1. $Bestimmung des Gesammtquantums der fixen Bestandtheile.$

Man wägt 200-300 Grm. des Mineralwassers in einem kleinen Kolben

ab und verdampft sie vorsichtig, indem man von Zeit zu Zeit wieder

zugiesst, in einer gewogenen Platinschale, bei einer den Siedepunkt

nicht erreichenden Temperatur. Ist das Wasser sehr gasreich, so ist die

Schale, anfangs und nach Zusatz frischer Portionen, mit einem grösseren

Uhrglas zu bedecken. Das Abdampfen kann direct über der Lampe ausgeführt

werden. Man vollendet es im Wasserbade, trocknet den Rückstand im Luft-

oder Oelbade bei 180-200°, bis sein Gewicht bei wiederholten Wägungen

constant bleibt, und bestimmt dieses[102]. -- Man füllt nun die Schale

wieder halb mit destillirtem Wasser, fügt, während man sie mit einer

Glasschale bedeckt hält, von Zeit zu Zeit einen Tropfen verdünnte

Schwefelsäure zu, bis man sicher ist, dass die Menge derselben genügt,

um alle Salze in Sulfate zu verwandeln, verdampft zur Trockne, glüht

(§. 76. 1.) und wägt. Die so erhaltene Zahl liefert eine sehr gute

Controle der Analyse (siehe unten). Im Rückstand bestimmt man dann

zweckmässig die Kieselsäure, indem man ihn erst mit Wasser, dann, zur

Lösung des Gypses, mit concentrirter Salzsäure behandelt, bis alles

Lösliche entfernt ist.

[102] Die Quantität des Chlormagnesiums erleidet bei dieser Operation

eine kleine Verminderung, indem sich ein Theil derselben mit

Wasser in der Weise umsetzt, dass Salzsäure entweicht und

Magnesia zurückbleibt. Dieselbe ist jedoch ziemlich unbedeutend

und kann meist vernachlässigt werden, da die Gesammtsumme der

so gefundenen Salze aus Gründen, welche bereits im §. 173. I.

5. angegeben sind, doch nie genau mit der Summe der direct

gefundenen einzelnen Bestandtheile übereinstimmen kann. -- Will

man die genannte Fehlerquelle thunlichst vermeiden, so kann

man, nach $Mohr$'s Vorschlag, das Wasser mit einer gewogenen

Quantität geglühten kohlensauren Natrons abdampfen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 521 / 749 题