Das wäre vielleicht nicht einmal so schwierig. Es wäre vielleicht alles
noch in Ordnung zu bringen.
Ich bin nur leider nicht mehr ganz bei Trost. Ja, Trost fehlt mir. Jeder
hat den seinen. Aber für mich ist wohl keiner mehr übrig geblieben?
* * * * *
Ich hätte nur gerne einmal alles recht klar. Solange ich selbst noch
etwas davon weiß. Weil ich der Einzige bin, der etwas weiß. Jeder
glaubt, etwas zu wissen. Ich allein weiß wirklich etwas.
Ohne mich rühmen zu wollen! Ach! Wen habe ich nun schon wieder
beleidigt? Ich bitte um Entschuldigung! Ich beeile mich, um
Entschuldigung zu bitten.
* * * * *
Ich weiß natürlich sehr wohl, daß ich nichts weiß. -- Obwohl das nun
wiederum auch wohl vielleicht nicht ganz richtig ist, denn: Nichts ist
ja wohl nichts. Jedoch: Nichts wissen, das ist schon viel.
Sie denken vielleicht, ich treibe Scherz? Ich spiele ein wenig Sokrates?
Aber das liegt mir fern. Liegt mir völlig fern. Hören Sie nur noch einen
Augenblick zu, lesen Sie nur noch ein wenig weiter! Ich werde sogleich
das Richtige sagen.
Wenn ich einmal, angenommen, wie man so sagt, nichts weiß, ja, was weiß
ich denn dann? Es muß doch etwas sein. Wie könnte ich es sonst nicht
wissen? Nichts zu wissen, muß doch etwas sein. Nur etwas. Nur ein wenig.
Das ist aber nicht zu unterschätzen! Das ist sogar gewiß sehr wichtig,
außerordentlich wichtig, dieses Nichts. Ich möchte sogar behaupten, es
ist »die Ursache!«
»Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.« So etwa könnte man sich die
Sache vorstellen. So etwa könnte man geradezu behaupten: »Nichts« war
die Ursache der Angelegenheit.
Aber Sie lächeln schon wieder, meine Dame. Sie lächeln bereits über
mich, über den »Bajazzo«. Nun, wie Sie wollen! Bitte, ruhig zu lächeln.
»Lache, Bajazzo! Und schminke Dein Antlitz!« Vielleicht ein wenig Gesang
gefällig? Vielleicht könnte man ein Lied anstimmen?
* * * * *
Ich bemühe mich, Ihnen zu gefallen, wie Sie sehen. Ich bemühe mich um
Ihre Gunst. Ganz einfach gesprochen: Ich möchte Sie herzlich bitten, mir
Gehör zu schenken. Ihr Ohr zu leihen, sozusagen.
Und, wenn ich bitten darf, ein wenig Vertrauen! Vertrauen ist es, worum
ich bitte. Ich betrachte es als von Gott. Eine Gabe vom Himmel. Ohne
Ansehen der Person. Aber kein Almosen! Nichts von Verführung! Leere
Hände, gilt es, zu behalten.
* * * * *
Jedoch! Jedennoch! So komme ich nicht zum Ziel. Es ist schon alles
wieder verdorben. Ich sehe, ich bin bereits wieder verloren: Habe mich
hinreißen lassen, rede und rede.
Die Götzen glänzen mit ihren Perlen. Ihre Haare triefen von Fett und Öl.
Ich aber sage Euch: Gottes Bild ist nicht unter ihnen!
* * * * *
Bin aber selbst der schuldige Teil. Ich gebe mir alle Mühe. Ich möchte
alles Mögliche tun. Habe bereits auf alle Weise versucht, glücklich zu
sein. Aber vergeblich.
Obwohl hier von Glück nicht die Rede sein kann. Wollte um etwas anderes
bitten. Was ich benötige ist Vertrauen. Jeder Gott benötigt Vertrauen.
Glauben sozusagen. Glaubwürdigkeit. (Jetzt aber hören Sie einmal mein
Herz! Es schlägt. Es kichert. Es lacht sich eins. Weil ich da eben
»Gott« erwähnte. Scheinbar so nebenbei erwähnte: »Jeder Gott benötigt
Vertrauen.« Jeder.