Wieder auf unserem alten Schiffe zu sein, ohne Zwang, ohne Etiquette,
ohne den in den Tropen unerträglichen Frack, wieder die gemüthlichen
Morgenplaudereien mit dem guten Mersa und das stundenlange Nichtsthun
auf Deck ist ein Genuss nach den gehetzten Tagen unseres Aufenthaltes
in Bombay, der correcten Stadt, wo sich jeder Engländer nachmittags von
seinem Diener den Cylinder oder braunen steifen Hut nachtragen lässt, um
ihn Schlag 5 Uhr statt des Solar Topee aufzusetzen, wenn die Sonne auch
noch so heiss brennt, -- nach 5 Uhr darf von Jedem qui se respecte kein
»Pithhat« getragen werden! Die zahlreichen Passagiere des »Poseidon«
sind sehr zusammengeschrumpft, es bleiben nur die Gesandtschaft, Freund
Pertile, ein Reichsdeutscher ohne Vorderzähne, der, von Buschiri-ben-Salim
und seinen Arabern aus den Pflanzungen der deutschen ostafrikanischen
Gesellschaft bei Pandani vertrieben, versuchen will, in Sumatra oder Borneo
Kaffee zu bauen; ferner ein Franzose aus Kaschmir, der von Hirschjagden
im tiefen Schnee erzählt und dadurch unseren Neid erregt, und ein junger
Engländer, der in Ceylon Theepflanzungen besitzt. Wir tragen mit Wonne
unsere neuen Khakikleider, d. h. drapleinene Hosen und bis zum Halse
zugeknöpfte Jacken, dann noch Strümpfe und weisse Leinenschuhe -- sonst
gar nichts! Temperatur 32° C. im Schatten, wie wird das wohl im Sommer
sein? Coudenhove dürfte, wie man mir sagt, in Mysore wenig Glück mit
Tigern haben: es ist für die Bestien jetzt viel zu kalt!
Abends erzählt mir Pertile als Neuigkeit seinen Streit mit Brand!