Allerbarmer, du, »der du gerecht bist in allen deinen Wegen und
barmherzig in allen deinen Handlungen,« blicke in Gnaden auf eine tief
betrübte Seele herab, die ihre Zuflucht zu dir nimmt. Jetzt stehe ich,
verlassen von dem, der meine Stütze, mein Trost und mein Ratgeber war;
jetzt muß ich alle Bürden des Lebens allein tragen und den vermissen,
der mich durch sein ermunterndes Wort stärken konnte, mich in der Hitze
des Tages erquickte und, wenn das Dunkel der Nacht meinen Geist
erschreckte, mir Licht verbreitete;--ach, meines Herzens Angst ist groß,
und es wird mir schwer, kindliche Ergebung in deinen Willen zu zeigen.
O, so errette du mich selbst aus meiner Not, lege den beseligenden Trost
deines Wortes in meine Seele und zeige dich mir als den rechten Helfer.
Sieh, hier bin ich mit den Kindern, die du mir gegeben hast, o, laß mich
in Gnaden erfahren, daß du in Wahrheit »der Witwen Verteidiger und
Beschützer und der Verwaisten Vater« bist! Stärke mich, daß ich unter den
doppelten Verpflichtungen nicht erliege, die auf mir ruhen, sondern daß
ich vielmehr mit Geduld »in fester Hoffnung und lebendigem Glauben für
dein Haus sorge«, im Vertrauen darauf, daß die, »so mit Tränen säen,
dereinst mit Freuden ernten« sollen. Erbarme dich meiner Kinder; hilf und
rette, beschütze und segne uns. Ja, o Ewiger, »sei du meine Stärke,
meine Burg und mein Fels, auf dich hoffe ich und mir ist geholfen.« Amen!