1. $Sämmtliche alkalische Erden von Kali und Natron.$

_$Grundlage$: Kohlensaures Ammon fällt aus einer Chlorammonium

enthaltenden Lösung nur Baryt, Strontian und Kalk, -- Chlormagnesium

wird durch Quecksilberoxyd zersetzt._

Man versetzt die Lösung, in welcher die Basen als Chlormetalle gedacht

werden, mit soviel Chlorammonium, als nöthig ist, um die Magnesia durch

Ammon unfällbar zu machen, fügt etwas Ammon, dann kohlensaures Ammon in

geringem Ueberschuss zu, lässt 12 Stunden an einem gelinde warmen Orte

bedeckt stehen, filtrirt und wäscht den Niederschlag mit Wasser aus, dem

man einige Tropfen Ammon zugefügt hat.

Der $Niederschlag$ enthält den _Baryt_, _Strontian_ und _Kalk_, die

$Lösung$ die _Magnesia_ und die _Alkalien_. So kann man in Fällen, in

denen es nicht auf den höchsten Grad der Genauigkeit ankommt, annehmen.

Bei feineren Analysen dagegen hat man zu erwägen, dass die Lösung noch

höchst geringe Spuren von Kalk und etwas grössere von Baryt enthält,

weil deren kohlensaure Salze in einer Chlorammonium enthaltenden

Flüssigkeit nicht ganz unlöslich sind.

Mit dem Niederschlage verfährt man nach §. 122, das Filtrat aber

versetzt man -- bei genauen Analysen -- mit 3 oder 4 Tropfen verdünnter

Schwefelsäure (aber nicht mit viel mehr), später mit einigen Tropfen

oxalsaurem Ammon und lässt wiederum 12 Stunden in gelinder Wärme stehen.

Entsteht hierdurch ein Niederschlag, so sammelt man denselben auf einem

kleinen Filter, wäscht ihn aus und behandelt ihn auf dem Filter mit

etwas verdünnter Salzsäure, welche den oxalsauren Kalk löst und den

schwefelsauren Baryt ungelöst lässt. --

Die die _Magnesia_ und die _Alkalien_ enthaltende Flüssigkeit verdampft

man zur Trockne und entfernt die Ammonsalze durch gelindes Glühen in

einem bedeckten Tiegel oder einer bedeckten kleinen Schale von Platin

oder Porzellan[33]. -- Den Rückstand erwärmt man mit wenig Wasser

(worin er sich bis auf ein wenig ausgeschiedene Magnesia löst), setzt

etwas höchst fein zertheiltes, in Wasser aufgeschlämmtes Quecksilberoxyd

zu, und verfährt genau nach §. 82. 3. b.

[33] Hierbei wird auch die kleine Menge Schwefelsäure wieder entfernt,

welche beim Ausfällen der Barytspuren zugesetzt wurde, indem

schwefelsaures Alkali beim Glühen mit viel Salmiak in

Chloralkalimetall übergeht.

In der von der Magnesia abfiltrirten Flüssigkeit bestimmt man die

Alkalien nach §. 120. -- Diese von $Berzelius$ angegebene Methode,

Magnesia und Alkalien zu scheiden, liefert gute Resultate. Man

erschwere sich die Arbeit nicht dadurch, dass man mehr Quecksilberoxyd

zusetzt als nöthig, prüfe aber zuletzt der Vorsicht halber immer die

Chloralkalimetalle auf einen Gehalt an Magnesia.

2. $Sämmtliche alkalische Erden von Ammon$; -- Grundlage und Ausführung

wie bei Trennung des Kalis und Natrons von Ammon §. 120.

B. Speciellere Methoden.

$Einzelne alkalische Erden von Kali und Natron.$

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 373 / 749 题