Als ich mich zum erstenmal erschlug, war ich achtzehn Jahre alt. Ich war
mein Bruder aus Frankreich und hieß Pierre. Wie Kain den Abel habe ich
mich erschlagen.
* * * * *
Freiwillig waren wir losmarschiert. Lichtscheu. Am Boden krochen wir.
Kein Stacheldraht zerriß mein Herz. Hart gierig lag ich auf der Lauer.
* * * * *
Oh weh! Ihr tapfern Jäger, Ihr kühnen Helden! Ihr lauert dem kleinen
Hasen auf. Dem gehetzten Häslein zerbrecht Ihr das Rückgrat und freut
Euch hoch über seinem Blut.
Da schlug mein Herz voll Gier, als mein Bruder heran kam, mein
französischer Bruder, mein kleiner Peter. Ganz dicht ging er an mir
vorüber. Ich freute mich hoch über seinen wehrlosen Rücken. Und kroch
ins Dunkle hinter meinem Bruder.
* * * * *
Da fuhr die höllische Leuchtkugel hoch. Da sah er mich an. Da hob er
seine Hände. So unschuldig war das Brüderlein!
_Ich aber warf die Granate. Ich warf die Granate, während das Brüderlein
die Hände hob._
* * * * *
Da hatte ich viel Beifall. Da fuhren die Leuchtkugeln hoch. Da
klatschten die Gewehre eifrig Beifall.
Da kroch ich zu dem Brüderlein. Derweil es noch lebte.
Um es zu pflegen, Ihr schönen Damen?
Um mich zu verbergen, Ihr Liebenswerten! Um mich zu verbergen vorm
Beifall der Gewehre.
Da hat das Brüderlein mich sehr beschützt! Es weinte, das liebe Kind.
»Camarade! Camarade!« Da trafen ihn all die Kugeln, die mir galten. Da
war er ganz still. »Camarade, camarade!« Da schlugen die Kugeln noch in
die Leiche.