Wie mir doch alles unter den Händen zerfließt! Alles läuft mir so leicht
davon, so leichtlich läuft es mir aus der Feder. Als hätte ich meine
Freude dran!
So will ich denn ehrlich berichten, wie ich gesündigt habe. Meine Zunge
ist so schnell, schnell geworden vom vielen Lügen. Meine Feder gleitet
so gleißnerisch. _Ich war Literat._ Man muß das gestehen. Dagegen
scheint kein Kraut gewachsen? Dagegen scheint der Tod nicht viel zu
helfen. Diese Gewohnheiten scheinen sich nicht zu verlieren im Tod. Ein
Brandmal! Ein Schandmal! Ein Schandmaul! stehe ich da.
HERR v. TOT
Literat.
Ich spielte mit Worten. Ich dichtete umher. So fröhlich gaukelten wir
durch die Welt!
Auf Seidenbetten saßen wir gern. Tranken. Musik. Und süßen Wein. Da
klingelte oft die Gartentür! »Herein, Ihr liebenswerten Gäste!« Der
Bettler mag vorüber schleichen! Seine verhungerten Tiere im Arm.
Da dichtete es sich süß. Da war es Wollust, zu vergehen. Da schrieben
wir auf zärtlichem Papier:
Du goldene Melatyle!
Verwirrter Silberfinkenstrom!
Die schwankenden Gefühle
Entgeistern in den Dom.
Die lieben Nebelfalter
Umschmeicheln meinen Schmeichelsinn.
Bald kommen Tod und Alter.
Welt, nimm mich hin!
Recht gefällig diese Melodie, nicht wahr? Zu gutem Essen und etwas Wein!