Getötetem Freund · Vermächtnis
des sterbenden Soldaten
Um den 30. Juli 1915 herum fiel -- gegen Frankreich verschickt -- der
vierundzwanzigjährige jüdische Handlungsreisende (mir Freund und Dichter)
Albert Michel aus Allach (oder München). Nicht daß er sich noch kühn selbst
gelang, aber immerhin der Wenigen einer, die disziplinvoll genug,
erkämpftestem Führer vertrauend sich anschlossen. 2. bayrisches
Reserve-Infanterie-Regiment! Soldaten der 3. Kompagnie! Erkennet ihn groß
--: euerer ewigen Fahne wahrhaften Träger! Ihn -- Geist vom Geist!
I
O Morgen der uns Hyazinthe scheint!
Nicht klopfet mehr so der Geschütze Fieber.
Zu nah Geduckten gleiten wir hinüber,
Auch euch Zerschaufelten im brüchigen Schrein
Der Grüfte. Brei gehackt im Labyrinth.
Ihr bei Loretto . .! Gase Pest
Steigt Gloriole grause an dem Hügel.
Da -- erdenen Röcken wuchsen Engelsflügel!
Aufschweben wir umsäumt von rosenem West.
Im Nebel hocken Regimenter blind.
Wir lüften euch Verwirrten bald die Schleier.
Und stürzten wir -: der große Tag bleibt euer.
Hört: führt herauf -- es strahlt! -- zum Totenfest
_Europa!!_ Blut kitt ungeheuerst!!!