Fragt man wieviel 1 C.C. von 10° bei 0°, so findet man

1/(1 + 10 × 0,003665), d. i. = 0,965.

Wieviel sind 103,665 C.C. von 10° bei 0°?

103,665/1 + (10 × 0,003665) = 100.

Fasst man die Berechnungsweisen allgemein, so lassen sie sich also

ausdrücken.

Will man ein Gasvolumen von einer niedrigeren Temperatur auf eine

höhere berechnen, so sucht man zuerst, indem man zu 1 das durch

Multiplication der Gradeunterschiede mit 0,003665 erhaltene Product

addirt, die Ausdehnung für die Volumeinheit, und multiplicirt alsdann

die so gewonnene Zahl mit der gegebenen Menge der Volumeinheiten.

Reducirt man umgekehrt ein Gasvolumen von höherer Temperatur auf ein

solches von geringerer, so hat man die Menge der Volumeinheiten durch

eben genannte Zahl zu dividiren; denn (man kann es sich so denken) durch

Multiplication mit derselben kam sie ja auf die Grösse, in der sie uns

erscheint.

[Greek: b]. $Reduction eines Gasvolums von gewisser Dichtigkeit auf

einen Barometerstand von 0,76 Meter oder einen beliebigen

anderen.$

Nach dem $Mariotte$'schen Gesetze sind die Volumina der Gase umgekehrt

proportional dem Drucke, unter dem sie sich befinden. Ein Gas nimmt

demnach einen um so grösseren Raum ein, je geringer der Druck ist, der

auf ihm lastet, und einen um so geringeren, je grösser dieser ist.

Gesetzt also, ein Gas nehme bei einem Druck von 1 Atmosphäre 10 C.C. ein,

so wird es bei einem solchen von 10 Atmosphären 1 C.C. und bei einem von

1/10 Atmosphäre 100 C.C. einnehmen.

Nichts kann daher einfacher sein, als die Reduction eines Gases von

gegebener Spannung auf den Normalbarometerstand (= 760 Millimeter

Quecksilber) oder einen beliebigen anderen.

Nehmen wir an, ein Gas nehme bei einem Barometerstand von 780 Millimeter

100 C.C. ein, wie viel wird es bei 760 einnehmen? Jedenfalls mehr, und

zwar

760 : 780 = 100 : x

x = 102,63.

Wie viel betragen 100 C.C. Gas, bei 750 Millimeter Quecksilberdruck

gemessen, bei 760 Millimeter? Jedenfalls weniger; und zwar

760 : 750 = 100 : x

x = 98,68.

[Greek: c]. $Berechnung eines mit Wasserdampf gemischten Gases auf sein

Volum in trockenem Zustande.$

Es ist bekannt, dass das Wasser bei jeder Temperatur ein Bestreben hat,

sich in Gas zu verwandeln. Die Grösse dieses Bestrebens (die Spannung

des Wasserdampfes), welche einzig und allein von der Temperatur, nicht

aber davon, ob das Wasser sich im leeren Raume oder aber in irgend einer

Gasatmosphäre befindet, abhängig ist, pflegt man auszudrücken, indem

man die Höhe der Quecksilbersäule angiebt, welche dieser Spannung das

Gleichgewicht hält. Die folgende Tabelle giebt die Grösse der Spannung

für die Temperaturgrade an, welche bei Analysen vorzukommen pflegen

(vergl. $Magnus$, Poggend. Ann. 61. S. 247).

========================================================

Temperatur | Spannkraft | Temperatur | Spannkraft

in | in | in | in

Graden C. | Millimetern. | Graden C. | Millimetern.

------------+--------------+------------+---------------

0 | 4,525 | 21 | 18,505

1 | 4,867 | 22 | 19,675

2 | 5,231 | 23 | 20,909

3 | 5,619 | 24 | 22,211

4 | 6,032 | 25 | 23,582

5 | 6,471 | 26 | 25,026

6 | 6,939 | 27 | 26,547

7 | 7,436 | 28 | 28,148

8 | 7,964 | 29 | 29,832

9 | 8,525 | 30 | 31,602

10 | 9,126 | 31 | 33,464

11 | 9,751 | 32 | 35,419

12 | 10,421 | 33 | 37,473

13 | 11,130 | 34 | 39,630

14 | 11,882 | 35 | 41,893

15 | 12,677 | 36 | 44,268

16 | 13,519 | 37 | 46,758

17 | 14,409 | 38 | 49,368

18 | 15,351 | 39 | 52,103

19 | 16,345 | 40 | 54,969

20 | 17,396 | |

Hat man demnach ein Gas über Wasser abgesperrt, so ist unter sonst

gleichen Umständen sein Volum immer grösser, als wenn es durch kaltes

Quecksilber abgesperrt wäre, indem eine der Temperatur des Wassers

entsprechende Menge Wasserdampf sich dem Gase beimischt, und indem

dessen Spannung einem Theile der das Gas zusammendrückenden Luftsäule

das Gleichgewicht hält, so dass diese nicht ganz zur Wirkung kommen

kann. Will man daher den wahren Druck kennen lernen, unter dem sich das

Gas befindet, so muss man von dem scheinbaren den durch die Tension des

Wasserdampfes in seiner Wirkung aufgehobenen Theil abziehen.

Gesetzt, wir hätten bei 770 M.M. Barometerstand und einer Temperatur des

Sperrwassers von 10° C. 100 C.C. Gas gemessen; welches Volum würde es im

trockenen Zustande bei normalem Barometerstande einnehmen?

Die Spannung des Wasserdampfes ist nach der Tabelle bei 10° = 9,126,

also befindet sich das Gas nicht unter dem scheinbaren Drucke von 770

M.M., sondern unter dem wirklichen von 770 - 9,126, d. i. 760,874 M.M.

Nunmehr ist unsere Rechnung auf die sub [Greek: b]. betrachtete

zurückgeführt und wir sagen:

760 : 760,874 = 100 : x

x = 100,115.

Hat man nun durch die in [Greek: a]. und [Greek: b]. und respective

[Greek: c]. betrachteten Rechnungen das auf Gewichtsprocente zu

berechnende Gas in die Verhältnisse gebracht, auf welche sich die

Angaben der Tabelle V. beziehen, so braucht man nur statt des Volums das

Gewicht zu setzen, um alsdann durch einfache Regel de Tri-Ansätze sein

Ziel zu erreichen.

Wie viel Gewichtsprocente Stickstoff sind in einer analysirten Substanz,

wenn 5,000 Grm. 300 C.C. trockenes Stickgas bei 0° und 760 M.M. geliefert

haben?

In der Tabelle finden wir, dass 1 Liter (1000 C.C.) Stickgas von 0° und

760 M.M. 1,2515 Grm. wiegt; wir setzen daher an:

1000 : 1,2515 = 300 : x

x = 0,375 Grm.

und ferner:

5 : 0,375 = 100 : x

x = 7,50.

Demnach sind in der untersuchten Substanz 7,50 Gewichtsprocente

Stickstoff enthalten.

2. $Berechnung der Resultate auf Gewichtsprocente, wenn die gesuchte

Substanz in einer Verbindung, abgeschieden wurde, oder wenn eine

Verbindung aus einem ihrer Bestandtheile bestimmt werden soll.$

§. 167.

Hat man eine zu bestimmende Substanz nicht als solche, sondern in

einer anderen Form gewogen oder gemessen, z. B. Kohlensäure als

kohlensauren Kalk, -- Schwefel als schwefelsauren Baryt, -- Ammoniak als

Stickstoff etc., so muss man, um die Rechnung auf die in 1. betrachtete

zurückzuführen, die Quantität des gesuchten Körpers aus der Menge des

Gefundenen berechnen.

Um diesen Zweck zu erreichen, kann man entweder einen Regel de

Tri-Ansatz machen, oder man kann sich abgekürzter Methoden bedienen. --

Wir haben Wasserstoff als Wasser gewogen und 1,000 Grm. erhalten; wie

viel Wasserstoff ist darin?

Ein Aequivalent Wasser besteht aus:

12,5 Wasserstoff

100,0 Sauerstoff

-----

112,5 Wasser.

Wir setzen demnach an:

112,5 : 12,5 = 1,00 : x

x = 0,11111...

Aus dem eben betrachteten Ansatz ergiebt sich folgende Gleichung:

12,5/112,5 × 1,00 = x

d. i. 0,11111... × 1,0 = x

oder allgemein ausgedrückt

$Wasser$ × 0,11111... = $Wasserstoff$.

$Beispiel.$

517 Wasser, wie viel Wasserstoff?

517 × 0,11111 = 57,444.

Aus dem oben betrachteten Ansatz ergiebt sich ferner folgende Gleichung:

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 453 / 749 题