thiere, die wir doch nicht aufheben können. -- Gegen Sonnenuntergang
sichten wir die Lichterbrigg, die vor dem Eingang in den Hugli ankert;
früher kamen oft Leute aus Calcutta her, um sich durch die Seebrise von
den Fiebern zu erholen, und wohnten wochenlang auf der einsamen Brigg.
-- Auch wir werfen jetzt Anker. Nachts ist an eine Fahrt den Hugli hinauf
nicht zu denken, da der Ganges der gefährlichste aller Ströme ist und
sein Bett sich täglich ändert.
[Illustration: ROYAL LAKE RANGOON]
Dienstag 12. Februar.
[Illustration: BIRMANEN]
Kaum ist die Sonne am Horizonte sichtbar, so setzen wir uns mit 2 Piloten
an Bord in Bewegung. -- Für den Fall, dass das Dampfsteuer versagen
sollte, ist der erste Officier mit 20 Laskars am hinteren Steuerrade
postirt, um gegebenen Falles sofort einzugreifen. Der Verlust einer Minute
ist oft verhängnissvoll gewesen. Erst voriges Jahr brach das Steuer eines
Br. India-Dampfers, das Schiff legte sich, durch die Strömung gedrängt,
augenblicklich auf die Seite und verschwand im Laufe von 7 Minuten mit
Mann und Maus! Nun die »James und Mary«-Sandbänke passirt sind, ist das
Aergste vorüber. Mittags Ankunft in _Calcutta_. Great Eastern Hôtel --
schlecht und riechend -- Poche trifft einen Freund aus Wien. Besuch beim
Honorarconsul Heilgers, charmantem Mann mit sehr hübscher Frau -- Eden
Gardens -- Musik, Corso am Meïdán.
13., 14., 15. Februar.
Botanischer Garten mit grossartigem Banianbaume, der mit seinen Luftwurzeln
einen ganzen Wald bildet, und schönen seltenen Pflanzen aller Art, Alleen
von Palmen, -- schönes Museum, wissenschaftlich geordnet wie kein anderes
in Indien. Dasselbe umfasst alle Zweige der Naturwissenschaften,
besonders interessant ist aber die Abtheilung über indische Kunst und
Kunstindustrie. Dieses Museum wäre eines eingehenden Studiums werth, wozu
aber viel Zeit gehörte. -- Sir Donald Mackenzie Wallace, Privatsecretär
Lord Dufferin's. -- Zwei Diners bei Heilgers, Concert, Ball im Government
House beim Vicekönig, Lord Lansdowne -- nette A. D. C.'s, besonders Lord
William Beresford und Hamilton. -- Bengal-Club, 30 Rupees für 14 Tage.
-- Bengal-Diener _Joomun_, alter Moslem, der einst Poche und Kübeck
bediente.