8. _Salpetersäure._

Man behandelt eine abgewogene Menge des Düngers mit Wasser,

verdampft die Lösung bis zu ziemlicher Consistenz, setzt reine

(salpetersäurefreie) Kalilauge zu und kocht bis keine ammoniakalische

Dämpfe mehr entweichen. Man bestimmt alsdann in dem Rückstande die

Salpetersäure nach der Methode von $Martin$[161].

[161] Diese in der allerneuesten Zeit veröffentlichte Methode beruht

auf der Thatsache, dass wenn Wasserstoff im Moment des

Freiwerdens auf Salpetersäure einwirkt, diese in Ammoniak

umgewandelt wird (NO_{5} + 8H = NH_{3} + 5HO). Diese Umwandlung

geschieht nach $Gerhardt$ und $Barral$ Aequivalent für

Aequivalent. Der Gang der Untersuchung, welchen $Martin$

vorschlägt, ist folgender: Man bringt in ein Glas frisch

abgewaschenes Zink (4 bis 5 Thle. auf 1 Thl. vermuthete

Salpetersäure), sodann die (nöthigenfalls durch Kochen mit Kali

von Ammoniak befreite) Lösung des salpetersauren Salzes, endlich

wiederholt kleine Portionen reiner verdünnter Schwefelsäure oder

Salzsäure. Wenn die Lösung des Zinks erfolgt ist, bestimmt man

die Menge des erzeugten Ammoniaks nach der $Schlösing$'schen

Methode (vergl. §. 224. 5.). Compt. rend. 37. 947; -- Journ. f.

prakt. Chem. 61. 247.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 616 / 749 题