$Dumas$ fand das specif. Gewicht des Camphordampfes = 5,314. Woran
erkennen wir nun, ob die aufgestellte Formel in Bezug auf die relativen
Verhältnisse der Aequivalente richtig ist?
Specif. Gewicht des Kohlenstoffdampfes 0,8293
" " " Wasserstoffgases 0,0691
" " " Sauerstoffgases 1,1056.
10 Aeq. C = 10 Vol. = 10 × 0,8293 = 8,2930
8 Aeq. H = 16 Vol. = 16 × 0,0691 = 1,1056
1 Aeq. O = 1 Vol. = 1 × 1,1056 = 1,1056
--------
10,5042.
Man sieht, die erhaltene Summe ist fast genau zweimal so gross, als die
direct gefundene (10,5042/2 = 5,2521), zum Zeichen, dass die relativen
Verhältnisse der Aequivalente in der aufgestellten Formel richtig sind.
-- Ob die Formel auch in Betreff der absoluten Anzahl der Aequivalente
richtig ist, lässt sich aus der Dampfdichte nicht erkennen, weil man
nicht wissen kann, wie viel Raumtheilen Camphordampf je ein Camphoratom
entspricht. So nimmt z. B. $Liebig$ an, es entspreche 2 Raumtheilen und
setzt die Formel C_{10}H_{8}O, während $Dumas$ annimmt, es entspreche 4
Raumtheilen und die Formel C_{20}H_{16}O_{2} setzt.
Die Kenntniss der Dampfdichte giebt demnach eigentlich nur eine
Controle der Analyse, nicht aber ein sicheres Mittel zur Aufstellung
einer rationellen Formel ab, und wenn man sie zu letzterem Behufe
nichtsdestoweniger zuweilen anwendet, so kann dies doch nur bei solchen
Substanzen geschehen, bei denen man aus der Analogie auf ein gewisses
Verdichtungsverhältniss schliessen kann; so lehrt z. B. die Erfahrung,
dass bei den meisten Hydraten der flüchtigen organischen Säuren 1 Aeq. 4
Raumtheilen entspricht.
So fanden wir oben als rationelle Formel des Benzoësäurehydrats
C_{14}H_{6}O_{4}; $Dumas$ und $Mitscherlich$ fanden als Dampfdichte
4,260.
Zu dieser Zahl aber gelangt man durch Division der Summe der
specifischen Gewichte der Bestandtheile in einem Atom Benzoësäurehydrat
durch 4, es sind nämlich:
14 Volumina C = 11,6102
12 " H = 0,8292
4 " O = 4,4224
---------
16,8618/4 = 4,2154.
Nachdem wir so den Werth der Kenntniss der Dampfdichte zur Controlirung
der Elementaranalyse kennen gelernt haben, wollen wir zur Berechnung
derselben aus den nach §. 161 gefundenen Resultaten übergehen.
Wählen wir als Beispiel die Bestimmung des specifischen Gewichts des
Camphordampfes von $Dumas$.
Die unmittelbaren Ergebnisse des Versuches waren folgende:
Temperatur der Luft 13,5° C.
Barometerstand 0,742 M.M.
Temperatur des Bades beim Zuschmelzen 244° C.
Gewichtszunahme des Ballons 0,708 Grm.
Volumen des in den Ballon eingedrungenen Quecksilbers 295 C.C.
Zurückgebliebene Luft 0
Um nun das specif. Gewicht finden zu können, müssen wir drei Fragen
beantworten:
1. Wieviel wiegt die Luft, die der Ballon fasst? (Diese Grösse müssen
wir kennen zur Beantwortung der zweiten Frage.)