Kap. 105

1. Und nach einiger Zeit nahm mein Sohn Methusalah seinem Sohn Lamech ein

Weib.

2. Und sie wurde schwanger von ihm, und gebar ein Kind, und es war sein

Fleisch weiß wie Schnee und rot, wie die Blume der Rose; und das Haar seines

Hauptes wie Wolle weiß und sein Scheitel, und schön seine Augen, und wenn es

sie öffnete, erleuchtete es das ganze Haus wie die Sonne; und Überfluß an

Licht hatte das ganze Haus.

3. Und als er genommen wurde aus der Hand er Wehemutter, öffnete es seinen

Mund und sprach zu dem Herrn der Gerechtigkeit. Und es fürchtete sich

Lamech, sein Vater, vor ihm, und floh und kam zu seinem Vater Methusalah und

sagte ihm: "Ich habe gezeugt einen andersartigen Sohn; nicht ist er wie

Menschen, sondern gleicht den Kindern der Engel des Himmels, und seine Natur

ist anders, und er ist nicht wie wir.

4. Und seine Augen sind wie die Strahlen der Sonne, sein Angesicht (ist)

herrlich, und es scheint mir, daß er nicht wurde von mir, sondern von den

Engeln ist.

5. Und ich fürchte, daß geschehen werde Wunderbares in seinen Tagen auf der

Erde.

6. Und nun will ich, mein Vater, dich anflehen und bitten vor dir, daß du

gehst zu Henoch, unserem Vater, und hörst von ihm die Wahrheit; denn es ist

bei den Engeln seine Wohnung."

7. Und als Methusalah gehört hatte das Wort seines Sohnes, kam er zu mir an

die Enden der Erde; denn er hatte gehört, daß ich dort war. Und er rief.

8. Und ich hörte seine Stimme und kam und sagte ihm: "Siehe! da bin ich,

mein Sohn, weil du gekommen bist zu mir."

9. Und er antwortete mir und sprach; "Wegen einer großen Angelegenheit bin

ich gekommen zu dir, und wegen eines schweren Gesichts; darum nahte ich

mich.

10. Und nun, mein Vater, höre mich; denn es ist geboren dem Lamech, meinem

Sohn, ein Kind, welches nicht ist sein Ebenbild und dessen Natur nicht

gleich der Natur des Menschen; und seine Farbe ist weißer als der Schnee und

röter als die Blume der Rose; und die Haare seines Hauptes sind weißer als

weiße Wolle, und seine Augen gleich den Strahlen der Sonne. Und öffnete es

seine Augen, so erleuchtete es das ganze Haus;

11. und es wurde genommen aus der Hand der Wehemutter, und öffnete seinen

Mund und pries den Herrn des Himmels.

12. Und es fürchtete sich sein Vater Lamech und floh zu mir, und glaubte

nicht, daß es von ihm sei, sondern er meint, von den Engeln des Himmels. Und

siehe! ich bin zu dir gekommen, damit du mir verkündest die Wahrheit."

13. Und ich Henoch antwortete und sagte ihm: "Tun wird der Herr Neues auf

der Erde. Und dieses habe ich erklärt und gesehen in einem Gesicht, und ich

habe dir's verkündet. Denn die Zeitgenossen Jared's, meines Vaters,

übertraten das Wort des Herrn von der Höhe des Himmels, und siehe! sie

begehen Sünde, und übertreten die Anordnungen, und mit Weibern vermischten

sie sich, und mit ihnen begingen sie Sünde, heirateten von ihnen und zeugten

mit ihnen Kinder.

14. Und große Verwüstung wird sein [auf der ganzen Erde; eine Flut], und

große Verwüstung wird in Einem Jahre sein.

15. Dieses Kind, welches euch geboren ist, dies wird übrig bleiben auf der

Erde, und seine drei Kinder werden gerettet werden mit ihm. Wenn sterben

werden alle Menschen, welche auf Erden sind, wird es sicher sein.

16. Und seine Kinder werden zeugen auf der Erde die, welche Riesen nicht des

Geistes, sondern des Fleisches. Und es wird sein große Züchtigung auf der

Erde, und abgewaschen werden wird die Erde von aller Verdorbenheit. Und nun

benachrichtige deinen Sohn Lamech. Denn das, was geboren wurde, ist sein

Kind in Wahrheit, und nenne seinen Namen Noah; denn es wird euch sein ein

Übriggebliebener. Und er und seine Kinder werden sicher sein vor der

Verdorbenheit, welche kommen wird auf der Erde, vor aller Sünde und vor

aller Ungerechtigkeit, welche vollbracht werden wird auf der Erde in seinen

Tagen. Und darauf wird sein eine Ungerechtigkeit, noch gewaltiger als die,

welche vollbracht wurde zuerst auf der Erde. Denn ich weiß die Geheimnisse

der Heiligen, weil er, der Herr, mir (sie) offenbart und verkündet hat, und

in dem Getröpfel des Himmels habe ich gelesen.

17. Und ich sah, was geschrieben über sie. Denn Geschlecht auf Geschlecht

wird sich vergehen, bis sich erheben wird ein Geschlecht der Gerechtigkeit,

und Vergehen untergegangen und Sünde gewichen ist von der Erde, und alles

Gute nicht (erst noch) kommen soll auf sie.

18. Und nun, mein Sohn, gehe, benachrichtige deinen Sohn Lamech;

19. denn jenes Kind, welches geboren, ist sein Kind wahrhaftig, und es ist

kein Betrug."

20. Und als gehört hatte Methusalah das Wort seines Vaters Henoch, weil er,

was verborgen, ihm zeigte, jedes Werk: kehrte er zurück, um zu sehen, und

nannte den Namen jenes Kindes Noah, weil es erheitern wird die Erde nach

gänzlicher Verwüstung.

21. Eine andere Schrift, welche Henoch schrieb für seinen Sohn Methusalah,

und für diejenigen, welche kommen werden nach ihm, und beobachten die

Anordnungen in den letzten Tagen. "Die ihr wirktet und harren werdet in

diesen Tagen, bis vernichtet sind diejenigen, welche Übles taten, und ist

die Macht der Schuldigen: harret ihr, bis vergeht die Sünde. Denn ihr Name

wird ausgestrichen werden aus den Büchern der Heiligen, und ihr Same wird

vernichtet werden für ewig, und ihre Geister getötet. Und sie werden

schreien und klagen an dem Orte der Wüste, welche nicht gesehen wird, und im

Feuer werden sie brennen; denn nicht ist dort Erde." Und ich sah dort, wie

eine Wolke, welche nicht sehen ließ; denn wegen ihrer Tiefe vermochte ich

nicht in die Höhe zu blicken, und Flammen seines Feuers sah ich, indem es

hell brannte, und sie drehten sich wie glänzende Berge, und wurden bewegt

hierhin und dorthin.

22. Und ich fragte Einen von den heiligen Engeln, welche bei mir, und sagte

ihm: "Was ist dieses Glänzende? Denn es ist nicht der Himmel, sondern allein

Flamme vom Feuer, welches brennt; und eine Stimme des Geschreis und des

Weinens und der Klagen und großer Qual."

23. Und er sagte mir: "In diesem Ort, welchen du siehst, dorthin werden

hinabgestoßen werden die Geister der Sünder und der Gotteslästerer, und

derer, welche Böses tun, und derer, welche verkehren alles, was gesprochen

hat der Allherrscher durch den Mund der Propheten, was sie tun sollten."

Denn es gibt über sie Schriften [und] Verzeichnisse oben im Himmel, damit

sie lesen die Engel, und wissen, was geschehen wird den Sündern und den

Geistern der Demütigen, und denen, welche leiden ließen ihr Fleisch, und

belohnt worden sind von Gott, und denjenigen, welche beschimpft wurden von

bösen Menschen, welche Gott liebten, nicht Gold und nicht Silber [liebten],

noch an irgend Gutem, was in der Welt, hingen, sondern hingaben ihr Fleisch

der Qual,

24. und denjenigen, welche seit sie sind, nicht begehrten Reichtum, welcher

auf der Erde, sondern ansahen ihr Haupt als einen Hauch, welcher dahin geht.

25. Und dies beobachteten sie, und viel geprüft hat sie der Herr, und

erfunden wurden ihre Geister in Reinheit, daß sie preisen seinen Namen. Und

allen ihren Segen habe ich erzählt in Büchern, und er belohnte ihre Häupter;

denn sie sind erfunden worden als die {,welche} lieben den Himmel vor ihrem

Odem, welcher für ewig. Und während sie niedergetreten wurden von den bösen

Menschen, und hörten von ihnen Schmähung und Gotteslästerung, und beschimpft

wurden, indem sie mich priesen: werde ich nun rufen die Geister der Guten

von dem Geschlechte des Lichtes, und verändern diejenigen, welche geboren

wurden in Finsternis, welche in ihrem Fleische nicht wieder empfangen die

Ehre, wie es würdig war ihrer Treue.

26. Und ich werde bringen in ein glänzendes Licht diejenigen, welche lieben

meinen heiligen Namen, und setzen jeden Einzelnen auf den Sitz der Ehre,

[seiner Ehre,] und sie werden erhöht werden in Zeiten, welche ohne Zahl.

Denn Gerechtigkeit (ist) das Gericht Gottes;

27. denn den Treuen wird er Treue geben in der Wohnung rechtschaffener Wege.

Und sie werden sehen diejenigen, welche geboren wurden in Finsternis, [und

in Finsternis werden hinabgeworfen werden,] während erhöht werden die

Gerechten. Schreien werden und sie sehen die Sünder, während sie glänzen,

und gehen zu dem, was geschrieben worden ist für sie an Tagen und Zeiten.

[Hier endet das Gesicht Henochs, des Propheten. Möge der Segen seines

Gebetes und die Gabe seiner festgesetzten Zeit sein mit seinen Lieben!

Amen].

Das Buch Henoch · 第 106 / 106 题