Mirabeau, 1. Mai 1789

Getötetem Freund · Vermächtnis

des sterbenden Soldaten

Um den 30. Juli 1915 herum fiel -- gegen Frankreich verschickt -- der

vierundzwanzigjährige jüdische Handlungsreisende (mir Freund und Dichter)

Albert Michel aus Allach (oder München). Nicht daß er sich noch kühn selbst

gelang, aber immerhin der Wenigen einer, die disziplinvoll genug,

erkämpftestem Führer vertrauend sich anschlossen. 2. bayrisches

Reserve-Infanterie-Regiment! Soldaten der 3. Kompagnie! Erkennet ihn groß

--: euerer ewigen Fahne wahrhaften Träger! Ihn -- Geist vom Geist!

I

O Morgen der uns Hyazinthe scheint!

Nicht klopfet mehr so der Geschütze Fieber.

Zu nah Geduckten gleiten wir hinüber,

Auch euch Zerschaufelten im brüchigen Schrein

Der Grüfte. Brei gehackt im Labyrinth.

Ihr bei Loretto . .! Gase Pest

Steigt Gloriole grause an dem Hügel.

Da -- erdenen Röcken wuchsen Engelsflügel!

Aufschweben wir umsäumt von rosenem West.

Im Nebel hocken Regimenter blind.

Wir lüften euch Verwirrten bald die Schleier.

Und stürzten wir -: der große Tag bleibt euer.

Hört: führt herauf -- es strahlt! -- zum Totenfest

_Europa!!_ Blut kitt ungeheuerst!!!

Verbrüderung: Gedichte · 第 33 / 50 题