XVI. Im Alter.

Treuer, ewig lebendiger Gott, »der den Müden Kraft verleiht und dem

Ohnmächtigen große Stärke,« du, der versprochen hat, bis zum Alter mit

uns zu sein, o, du hast gnädig diese Zusage für mich gehalten, und ich

bringe dir meinen Dank, »daß du mich von meiner Jugend an geleitet und

mich mit Barmherzigkeit und Gnade umgeben hast, bis ich alt geworden

bin.--O, verlaß mich denn nun auch jetzt nicht, da ich fühle, daß meine

Kräfte schwinden und meine Sinne stumpf werden.»Erinnere dich der Sünden

und Übertretungen meiner Jugend nicht, aber gedenke meiner nach deinem

Erbarmen um deiner Liebe willen.«[71] Verleihe mir Kraft, die Bürden des

Alters mit Geduld zu tragen, und laß mich durch fromme Ergebung für

alle, die um mich her wohnen, eine lebendige Ermahnung sein. Und je

schwächer meines Leibes Augen werden, um so mehr laß mich den Blick nach

Innen wenden, daß ich mein Inneres läutere und in den Gedanken an dich

Ruhe gewinne. Ja, laß es mir in den paar Tagen, die mir noch zugemessen

sind, glücken, dem jüngeren Geschlecht ein gutes Beispiel zu geben, daß

die Worte, welche ich rede, zur Verherrlichung deines Namens dienen

mögen, und die Handlungen, welche ich vollbringe, ein Zeugnis seien der

Reinheit und Treue meines Glaubens und der Liebe in meinem Herzen. Und

stärke so mich in des Lebens letztem Streit, daß ich dann deutlich den

Ruf deiner Liebe vernehme:»Fürchte nichts, denn ich erlöse dich; ich

rufe dich bei deinem Namen, denn du bist mein,« und daß ich noch mit

meinem letzten Atemzug deinen Namen bekennen und preisen möge.

Amen!

[Fußnote 71: Ps. 25, 7.]

Gebete für Israeliten · 第 32 / 46 题