4,3281 Grm. chemisch reines, stark geglühtes (nicht geschmolzenes),
neben Schwefelsäure erkaltetes Chlornatrium nahmen, 3/4 Stunden lang an
der (etwas feuchten) Luft stehend, an Gewicht zu um 0,0009 Grm.
13. $Verhalten des Chlornatriums beim Glühen für sich und mit
Salmiak$ (zu §. 48. c.).
4,3281 Grm. chemisch reines geglühtes Chlornatrium wurden in einer
mittelgrossen Platinschale in Wasser gelöst, reiner Salmiak zugesetzt,
abgedampft und gelinde erhitzt, bis scheinbar keine Salmiakdämpfe mehr
entwichen. Das Gewicht betrug 4,3334. Nochmals 2 Minuten lang ganz
gelinde geglüht, wog das Salz 4,3314. -- Kurze Zeit im Rothglühen
erhalten, betrug es 4,3275. -- 2 Minuten lang im hellen Rothglühen
erhalten (man sah weisse Dämpfe entweichen), betrug es 4,3249.
14. $Verhalten des Salmiaks beim Abdampfen und Trocknen$
(zu §. 49. a.).
0,5625 Grm. reiner, völlig trockener Salmiak wurden in einer
Platinschale in Wasser gelöst, im Wasserbade abgedampft und darin
völlig getrocknet. Das Gewicht betrug 0,5622 (Verhältniss 100 : 99,94),
nochmals 1/4 Stunde lang im Wasserbade erhitzt, wog er 0,5612 (Verh.
100 : 99,77), nochmals 1/4 Stunde in derselben Temperatur gelassen, wog
er 0,5608 (Verh. 100 : 99,69).
15. $Löslichkeit des Ammoniumplatinchlorids in Alkohol$
(zu §. 49. b.).
a. _Bei Abwesenheit freier Salzsäure._
[Greek: a]. Ueberschüssiges völlig reines, frisch gefälltes
Ammoniumplatinchlorid wurde mit Alkohol von 97,5 Proc. 6 Tage lang unter
häufigem Umschütteln in einer verschlossenen Flasche bei 15 bis 20° C.
digerirt.
74,3 Grm. des völlig farblosen Filtrats hinterliessen, in einer
Platinschale verdampft, nach dem Glühen 0,0012 Platin, entsprechend
0,0028 Doppelsalz. -- 1 Theil desselben erfordert sonach 26535 Theile
Alkohol von obiger Stärke.
[Greek: b]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 76 Proc. gemacht.
Das Filtrat zeigte eine sichtbare gelbliche Färbung.
81,75 Grm. hinterliessen 0,0257 Grm. Platin, entsprechend 0,0584
Doppelsalz. Also löst sich 1 Thl. Platinsalmiak in 1406 Thln. Weingeist
von 76 Proc.
[Greek: c]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 55 Proc.
angestellt. Die Lösung war deutlich gelb. Sie schwärzte sich beim
Abdampfen, und 56,5 Grm. derselben hinterliessen 0,0364 Platin,
entsprechend 0,08272 Doppelsalz, demnach erfordert 1 Thl. 665 Thle.
b. _Bei Anwesenheit von Salzsäure._
Der in [Greek: b]. beschriebene Versuch wurde mit der Abänderung
wiederholt, dass man dem Weingeist erst etwas Salzsäure zufügte. --
76,5 Grm. hinterliessen 0,0501 Grm. Platin = 0,1139 Grm. Platinsalmiak.
Demnach hatten 672 Thle. des angesäuerten Weingeistes 1 Thl.
Platinsalmiak gelöst.