C u. H;

die grössere Menge drei: in der Regel

C, H u. O;

die meisten der übrigen vier: meistens

C, H, O u. N;

eine kleine Anzahl fünf:

C, H, O, N u. S;

und einige wenige sechs:

C, H, O, N, S. u. P.

Diese Sätze sind gültig für alle organischen Verbindungen, denen man bis

jetzt in der Natur begegnet ist. Durch Kunst lassen sich jedoch welche

darstellen, die ausser den genannten Elementen noch andere enthalten;

-- so kennen wir viele, die Chlor, Jod oder Brom; andere, die Arsenik,

Platin, Eisen, Kobalt etc. in ihrer Grundmischung enthalten, und es

ist nicht vorauszusehen, welche von den übrigen Elementen in ähnlicher

Weise fähig sind, entferntere Bestandtheile organischer Verbindungen

(Bestandteile organischer Radicale) zu werden.

Mit diesen Verbindungen dürfen die nicht verwechselt werden, die als

Verbindungen höherer Ordnung zu betrachten sind, z. B. weinsteinsaures

Bleioxyd, kieselsaures Aethyloxyd, borsaures Morphin etc.; denn dass in

solchen alle und jede Elemente vorkommen können, liegt auf der Hand. --

Bei der Analyse einer organischen Verbindung kann man entweder ihre

quantitative Zerlegung in etwaige nähere Bestandtheile im Auge haben,

so eines Gummiharzes in Harz, Gummi und ätherisches Oel, -- oder man

kann sich die Gewichtsbestimmung der entferntesten Bestandtheile (der

Elemente) der Substanz zum Vorwurfe machen. -- Analysen ersterer Art

vollbringt man nach Methoden, die denen, welche wir zur Zerlegung

unorganischer Substanzen zu Hülfe nehmen, ganz ähnlich sind, das heisst,

man sucht die einzelnen Bestandtheile entweder geradezu, oder nachdem

man sie in geeignete Verbindungen übergeführt hat, durch Lösungsmittel,

durch Verflüchtigung des einen, oder auf sonstige Weise zu trennen.

Diese Art der organischen Analyse, bei der die Methoden fast ebenso

mannigfaltig sein müssen, als die Fälle, auf die man sie anwendet,

besprechen wir im Folgenden nicht, sondern wir wenden uns sogleich zu

der zweiten Art der Analyse, die zur Unterscheidung von der anderen

genannt wird: $organische Elementaranalyse$.

Dieselbe beschäftigt sich dem Gesagten gemäss mit der Gewichtsbestimmung

der in organischen Substanzen enthaltenen Elemente. Sie erreicht ihre

Aufgabe, indem sie uns lehrt, die zu bestimmenden Elemente in -- ihrer

Zusammensetzung nach -- bekannte Verbindungen überzuführen, diese von

einander zu trennen und aus dem gefundenen Gewichte der einzelnen auf

die Menge der betreffenden Bestandtheile zurückzuschliessen. Sie befolgt

demnach kein anderes Princip als dasjenige, welches auch den meisten

Bestimmungs- und Trennungsmethoden der unorganischen Verbindungen zu

Grunde liegt.

Da es bei den meisten organischen Substanzen nicht schwierig ist,

dieselben vollständig in bestimmt charakterisirte, leicht von

einander zu trennende, und sichere Gewichtsbestimmung zulassende

Zersetzungsproducte zu verwandeln, so ist die organische

Elementaranalyse in der Regel eine der leichteren Aufgaben der

analytischen Chemie, -- und da bei der geringen Anzahl der die

organischen Körper constituirenden Elemente die Zersetzungsproducte,

mit denen man zu thun hat, stets dieselben sind, so ist die Ausführung

der Analyse immer eine sehr ähnliche, und wenige Methoden reichen für

alle Fälle aus. -- Diesem letzteren Umstande ist es hauptsächlich

zuzuschreiben, dass die organische Elementaranalyse die Stufe der

Vollkommenheit, auf der wir sie jetzt sehen, so schnell erreicht hat;

denn indem viele Chemiker sich mit Prüfung und Verbesserung weniger

Methoden beschäftigten, konnte es nicht fehlen, dass die Sache im Ganzen

und Einzelnen mit vollkommenster Genauigkeit ermittelt wurde.

Bei der organischen Elementaranalyse kann man entweder bloss den

Zweck haben, die relative Anzahl der constituirenden Elemente kennen

zu lernen -- so analysirt man z. B. Holzarten, um ihren Werth als

Brennmaterial, Fette, um ihren Werth als Leuchtmaterial kennen zu lernen

--, oder man will nicht nur die relative Anzahl der Atome, sondern

auch ihre absolute Menge kennen lernen, man will wissen, wieviel Atome

Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff etc. in einem Atome der Verbindung

enthalten sind. Den letzteren Zweck sucht man bei wissenschaftlichen

Untersuchungen stets zu erstreben; dass man aber bis jetzt denselben

noch nicht in allen Fällen zu erreichen im Stande ist, werden wir unten

sehen. -- Beide Zwecke lassen sich nicht wohl durch eine Operation

erreichen, sondern die Erstrebung eines jeden erheischt einen besonderen

Versuch.

Den Inbegriff der Methoden, welche uns die Kenntniss des relativen

Verhältnisses der constituirenden Elemente verschaffen, kann man

$organische Elementaranalyse im engeren Sinne$ nennen, die Gesammtheit

der anderen: $Atomgewichtsbestimmung der organischen Körper$.

Das Gelingen einer organischen Elementaranalyse ist von zwei Umständen

abhängig: erstens von der Methode, zweitens von ihrer Ausführung. Diese

erfordert Geduld, Umsicht und Geschick; wer damit nur einigermaassen

begabt ist, wird sie in kurzer Zeit erlernen. Die Wahl der Methode

hingegen ist bedingt durch die Kenntniss der Bestandtheile der Substanz,

sie erleidet je nach den Eigenschaften und dem Aggregatzustande

derselben gewisse Modificationen. Ehe wir demnach zur Besprechung der in

den verschiedenen Fällen anzuwendenden Methoden übergehen können, müssen

wir zuerst die Mittel kennen lernen, organische Substanzen auf die Art

ihrer Bestandtheile zu prüfen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 419 / 749 题